Autor Thema: Generationenprobleme: Was habt ihr für Euer Leben daraus gelernt?  (Gelesen 8129 mal)

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Offline annelie

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Hallo martina-s,
ich kann Deine Gedanken sehr gut verstehen, ich denke mir oft, wie zukünftige Schwiegerkinder (nicht nur vom Hofnachfolger) mich mal sehen werden. Ich hab so meine Macken und -ich nenns jetzt mal- Besonderheiten, ob die bei neu hinzugekommenen zukünftigen Familienmitgliedern immer so gut ankommen werden.  :-\

Was ich für mein Leben gelernt habe ist, dass es nicht einfach ist das Zusammenleben im Allgemeinen und im Besonderen und das es kein Schwarz/Weiß gibt.
Liebe Grüße
Annelie
Die größte Entdeckung meiner Generation ist, dass der Mensch nur durch Änderung seiner Einstellung sein Leben ändern kann
W. J

Offline Munike

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(...) und wenn die SM dreimal zu Anfang gesagt hat, sie wäre nicht bereit auf die Kinder aufzupassen wird sie doch dazu eingeplant.
Und genau das kann es nicht sein.

Martina-S, so lange Du Dir trotz vorherigem Nein-Sagen die Arbeit aufhalsen läßt werden die das natürlich weiterhin machen! Klappt ja!

Sag ein NEIN und laß es ein NEIN sein. Klar werden die maulen und zetern, aber sie haben einfach kein Recht, das mit Dir zu machen!

Und ja, ein solcher Weg ist hart und steinig, ich kenn ihn.
Wer neue Wege scheut, muß alte Übel dulden...

Clara

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dass...,

...es ab und an wichtig ist, dass ich mich auch mal zurücknehme und loslasse.

... das in einen Übergabevertrag gehört, dass ALLE Kinder sich in die Pflege einbringen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Wer nicht vor Ort ist, der überweist halt seinen Anteil monatlich an den, der die Pflege leistet. Dieser Betrag ist fällig mit Eintritt der Pflegstufe 1.

... meine SE, die Eltern meines Mannes sind und da sie ihn gross gekriegt haben, kann ich ihnen auch mühelos unsere Kinder überlassen ohne Ordner und Hefter mit "Bedienungsanleitung Umgang mit unseren Kindern". Und was Oma und Opa mit den Kindern in der gemeinsamen Zeit anstellen, ist ihre Sache.

... Erziehung ist Familiensache, also jeder der mit den Kindern Umgang hat ist auch ihr Erzieher.

... Kinder helfen daheim mit- auch wenn sie ans Gymnasium gehen. Wir sind eine Familie und kein Hotel.

... Probleme werden da gelöst, wo sie entstehen ohne Facebook und unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

... was mir wichtig ist, dafür finde ich Zeit, weil ich mir diese dafür nehme.

... ich weiss, dass ich auf dem und im Dorf lebe und entsprechend gehören da auch paar Dinge zu, die zu erledigen sind ohne  Gerede. (Teilnahme an Freud und Leid meiner  Nachbarn und der Leute, die mir wichtig sind.)

... in Krisenzeiten bin ich da für die, die mich um Hilfe bitten ohne  mich darüber ellenlang auszulassen. Da ich weiss, wie es ist, ich kenne  inzwischen beide Seiten und Zeiten.

... ein Ja ist ein Ja und ein Nein ist ein Nein. "Vielleicht" ist keine Antwort auf die Fragen des Lebens und im Alltag.

...  die ältere Generation mag und schätze ich, weil ich von ihnen viel lernte und lerne und weil ich ihnen auch eine Menge an Wissen und Können verdanke.

... "Bitte" und "Danke" erleichtern den Umgang im Alltag sehr.

Frohes Schaffen,

Anja

Offline Mathilde

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... das in einen Übergabevertrag gehört, dass ALLE Kinder sich in die Pflege einbringen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Wer nicht vor Ort ist, der überweist halt seinen Anteil monatlich an den, der die Pflege leistet. Dieser Betrag ist fällig mit Eintritt der Pflegstufe 1.

Hallo,

genau das gehört überhaupt nicht in einen Übergabevertrag.
Wir lassen uns zur Zeit beraten und waren schon bei Terminen mit RA u.u.u.
Es sagt Dir jeder dass das heute nicht mehr in einen Übergabevertrag gehört und in dem von SE und Ehemann stand das schon 1980 auch nicht drin!
Die Kommentare dazu von den weichenden Erben muss man eben dann aushalten.
LG  Mathilde
Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins

Marie von Ebner-Eschenbach

Offline apis

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Mathilde, ich bin voll deiner Meinung.
Dieses Thema im Übergabevertrag kann evtl. dem Betrieb die Existenz kosten.

Möglich ist ein gesonderter notarieller Vertrag bezüglich Abfindung und späterer Versorgung der Eltern mit den weichenden Erben und den Hoferben. Doch ob die Kinder damit immer einverstanden sind?

apis
« Letzte Änderung: 20.05.14, 11:51 von apis »

Offline Lulu

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Hallo Mathilde,

wir hatten auch ausführliche Beratung und Pflege gehört heute nicht mehr in den Übergabevertrag....das ist nicht mehr zeitgemäß.

@Anja.....die Kinder an Oma und Opa übergeben können ohne Bedienungsanleitung....das ist wirklich wahr.

Gruß
lulu

Clara

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Hallo Frauen,

das Pflegethema gehört schriftlich und juristisch sauber geklärt mit allen Kindern der Übergeber, weil es nicht sein kann, dass einer allein in der Pflicht steht. Das sind nämlich in der Regel die Übernehmer... und da sind es meist die Schwiegertöchter, die die Pflege im Alltag neben dem "bisschen" Betrieb und Familie und Ehrenamt zu wuppen haben...
Drumrum kommen alle nicht, weil es in Deutschland eine Unterhaltspflicht gegenüber Verwandten in grader Linie gibt. (Also Eltern- Kinder- Kindeskinder und umgekehrt)

Ich weiss, wie Juristen über die Pflegefrage denken. Wir lernen da auch gerade mit- und voneinander. Mein Gegenüber hat die theoretischen juristischen Kenntnisse und ich steuere in unseren Gesprächen meine alltäglichen Erfahrungen aus meiner Pflegezeit  bei. Ich finde die Gespräche stets bereichernd und unterhaltsam... und steter Tropfen höhlt den Stein. Eine reale Geschichte ist was anderes als eine Entscheidung zu treffen rein nach Aktenlage und Schriftsatz.

Wir Frauen müssen es thematisieren öffentlich und in Beratungsgesprächen beim Anwalt und Steuerberater, weil obwohl es i.R. SEINE Eltern sind, ist es UNSER Problem, weil wir EINE Familie sind.

Frohes Schaffen,

Anja

Clara

  • Gast

und auch das pouletfleisch das ich für unseren jüngsten beim letzten verkauf "geordert" habe, habe ich bezahlt ...


Hallo Maggie,

ist das sonst nicht üblich?

Ich kenne es so von einem meiner Onkel mit Tante- Emma-Laden,  als wir da mal zu Gast waren, durfte ich das Eis zum Nachtisch wählen. Der Karton wurde erst in den Müll gegeben, nachdem das Preisschild in Onkels Abrechnungsheft vermerkt war.
Alles was er aus dem Laden wollte, bekam er und einmal im Monat war Zahltag.

Und auch alle anderen zahlten, was sie aus dem Laden brauchten oder in Auftrag gaben.

Viele Grüße,

Anja

Offline maggie

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und auch das pouletfleisch das ich für unseren jüngsten beim letzten verkauf "geordert" habe, habe ich bezahlt ...


Hallo Maggie,

ist das sonst nicht üblich?

Ich kenne es so von einem meiner Onkel mit Tante- Emma-Laden,  als wir da mal zu Gast waren, durfte ich das Eis zum Nachtisch wählen. Der Karton wurde erst in den Müll gegeben, nachdem das Preisschild in Onkels Abrechnungsheft vermerkt war.
Alles was er aus dem Laden wollte, bekam er und einmal im Monat war Zahltag.

Und auch alle anderen zahlten, was sie aus dem Laden brauchten oder in Auftrag gaben.

Viele Grüße,

Anja

gut - wenn du da im laden dann Grosseinkauf machst - ok - da würde ich auch bezahlen - und wie gesagt, das ist ein onkel von dir - und ich rede da von meinen kindern -
wenn sie weiter was "geschenkt" möchten müssten sie mit bruder oder Schwägerin sprechen - aber da ich es auf meine Rechnung nehme ist es von mir geschenkt !

wenn ich meinen kindern von "unserem" betrieb etwas mitgab, musste es nicht bezahlt werden, seien es eier, milch, mehl oder fleisch aus eigener schlachtung -
wenn ich vom pouletfleisch (wird beim Schlachthaus bestellt und die liefern es verpackt) verschenke geht es einfach von unserem "verkaufsgewinn" ab -
also - ist es ein geschenk an die kinder ..
natürlich kommt dann das eine oder andere mal ein bisschen "zu kurz", aber das stört mich eigentlich nicht -

meiner tochter gebe ich auch wenn sie hier ist mal Süssmost (heute in 10 l box), brote oder zöpfe mit  - ohne schlechtes gewissen den andern gegenüber - sie hat eine fam. und die andern beiden sind allein -
und für Junior und Partnerin auf dem Hof backe ich auch das Brot und den Zopf  ohne zu verrechnen
« Letzte Änderung: 20.05.14, 13:38 von maggie »
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

KATHRINA H:

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Was ist Pouletfleisch, sorry, hab das noch nie gehört.... ::)
Kathrin

Offline maggie

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Was ist Pouletfleisch, sorry, hab das noch nie gehört.... ::)
Kathrin

hähnchenfleisch... - in der schweiz - wir haben eben noch sehr viele französische wörter ... (la Poule - das huhn)
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Online gatterl

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Generationenprobleme: Was habt ihr für Euer Leben daraus gelernt?

Lernt man in einem Leben in dieser Hinsicht jemals aus?
Jetzt- über 50 - lerne ich andere Sachen zum Thema Generationenprobleme als mit 22 als ich auf den Hof kam.
Jetzt kommt schon die nächste Generation, die vorherige ist noch da.

Vielleicht habe ich gelernt, nicht mehr alles auszudiskutieren und überall etwas dazu zu sagen. Vielleicht ist das auch eine Art Kapitulation.Ich schweige immer öfter, grad mit der "alten" Generation hilft Reden eh garnix. Hats noch nie, dachte aber immer, jemand würde sich für meinen Standpunkt interessieren und doch auch merken dass ich auch manchmal richtig liege...
Irgendwie mag ich nicht mehr kämpfen.

Und ich habe bestätigt bekommen -eben dadurch- dass es immer verschiedene Wahrheiten, verschiedene Sichtweisen, verschiedene Möglichkeiten gibt.
Und das man mit einem völlig anderen Lebensentwurf durchaus exestieren kann.

Leben und leben lassen, das versuche ich mir immer vorzusagen.

« Letzte Änderung: 20.05.14, 22:56 von gatterl »
Barbara

Man beachte, daß nicht jeder, der die Meinung anderer hören möchte, auch eine andere Meinung hören will.

© Maz Bour

Clara

  • Gast


Vielleicht habe ich gelernt, nicht mehr alles auszudiskutieren und überall etwas dazu zu sagen. Vielleicht ist das auch eine Art Kapitulation.Ich schweige immer öfter, grad mit der "alten" Generation hilft Reden eh garnix. Hats noch nie, dachte aber immer, jemand würde sich für meinen Standpunkt interessieren und doch auch merken dass ich auch manchmal richtig liege...
Irgendwie mag ich nicht mehr kämpfen.

Und ich habe bestätigt bekommen -eben dadurch- dass es immer verschiedene Wahrheiten, verschiedene Sichtweisen, verschiedene Möglichkeiten gibt.
Und das man mit einem völlig anderen Lebensentwurf durchaus exestieren kann.

Leben und leben lassen, das versuche ich mir immer vorzusagen.



Gatterl,

sieh es als ein Zeichen der Reife, dass du weisst, wann es nötig ist zu diskutieren und kommentieren und wann zwecklos. Es spart vieles... Frust, Ärger, Zeit, Kraft und Energie.

Kämpfen für irgendwas gewöhnte ich mir ab, weil Kampf macht blind und löst Aggressionen aus. Es ist besser für eine Sache zu arbeiten. Es ist unterm Strich der identische Inhalt, nur anders in Worte gefasst und damit finden sich automatisch andere Mitstreiter. Ich musste das auch erst lernen und lerne da nach wie vor. ;-)) Worte sind Gedanken...

Alles Liebe,

Anja

 


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