Autor Thema: Neue Mitglieder für Landfrauenvereine?  (Gelesen 3990 mal)

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Offline Steinbock

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Neue Mitglieder für Landfrauenvereine?
« Antwort #15 am: 09.01.10, 16:34 »
Ich gehe nicht zum Landfrauenverein, weil ich
1. seit ich Kinder habe nirgendwo mehr regelmäßig teilnehme(n kann);
2. das Programm erbärmlich finde (Adventfeier, Kochkurs, Kuchenbacken für einen guten Zweck)
3. nicht glaube, dass die mich da wirklich haben wollen (hat mich auch nie eine angesprochen >:(,
    dabei sind die Mitglieder zahlenmäßig sehr überschaubar)

Ich würde mir wünschen, es gäbe einen offenen, aktiven (Land-)Frauenverband.

Elisabeth
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Offline suederhof1

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Neue Mitglieder für Landfrauenvereine?
« Antwort #16 am: 09.01.10, 16:45 »
Hallo

Nicole wir haben das gleiche Problem...Überalterung....ja nicht aus den alten Bahnen ausbrechen,dann kann ja keiner zu den Abenden kommen. :o :-X
Für Projekte muss dann immer auch die richtigen Leute ,Räume die dir zur Verfügung stehen und dann eben die nötigen Leutchen.
Wir sind im Moment auch in diese Richtung an denken , aber damit hatt man keine festen Mitglieder. :-\
Viele Landwirtschaftliche Themen haben wir gar nicht, eher Verbraucherthemen.
Wochenreisen ist auch schwierig ,ersten Geldproblem und dann Termine wegen Familie.
Wellnesswochenenden laufen besser.Aber auch da , mal mitfahren und dann wieder gut.
Die jüngern Frauen brauchen den LFV auch gar nicht mehr. Die Angebote sind reichlich, unsere Themen teilweise nicht attraktiv genug.
Sie brauchen keinen Nachmitag/Abend umn einmal raus zu kommen ,so wie unsere Mütter /SM
Vielleicht wollen die jungen Frauen auch nicht mehr diesen ganzen konservativen Ablauf.
Kinderbetreuung steht natürlich auch immer ganz oben.
Wir wollen nun erstmalig einen "Stammtisch" anbieten, mal sehn was das wird.
Man muss einfach am Ball bleiben.
Unser "Alten" sind auch nicht gegen Junge eingestellt eher andersrum.Eigentlich ist das ein gaaanz toller
Verein. :D

Aber eine Lösung des Problems hab ich auch nicht parat. :-\

Barbara

Christel Nolte

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Neue Mitglieder für Landfrauenvereine?
« Antwort #17 am: 09.01.10, 16:47 »
@mirjam. ich habe das hoffentlich nicht negativ dargestellt?

Ich seh das neutral, hat ein wenig gedauert, bis ich dahin kam, die Verhältnisse erlebe ich so, und damit muss und will ich umgehen und werde für meine Bereiche Lösungen suchen und sicher auch finden.

Es muss noch ein allgemeines Umdenken stattfinden, bei Beteiligten und Außenstehenden, dass das Ende irgendwelcher Aktivitäten nicht als Scheitern begriffen wird, sondern dass ein Ende wieder Raum schafft für was Neues.

Das ist häufig noch negativ besetzt, mit allerlei Gejammer, erlebt bei 2x Kinder/Jugendgospelchor, der mit dem Älterweden der Kinder auslief und dann im Kiga wieder mit neuem Namen und Programm anfing und derzeit dörferübergreifend weitergeführt wird.
Das ist übrigens eine weitere Option, das Arbeiten über Dorfgrenzen hinweg, auch für Landfrauen, wenn Gruppen nicht  mehr lebensfähig sind. Die Fussballvereine sind da schon Jahrzente voraus mit Spielgemeinschaften bilden.

Offline Mirjam

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Neue Mitglieder für Landfrauenvereine?
« Antwort #18 am: 09.01.10, 16:57 »
Hallo Christel,
 
nein, du hast es nicht negativ dargestellt, aber ich kann mir schon denken das dieser Trend zum Projekt manche als Bedrohung/negativ auffassen.

Dieser Tage stand ich mit 2 Leuten aus der ev. Gemeinde im Verkaufstand. Beider Augen leuchteten wenn sie von "ihrer Kirche/Gemeinde" sprachen, zu der auch viele Katholiken konvertieren/oder dort zum Gottesdienst kommen.

Was ich dabei so heraushöre ist - dass das betreuende Pfarrerehepaar nicht die "Schaffer" sind die alles machen müssen und auch keine dogmatischen An-Schaffer, sondern sie betreuen ihre Gemeinde persönlich gut, gegenseitige Wertschätzung und persönliche Anerkennung/Bedanken + Ideeneinbringen wird groß geschrieben in dieser Gemeinde, so haben sie viele "Helfer" :-).

Mich hat das sehr beeindruckt zum Vergleich wo "Mitarbeit" wenn man denn in der Pflicht ist dann "selbstverständlich" gesehen wird oder ein Vorstand mit Veto-Recht manche Vereine "regieren" (wollen).

Mag das ein Trend sein, dass die Vorstände von morgen mehr "Couch" für die Mitglieder sind denn "Schaffer/Macher" die glauben ohne sie geht nix?

Aus dem Marketing gibt es einen schönen Spruch: Es ist 7 x aufweniger einen neuen Kunden zu gewinnen als einen bisherigen zu halten.

Gruß Mirjam
Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!

Offline Farmerin

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Neue Mitglieder für Landfrauenvereine?
« Antwort #19 am: 10.01.10, 18:40 »
Da stellt sich die Frage auch: wer gehört in Landfrauenvereine? Frauen vom Land ganz allgemein (hier bei uns ist das so) oder Bäuerinnen? Die sind bei uns ganz klar in der Minderheit - in meinem Verband mit 2'200 Mitgliedern (davon mindestens rund 500 über 70 Jahre) in 25 örtlichen Sektion - vielleicht noch ca. 25 %.
In den Dörfern sind die Kursangebote sehr wohl auch auf junge Frauen ausgerichtet. Es wird angeboten, was Trend ist - aber auch Klassiker wie Hefegebäck, Blumen binden, Sträucher schneiden, etc. Und die werden rege besucht.

Offline fanni

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Neue Mitglieder für Landfrauenvereine?
« Antwort #20 am: 10.01.10, 19:05 »
Ich denke man kann neue "Mitstreiter" gewinnen egal ob jetzt bei den LAndfrauen oder in der Kirche oder anderswo, wenn man das Problem mit dem "Vererben" mal aus der Welt schafft.

- wenn eine was macht, dann muß sie eben nicht das machen was Generationen vor ihr auch schon gemacht haben.....

- und ich geh leichter wo hin, wenn ich weiß ich muß diese Aufgabe jetzt nicht für den Rest meines Lebens machen sondern es darf nach 4 Jahren wieder Schluß sein und eine andere......
Herzliche Grüße von Fanni

Offline Bärbel

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Neue Mitglieder für Landfrauenvereine?
« Antwort #21 am: 10.01.10, 20:09 »
Hallo

Bei uns im Verein bin ich mit meinen 46 Jahren auch die Jüngste. Die meisten Frauen in meinem Alter sind im Gymnastikverein oder beim Nordig Walking aktiv. Und wenn wir sowas im LF Verein anbieten würden,machen wir ja dem Sportverein konkurenz und die Frauen wechseln deshalb nicht den Verein. Und viele wollen auch nicht an 2 Abenden in der Woche weg gehen.  Aber wir haben ab und zu auch noch mal einen Neuzugang.
Ich bin auch im Vorstand tätig und ich muß sagen das die "Alten" auch mal neue Vorschläge annehmen,was z.B. die Auswahl der Vörträge angeht.
Bei uns im Nachbarort gibt es auch einen FF Verein,wenn ich dort wohnen würde wäre ich auch nicht bei den LF aktiv. Die " Alten" dort leben nach dem Motto " Das wird schon immer so gemacht und so wird es auch weiter so gemacht,solange wir im Vorstand sind."
 
Liebe Grüße aus Südhessen

Bärbel

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Offline hosta

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Neue Mitglieder für Landfrauenvereine?
« Antwort #22 am: 10.01.10, 21:27 »
Zum Thema mal ganz pers. eigene Erfahrung
Ich bin erst seit ein paar Jahren Mitglied bei den Landfrauen.Interessiert hätte es mich schon früher. Aber die Nachmittagsveranstaltungen zu besuchen wäre reinster Streß gewesen. Nach dem Essen sehen das man fertig wird und nach der Veranstaltung sehen, daß man wieder in den Stall kommt.Und solange durch die Kinder noch genug anlag, hatte ich darauf keine Lust.
Hosta
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Offline Sasa

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Neue Mitglieder für Landfrauenvereine?
« Antwort #23 am: 11.01.10, 20:55 »
ich denke mal, es kommt auch immer drauf an wer das Sagen hat ;D Unsere Vorsitzende ist eine sehr energische Dame,  ;D durchaus auch offen für Neues- aber es muß dann schon nach ihrer Nase gehen ;D oder es geht halt gar nicht ;D

Ich habe über den Sommer mit einigen Landfrauen unseres Ortsteils für den "bunten Abend" ein Theaterstück einstudiert. Insgesamt waren wir 21 Frauen. Durch die viele Überei lernt man sich untereinander auch wesentlich besser kennen- die ältesten Damen, die mitgespielt haben, sind um die 85 Jahre alt, die kannte ich zwar, hatte aber bisher nicht so viel mit ihnen zu tun. Da war ich dann eben "xys-Schwiegertochter" oder "ABCs-Frau" ;D
Interessant war der gegenseitige Lerneffekt: Ich stellte fest, daß es sich bei Frau A. nun doch nicht um die schrullige Ziege handelt, als die Schwiegermama sie mir beschrieb, und Frau B. nun doch kein "Besen mit loser Hand " war,  so war sie mir nämlich von meinem Mann beschrieben worden ( im Nachhinein stellte sich heraus, er hat als Junge auf ihrem Hof mal ein Kalb mit Durchfall, welches sie auf "Kamillentee - Diät" gesetzt hatte,  verbotenerweise mit Klee gefüttert, da war ihr dann wohl die Hand ausgerutscht.  ;D Nicht unbedingt pädagogisch wertvoll, aber verständlich. Die Ohrfeige hat er wohl überstanden, aber sie scheint ein Trauma hinterlassen zu haben ;D) Die beiden Damen stellten ihrerseits fest, daß ich ziemlich normal und doch nicht die "verwöhnte Madame" war, diese Schilderung hatten sie von Schwiegermama erhalten ( als ich sie darauf ansprach, errötete meine Schwiegermutter zart und murmelte recht schuldbewusst "Na, das hab ich mal gesagt. Aber, da wart Ihr grad verheiratet. Ich musste mich da ja auch erst dran gewöhnen" Einsicht ist bekanntlich der erste Weg zur Besserung! ;D)

Seither merke ich schon, daß ich anders aufgenommen werde von den älteren Damen. Schon so als "Küken"- na gut, teilweise hab ich ja auch wirklich das Alter ihrer Enkel, das ist schon in Ordnung!- aber eben doch herzlich. Das war vorher anders.

Und ich glaube, das schreckt auch viele "Neue" ab. Die Hemmschwelle, gerade für Zugezogene, ist wahrscheinlich eh schon höher als für "eingeborene und im Dorf gebliebene " Frauen. Für Viele hat eben der Landfrauenverein einfach noch was von "je mehr Hektar, umso höher das Ansehen". Merkt man jedenfalls, wenn man sich mit anderen Frauen unterhält...

Und ich denke schon, alleine das Wort "Verein" schreckt einige ab. An der Sache mit den Projekten ist schon was dran....

Offline Romy

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Neue Mitglieder für Landfrauenvereine?
« Antwort #24 am: 14.01.10, 17:48 »
Sasa dein Bericht ist köstlich :D
Vielleicht ist das Wort "Verein" auch ein bisschen verstaubt, veraltet. Wir müssten ihm einen englischen Namen geben. Schliesslich hat man viele Berufe auch umgetauft damit sie wichtiger tönen  ;)
en hübsche tag
Romy

Wenn du nur zwei Möglichkeiten hast, wähle die dritte

Offline Gerda

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Neue Mitglieder für Landfrauenvereine?
« Antwort #25 am: 14.01.10, 22:52 »
Hallo Naima,

auch ich mache mir Gedanken über den Fortbestand unseres Landfrauenvereins.

Er wurde bereits im Jahr 1952 gegründet, damals eine wahre Pionierarbeit.

Dem entsprechend haben wir auch sehr viele ältere Mitglieder.

Allein in diesem Jahr sind drei verstorben.

Neueintritte dagegen zwei, was schon viel ist.

Es ist  schwer interessante Themen zu finden, um die Frauen aus dem Haus zu locken. Heutzutage ist das

Informationsangebot so groß.

Sportliches braucht man nicht zu machen, da unser Sportverein sehr gute Angebote hat.

Als Gastbesucher kommen öfter Frauen zu Vorträgen. Fest binden möchte sich jedoch niemand.

"Ich gehe doch arbeiten.... Ich habe nicht so viel Zeit... Ich weiß nicht, ob ich immer helfen kann...

Wenn die Kinder mal größer sind..." dies sind so die gängigsten Aussagen.

Unsere Veranstaltungen sind immer abends. Außer drei bis vier Nachmittagen an denen

Seniorenveranstaltungen stattfinden.

Ich weiß nicht wohin der Weg gehen wird und so manches mal habe ich wirklich keine Lust mehr auf den Vorsitz.
Grüße von Gerda

Offline Farmerin

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Neue Mitglieder für Landfrauenvereine?
« Antwort #26 am: 15.01.10, 09:23 »
Und ich glaube, das schreckt auch viele "Neue" ab. Die Hemmschwelle, gerade für Zugezogene, ist wahrscheinlich eh schon höher als für "eingeborene und im Dorf gebliebene " Frauen. Für Viele hat eben der Landfrauenverein einfach noch was von "je mehr Hektar, umso höher das Ansehen". Merkt man jedenfalls, wenn man sich mit anderen Frauen unterhält...




Dem muss ich - zumindest in unserem Dorf - absolut widersprechen. Bei uns ist praktisch jede Nezuzügerin innert weniger Monate bei den Landfrauen dabei. Die geniessen die unkomplizierte Möglichkeit, z.B. in einem Kurs (und das sind bei uns im Dorf rund 18 pro Jahr) andere Frauen kennen zu lernen. In den Quartieren motivieren sich die Frauen gegenseitig - und werden Helferinnen / Bäckerinnen gesucht, genügt meist eine Liste an der Generalversammlung und schon ist genügend woman-power oder Backwaren beisammen. Aber vermutlich sind wir eine grosse - erfreuliche - Ausnahme

Clara

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Neue Mitglieder für Landfrauenvereine?
« Antwort #27 am: 28.03.13, 18:01 »
... und woher kommen sie nun in 2013? Wie lockt man die jungen Frauen in die Vereine im ldl. Raum?

Fragende Grüße,

Anja

Offline Annette

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« Antwort #28 am: 28.03.13, 20:18 »
Nirgendwoher.
Vereinsleben ist eine aussterbende Rasse.

Nagel auf den Kopf getroffen

LG Annette
Lieber auf neuen Wegen stolpern, als in alten Bahnen auf der Stelle treten. (H.Hesse)

Offline peka

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Neue Mitglieder für Landfrauenvereine?
« Antwort #29 am: 28.03.13, 21:24 »
Leider.

Im kommenden Jahr sind hier im Rheinland Vorstandswahlen. Bin mal gespannt, ob und wenn ja, wie es weitergeht.

Ich habe keine Ideen mehr: Egal welche Themen, welche Fahrten oder sonstige Veranstaltungen - ich habe nur wenige Frauen die kommen. Mitglieder: 45, davon unter 50 Jahre: 5 !!!. Das sagt wohl alles.
Ich werde wohl nicht mehr kandidieren. Die einzige Möglichkeit den Verein zu erhalten wäre eine Fusion mit dem Nachbarverein.
Ich finde es schade - habe es immer gerne gemacht.

liebe Grüße
peka
Gönne dir Stille,
in der du nur Atem und Herzschlag lauschst.
Dann kehre in den Alltag zurück,
kraftvoll und gelassen.

 


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