Ich hab mich jetzt mal durch sieben Seiten gelesen und habe nun doch eine Handvoll Anmerkungen... in loser Reihenfolge
eigentlich hasse ich sowas ja, aber ich habe Nachholbedarf

Meine 2. Frage:
Wer hat eigentlich etwas von den Wildtieren (Wiederkäuer) gehört, dass diese die Krankheit haben, bzw. dass bei denen diese stark, wenn überhaupt ausgebrochen ist?

?? Diese sind doch Tag und Nacht im Freien und darum immer den Gnitzen ausgesetzt. Warum betrifft es also immer die Rinder


Gut bei den Wildtieren wurde auf jeden Fall noch nie Butox aufgesprüht oder gestrichen. Ich habe gestern unseren Jäger gefragt, ob er kranke Tiere weiß. Seine Antwort: Es sollte angeblich ein Tier dies haben. Wieviele Wildtiere laufen den frei rum? Doch eine schöne Anzahl.
Ja, gibt es.
Haben wir in einem Monitoringprogramm noch 2007 und auch stichprobenartig 2008 nachgewiesen.
Und weshalb sind die Krankheitsfälle von 2007 (über 20000 genaue Zahl habe ich jetzt nicht) bis Anfang Mai 2008 schon sehr stark gesunken und dann erst kam die Impfung.
Mit etwas nachdenken kommt man drauf.
Die Hauptaktivitäten der Gnitzen liegen im Spätsommer bis Herbst, im Frühjahr sind einfach weniger (-> noch keine neuen Generationen) unterwegs.
Das ist übrigens auch der Grund, wieso im Moment im Bereich BTV-Nachweis ziemlich Ruhe herrscht. Die Mistviecher sind doch ein bisschen weggefroren.
Was ist mit den anderen Serotypen? Wo sind die? Die Impfung hilft dagegen nicht....
BTV6 wird inzwischen Standardmässig im Laborbetrieb getestet. Bin mir aber noch nicht so sicher, ob sich das wirklich weiterentwickeln wird.
BTV1 kommt von Südwesten auf uns zu, das wird sicherlich spätestens nächstes Jahr bei uns zum Problem.
Und nein, der derzeitige Impfstoff wirkt nur gegen BTV8, es wird dann wahrscheinlich weitere geben oder auch einen Kombi-Impfstoff gegen die relevanten Serotypen.
Ich kann nur nochmal darauf Hinweisen, dass unsere Zuchtbullen auch mit Impfung (keine Placebo!!!!!, das kann man nämlich nachprüfen

) immer topfruchtbar waren.
Hallo a.m.,
eine Frage:
Wie ist es in Deinem (Ihrem) Betrieb gelungen, einen Nachweis zu bekommen, ob die Herde zur Placebogruppe gehört?
Du musst wissen, dass im laufenden Versuch der FLI alle Gruppen, incl. der Kontrollgruppe, zusammengewürfelt wurden.
Ein beschriebenes Problem bei Auswertungen war, dass etliche Tiere nicht mehr mit Ohrmarke oder sonstigem erkannt werden konnten und darauf hin keine Auswertung ,bei einer Dunkelziffer an Tieren, gemacht wurde.
Placebo-"geimpfte" Tiere sollten im Regelfall keine BTV-Antikörperreaktion zeigen - im Gegensatz zu "richtig geimpften" Tieren.
Hallo,
ist Euch eigentlich ein einziger Betrieb bekannt, der bislang nicht gegen Blauzunge geimpft hat und dabei in der Herde wegen des (fehlenden?) Schutzes , starke Blauzungenkrankheitssymptome, hatte?
[...]
Mir ist nicht ein ungeimpfter Betrieb bekannt, wo Blauzungenprobleme seit Sommer 08 aufgetreten sind.
Grüße
Heiner
Doch, ich weiss, dass wir bei vielen solcher Betriebe BTV8 nachgewiesen haben - August/September 2008, danach liess die das Ganze wieder etwas nach..
Vielleicht bist du drumrum gekommen, weil die Gesamtzahlen doch sehr stark zurückgegangen sind... vielleicht hat die Impfung doch ein bisschen Daseinsberechtigung?
Und zu Deiner Frage, warum die Impfung vorgezogen wurde, meine Theorie (sicherlich falsch) ist, dass man mit der Impferei früh fertig sein will, um einen Ausbruch zu verhindern... sicherlich auch falsch, aber meine Gedanken gehen halt so.
Annelie, wahrscheinlich hast du Recht.. der Impfschutz soll vorhanden sein, ehe die Flugbereitschaft der Gnitzen losgeht...
Trotzdem gehen manche Empfehlungen dahin, die Schafe erst zu scheren und dann mit Butox. Baxfloy und andere Mittel zu behandeln.
Dass generell die Wirkung dieser Repellentien gegenüber Gnitzen als nicht ausreichend von Prof Mehlhorn bezeichnet wird, zeigt den größten WIDERSPRUCH in der gesamten Blauzungenhistorie, meiner Meinung nach.
Von der Repellentienempfehlung sind die doch meines Wissens schon seit Frühjahr 2007 wieder ab...
Das FLI schreibt zwar in seinen Empfehlungen, dass man mit Pyrethroiden verbeugend behandeln
kann, im selben Absatz steht aber auch
Allerdings führt die Behandlung nicht verlässlich zum Schutz vor der
Übertragung der Blauzungenkrankheit, weil der Stich einer einzigen infizierten Gnitze ausreicht, um
die Tierseuche zu übertragen.
Quelle LavesGebrauchsansweisungen und Impfschema (->FAQ) finden sich unter anderem auf der
Laves-HP