Hallo,
nochmal ein paar Kommentare von mir; ich habe bereits ein Araber 4 Jahre lang als Handpferd immer! dabei gehabt, dann Isländer-Hengst und auch "Dressur-Elefanten" von 1,75 Rückenhöhe oder Trakehner - und so einiges erlebt.
- wer ein Führpferd mit Handpferd reitet - muss über locker 800 kg Gesamtmasse "führen" können ("Vorwärts!!!")
- das Führpferd muss nicht nur einhändig zu reiten sein, sondern die Grundlektionen Rückwärtsrichten (auch gegen den Hang!!) Hinterhandwendung und Seitwärtsgänge (egal wo!) beherrschen, da junge Pferde häufig "schubsen" und es so zu bösen Unfällen kommen kann (Handpferd schubst Führpferd weil(als) LKW von hinten überholt IN die Strasse oder Graben)
--> Der links anliegende Reiterschenkel muss vom Führpferd mehr angennommen werden als drängelnde hunderte Kilo von rechts!
- vor dem Gelände das Handpferd reiten auf der Koppel üben:
Wichtig: Irgendwann wird ein auch noch so gut ausgebildetes Pferd versuchen (habs noch nie ohne erlebt), das es Stehen bleibt. MEINE Meinung hierzu ist: Am Anfang mit einem Westernsattel das Seil einmal ums Horn (Seilzugeffekt) - so dass ich jederzeit nachgeben kann (nicht festbinden) und eine Führkette durch die Trensenringe (nicht Monty-Roberts-Vorgehensweise

)
- wenn das Pferd dann zieht oder stehenbleibt vor-sichtig Zug halten und bei Nachgebend des Pferdes belohnen: Das Pferd muss wissen dass es "mit" muss und dass Folgen belohnt wird - sonst komme ich im Trab oder Galopp im Gelände in Teufels Küche (so wie ein Pferd lernen muss angebunden stehen zu bleiben und irgendwann dagegen rupfen probiert).
- vor dem ersten Ausritt, sich das junge Pferd austoben lassen, nicht dass es dann an der Hand herumspinnt (v.a. im Winter ohne Koppelgang)
- die Ausrittzeit nicht zu lange werden - ermüdete Pferde sind als Handpferd viel schwieriger (Stehenbleiben, Schubsen, zurückfallen/sich ziehen lassen) als muntere
- das Handpferd muss mit dem Kopf in Höhe der Sattellage laufen, nie in Kopfhöhe des Führpferdes (so zurückversetzt läuft ein Fohlen auch neben der Stute und so hat der Reiter auch Beinfreiheit) so entsteht auch kein Wettrennen.
- zum Schutz des Führpferdemauls ein Martingal, wenn man einhändig die Hand unabsichtlich hoch trägt.
- wie beim Kutschefahren bei der Zügelführung das Nachgreifen und Umgreifen im Stand üben
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UNTER 3 Meter Handleine würde ich wohl kaum ins Gelände mit einem Handpferd gehen (ausser ich kenne es sehr gut)
- ein Galoppsprung (z.B. Handpferd überholt) von einem Großpferd ist zwischen 2,5 - 4,5 m lang (z.B. Erschrecken oder gerade gewickelte Siloballen oder Kuhherden *weißwerwarum* bringen oft Führ- und Handpferd zum Hüpfen, stecken sich gegenseitig an, oder Geräusche, die die Pferde nicht sehen können hinter Hecke), 2 m zum Weichen sind da nicht viel und ich hab noch kein Pferd geritten, das 100 % vor nichts erschrickt.
- läuft das Handpferd HINTER mir - brauche ich schier schon 1,50 m Führstricklänge für meine Pferdelänge, bleibt bei einem 2 m Seil das Pferd nur kurz stehen (will im Wald herabhängende Äste naschen, erschrickt z.B. weil das Führpferd mit dem Schweif nach den Fliegen schlägt oder das Handpferd auf einen hohl klingenden unbekannten Kanaldeckel tritt, den es wegem dem Führpferd nicht gesehen hat)
- ist es schon vorbei; ich will den Reiter sehen, der dabei nicht seinem Führpferd automatisch im Maul reißt oder überhaupt so-fort in den Stand bringt.
- noch schlimmer: Handpferd läuft rechts (strassenabgewandte Seite) - erschrickt vor irgendwas am Straßenrand (dödelt zum ersten mal an einen Leitpfosten)
- weicht rückwärts und wechselt! auf die linke Seite des Führpferdes (versteckt sich auf der gefahrabgewandten Seite) -> ergo muss ich die Leine schnell über meinen Kopf heben - sonst wickelt mich das Handpferd mit der kurzen Leine ein (oder ich muss loslassen, was ich auf einer Straße ganz sicher nicht will! Umgreifen hinter dem eigenen Rücken auf einer Straße habe ich noch nicht probiert

)
- irgendwann soll/muss das Handpferd auch durch/mit über einen Graben (das ist ja Sinn und Zweck der Gelände-Handpferdausbildung) das Risiko bei einer kurzen Leine ist hier viel groß und Absteigen bei zwei warmgerittenen Pferden nicht zu unterschätzen.
- wenn das Handpferd doch mal losgelassen werden muss - läuft es häufig (unsicher) weiter - das Führseil mit nur 2 m Länge wenn ich es erwischen will - schleift dann immer in Hinterhufnähe herum, leichter ist es dann bei einer langen Longe vorsichtig die Leine wieder aufzunehmen - weil man hat ja noch sein Führpferd dabei.
- Führkette verwende ich möglichst nur bei den Übungen auf der Koppel/Reitplatz: Wenn nämlich das Pferd beim Ausritt im Schritt mit gesenktem Kopf pendelt oder beim Trab/Galopp - kommt auch die schwere Führkette (ausser ich koorigiere ständig den Abstand auf Zug...

) mit ins Schwingen/Pendeln und titscht dauernd gegend den Handpferdkopf, das macht das Handpferd irgendwann kopfscheu.
- wie gesagt bin ich mir der Wickelgefahren oder des zu-lange-Leine-schleift-zwischen-den-Pferden bewußt,
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- beim ersten Ausritt am besten zu dritt- dann kann der dritte Reiter das Handpferd auch von hinten mit leiten/kontrollieren/sichern.
- um schnell mal ein Pferd im Notfall anbinden zu können (z.b. Handpferd wieder einsammeln oder jemanden anders aushelfen) bin ich ein Fan davon, dem Pferd beim Reiten einen Halsriemen (9 Euro Baywa) dranzulassen, weil sich Pferde mit Trense und Zügeln seeehr schlecht irgendwo an einen Baum binden lassen
- und ich dann z.B. in Ruhe die Pferde nach dem Satteln/Trensen angebunden lassen kann, dann aufsteige und dann ein Pferd nach dem anderen von oben losklinken kann wenn ich alleine bin, weil das Auf- und Absteigen die gefährlichsten Situationen sind.
viele Grüsse
Mirjam