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Autor Thema: Wachsen oder Weichen?  (Gelesen 12841 mal)
Mathilde
Gast
« Antwort #135 am: 11.04.06, 17:55 »

ich kenne aber auch genügend fälle wo es mit der gemeinschaft nicht geklappt hat. und als marktwirtschaftler müsste mein bestreben sein den nachbarn irgendwann "zu schlucken" um den eigenen betrieb zu entwickeln ...

richtig MacMichi, besonders wenn intensive Schweinebetriebe anfangen die Wiesen wegzukaufen  Angry weil wir damals seinen gepachteten Acker nicht vor der Nase wegkaufen wollten aus Kollegialität  Sad

LG Mathilde (wir leben deswegen trotzdem noch  Cool)
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Schoko
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« Antwort #136 am: 11.04.06, 18:05 »

Hallo Mathilde,
was machen intensive Schweinebtriebe mit Wiesen?
Schoko
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Mirjam
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« Antwort #137 am: 11.04.06, 18:26 »

Hallo Schoko

Dungeinheiten (Gülleflächen) oder Vieheinheiten (Abgrenzung Gewerbe) nachweisen....

Mirjam
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Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
heike
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« Antwort #138 am: 11.04.06, 21:08 »

Hallo
Dazu Fragen

Wieviel Tiereinheiten dürfen Schweinebetriebe den per Hektar bewirtschaftete Fläche halten?
Und wieviel bei den Rindviechern ?

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Venlig hilsen fra Danmark
Heike
Mirjam
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« Antwort #139 am: 11.04.06, 22:28 »

Hallo,

die Tiereinheiten sind für alle Tierarten wie folgt gestaffelt (ich hoffe ich bin aktuell?)

für die ersten 20 ha:                    10 VE (Vieheinheiten) je ha
für die nächsten 10 = 20 - 30 ha:   7 VE je ha
für die nächsten 20 = 30 - 50 ha:   6 VE je ha
für die nächsten 50 = 50 - 100 ha: 3 VE je ha


 DANNACH für jede weitere Fläche: 1,5 VE je ha.

Konkret also: Im Verhältnis/Schnitt dürfen größere Betriebe viel weniger Tiere je ha halten um nicht gewerblich zu werden als kleinere Betriebe.

Dazu kommt noch, dass Kälber, Fresser und Jungvieh bis 1 Jahr pauschal mit 0,30 VE abgerechnet wird, d.h. ein Aufzüchter, der Kälber kauft und Fresser verkauft - hat keinen VE-Zuwachs, da innerhalb derselben Bewertungsgrenze; u.U. eher "VE-Verluste" weil er ja auch Ausfälle hat.

Dazu im Gegensatz die Ferkelaufzüchter: Hier wird allein schon zwischen Ferkeln bis 12 kg, von 12 - 20 kg, 20 - 30 und 30 - 45 kg mit VE-Steigerungen unterschieden, d.h. in der Aufzucht von 8 bis über 30 kg fällt je Tier schon eine Steigerung von 0,01 zu 0,06 VE = Faktor 6 !! an bei nur 23 kg Gewichtssteigerung  Angry.

Deswegen bei größeren/Wachstumsbetrieben z.B. "zur Not" sogar Grünflächenzupacht.

viele Grüsse

Mirjam
« Letzte Änderung: 11.04.06, 22:58 von Mirjam » Gespeichert

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passivM
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« Antwort #140 am: 11.04.06, 23:21 »

Was ist, wenn ein Betrieb mit viel Vieh eine Biogasanlage mit seinem Dung beliefern würde? Würde so etwas auf die Flächen angerechnet werden?

...und gilt das auch für Pferdepensionsbetriebe? (Ich glaube, noch(?) - nicht, bin mir aber nicht sicher)

liebe Grüsse

Anna
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Liebe Grüße
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zara
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« Antwort #141 am: 11.04.06, 23:25 »

ich kenne aber auch genügend fälle wo es mit der gemeinschaft nicht geklappt hat.  

... und auch nie klappen wird!

Ich wohn in einem Ort mit 10.000 Einwohnern und insgesamt drei LW-Betrieben. Und ich bin froh, dass ich KEINE Maschine mit den anderen teilen muss!

Die "Freundschaft" geht so weit, dass einem fast jedes Jahr, wenn der "liebe" Kollege z. B. Mais spritzt, ein oder anderthalb Meter vom Getreide (oder Klee oder was auch immer grad daneben ist) ABSICHTLICH umgespritzt wird... Das war jetzt nur ein Beispiel, könnte noch sehr viele andere aufzählen! Und dann grüsst der mich noch scheinheilig, wenn ich ihm irgendwo begegne...
 
Deshalb, solche Berufskollegen brauch ich nicht als "Freunde", da bin ich lieber auf mich bzw. meinen Betrieb allein gestellt, dann weiss ich, woran ich bin!
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KlausS
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« Antwort #142 am: 11.04.06, 23:58 »

Hallo,

 natürlich  spielt auch noch Düngerverordnung mit 170 kg N Wirtschaftsdünger/ ha eine bedeutende Rolle.

1,4 Dungeinheiten entsprechen wiederum 2 GV, wenn ich mich richtig erinnere usw.

Welche Rolle spielt denn die gewerbliche Landwirtschaft, es sei denn es geht um Abgrenzugsgeschichten?
Letztere Frage gehört sicherlich in einen anderen Raum.

Viel Grüße
Klaus



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Schoko
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« Antwort #143 am: 12.04.06, 08:57 »

Hallo,
das ist aber sicher nicht rentabel, wenn ich zur GV Abgrenzung gleich eine Wiese kaufe.

@Zara  Wir haben in Gemeinschaft ein Güllefass, eine Rübenabfuhr, eine Kartoffelabfuhr, einen Betonmischer- Anbaugerät für Schlepper, einen Viehtransporter, Maissägerät, grubber
Und das mit verschiedenen Landwirten, nicht alles mit dem gleichen. Und komisch es klappt bestens, obwohl wir alle L a n d w i r t e sind. Wink Ich kann auch alles alleine haben, aber dann gehts halt vom Gewinn ab. Maisernte und Dreschen vom Lohnunternehmer.
Schoko
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Mirjam
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« Antwort #144 am: 12.04.06, 09:50 »

Hallo Anna-Anna:

Was die Dung-Abgabe  betrifft - hier ist nur erstmal die -> Düngeverordnung betroffen (Nachweis/Hoftorbilanz Dünger, Dung-Abnahmevertrag + Liste cbm "übernommener" Dünger. Das wird sowieso fällig, wenn ich zuwenig Fläche für meine erzeugten Dünger tierischen Ursprungs habe, unabhängig von der Steuer.

Vieheinheiten -> steuerliches Bewertungsgesetz kann man nur mit einer "Vieheinheiten-Kommanditgesellschaft nach § 51 a des Bewertungsgesetzes" von einem Betrieb mit "freien Vieheinheiten" auf einen anderen übertragen und somit "landwirtschaftlicher Betrieb bleiben"; In dem jährlichen Agrarbericht ist dann aufgeschlüsselt, wieviele Betriebe in D hier Personen/Kaptialgesellschaften sind (v.a. Ostdeutschland).

@ KlausS: Wie groß die "Rolle der gewerblichen Landwirtschaft" in Deutschland ist bzw. welche finanziellen Konsequenzen dies hat (Förderung EU/Bundesländer, Steuerbescheid, Steuerbewertung Grund und Boden!) ist eine sehr umfassende Materie - aber nicht umsonst versucht man "landwirtschaftlicher Betrieb" zu bleiben.

Vieheinheiten werden nach dem Bedarf von Futtereinheiten berechnet: http://www.ktbl.de/recht/fe-umrech1.htm

@ Schoko: Großvieheinheiten GV gehen nach Lebendmasse: http://www.ktbl.de/recht/gv-schluessel.htm
und haben ihre Bedeutung bzgl. GV-Besatz (extensiv/intensiv -> Förderung) aber v.a. bei den Immissionsschutzberechnungen nach der TA Luft bzgl. Abstandregelungen/Betriebsbau/-aussiedlung (Schadgasse, wieviele Tiere an EINEM Standort in welchen Abständen zu Wohngebiete, BImSchG und hier hat Flächenzukauf kaum eine Bedeutung)

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Im übrigen denke ich, dass Kooperationen in D deswegen auch viel scheitern, weil hier im Vorfeld (viel) zu wenig Fachberatung VOR Vertragsunterschrift in Anspruch genommen wird (das Fachwissen dazu ist da und abrufbar - nur viele Landwirte glauben, man komme auch ohne das aus und könne hier Geld sparen).

z.B. weiß ich von Frankreich, dass hier Kooperationen nur dann gefördert/gebilligt werden, wenn die Teilnehmer hierzu vorher ein Seminar besucht haben, in dem es eben nicht nur um die fachlichen, sondern v.a. um die menschlichen Voraussetzungen/Konsequenzen geht/Teamarbeit/Vorgehen in Krisensituationen, wer alles von der Familie in die Entscheidungsprozesse mitinvolviert wird/hineinschwätzen darf usw.

Als Beispiel sehe ich das Dorf Ergersheim in Franken, insbesondere Hr. Hetzner, der seinen Betrieb strategisch weiterentwickeln wollte - und hier eine Kooperation/en/Fusion/en mit anderen Schweinebetrieben geschafft hat.

"Zusammen(-)Wachsen mit Nutzen von Resourcen (auch anderer)"

 Einzelbetriebliches Kostensparen hat (meine Meinung) einen sehr begrenzten Rahmen <-> Einkaufsgemeinschaften usw.?

Mirjam
« Letzte Änderung: 12.04.06, 11:46 von Mirjam » Gespeichert

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Mathilde
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« Antwort #145 am: 12.04.06, 14:17 »

Hallo Schoko,

denke mal Ihre Güllefläche vergrößern   Angry
Immernochstinksauerbin

LG Mathilde
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Schoko
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« Antwort #146 am: 12.04.06, 16:16 »

Hallo,
ich kann doch Gülleabnahmeverträge mit anderen Landwirten machen. Aber dann gleich wiesen zu kaufen, rentiert sich doch nicht. So meinte ich das.
Schoko
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Mirjam
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« Antwort #147 am: 12.04.06, 17:05 »

Hallo Schoko,

vielleicht doch wenn ich "Geld loswerden will" (steuerlich?) oder aber andere auf den ersten Blick nicht einsehbare Gründe (oder auch manchmal Emotionen) und ich geb dir recht: Viele Dinge /Handlungen in der Landwirtschaft sind manchmal schwer nachvollziehbar  Smiley

Mirjam
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Luxia
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« Antwort #148 am: 03.09.07, 15:19 »

Hallo,

Ich möchte dieses Thema mal wieder anstossen mit einem neuen Denkansatz.

Wie denkt ihr darüber zu wachsen indem man woandershin weicht?
D.h.: Wenn ich da, wo ich bin, nicht wirtschaftlich wachsen kann und stattdessen woanders etwas Grösseres zu wirtschaftlich interessanteren Bedingungen erwerben kann.
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Liebe Grüsse
Mirjam
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« Antwort #149 am: 03.09.07, 18:20 »

Hallo Luxia,

wenn ich wieder mal eine "Auszeit" brauche - gehe ich auf die Seiten von Franziska, die aus der kleinen Schweiz in die Weiten Kanadas ist und dort in diesem Jahr ihren 100er Milchviehstall in Betrieb genommen hat - und ihr ganzes Leben ja in ihrem wunderschönen Blog: http://franziskas.net/gartentage/ beschreibt.

die ganze Baustory hat sie in flickr dokumentiert -

 Einfach beeindruckend  Wink

Gruß Mirjam
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