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Autor Thema: Nebenerwerb - Zukunft oder Auslaufmodell?  (Gelesen 5341 mal)
passivM
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« Antwort #30 am: 30.01.07, 10:47 »

Schönes Beispiel, Sasa

Das sollte man sich eigentlich einrahmen und aufhängen.  Wink  Aber im Grunde arbeitet doch jeder Unternehmer - auch ein Bauer ist ein Unternehmer, ja im Akkord, mit verschiedenen Variablen halt...  Eine Variable ist zum Beispiel auch die Größe der Bewirtschaftungseinheiten. Ein Kollege in den NB erzählte, dass die dort maulen, wenn sie auf einen Acker fahren sollen der "nur" einen Hektar groß ist. NUR..! Bei uns sind sie oft viel kleiner.

Noch so ein Ärgernis, mit dem wir hier im Ballungsgebiet leben müssen (wirkt sich schlecht auf den "Akkord-Lohn" aus Wink ): Ausgleichsmaßnahmen ohne Ende (sprich: Hecken oder verwilderte Flächen bzw. "Distel- und Kamillezucht-Flächen" Roll Eyes ) Wir haben hier gute Lehmböden. In den NB mit Sandböden, die wegen der Erosionsgefahr eigentlich eher diese Hecken brauchen könnten, da findest du eben genau diese "Schikanen" nicht auf den Flächen, schöne große Bewirtschaftungseinheiten.  ---  Ich sehe das so, dass es gar nicht um Ökologie geht, bei diesem - sorry: "blöden" Punktesystem. Damit ist auch dem Wasserhaushalt nicht geholfen, wenn auf einer Fläche nun Disteln an stelle von Weizen "angebaut" werden. - Ein gutes Konzept zur Entsiegelung wäre da viel besser.

Und so ist es mit der LW im Ganzen. Ein Spielball der Interessen. Landschaftspfleger und ein bisschen Landnostalgie: So lieben die Leute die Bauern, die dann noch nebenher schaffen sollen, um "sich ihren erlernten Beruf leisten zu können". - Das ist eine tolle Formulierung. Danke Sasa. Und wenn ein Bauer meint, sich zu vergrößern dann wird geschimpft, von wegen Agrarfabriken und Fleischfabriken. - Wobei ich, wie Mary, auch der Meinung bin, es gibt auch andere Wege, die LW so zu machen, dass man davon leben kann. Glücklich, wem DAS gelingt. Aber, sind wir mal ehrlich, die Mehrheit geht doch den "breiten Weg", der da heißt, Vergrößern...

Es gehören immer zwei dazu; Einer, der es macht und einer, der es mit sich machen lässt. Ich kann mich noch dran erinnern, als die französischen Bauern die Tomaten auf die Straße geschmissen haben weil die Erzeugerpreise unten waren. - So ein ähnliches Thema haben wir hier im BT ja auch gerade: Milchstreik, ob wir mitmachen würden. Nun, wir haben die Milch abgeschafft. Aber von der Grundeinstellung her (also nicht nur bei der Milch) würde ich sagen JA - und da müssen ALLE mitmachen. Solange wir Bauern uns nicht einig sind, kommen wir auf keinen grünen Zweig. Zum "sich einig sein" gehört, meiner Meinung nach" aber auch, dass man sich nicht "unter Lohn verkauft" - oder: siehe Beitrag von Sasa.

lieben Gruß
Anna
« Letzte Änderung: 30.01.07, 10:49 von AnnaAnna » Gespeichert

Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern
fanni
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« Antwort #31 am: 30.01.07, 17:36 »

Hallo Sasa,

das hab ich mir heute bei der ganzen Diskussion um die Mindestlöhne auch schon gedacht!

Fanni
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Herzliche Grüße von Fanni
Vitus
kann bei Bedarf sogar Hochdeutsch.
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« Antwort #32 am: 31.01.07, 10:18 »

Fanni:
"das hab ich mir heute bei der ganzen Diskussion um die Mindestlöhne auch schon gedacht!" Wobei das Problem tiefer liegt:

Nebenerwerb ist heutzutage für Viele dringend erforderlich! Kürzlich habe ich gelesen, dass derzeit bereits 15% der Bevölkerung und in Zukunft immer mehr unter die Armutsgrenze ~EUR 895 / Monat geraten. Dazu gehören sicherlich auch (Nebenerwerbs-)Landwirte. Denn: Bei den für mich relevanten Landwirtschaftsämtern wurde mir schon vor über einem Jahrzehnt vorgerechnet, dass ich für ~EUR 1.000 / Monat je nach Boden und Betrieb ~100 ha bewirtschaften muss. D.h. eine von der Landwirtschaft lebende Familie müsste mehr als ~360 ha (und selbst wenn ich mich mit der DM vertan habe, deutlich mehr als ~180 ha) bewirtschaften, um über die Armutsgrenze von ~EUR 895 / Monat und Kopf zu kommen!

Wir Bundesbürger benötigen m.E. eine generelle verwaltungsfreie Grundversorgung -
in der Größenordnung von mindestens EUR 450 / Monat und Kopf


Dies ist leicht finanzierbar, da meines Wissens durchschnittlich bereits ~ EUR 700 für Sozialleistungen (ohne die ebenso teuren Sozialleistungen für besondere Lebenslagen!) bezahlt werden. Davon würden alle profitieren, besonders aber die Ehrlichen, die mit ihrer Hände Arbeit oft weniger als ~EUR 895 / Monat und Kopf zur Verfügung haben und sich scheuen Sozialleistungen zu beantragen. Gleichzeitig sollte jeder der kann und will etwas dazuverdienen dürfen (Das ist seither vielen Rentnern, mehr oder weniger, verwehrt. - Zusatzverdienste werden meist von der Rente abgezogen!). Dadurch ließe sich die Diskussion um das Rentenalter, das Generationsproblem (Vergreisung), die Renten (Pensionen) und um Mindestlöhne und Schwarzarbeit deutlich entschärfen. 

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Was hilft es uns, wenn wir über Vergangenes klagen?
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Vitus
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« Antwort #33 am: 01.02.07, 16:43 »

Hallo, ich mein die fragestellung is auch ned ganz richtig.die nebenerwerbler gibts ja schon lange hier bei uns,neidisch bin ich keinen ,wobei am schlimmsten triffts oft die frauen ,besonders wenn dann noch viehhaltung dazukommt.
aber die fischer-boel fordert ja für jeden landwirt einen nebenjob und da würde ich mich ganz klar dagegen aussprechen . ich bin landwirt,arbeite mindests so lange wie jeder  andere,warum soll ich dann noch zusätzlich arbeiten .nur das  die leute weiterhin ihre billigen lebensmitte bekommen .ich denke  ,die nächsten jahre wird am rohstoffmarkt eine  wende eintreten ,die es eben dnan nicht nötig macht ,das wir irgendwelche zweit und drittjobs annehmen müssen .
ich finds eigentlich sowieso hammermässig,das diese frau einfach fordert ,das der milchpreis auf 22 cent gesenkt werden muss. mit was für eine r begründung,in zeiten steigender knappheit.
manchmal wünsch ich mir wirklch ,das diese ganzen subventionen endlich weg wären ,dann könnten wir nicht mehr so gegängelt werden . aus eben diesen grund  glaub ich gar nicht an einen ababu der subs,wäre ja fatal wenn sie uns keine daumenschrauben mehr anlegen könnten .ich kenn hie r schon einige flächenknappe  betriebe,die ihr geld mit veredlung ode rgemüse etc verdienen ,die verzichten auf jedwede förderung. denen gehts aber ned schlechter als denen ,die am tropf der eu gelder hängen.
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Streite dich nie mit einem Idioten, er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich mit Erfahrung. (Bob Smith, 1962
passivM
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« Antwort #34 am: 01.02.07, 18:29 »

Dann schreibe ich es halt nochmal, bin gerade "rausgeflogen".

Ich kann jedem einzelnen Satz von dir zustimmen,

und da ist mir eine Idee gekommen:

Was haltet Ihr von einer Leserbrief-Aktion?

Wir könnten uns vorher auf den Inhalt einigen, diesen in Stichpunkten festlegen, und dann könnte jeder selbst formulieren, weil das glaubwürdiger ist, als ein vorformuliertes Schreiben, das man nur noch unterschreibt.
Diese Briefe könnten wir an alle Fernseh- und Radiosender schicken.  Das mit der Krankenversicherung für unsere Kinder könnte da auch mit rein.

Was haltet Ihr davon?

lieben Gruß
Anna
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passivM
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« Antwort #35 am: 05.02.07, 21:49 »

Hallo Ihr Lieben,

jetzt will ich hier nochmal öffentlich schreiben, was ich einer lieben Mitschreiberin auf ihre pm geantwortet habe, denn ich habe den Eindruck, ich habe da etwas nicht richtig rüber gebracht.

"....also, ich hab' "unsere" Nebenerwerbslandwirte im Sinn gehabt, als ich hier geschrieben habe, vor allem den **** hier im Dorf Stadtteil.
Der hat einen festen Job bei der Stadt, und er macht die LW NEBENHER. Und den musst du mal reden hören. Der weiß alles besser. Und es gibt noch so einen, gleichen Kaliebers bei uns. Der verdient sein Haupt-Geld auch woanders und die LW macht er nur nebenher.

Wenn einer IN ERSTER LINIE Landwirtschaft macht, und sich nebenher noch was verdienen muss, dann ist das was anderes, finde ich. ...obwohl ich mir nicht wünsche, dass sich da ein Trend durchsetzt, der da hin geht, dass immer mehr Bauern zur LW dazu verdienen müssen, um sich ihren erlernten Beruf leisten zu können (die Formulierung finde ich gut, auch wenn sie im Zusammenhang mit den Frisören kam). Allerdings gilt der "Vorwurf" ja nicht den Bauern, die in dieser (misslichen) Lage stecken, dazu verdienen zu müssen. Er geht an die, die solche Entwicklungen noch schönreden oder sogar fordern.
Ich sehe die Bauern, die in die Lage kommen, dazu verdienen zu müssen, eher als Opfer einer ignoranten Politik, die sich den Ast absägt, auf dem sie sitzt. Denn, wenn die Bauern "sterben" dann geht es dem ganzen Volk schlecht. Wir produzieren schließlich Nahrungsmittel und nicht irgend welche Sachen, auf die man notfalls verzichten könnte. Und sich vom Ausland abhängig zu machen, das finde ich fatal. Aber ich hab' den Eindruck, dass wir genau in diese Richtung steuern.
Im Grunde ist Nebenerwerb, Hut ab, eine arge Doppelbelastung für einen, der zu seiner LW noch hinzu verdienen muss. Aber es gibt genug, die machen so eine kleine LW, dass das wirklich eher ein Hobby ist, und die haben auch jahrelang nicht mehr investiert - das weiß ich, denn ich hab' da ganz bestimmte Leute die ich kenne im Hinterkopf. ..und für dieses "Hobby" müssen die nicht noch von dem bei uns seeeeehr knappen Ackerland pachten, das die Bauern brauchen, die von der LW leben müssen - ob mit oder ohne kleinen Zuverdienst.

Du hast recht, wir bewirtschaften eine "große" LW, bez. im Vollerwerb. Aber das ging die ganze Zeit nur, weil mein Mann sich zwischen Milchvieh und Ackerbau fast totgeschuftet hat. Für einen zweiten Mann (damit wir auch mal ein paar Tage frei bekämen) hat es nicht gereicht. Für einen war es zu viel Arbeit, und für zwei hat es nicht gereicht. Die Tendenz war eher zum "schrumpfen" als zum "wachsen". Ackerflächen werden immer weniger - Ballungsgebiet. Und wegen der Gülle (größere Lagerkapazität) hätte das auch beim Vieh ein Verringern bedeutet. Also war die LW groß, aber trotzdem nicht ausreichend. Auch hätte der Stall aus den 70ern dringend saniert werden müssen. Mindestens 80.000 Euro. Aber er gehört nicht uns, sondern meiner SM (über 70 J. - noch drei weitere Kinder, denkt nicht mal ans Überschreiben). Nun hat sie Bauland verkauft (ehm. Ackerflächen, die meinem Mann nun auch fehlen, plus der Ausgleichsflächen die von seinen städtischen Pachtflächen auch weggenommen werden). Den Erlös reinvestiert sie auf ihre Rechnung in einen sehr großen Betrieb in den NB, für den mein Mann ab Frühjahr/Sommer arbeiten wird. Das Vieh ist schon weg. Wir werden also umziehen. Die Rendite ist für SM. Nun kämpfen wir, dass die 0,5 Prozent Gewinnbeteiligung wenigstens auf meinen Mann laufen, weil ER ja schließlich auf dem Betrieb in den NB mitarbeiten wird, für ein relativ geringes Gehalt, gemessen am westlichen Niveau.

So kann es mit den "großen" Betrieben gehen. ...ist auch nicht alles Gold, was glänzt.

Ich schreibe das nicht, um zu jammern. Wir werden schon klar kommen.

Es geht mir nur darum, zu zeigen, dass ich hier nicht etwa "auf dem hohen Ross sitze", von wegen Vollerwerb, wenn ich kritisch über die Entwicklung schreibe, wonach wohl immer mehr Bauern zur LW dazu verdienen müssen und die meinen ganzen Respekt haben, und wenn ich mich zugegebnerweise negativ über diejenigen Nebenerwebsbetriebe geäußert habe, die - siehe oben - nach meiner Meinung eher "Hobbylandwirte" sind.

Au wei, ich hoffe, jetzt hab' ich es richtig rüber gebracht, nochmal:

Wenn einer IN ERSTER LINIE Landwirtschaft macht, und sich nebenher noch was verdienen muss, dann ist das was anderes, finde ich. ...obwohl ich mir nicht wünsche, dass sich da ein Trend durchsetzt, der da hin geht, dass immer mehr Bauern zur LW dazu verdienen müssen, um sich ihren erlernten Beruf leisten zu können (die Formulierung finde ich gut, auch wenn sie im Zusammenhang mit den Frisören kam). Allerdings gilt der "Vorwurf" ja nicht den Bauern, die in dieser (misslichen) Lage stecken, dazu verdienen zu müssen. Er geht an die, die solche Entwicklungen noch schönreden oder sogar fordern."

herzliche Grüße
Anna
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passivM
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« Antwort #36 am: 06.02.07, 21:52 »

Ja, ist auch wahr. ..hm.

Übrigens weiß ich jetzt (endlich) warum meine SM nicht überschreibt:
Sie hat Angst, dass ich im Falle des Todes meines Mannes etwas von ihm erben könnte. Ich soll daher schon jetzt, im Voraus auf mein Erbe verzichten. - Naja, wenn er mir für den Fall einer Witwenschaft wenigstens ein Wohnrecht am Haus im Grundbuch einträgt, und ein paar Prozent aus der Rendite der (stillen) Betriebsbeteiligung als kleine Leibrente...   Warum nicht. Da will ich ihm keine Steine in den Weg legen. Wenn er dann mehr "Gestaltungmöglichkeiten" hat, gut.

lieben Gruß
Anna
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brit
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« Antwort #37 am: 07.02.07, 17:04 »

naja soo schlimm ist das mit dem nebenerwerb nu auch nicht..ich kenn einige, die das schlicht brauchen!! weils einfach zusätzliche perspektiven ins leben bringt. neue kontakte , andere sichtweisen, und interessante abwechslung...etc.

nur nebenerwerb wär dann aber auch wieder zul angweilig..da würde dann die freiheit/tiere/ natur etc. fehlen..
also warum nicht von beidem etwas Wink

jedem so wies gefällt.
betriebe mit nebenerwerb ernähren meist gleich viele personen(also hat die allgemeinheit von der existenz von nur vollerwerbbetrieben nicht unbedingt nen grössern nutzen?)

beim pachtland ists ja halt so, dass die vepächter entscheiden Wink und die haben oft als erstes andere  kriterien als voll, zu- oder nebenerwerb??
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« Antwort #38 am: 08.02.07, 23:42 »

Ja brit,

bei den Privateigentümern hast du recht. Aber oftmals sind es auch Kirchen, Städte und Gemeinden, die LW Flächen verpachten. Und da ist das mit den Kriterien doch etwas anders... sollte man meinen. Bei den Privatleuten geht es ja oft nach Sympathie und alter Gewohnheit, und nach Höhe der gezahlten Pachtpreise... Aber DAS wäre ja wieder ein ganz anderes Thema.

lieben Gruß
Anna
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Mirjam
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« Antwort #39 am: 09.02.07, 08:31 »

Hallo,

ich komm ja derzeit einiges zu Schweinebetrieben und bekomme auch einiges zur Diskussion um Wachstums- und Zukunftsbetriebe mit.

Hier ist die Wachstumsschwelle einfach schon bei über 100 Zuchtsauen angekommen.
(nun ja, darüber lacht der Norden und andere Schweineländer der EU bloß...)

Kleinere Betriebe müssen sich Gedanken um Zweiteinkommen machen - und wenn sie dort erstmal angekommen sind - verdienen sie tw. dort so gut (fleissige Landwirte mit Köpfchen) - dass sie sich schwer überlegen, ob es überhaupt sinnvoll ist die Eltern (im Rentenalter?) oder die Frau (mit Kindern?) den ganzen Tag mit dem Hof allein zu lassen - um dann abends nach Hause zu kommen und die aufgelaufene Liste abzuarbeiten.

Baden-Würtemberg verliert hier jährlich Tausende von Sauen Bestand, die Arbeitsmarktalternativen sind einfach zu gut (ja das gibt es auch noch in Deutschland) - und während in den Benelux-Staaten schon ganz andere Wachsstumsschritte gemacht werden unter ähnlich engen Bedingungen (und Leistungsniveau) - sehe ich hier nicht die Perspektive das eine "Nebenerwerbs-Ferkelproduktion" den zukünftigen, eigenen-deutschen Mastschweinemarktanforderungen gewachsen ist oder ihn bedienen kann - Kleingruppen von Ferkeln sind einfach zukünftig (5 - 10 Jahre) schwierig in der Vermarktung und dass wie in Belgien gesehen, jemand 300 Sauen mit Fremd-AK im Nebenerwerb als Tierarzt macht - das paßt denke ich nicht in unser Denkschema - entspricht aber dem Startthema.

Ich bin mir nicht sicher, ob Fr. Fischer-Boel unter "Nebenerwerb" dasselbe meint wie wir, ob sie nicht einen landw. Unternehmer (siehe ihren Hof) im Kopf hat, der auf mehrere Standbeine setzt die über die reine Lebensmittelproduktion hinausgeht.

viele Grüsse

Mirjam
« Letzte Änderung: 09.02.07, 09:01 von Mirjam » Gespeichert

Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
ella07
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« Antwort #40 am: 12.07.08, 13:38 »

Hallo,

ich bin ganz neu hier in diesem Forum und finde es schön, das sich auch hier mal die Frauen austauschen können.
Wir d.h. mein Mann und ich bewirtschaften auch einen Hof (Ackerbau) im Nebenerwerb. Ich kann die Meinung, das der Nebenerwerb „der Anfang vom Ende“ eines Hofes ist nicht so ganz teilen. Das mag im ein oder anderen Fall richtig sein, aber gerade in unserer Region (Köln-Aachener Bucht) gehen immer mehr Höfe in den Nebenerwerb und schließen sich dann in Kooperationsgemeinschaften zusammen.
In unserer Region ist ein starkes Wachstum kaum möglich, da die Konkurrenz um die Flächen sehr groß ist und der Pachtzins sehr hoch liegt. So haben viele Landwirte, wie auch mein Schwiegervater, in eine gute landwirtschaftliche und außerlandwirtschaftliche Ausbildung des Sohnes investiert. So haben jetzt einige dieser Söhne aus unserem Bekanntenkreis die Höfe ihrer Eltern im Nebenerwerb übernommen. Sie verdienen in ihrem Hauptjob gutes Geld und stehen so finanziell sicherlich besser da, als der ein oder andere Landwirt im Vollerwerb und ein Wachstum ist auch im Nebenerwerb möglich.
Mit gewissen „Anfeindungen“ von Vollerwerbskollegen müssen wir uns auch ab und an rumärgern,  aber wir finden, dass jeder seinen Weg gehen muss und kein Nebenerwerbslandwirt sollte seinen Hof aufgeben, damit seine Vollerwerbskollegen wachsen können. Jeder Betrieb sollte seine eigenen Zukunftschancen ausloten und nicht auf „die Aufgabe“ anderer Höfe hoffen. In unserer Gemeinde bewirtschaftet der ein oder andere Nebenerwerbslandwirt schon mehr Fläche, als einige Vollerwerbsbetriebe und die Söhne eifern ihren Vätern nach, um den Hof nach einer guten Ausbildung oder einem Studium im Nebenerwerb weiterzuführen.
 

Wie gesagt ich finde: Jeder so wie er mag und jede Betriebsform sollte die andere respektieren.

Viele Grüße

Ella
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clara22
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« Antwort #41 am: 21.09.08, 18:11 »

Hallo euch,

wir sind ein  nebenerwerb, dass seid drei jahren, jeden tag stell ich mir aber die frage, ist dass der richtige weg?

wir wohnen jetzt seid vier jahren zusammen, für mich die große liebe natürlich auch für ihn ( hoffe ich Lol)
von der landwirtscahft hatte ich bis dato null ahnung. nun mach ich sämtliche anträge, bin für unseren stall zuständig, auf den feldern mache ich was ich so einigermasen kann.

nur mein ziel wäre  viel mehr zu pachten. blos woher die flächen nehmen?
wir haben 30 ha land und 50 - 60 rindviecher im stall. aber den gewinn macht man nicht.
außerdem ist unser alter schon zwichen 48 und 53, hofnachfolger dh, die söhne meines mannes, haben kein intresse an der landwirtscahft.

arbeitsmäßig ist es oft der hammer. gerade jetzt wenn der mais rein muss ,die wiesen noch gemächt werden mussen ,die gerste raus soll ect. gut dann sag ich mir zwei harte wochen dann ist endlich etwas ruhe.

natürlich mach ich mir andauernd gedanken.
tiere komplett weg und die landwirtschaft so gestalten dass der arbeitsaufwans sehr gering ist, und ich wieder in meinen beruf einsteige.

andersrum galube ich die landwirtschaft hat zukunft!
warum wohl kaufen immer mehr große industrielle betriebe landflächen auf, wie z.b audi und vw. eon ect ect.
es wird einen wandel geben!
eine industrie die nur aufs verdienen aus ist, weis sehr wohl dass agrarrohstoffe immer mehr wert sein werden.

nur dazu müßten endlich viel mehr landwirte bereit sein sich zusammenzuschliesen.
was vielleicht auch die nächste generation sicherlich machen wird. es braucht viel mehr rebellen in der landwirtscahft.

naja aber dass ist zukunftsmusik

zurück zum nebenerwerb, ja er ist anstrengend, und ich bemühe mich seid monaten land zu pachten, aber wie gesagt, hier sehr schwierig.

eins ist mir auch klar auf die dauer funzt dass so nicht, denn wir werden älter und das leben kann nicht nur aus arbeit bestehen!!!!

trotz allem, mir diese arbeit sehr viel spaß macht, doch sollte diese arbeit auch bezahlt werden!!!!!!

investitionen sind ja dann nur sinnvoll wenn dieser betrieb weitergeht.
naja so die richtige lösung haben wir noch nicht in sicht!

mein traum ein neuer stall, voll automatisiert Grin und den ganzen tag mit dem traktor fahren,( dass mag ich eh) aber natürlich mit einem high tec gerät Grin

lg clara

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