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Autor Thema: Integration der Frau am Hof?  (Gelesen 2158 mal)
suederhof1
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Wir haben die Welt nur von den Kindern geliehen


« Antwort #15 am: 23.11.04, 20:31 »

Hallo

Zur Intergration gehört für mich auch die Akzeptantz und Tolerantz der Mit- Bewohner. Wink

Von Anfang an hatte ich nie das Gefühl nur Geduldet zu werden.
Alle haben immer versucht, mir das beizubringen was einfach wichtig ist auf dem Hof .Mein Mann das melken, Trecker fahren, PC, usw.(wobei das melken nicht mein Dring ist.)
SM über gab mir ihr Feld "kampflos" . Die Gästebetreuung und Stallarbeit machen wir auch heute noch gemeinsam, wobei ich nie das Gefühl habe, ich steh wie ein Depp da.
Alle haben akzeptiert, das ich in einigen Sachen anderer Ansicht bin, obs ihnen passt weiß ich nicht, aber es fällt kein böses Wort.
Einiges hab ich mir so hingedreht, das ich damit gut leben kann.

Ich hab und werde auch immer alles mit allen besprechen, obs nun was mit den Kindern oder im Betrieb ist, wir gehen miteinander und nicht gegeneinander.
Ansonsten klappt es nicht.
Davon bin ich überzeugt.

SE und wir Jungen respektiern, akzeptiern und tolerieren uns.
Dann geht die Integration  schnelle, einfacher und für alle ruhiger zu.

LG Barbara
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Alice
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Beiträge: 169



« Antwort #16 am: 04.01.05, 12:48 »

Hallo,

würdet ihr bitte mal ein paar konkrete Tips (gerade für Jungbäuerinnen) formulieren, damit sie auf dem Hof (meist der Schwiegereltern bzw. des Mannes) den Fuß auf den Boden bekommen...

Mir fällt da in erster Linie miteinander reden ein und Toleranz bzw. Verständnis für die bisherige geleistetet Arbeit bzw. das Vorgehen der Schwiegereltern.

Fällt Euch noch was ein, was ihr Jungbäuerinnen mitgeben würdet, damit sie zumindest einen guten Start hat und die schlimmsten Stolpersteine ein bisschen umgehen kann??!

Würde mich sehr freuen, wenn ihr zahlreich antwortet...

Alice
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steilufer
Ostsee-SH
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Beiträge: 572


Das Lächeln,das Du aussendest,kehrt zu Dir zurück


WWW
« Antwort #17 am: 04.01.05, 14:06 »

Hallo alice,

für mich als neue Freundin war es zunächst mal wichtig Interesse an der Arbeit auf dem ganzen Hof zu haben bzw. wenigstens zu zeigen und,wo ich konnte,mitzuarbeiten,denn dann konnte mir wenigstens keiner nachsagen,ich würde mich nur durchnassauern.

Probleme gab es auch zur genüge,aber nicht  so sehr in der Ldw., sondern eher im Haus mit Nachschnüffeln usw.

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Liebe Grüße

Karen von der Ostsee
Tiney
Neuling
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Beiträge: 12



« Antwort #18 am: 04.01.05, 18:10 »

Hallo Alice,

seit etwas mehr als 7 Jahren wohne und bewirtschafte ich zusammen mit Mann und SE unseren Hof.
Ich hatte gute Vorbereitung auf den Einzug als Jungbäuerin mit einem Jungbäuerinnenseminar und einer Ausbildung zur Facharbeiterin der ländlichen Hauswirtschaft.
Und trotzdem war es nicht möglich, Stolpersteine zu umgehen.
Das soll nicht mutlos stimmen aber ich glaube einfach, es ist fast nicht möglich, Tipps zu geben, die nicht allzu allgemein formuliert sind.
Es hängt sehr viel von der eigenen Erziehung und dem Rollenbild, das man mitbekommen hat, ab.

Meine Schwiema ist in etwa so alt wie meine Großmutter. Ich bekam zu Hause immer wieder verklickert, dass ich respektvoll sein müsse und dankbar dafür, was sie alles tut.
So kam ich mir zu Beginn meiner Bäuerinnenlaufbahn ziemlich überflüssig vor und hatte einen kleinen Haushalt sowie ein Baby zu versorgen. Um alles andere kümmerten sich SE und Göga.
Nur ja nicht aufmucksen und immer zufrieden sein.

Ich hatte keinen Bereich, der nur mich angeht, in alles wurde hineingeschaftelt, umgekehrt sprach sich mein Mann nur mit seinen Eltern ab, was Stall betraf, meine Anwesenheit dort war ja nicht nötig.

Aus meiner Not heraus begann ich dann wieder teilzeit zu arbeiten bis zum 2. Kind.
Die Wende für mich kam mit einigen Weiterbildungen und Unterstützung von meinem Mann, der mich lehrte, meinen SE Grenzen zu setzen und auf mein Ding zu bestehen.
Dass ewige Dankbarkeit für geleistete Arbeit nix bringt, sondern dass es auch einmal genug sein muss.
Ich bin nicht respektlos meinen SE gegenüber, grenze mich aber klar ab - soweit möglich, in vielen Bereichen lassen sich Kompromisse finden.

Meine Chance war dann der Einbau der neuen Melkanlage wo ich dann melken lernte und heute ab und an meinen Mann vertrete. Ich lasse mich auch nicht mehr aus dem Stall schicken oder sonst was.
Zur Entspannung gehe ich seit fast 2 Jahren wieder einer Teilzeitbeschäftigung ausser Haus nach, kehre aber im Laufe des kommenden Sommers wieder ganz auf den Hof zurück (SE sind beide Mitte 70).

Ich bin erst im Laufe einiger Jahre wirklich zur Bäuerin geworden, bin in meine Rolle hineingewachsen. Ich denke, frau sollte sich - so möglich - diese Zeit lassen und ihren Platz auf dem Hof finden.
Gute Voraussetzungen für den Einstieg als Jungbäuerin (fühle mich immer noch ein bisschen so...) sind sicher Offenheit, Interesse,  Respekt ohne Unterwürfigkeit, dass man sich neues zeigen lässt um es einmal erlernt auch abändern zu können, dass man auch den ein oder anderen Konflikt riskiert, dass man Unterschiede zwischen der Herkunftsfamilie/betrieb und  der/dem neuen akzeptiert, dass man viel miteinander bespricht ohne zu viel zu zerreden.



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Chena
Mitglied
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Beiträge: 107


« Antwort #19 am: 28.06.05, 21:43 »

Ich lebe seit Pfingsten endlich mit "meinem" Bauern zusammen .
Zuvor haben wir mehr oder weniger eine Wochenendbeziehung über gute 400 km geführt, die so ausgesehen hat, dass ich ein bis zweimal im Monat von Freitag bis Sonntag bei ihm war Sad

Die Integration auf seinem /unserem Betrieb wird mir von ihm und seinen Eltern, die im selben Haus leben, sehr leicht  gemacht. Obwohl ich  von Landwirtschaft und Rinderhaltung so gut wie keine Ahnung habe, habe ich nie das Gefühl wie ein Depp dazustehen. Ich kann fragen was ich will und ist es noch so doof. Eher ist es so, dass ich mithelfen möchte, es aber noch nicht (richtig) kann und deshalb ziemlich gefrustet bin Wink

Meine "Schwiegereltern in Spe" haben mir Anfangs etwas Angst gemacht: Wie würde man darauf reagieren, dass ich endgültig auf den Hof komme, meine kleine Tochter mitbringe und plötzlich quasi die neue Hausherrin bin?
Der Empfang war sehr sehr herzlich, meine Tochter wurde angenommen wie ein eigenes Kind und ist auch voll mit integriert.
Wir haben zwar manchmal unterschiedliche Meinungen (Was, Dein Hund darf ins Haus???) können aber gut darüber reden. Auch wenn Sie nicht ganz damit einverstanden sind wird meine Meinung doch akzeptiert. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar.
Gleich von Anfang an wurde ich in Entscheidungen und Diskussionen mit einbezogen, wenn zB. der Tierarzt auf den Hof kommt bin ich dessen Ansprechpartner und kümmere mich um alles weitere.
Hilfreich für mich ist auch, dass meine "Vorgängerin" nicht besonders "angenehm" war und ich wohl mehr Ihrem Bild von einer guten Bäuerin entspreche (was immer das auch heissen mag...lach)
Ich glaube, Sie merken auch, dass mein Partner und ich ein wirklich gutes Team sind, dass wir gut zusammen arbeiten können und viel miteinander reden und dass es uns einfach gut zusammen geht.
Wir haben auch gemeinsam beschlossen, dass ich hier nicht mehr im Büro etc. arbeiten werde sondern zuhause bleibe und für meine Tochter und den Hof da sein werde, was ich sehr geniesse, da ich die letzen Jahre trotz Kind sehr viel gearbeitet habe.
Momentan sind wir dabei wieder in die Direktvermarktung einzusteigen, die für ein paar Jahre pausiert hat. Mein Traum ist ein kleiner Hofladen mit Fleisch, Honig, Likören  etc. und etwas Kunsthandwerk von Freunden...

Abendliche Grüsse,
Nicole
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Maja
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Ein Wunder in meinen Armen


« Antwort #20 am: 13.07.05, 00:09 »

Gute Ratschläge für Jungbäuerinnen geben ist nicht so einfach.
Im Grundsatz muss es doch für die "ALtvorderen" einfach wichtig sein,dass die Generation die nach ihnen kommt, zum ersten gut zusammenpasst und zusammenarbeitet.
Zum zweiten ,das vorhandene Gut,der Hof, weitergeführt wird. Denn nur so hat die von den Eltern und Schwiegereltern geleistet Arbeit erst ihre Vollendung.
ALs wichtigsten Punkt würde ich sehen,dass man zusammen über alles spricht.Ein gewisser Respekt vor der Lebensleistung der Vorgängergeneration ist schon angebracht ,aber genauso brauchen die Jungen Leute den Respekt der Eltern,denn es verlangt Mut und Kraft den Hof eine Generation weiterzubringen.
Der nächst Punkt wäre: NIcht jeder kann alles gleich gut und so soll jeder nach seinen Fähigkeiten seine Arbeitskraft im Hof einbringen.Es muss aber auch der jungen Frau genug Raum und Zeit bleiben die Kinder groß zu ziehen.
Es ist nicht einfach aber es ist möglich auf einem Hof gut zusammen zu leben, JUng und Alt
Maja
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