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Autor Thema: Nebenerwerb statt Vollerwerb  (Gelesen 1353 mal)
Rosalinde
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Beiträge: 23


« am: 05.07.11, 19:01 »

Hallo Ihr Lieben!
Wir überlegen, ob wir unsere Landwirtschaft (zur Zeit Vollerwerb) im Nebenerwerb weiterführen sollen. Die Gewinne der letzten zwei Jahre waren in unserem Betrieb (Sauen u. Schweinemast) recht bescheiden. Wir sind manchmal schon recht verzweifelt. Mein Mann überlegt, ob er nicht eine außerlandwirtschaftliche Tätigkeit annehmen kann. So einen Job zu bekommen, ist aber nicht so einfach, da wir schon auf die 50 Jahre zugehen.
Wer ist einen ähnlichen Weg gegangen und kann uns berichten.

LG Rosalinde
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Schneekristall
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« Antwort #1 am: 05.07.11, 19:18 »

Hallo Rosalinde!

Vorab muss ich dir sagen dass ich dir nur bedingt Auskunft geben kann, denn die Landwirtschaft meines Freundes wurde schon immer im Nebenerwerb geführt und wir arbeiten beide Vollzeit. Außerdem haben wir Rinder und keine Schweine, da kann ich auch nicht mitreden. Aber da wir ja Nebenerwerb haben kann ich vielleicht doch was generelles dazu sagen.
Ich sehe weniger das Problem bei der Jobsuche, die Frage ist meiner Meinung nach eher, ob ihr das zeitlich schafft? Habt ihr denn soviel Puffer in eurer Arbeitszeit dass dein Mann eine außerlandwirtschaftliche Tätigkeit annehmen kann?
Und habt ihr einen Nachfolger in Aussicht? Wenn ja, was könnte man verändern um den Betrieb zukunftsfähig zu machen?

Mein Freund hat seinen Betrieb von Milchviehhaltung auf Mutterkuhhaltung umgestellt und sogar den Stall zu einem Mutterkuh-Laufstall umgebaut. Wir haben uns davon eine enorme Zeit- und Arbeitsersparnis erhofft. Und es ist auch einfacher geworden, aber ganz ehrlich: Nebenbei zu einer außerlandwirtschaftlichen Vollzeitarbeitsstelle ist es immer noch zuviel bzw. man büßt eigentlich seine ganze Lebensqualität ein  Undecided

An was hat dein Mann denn gedacht, eine Vollzeitstelle oder eher was anderes? Hier bei uns in der Gegend gibt es viele Landwirte die sich mit Winterdienst, Landschaftspflegemaßnahmen usw. nebenbei was verdienen. Und ich denke sowas läßt sich zeitlich vielleicht eher vertreten!?

LG,
Schneekristall
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Rosalinde
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Beiträge: 23


« Antwort #2 am: 05.07.11, 19:26 »

Hallo Schneekristall!

Wir haben keine Kinder und somit auch keinen Hofnachfolger. Im Nebenerwerb würden wir nur noch Mastschweine halten + Ackerbau.
Jobmäßig machen wir uns gerade Gedanken. Welche Möglichkeiten hat mein Mann als gelernter Landwirt ( nicht im Stallbereich)?

LG Rosalinde
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Schneekristall
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« Antwort #3 am: 05.07.11, 19:37 »

Hallo Rosalinde,
spontan sind mir vorhin die Dienstleistungen der Gemeinde eingefallen (vorheriges Posting).

Ansonsten je nach vorhandenen Möglichkeiten: Ich kenne z.B. einen Landwirt der betreut die lokale Abwasserentsorgungsstation seines Dorfes. Gibt es bei euch einen Maschinenring der vielleicht Arbeiten im Lohn vermittelt? Oder einen Hausmeister an einer Schule o.ä. der bald in Rente geht?

Wie ist das mit den Betriebshelfern, kann man da als gelernter Landwirt einsteigen oder braucht man zusätzliche Qualifikationen, da weiß bestimmt jemand Rat hier im Forum!?

LG,
Schneekristall

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fanni
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« Antwort #4 am: 05.07.11, 20:24 »

Hallo Ihr Lieben!
Wir überlegen, ob wir unsere Landwirtschaft (zur Zeit Vollerwerb) im Nebenerwerb weiterführen sollen. Die Gewinne der letzten zwei Jahre waren in unserem Betrieb (Sauen u. Schweinemast) recht bescheiden. Wir sind manchmal schon recht verzweifelt. Mein Mann überlegt, ob er nicht eine außerlandwirtschaftliche Tätigkeit annehmen kann. So einen Job zu bekommen, ist aber nicht so einfach, da wir schon auf die 50 Jahre zugehen.
Wer ist einen ähnlichen Weg gegangen und kann uns berichten.

LG Rosalinde

wir haben das durch.........es ist aber der Hammer, allerdings haben wir zwar einen Nebenerwerb, aber eben den Betrieb nicht umgestellt, weils zum Milchgeld keine Alternative gibt Sad

Fangt einfach an, alles andere gibt sich
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Herzliche Grüße von Fanni
Mucki
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Leben und leben lassen


« Antwort #5 am: 06.07.11, 13:31 »


Wir haben keine Kinder und somit auch keinen Hofnachfolger. Im Nebenerwerb würden wir nur noch Mastschweine halten + Ackerbau.
Jobmäßig machen wir uns gerade Gedanken. Welche Möglichkeiten hat mein Mann als gelernter Landwirt ( nicht im Stallbereich)?
LG Rosalinde

Hallo Rosalinde,
warum überhaupt neben beruflich arbeiten langt euch das geld vom Vollerwerb nicht mehr? Warum geht ihr nicht einfach in rente wen eh kein nachvolger da ist könnt ihr euren hof doch verleben? Ist nur so eingedanke.

So nun zu den Tätichkeiten:

Landschafts Gärter suchen offt solche leute,
Gemeinde arbeiter,
Landschaftspflege vereine,
Maschienenring Betriebhelfer
Alterskasse Betriebhelfer
Landwirtschaftlicher mitarbeiter,
Hoffe das so etwas bei euch in der nähe ist.

Wir heben auch keinen nachvolger wir wollen unsren Hoff noch ca. 10 jahren führen ohne große inwestiton und dann aufhören,so der meoemntane plan.

LG mucki
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Am Ende des Tunnels ist immer Licht!
Imogen
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Ich liebe dieses Forum!


« Antwort #6 am: 06.07.11, 13:41 »

Hallo,

bei uns gibt es Bauern, die z,B. im Winter im Staatsforst arbeiten, angestellt und im Sommer Lohnarbeiten machen. Siliballen pressen etc. Unser Hof wurde schon bevor ich hierhergekommen bin im Nebenerwerb betrieben. Zuerst Milchvieh und seit ca,. 20 Jahren Mutterkühe. Mein Mann arbeitet Vollzeit außer Haus, muß auch gelegentlich auf Geschäftsreise  und ich habe bis vor ein paar Jahren noch Teilzeit gearbeitet, bin aber jezt unfreiwillig ganz Zuhause.

Imogen

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Viele Grüße
aus dem Tal der Liebe
Schneekristall
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« Antwort #7 am: 22.08.11, 11:14 »

Hallo Rosalinde,

haben dir und deinem Mann die Vorschläge hier weitergeholfen? Habt ihr in der Zwischenzeit vielleicht schon eine Lösung gefunden bzw. gibt es was Neues?

Viele Grüße,
Schneekristall
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Rosalinde
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« Antwort #8 am: 22.08.11, 19:29 »

Hallo Schneekristall!
Unser Frust ist noch immer vorhanden, aufgrund der schlechten Schweinepreise und der hohen Futtermittelkosten. Wir suchen immer noch nach Lösungsmöglichkeiten oder nach Alternativen, z.B. Verkauf von Brennholz. Mein Mann könnte eine Stelle im Rohrleitungsbau bekommen, aber dann wäre er von 5.30 Uhr bis ca. 17 Uhr vom Hof weg. Nebenerwerb wäre dann nur sehr schwer möglich. Am liebsten würden wir nur noch Mastschweine halten. Einige raten uns dazu, einige raten uns ab.
Wir sind noch immer auf der Suche. Den ganzen Hof aufgeben, möchten wir aber nicht.

LG Rosalinde
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Sasa
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« Antwort #9 am: 22.08.11, 22:51 »

Das ist schon schwierig. Mein Eltern haben den Hof auf Nebenerwerb umgestellt, als mein Vater den "Job" als Wachmann bei der Bundeswehr bekam, vor etlichen Jahren. Er hatte damals 24 Std. Schichten, d.h. er war 24 Std weg, dann 24 Std zuhause. Außerdem konnte er sich sog. Freischichten eintragen, die sparte er dann für arbeitsintensive Zeiten ein. Da ging das wohl ganz gut.....denke ich jedenfalls, ich war damals erst 10 Grin
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Smart
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Beiträge: 68


« Antwort #10 am: 22.08.11, 23:09 »

Hallo Rosalinde,
habt ihr Vertrauen zu Eurem örtlichen Landwirtschaftsamt? Dann lasst Euch von denen beraten. Schaut mal Eure Buchführung ganz genau an, analysiert sie. Kommt überhaupt noch Gewinn raus? Reicht es überhaupt? Oder müsst ihr "Geld mitbringen"? Legt daneben, was Dein Mann oder Du in einem außerlandwirtschaftlichen Job verdienen könnt.

In wie weit sind eure Sauen schon in der Gruppenhaltung, d.h. könnt ihr die Haltungsvorgaben ab 2013 erfüllen? Könntet ihr Euch überhaupt vorstellen noch umzubauen? Großer Schritt, ggf. kapitalintensiv?

P.S. ich wohne in Bawü ,hier gibt es die Ämter. Ich weiß nun nicht, wie es in anderen Bundesländern läuft.
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ansabe
Münsterland/NRW
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Beiträge: 405

Ich nehme mir die Zeit, die ich brauche!


« Antwort #11 am: 23.08.11, 08:42 »

Wir arbeiten im Nebenerwerb mit Kühen. Mein Mann geht voll arbeiten und ich habe auch Glück gehabt, eine Stelle auf Steuerkarte zu bekommen, wo ich möglichst wenig Stunden machen kann.( keine landw. Alterskasse zahle) Aber wenn ich Arbeiten gehe, dann wird es auch ganz schön eng, da die Kinder dann mittags das Futter anschieben müssen usw.  Wink
Eigentlich ist es auch für meinen Mann zuviel Arbeit, aber er macht es eigentlich total gerne und sieht es als sein Hobby an. Nur das die ganze Familie sein Hobby mittragen muss, sonst läuft es nicht. Grin
Mit Schweinemast läuft sowas bestimmt viel besser und es ist von den Zeiten bestimmt auch besser möglich.
Bei meinem Mann konnte ich merken, dass sich viel geändert hat. Sein erster Job, da konnte er bei der Arbeit überlegen, was zuhause noch alles ansteht, bei der jetzigen Arbeit ist er zuhause noch oft am telefonieren und organisieren, was bei der Arbeit so läuft. Es ist nicht so einfach. Cool

Ich denke, es läuft noch knapp 10 Jahre so weiter, dann sind wir um die 50 und die Kinder alt genug, um zu entscheiden, wie es weitergeht.
Mein Mann macht keinen Urlaub, nur Urlaub auf dem Hof und ich nehme mir meine Freizeiten, so wie möglich und gönne mir auch eine Putzfrau. Cheesy

Gute Leute werden überall gesucht, gerade auch in Futterhandel und Viehhandel und vieles mehr. Und Leute die selbständig arbeiten können sind besonders gefragt. Viel Erfolg! Smiley
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Viele liebe Grüsse
ansabe
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