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Autor Thema: Kein Hofnachfolger in Sicht?  (Gelesen 2415 mal)
reserl
Niederbayern
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« am: 30.03.02, 10:10 »

Auf vielen Höfen ist die Frage der "Nachfolge" ungeklärt. Huh
Deshalb werden notwendige Investionen oft gar nicht mehr getätigt, weil es in ein paar Jahren "eh vorbei" ist.

Viele junge Menschen sehen in der Landwirtschaft keine Zukunft für sich.
Diese Erkenntnis trifft viele Bauern und Bäuerinnen hart, weil sie ein Leben lang für "Ihren Hof" gearbeitet haben. Cry

Welche Erfahrungen habt Ihr dazu?
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 » Gespeichert

lieben Gruß
Reserl


Auch in den kleinsten Tropfen spiegelt sich der ganze Himmel.
Daggi
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Ich arbeite um zu Leben !


« Antwort #1 am: 31.03.02, 20:30 »

Hi
Bei uns sieht es im Moment so aus, als wenn es keinen Hofnachfolger gibt, aber wir kämen nie auf die Idee keine Investitionen mehr zu tätigen.
Wir legen großen Wert darauf, das unser Arbeitsplatz so ist, das es uns Spaß macht dort zu arbeiten und so wird immer wieder etwas angeschafft oder modernisiert.
Natürlich immer so, das wir die finanziellen Lasten auch selber noch tilgen können.
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 » Gespeichert

Tschüss,  eure Daggi.
reserl
Niederbayern
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« Antwort #2 am: 06.10.02, 17:19 »

In den letzten Jahren sinkt die Zahl der landwirtschaftlichen Lehrlinge deutlich. Shocked

Um die Hofnachfolge für alle bestehenden Haupterwerbsbetriebe sicherstellen zu können, müssten wesentlich mehr junge Leute ausgebildet werden.

Ratet ihr eueren Kindern zu einer landwirtschaftlichen Ausbildung?
Macht ihr euch Gedanken über die Hofnachfolge?
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lieben Gruß
Reserl


Auch in den kleinsten Tropfen spiegelt sich der ganze Himmel.
freilandrose
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Nur Geduld, mit der Zeit wird aus Gras - Milch


« Antwort #3 am: 14.10.02, 13:55 »

Die Hofnachfolge ist bei uns ein Dauerbrenner und führt ziemlich oft zwischen meinem Mann und dem Junior zu hitzigen Diskussionen. Der Junge lernt Kfz-Mechaniker.
Ist auch nicht sein Traumberuf. Am liebsten möchte er mit Computer umgehen. Und Filmen ist sein großes Hobby. Die Heu-und Strohvermarktung würde der Junge gerne weitermachen. Selbst die Landwirtschaft wäre eine Überlegung wert. Bloß montieren tut er nicht gern und das sollte man als Landwirt auch können, man kann ja das ganze Geld nicht in die Werkstatt tragen.
Er wird 20 und sieht die Welt noch aus einem ganz anderen Blickwinkel als wir. Er möchte Urlaub machen, sich mit anderen treffen. Am liebsten uns nur am Samstag helfen. Unter der Woche geht er nach der Arbeit nie gleich nach Hause. Das macht meinen Mann fuchsteufelswild, weshalb es auch gleich donnert, sobald er nur die Haustüre aufmacht.
Ich bin 47, mein Mann ist 56. In der Nachbarschaft hat ein Bekannter in der gleichen ALtersgruppe Krebs.
Man besinnt sich dann, ob man nicht reduzieren soll, damit man noch was vom Leben hat. Arbeit allein macht doch nicht glücklich, vor allem wenn man zuviel um die Ohren hat. Ich lasse unseren Junior mal machen. Vielleicht besinnt er sich doch noch.
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Liebe Grüsse
Freilandrose
Mathilde
Gast
« Antwort #4 am: 17.10.02, 21:25 »

Was macht Ihr eigentlich bei diesen furchtbaren "Grabenkämpfen" zwischen ?Hofnachfolger und Betriebsleiter. Unser Sohn ist 19 und da komme ich mir oft so Huh oder Lips Sealed oder es ist mir ganz einfach zum  :\'(
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maggie
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Bäuerinnen - sind wie andere frauen


« Antwort #5 am: 21.10.02, 22:11 »

da habe ich wirklich glück - hans (52) und florian (22) verstehen sich super -

was mich manchmal wütend macht - da ich oft erst erfahre was geht - wenn man mich braucht -

natürlich besprechen sie die arbeit wenn sie draussen sind  und wenn ich dann nicht zufällig frage und was habt ihr vor -

erfahre ich es vielldicht wenn not am manne is t und ich mit etwas ganz anderem beschäftigt bin -

doch ich weiss wie das ist - bei meinem bruder und meinem vater hat es zum glück "zum ende mit schrecken" geführt - mein bruder sagte eines tages zu vater (im juni - mitten in der heuernte - vater war 52 j und der bruder 27) ich gehe  - und einige tage später ist er ausgezogen -

nun mein vater hat alles hingeworfen - fast alles - nun er war gesundheitlich nicht mehr so gut drauf -

die kühe (etwa 15 ) wurden wenige tage nach dem auszug meines bruders einem viehhändler verkauft und alle maschinen wurden "verramscht" - es war eine kurzschlusshandlung -

sie hatten noch genügend arbeit und auch einkommen, nehme ich an - ich lebte damals auch nicht mehr zu hause -

sie hatten noch sehr viel tafelobst (direktvermarktung) eine niederstammanlage und ziemlich viele hochstämme  (1969 wars ) -

als ich dann meinen bauern heiratete habe ich mir geschworen - so weit wird es nie kommen -

denn immer  stand meine mutter hinter meinem vater -

doch da hans mit seinem vater ähnliches erlebte - vor allem nicht selbständig arbeiten -

war für ihn klar , dass das bei ihm nie so weit kommen würde - und ich muss sagen - er lässt florian sehr oft gewähren -

doch zu florians gunsten muss ich sagen - er hat sehr vernünftige ansichten - er sieht auch sehr gut wie die finanzen stehen -

ob das unsere tolle erziehung war !! oder hat er irgendwoher ein "vernunftsgen" erhlaten.....

jedenfalls bin ich froh, dass eher ich hie und da etwas stress habe mit florian und nicht hans...

wir beide arbeiten ja nicht soviel zusammen ...

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liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz
Tina
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Bäuerinnen - find ich gut!


« Antwort #6 am: 28.10.02, 20:57 »

Hallo Reserl, hallo Bts,
bei uns wird wohl mal der "Klein", d.h. unser Sohn den Hof übernehmen. Er hat Landwirt gelernt und besucht z.Z. die einjährige Fachschule. Markus mochte aber noch eine weitere Fachschule besuchen und ein Auslandsaufenthalt ist auch geplant.  Er könnte sich kaum einen anderen Beruf vorstellen.
Markus ist 20 und hat auch manchmal andere Ansichten als sein Vater (was das Betriebliche betrifft), und ich denke, das ist auch o.k.
Hoffentlich bleiben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch so, das es sich weiterhin lohnt, Bauer zu sein.
LG
Tina
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LG
Tina
reserl
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« Antwort #7 am: 02.12.04, 05:14 »


Vor kurzem hab ich mich mit zwei Bäuerinnen unterhalten, bei denen die
Hofnachfolge auch noch vollkommen offen ist.
Während die eine das vollkommen gelassen sieht und meint: "Nach mir die Sintflut",
belastet es die andere doch sehr, das sich von den Kindern niemand entschliessen kann, auf dem
Hof weiterzumachen. Undecided

Steht bei euch das Thema auch an? Wie geht ihr damit um?
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lieben Gruß
Reserl


Auch in den kleinsten Tropfen spiegelt sich der ganze Himmel.
Johnny
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« Antwort #8 am: 23.02.05, 14:58 »

Hallo,

naja es gibt schon noch junge Leute die eine Ausbildung zum landwirt machen wollen.

Naja, zur Zeit bin ich unterwegs im Beruf des Groß- und Außenhandelskaufmann Fachrichtung: Außenhandel im 2. Lehrjahr.

Danach werde ich umsatteln zum Landwirt. Lehre zum Landwirt! Smiley

Gruß,

Johnny

PS: Wird ohne Hof den man erben kann schon verdammt hart - aber was ist noch leicht heute?! - NICHTS!
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My big dream: Businessman (= Kaufmann) and Countryman (= Landwirt)!

-> Feel the work!
-> Feel the liberty!
-> Feel the independence!
Clara
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Nichts-was sich zu haben lohnt-ist leicht zu haben


« Antwort #9 am: 23.02.05, 21:48 »

hallo @ all,

mich interessiert das thema brennend.

ich denke, jeder von den älteren wünscht sich irgendwie, dass einer von den kindern das fortführt, was die generationen aufgebaut haben. egal ob in der lw, handwerk, industrie. 

nur denke ich, dass es zu vermessen ist, ein "kind" partout dazu zu zwingen. ist es nicht manchmal besser, man gibt den hof in fremde hände, als an den eigenen junior, der eigentlich kein interesse an der lw hat? der jeden morgen widerwillig aufsteht, dem die feldarbeit keinen spass macht, der den schreibkram nur lästig findet und sich die nächte nicht regelmässig im stall um die ohren schlagen will... ich denke, wenn diese situation da ist, ist beiden seiten wenig gedient.

bitte, hackt mir nicht gleich die augen aus. es sind nur die gedanken, die mir dazu durch den kopf gehen.

eine nachdenkliche clara
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... Ich bleibe auf dem Teppich
meiner Möglichkeiten
und hoffe, dass er fliegen lernt... (lach und zwinker)

Kruppa
esther4
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« Antwort #10 am: 18.08.05, 19:43 »

sali miteinander
mjriam hat sich interessiert, wie es so in der schweiz aussehe mit den nachfolgern, nachdem wir über kinderarbeit geschrieben haben..
wenn ich so lese muss ich sagen ist es hier nicht viel anders... als kinder im betrieb aufwachsen ist nicht nur schön.. sie werden mehr als ihre kollegen an arbeiten herangezogen und manchmal ist dann das heuen schon zu viel wenn andere immer ins freibad können Undecided

wir als eltern schauen halt das es nicht nur das arbeiten gibt. hier in meiner näheren umgebung ist die hofübernahme eigentlich geregelt... es geht vorwiegend in söhnehand über. die mädchen heiraten eher ein... ich bin schon 20 jahre hier und habe es noch nicht einmal erlebt das ein mädchen den hof übernommen hat. auch die landwirtschaftliche lehre ist eher jungensache, wenns jetzt auch ein paar idealistinnen gibt ( z.b. meine tochter)
bei uns speziell ist es so, das wir 5 mädchen haben und einen sohn und dieser wird 16. er wird eine erstlehre machen als landmachinenmechaniker und das landw.lehrjahr anhängen. so anzeichen, dass er wirklich bauern will hat er erst ca. vor 2-3 jahren... jetzt immer mehr... es ist irgendwie einfach klar... und das seh ich bei vielen. momentan ist es noch so, das es eher zu wenige höfe hat. familien mit mehreren jungs hätten mehrerer nachfolger.

nattürlich hat es auch bei uns eine wandlung gegeben in den letzten 20 jahren. wie mary schrieb ist es hier auch zum teil schwierig den jungen noch freude am bauern weiterzugeben. ich spreche auch von meiner näheren umgebung.

das ganz negative beispiel vom zwang, oder zu viel klarheit, das er es sein muss, haben wir auch... das sieht man dann an der art und weise wie gebauert wird.

also in der regel ist es hier so: erster sohn hat erste priorität... wenn nur einer da, dann ist es schon fast ein wenig klar, wenn noch andere da, wirds einfacher. mit 30 sollte er wirklich selber schalten und walten können. das klappt in der regel auch. das heimet wird dem jungen zum ertragswert ( wir haben 3 werte auf unseren heimen, ertragswert ist der niedrigste, um dem jungen einen einfacheren start zu ermöglichen) wenn noch beide elternteile leben, muss auch kein geschwister ausgezahlt werden, wenn eine erbengemeinschaft vorhanden ist wirds sehr schwierig und vor allem teuer da dann alle die hand aufhalten. Undecided die eltern bleiben in der regel nicht wirklich, man lässt den jungen..

nattürlich gibts auch ausnahmen, mädchen erhält den betrieb ( aber eigentlich nur wenn keine jungs da sind oder sie halt wirklich partout nicht wollen) oder es findet sich keiner aus der eigenen reihe oder wie auch immer mehr, der bauer ist ledig und hat keine nachfolger. aber wie unser nachbauer, es hat viele die anstehen und nicht aus der landwirtschaft kommen und froh sind wenn verwandter nachfolgerlos geblieben ist.
bei meinem mann war es so, das von 4 söhnen 3 bauern wollten, der 2. älteste baute sich selber eine existenz auf und hat jetzt auch ein heimet ... mein mann konnte bei einem altledigen onkel beginnen und der jüngste hat den elternbetrieb... Smiley viele grüsse esther
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Alice
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« Antwort #11 am: 20.08.05, 10:01 »

Hallo @all,

ist das nicht auch ein wenig abhängig von der Frau?

Kenne niemanden, der den Hof alleine, ohne Frau und Kinder (zumindest in Planung) übernommen haben.

Die meisten wurschteln vor sich hin und dann wenn es einer alleine machen muss, dann geht entweder der Hof baden oder der junge Bauer ist unglücklich, weil hie und da doch ein nettes Mädel da gewesen wäre.

Kenne nur einen, der trotz Mädle aus einem Hof den Hof nun tatsächlich ganz aufgibt, das Land verpachtet und fertig, damit Sohnemann eine Frau findet und weil er es mit seinen kranken, alten Eltern nicht mehr schaffen kann!

Ist auch eine Entscheidung fürs Leben! Besonders schlimm finde ich, wenn man die Jungen unter Druck setzt!

Für meinen EX-LAG wäre es bestimmt auch besser, wenn er nur noch das Land bewirtschaften würde oder sogar als Mitarbeiter in einem LU wäre,...

Alice
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Peter1969
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« Antwort #12 am: 08.09.05, 22:33 »

es ist schon komisch Landwirtstöchter wollen keinen Landwirt als Mann oder einen Hof. Auf der einen Seite gibt es viele Frauen dienicht aus der Landwirtschaft stammen und nen Landwirt als Freund oder verheiratet sind.
 gibt ein biserl zum nachdenken  Smiley
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martina-s
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« Antwort #13 am: 09.09.05, 09:05 »

*grübel* wir hatten doch hier im BT schon mal das Thema. Da kam doch klar heraus, warum das so ist....
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Liebe Grüße
Martina
Mirjam
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« Antwort #14 am: 09.09.05, 12:37 »


Hallo Martina,

meintest du:  100 Gründe keine Bäuerin zu werden?

http://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php?topic=5539.0

Peter lies mal nach  Wink


Mirjam
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