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Autor Thema: Erfahrungen mit Azubis.....  (Gelesen 21037 mal)
Clara
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Nichts-was sich zu haben lohnt-ist leicht zu haben


« Antwort #135 am: 27.09.07, 22:36 »

hallo ihr bt-lerinnen,

ich habe mit keiner silbe gesagt, dass ich den azubi in den glaskasten setzten will, aber niemand von uns ist perfekt.

einige von euch wissen doch sicher nur zu gut aus eigenem erleben, was für eine umstellung es war, als ihr auf den hof kamt und plötzlich alles können solltet...  und so geht es auch dem azubi. *vielleicht guckt ihr mal aus der persektive auf solche sorgen und nöte. *

wo ein wille ist, ist auch ein weg und da spielt es überhaupt keine rolle, in welcher gegend deutschlands der ldw. betrieb angesiedelt ist.

was mir auffällt, wenn es um die lehrlinge geht, dann wird immer schnell geschimpft, was das heute für eine "unmögliche" jugend ist und so, aber es kommen ganz wenig beiträge, wie der hiesige von mathilde. auch ein azubi ist empfänglich für ein lob oder das wort danke, das hast du/haben sie gut gemacht. ;-))

liebe grüße

anja
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... Ich bleibe auf dem Teppich
meiner Möglichkeiten
und hoffe, dass er fliegen lernt... (lach und zwinker)

Kruppa
Mathilde
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« Antwort #136 am: 28.09.07, 03:11 »

Hallo,

ooooh Clara,
da hatten wir dafür ein rieeeeesen Problem mit dem Berichtsheft  Angry
Man kann wohl nicht alles haben  Wink
LG Mathilde
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martina-s
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« Antwort #137 am: 28.09.07, 06:23 »

Hallo,
also Hut ab, vor allen Landwirten, die gewillt sind einen Azubi aufzunehmen.
Wir hatten im letzten Jahr mal wieder Azubi, der allerdings zu Hause gewohnt hat. Er war fleißig, pflichtbewusst und kam auch immer pünktlich. Ich muss allerdings dazu sagen, dass der schon 22 war als er bei uns anfing und dies seine zweite Lehre war.

Das Fahren und der Umgang mit den Maschinen war somit kein Problem für ihn und weil er daheim auch einen lw. Betrieb hat musste man nicht groß erklären.

Was ich allerdings vermisst hatte, das war, das er zu wenig wendig und erfinderisch war. Er hat halt seinen Trott gearbeitet wie er es von daheim gewohnt war.
Es war nicht so sehr der Schwung dabei und auch nicht die Bereitschaft was Neues zu entdecken.
Mag aber auch sein, dass das wir bei uns nicht so fördern und er so ein recht Gemütlicher war.

Fazit: Mir wäre statt eines Azubis lieber eine Arbeitskraft für Stunden.
Denn, man hängt doch sehr dran um dem die Prüfung zu ermöglichen. Es gibt Zeiten, da würde man ihn brauchen und da ist der auf Kurs oder in der Schule.
Die Gestaltung des Berichtsheftes ist da auch so eine Sache. Mein Mann war da auch viele Vormittage mit dem gesessen um das hin zu bekommen. Der Azubi hat sich da auch ganz auf meinen Mann verlassen und erwartet, dass man sich dafür Zeit nimmt.

Ich habe leise gemurrt aber mir dabei gedacht, was ich da gemacht habe. Ich habe 5 Berufe erlernt und war jedes Mal froh und dankbar, wenn sich meine Vorgesetzte oder später der Arzt mal Zeit genommen hat (in meiner Abwesenheit - weil ich hatte da vielleicht schon Dienstschluss nach einem Mamuttag oder ich hab in der Zwischenzeit gearbeitet) meine Berichte anzusehen, zu korrigieren und zu beurteilen. Die Korrektur musste ich dann alleine durchführen und verbessern was die mir angestrichen hatten.
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich Anspruch hätte, dass mir da einer was in die Feder diktiert. Undecided

Das Anspruchsdenke ist m. E. schon ziemlich krass der heutigen Azubis. Und intelligenter sind die aber deswegen auch nicht.
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Liebe Grüße
Martina
Beppa
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« Antwort #138 am: 28.09.07, 08:38 »

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich Anspruch hätte, dass mir da einer was in die Feder diktiert. Undecided

Weil es den Anspruch auch nicht gibt. Man kann den Anspruch zwar erheben, aber es liegt ja an jedem Ausbilder selbst, ob er diesen Anspruch auch bedient oder ablehnt. Mein Lieblingssatz bei Schwesterherz: "Ich helfe dir gerne, aber ich mache nicht deine Aufgaben für dich."

Wenn es für den Lehrling nich von Nachteil wäre ist es eigentlich schon zum Lachen. Der Lehrling sagt dem Chef, was dieser für ihn machen soll. Sollte es nicht eher andersherum sein ? Da haben beide noch viel zu lernen.

Das Anspruchsdenke ist m. E. schon ziemlich krass der heutigen Azubis. Und intelligenter sind die aber deswegen auch nicht.

Aber woher kommt denn das Anspruchsdenken Huh Doch einfach davon, dass ihr Ansprüche ständig erfüllt werden. Wie sollen sie lernen, dass diese Anrechte nicht bestehen, wenn niemand ihnen ihre ungerechtfertigten Ansprüche mal vor Augen führt.

Zumindest beherrschen sie schon mal 2 wichtige Grundsätze für ihr künftiges Berufsleben.

1. Mit möglichst wenig Zeit und Energieaufwand die anstehenden Aufgaben erledigen.
2. Man muss nicht jede Arbeit selbst erledigen. Arbeiten können auch delegiert werden.

Eigentlich sehr löblich, aber sie sollten ersteinmal lernen, wie man arbeitet und was dazu gehört bevor sie lernen, wie man effektiv und schnell arbeitet.
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martina-s
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« Antwort #139 am: 28.09.07, 09:06 »

Zitat von: Beppa
1. Mit möglichst wenig Zeit und Energieaufwand die anstehenden Aufgaben erledigen.
2. Man muss nicht jede Arbeit selbst erledigen. Arbeiten können auch delegiert werden.
finde ich auch in Ordnung wenn schon jemand Berufserfahrung hat.

Hallo Beppa,
ich fürchte, wir sind da als Lehrbetrieb nicht dazu geeignet denen das vor Augen zu führen. Mein Mann ist da viel zu nachgiebig.
Und ich kann ihm da nicht einmal einen Vorwurf machen weil ich selber da viel zu genervt bin um was dagegen zu setzen.

Das ist die heutige Gesellschaft. Ich sehe das ja auch sonst. Das geht schon im Kindergarten los. Nicht die Kinder sind da das Übel. Nein, die Eltern sind die, welche fordern, nichts wie fordern. So bekommen die Kleinen das schon mit.
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Martina
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« Antwort #140 am: 28.09.07, 10:08 »

Lehrlinge sind keine Arbeitskräfte, die sind in Ausbildung. Ausbildung heisst aber auch die Früchtchen flott zu machen. Dann brauchen die halt eine Portion Drill, die die Muskulatur ertüchtigt und die Sinne schärft. Dann arbeitet der halt bis um 22 Uhr bis seine Arbeit fertig ist.  Grin ...... wenns dann besser läuft muss er natürlich auch mal gelobt werden. Ich weis wir haben alle gerne Lehrlinge die für 200 € einen vollwertigen Mann ersetzen.
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Beppa
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« Antwort #141 am: 28.09.07, 10:51 »

@ matina-s Man muss eben auch lernen, wo die eigenen Grenzen sind. Nicht jeder ist dazu geeignet oder gewillt die Erziehungsfehler an den Lehrlingen zu korrigieren. Wiederum haben manche Menschen es auch ohne extra Ausbildung einfach im Blut.

Aber schließlich seit ihr ja auch Landwirte und nicht Lehrer oder Erzieher geworden.  Grin Und den eigenen Kindern bringt man so etwas gar nicht erst bei.  Wink
« Letzte Änderung: 28.09.07, 10:53 von Beppa » Gespeichert
martina-s
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« Antwort #142 am: 28.09.07, 12:51 »

Hallo,
also eben das wollte ich sagen, dass wir eben nicht die sind, welche die "Früchtchen" flott machen wollen.
Und was die Entlohnung angeht: Für angemessene Arbeit möchte ich auch vernünftig entlohnen. Ausgenutzt haben wir noch nie jemanden. Unser Azubi wurde auch der Leistung entsprechend bezahlt.
Ich finde schon, dass man honorieren soll wenn jemand vernünftigen Durchblick hat und man nicht immer hinterher sein muss und auch bereit ist länger zu arbeiten. Letzteres ohne zu murren und weil man es einfach  von daheim her so gewöhnt ist.
200 Euro für einen Fulltimejob finde ich einfach zu wenig.
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Martina
Lotta
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« Antwort #143 am: 28.09.07, 14:56 »


Zitat martina-s:

Das ist die heutige Gesellschaft. Ich sehe das ja auch sonst. Das geht schon im Kindergarten los. Nicht die Kinder sind da das Übel. Nein, die Eltern sind die, welche fordern, nichts wie fordern. So bekommen die Kleinen das schon mit.  Zitatende (sorry, ich kriegt das mit dem zitieren immer nicht so hin  Wink  )

Genau das ist es! Ich habe vor meinem landwirtschaftlichen Leben als Erzieherin gearbeitet und genau das ist der Trend. Das man damit aber keine selbstständig arbeitenden Leute mehr bekommt, ist doch klar. Wenn Mami sich bei der Erzieherin beschwert, das der Kleine ja immer nur Sanktionen zu spüren bekommt, und er deshalb ja gar nicht mehr in den Kindergarten will...ist das ein Wunder? Wenn die Erzieher sich dafür rechtfertigen müssen, warum sie ein Kind massregeln?  Ihr Prinz/Prinzesschen steht immer im Mittelpunkt- das dort meist noch 24 andere Kinder sind, wird gar nicht wahrgenommen. Soziales Denken und Selbsständigkeit sind doch das wichtigste, was man bei Start ins Leben lernen sollte.

Kindergarten sollte familienergänzend sein, aber die Eltern erwarten mittlerweile, das er familienersetzend arbeitet. Warum soll man sich zu Hause noch Mühe machen, Kindern radfahren beizubringen oder wie man Probleme löst? Und so geht das in der Schule weiter- der Klassenrüpel ist nie Schuld- es liegt ganz klar am Lehrer. Darin werden die Kinder dann noch bestärkt. Das sich solche Teenies dann nix von Lehrherren sagen lassen, liegt doch auf der Hand.

@ Nic- eine Lehrstelle schmeissen, das geht schnell, aber auch wieder eine zu bekommen ist dann auch nicht immer einfach. Die Buschtrommeln funktionieren unter Bauern meist recht gut  Grin Aber es stimmt schon, vielen fehlt das Verantwortungsbewusstsein, das Arbeit wichtiger ist, als pünktlich in der Disko aufzulaufen...

Ich hoffe, das ich meine Kinder anders erzogen habe- bisher hats den Anschein  Wink

Grussi

Lotta

« Letzte Änderung: 28.09.07, 15:07 von Lotta » Gespeichert

Schimpfe nie mit vollem Mund über Bauern
Beppa
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« Antwort #144 am: 28.09.07, 15:21 »

Wenn Mami sich bei der Erzieherin beschwert, das der Kleine ja immer nur Sanktionen zu spüren bekommt, und er deshalb ja gar nicht mehr in den Kindergarten will...ist das ein Wunder? Wenn die Erzieher sich dafür rechtfertigen müssen, warum sie ein Kind massregeln?

In dem Punkt muss ich den Eltern aber recht geben. Ein Kind ständig nur zu massregeln ist nuneinmal falsch. Als ausgebildeter Erzieher weis man doch sicherlich, dass Loben wesentlich effektiver ist. Also läßt man nach einer Massregelung das Kind etwas machen von dem man weis, dass es das richtig machen wird und man es dafür wiederum belohnen kann. Das Kind ist glücklich etwas richtig gemacht zu haben, es akzeptiert mehr und mehr die Autorität des Erziehers und wie es zu Hause mit den Eltern funktioniert wäre mir persönlich egal.

Kinder unterscheiden ganz genau. Wer sie ehrlich lobt den mögen sie und wer ständig nur an ihnen herummeckert den mögen sie eben nicht. Geht uns doch genauso. Und wen wir mögen den ärgern wir auch nicht.

Wir können zwar nicht die Kinder generell umerziehen, aber man kann die Beziehung zwischen einem selbst und dem Kind verändern. Macht uns das Leben wesentlich leichter.

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Nanne
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« Antwort #145 am: 28.09.07, 15:41 »

Hallo,
wollte mich eigentlich nicht einschalten in die Diskussion, weil wir keine Azubi haben, aber ich frage mich schon, warum man von einem 16-18Jährigen nichts mehr verlangen darf. Wären die Jugendlichen in einem Industriebetrieb eingestellt, müßten sie 1. auch pünktlich zur Arbeit erscheinen und 2. eine ordentliche Arbeit in einer angemessenen Zeit abliefern, ansonsten gäbs da auch Ärger.
Ich weiß von unserem Junior in seinem erste Lehrbetrieb, als sein Chef merkte, daß er ein zuverlässiger Arbeiter ist, bekam er immer ein bißchen "Sondervergütung", daß gab schon etwas Ansporn, aber es wurde auch etwas verlangt.

Es muß ja nicht immer gleich Schimpfen, Schreien oder ähnliches sein, aber eine gewisse Kritik von Erwachsenen müssten sie sich schon gefallen lassen und es müßte auch Konsequenzen für ihr Handeln geben.

Gruß,
Nanne
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Gisela
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« Antwort #146 am: 28.09.07, 16:40 »

Hallo,
seit 1884 leben und arbeiten immer wieder ausländische Praktikanten bei uns auf dem Hof.
Wenn ich sage, das nie eine Niete dabei war, mag das für manche überheblich klingen. Mir ist auch erst nach vielen Jahren aufgefallen, das mein Mann und ich  es waren, die das erst ermöglicht haben.
Dabei waren Achtung, Konseqenz, Freude und ganz viel Geduld die Grundbausteine.
Gefordert wurden die jungen Menschen auch. Wir jedoch auch. Arbeitsabläufe von so Neulingen mal in Frage stellen zu lassen, ist echt nicht einfach.
Meiner Meinung sind die Schweizer am besten ausgebildet. Hier halten sich Theorie und Praxis super die Waage.
Ein rumänischer angehender Tierarzt hat bei uns erlebt, das Bullen doch aus mehr als Krankheitsbildern bestehen.
Könnte eigentlich ein ganzes Buch darüber schreiben.
Gruß
Gisela Cheesy
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Lotta
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« Antwort #147 am: 28.09.07, 16:55 »

Hallo!

@Beppa

Siehst du, genau das meine ich....so denken Eltern, weil sie sich nicht in die Situation im Kiga reindenken können oder wollen. Es wird immer vorausgesetzt, das ein Erzieher keine Ahnung hat, wie man mit Kindern umgeht und wie pädagogisches Handeln aussieht. Ganz klar, die Erzieher sind schuld, wie später halt auch die Lehrer oder Lehrherrn. Wenn ein Kind zu Hause berichtet, das es irgendwas nicht durfte (denn so sehen Strafen aus, die Zeiten des in der Ecke stehens sind auch in Kindergärten vorbei  Wink ) Kommt es garantiert so an, wie ich oben beschrieben habe (Immer ich!!!) Aber stimmt denn das? Wieviel Einblick haben Eltern in den Kindergartenvormittag? Sehen sie, wie eine Erzieherin mit den Kindern umgeht? Sehen sie, wie manche Kinder andere terrorsieren? Nein, tun sie nicht- aber sie sehen scheinbar genug um die Qualifizierung des Erziehers anzuzweifeln. Glaubst du im Ernst, das eine Erzieherin nicht weiss, wie man negative Gefühle kompensiert? Aber wie es zu Hause ankommt steht doch auf einem ganz anderen Blatt.  Und das ist das schlimme- es wird nur das Negative gesehen- gemeckert wird immer  Angry  Und dafür macht man eine lange Ausbildung, zu meiner Zeit noch gänzlich ohne Vergütung und bekommt einen Hungerlohn ausgezahlt) Wenn Kinder andere mit Bausteinen bewerfen oder rückwärts die Treppe runterschubsen oder in der Toilette einsperren- was bitte soll man da loben? Wenn etwas passiert hat man die andere Elternfraktion vor sich (mit recht) Niemand hinterfragt und Schuld sind immer die anderen. Dann macht auch die schönste Arbeit keinen Spass mehr, glaub mir. Und in jedem Moment indem man sich mit solch einem Kind beschäftigt und versucht zu ergründen, woher die Aggression kommt, bekommt es jede Menge mehr Aufmerksamkeit und positive Zuwendung, als die anderen Kinder

Wenn man den Sprösslingen keine Grenzen mehr aufzeigt und alles soll laissez faire laufen- dann gute Nacht.  Aber so ist es geworden- die Kinder stehen immer im Vordergrund, alles dreht sich um sie. Wie sollen sie lernen sich unterzuordnen? Und ohne dem geht es auf dem Lebensweg nun mal leider nicht.

@ Nanne

ich stimme dir voll zu. Kritikfähigkeit ist eine Kunst, die schwer anzunehmen ist und doch muss man es lernen. Wenn jede Kritik mit aufmüpfigen Rumgemaule kommentiert wird, platzt einem irgendwann der Kragen. Früher mussten die Jungs schon viel früher auf einen Lehrbetrieb und zu den Zeiten hatten sie dort gewiss nix zu lachen. Aber aus ihnen ist trotzdem was geworden...

grussi

Lotta,

die keine Kinderquälerin ist, ganz im Gegenteil
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Sasa
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« Antwort #148 am: 29.09.07, 22:21 »

Also, weder bilde ich Azubis aus noch bin ich Erzieherin, aber ich möchte trotzdem meinen Senf dazu geben Grin

Ich habe drei Töchter. Die Kleinste ist ein unglaublicher Trotzkopf, das war  sie schon im Kindergarten. Einmal kam ich mittags rein, da hörte ich meine Tochter kreischen: "Ich habe keinen Bock zum Aufräumen!!"  Die Erzieherin antwortete, ruhig, aber auch etwas lauter: " Dann räumst Du eben ohne Bock auf!" Madame räumte auf...

Die gleiche Erzieherin konnte mit einem Mädel, daß über Monate lang kein Wort sprach, wunderbar geduldig umgehen...So etwas macht eine gute Erzieherin/einen guten Erzieher aus, sich möglichst schnell auf Situation und Kind einstellen können.

Kinder müssen im Kindergartenalter lernen, daß sie 1. nicht alles dürfen und 2. nicht immer im Mittelpunkt stehen können. Ich selber bin in meinem Bekanntenkreis als streng " verschrieen", allerdings haben unsere Töchter laut Zeugnis " ein vorbildliches Sozialverhalten." Ich halte es so, daß ich etwas einmal genau erkläre, dann noch mal kurz drauf hinweise- wollen sie dann immer noch nicht, wie sie sollen, gibt es Konsequenzen. Ich leite doch keinen Debattierclub!

Und was die Azubiene aus dem zweiten Lehrjahr angeht, die weiter oben erwähnt wurde, die Dame, die so lange zum Kartoffelschälen braucht, kann ich nur folgendes sagen:  Man muß einen Handgriff erst richtig beherrschen, dann kommt die Geschwindigkeit von alleine. Man sollte davon ausgehen,daß sie Kartoffeln schälen kann. Auch Spülmaschinen leerräumen ist nicht so schwierig, da sollte die junge Dame schon schneller sein....
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« Antwort #149 am: 30.09.07, 06:27 »

Zitat von: gisela
Mir ist auch erst nach vielen Jahren aufgefallen, das mein Mann und ich  es waren, die das erst ermöglicht haben.


Hallo,
genau das Gisela, das wenn man erkennt, dass man das aus welchen Gründen auch immer nicht bringen kann als Ausbilder, soll man sich aus dem Job zurück ziehen.
Wir hatten in unserer Gemeinde einmal eine Erzieherin im Kindergarten. Zu der fanden die Kinder auch keinen Draht. Wenn man die damaligen Kinder heute erzählen hört, dann berichten sie von ihrer Kinderpflegerin. Die Erzieherin wird gar nimmer erwähnt. Erzählen tun die nur von N. Die haben sie geliebt und die hat ohne Strenge erreicht was andere mit Sanktionen nie erreichen würden.

Ich habe in jungen Jahren auch einmal den Beruf der Kinderpflegerin erlernt. Ich hätte den aber nie ausüben wollen. Ich bin für kleine Kinder (wenn es nicht die eigenen sind) nicht so sehr geeignet. Mir liegen eher die alten Menschen. Deshalb habe ich den Beruf der Kinderpflegerin auch nur als Baustein in meinem beruflichen Werdegang benutzt.

Ich finde, das sollte man sich selber schon hinterfragen. Wenn jemand in der Erziehung oder Ausbildung nicht ankommt, dann hat das meist andere Gründe als fehlenden BAP- Kurs oder wenigem Fachwissen.

Mein Jüngster hatte im Rahmen seiner Ausbildung einmal einen Meister erlebt bei dem sie einen wöchentlichen Praxistag hatten. Dem Meister fraßen die Jugendlichen aus der Hand. Der hatte (oder hat - ist aber inzwischen nicht mehr befugt) so eine Ausstrahlung, dass sie für den an dem Praxistag gearbeitet haben weit über die Zeit hinaus (die Eltern haben sich daheim schon Sorgen gemacht weil der Praktikumstag eigentlich mittags beendet sein sollte) und haben Dinge gemacht, die für den Praxistag eigentlich gar nicht erforderlich waren.

Der hat die voll als Arbeitskräfte eingesetzt. Dabei hätten sie eigentlich nur Unterweisung bekommen sollen und die Tätigkeit einmal kurz einem jeden zum Austesten demonstrieren lassen. Die haben da aber ganz andere Tätigkeiten machen (dürfen) müssen: Heuballen für Verkauf durch die Gegend karren. Holzarbeiten im größeren Stile, Klauenpflege bis abends um 20:00 usw.
Dafür hat der Meister auch noch Geld von der Schule bekommen.

Das war echt heftig! Würde man das einen Jugendlichen im Lehrbetrieb ohne Charisma des Ausbilders zumuten und einfordern, dann würde der Azubi im Dreieck springen.
In handwerklichen Betrieben wird sogar in Frage gestellt ob der Lehrling überhaupt die Brotzeit holen darf weil das nicht zur Ausbildung gehört.

Was ich damit sagen will: Wenn der Meister einen gewissen Flair vermitteln kann, eine Ausstrahlung hat, egal in welche Richtung (also ausnutzend oder arbeitstechnisch) dann wird der Azubi seinen Job gerne verrichten und sogar ein bisserl mehr tun.

Ist der Ausbilder nur am nörgeln oder er hat eben diese Ausstrahlung nicht oder er kann eben nicht den Halt vermitteln, den der Azubi sucht, dann gestaltet sich das Arbeiten, die Ausbildung als schwierig. So sehe ich das.
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Liebe Grüße
Martina
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