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Autor Thema: Milchpreisvergleichsverbot  (Gelesen 751 mal)
alois burgstaller
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« am: 17.07.11, 21:23 »

Die Wettbewerbswächter greifen in die Preisberichterstattung ein und verbieten Vergleiche, die jünger als 6 Monate sind. Diese Entscheidung ist sehr klug. Stellen wir uns vor, ein Molkereimanager der einen top Bauernmilchpreis zahlt geht zum Handel und will eine Preiserhöhung durchsetzen. Ihr meint, woher weiß eine Supermarktmanagerin, was gezahlt wird? Eben aus der Preisberichterstattung. Die schafft einseitige Transparenz zu Lasten der Bauern und Molkereien. Deshalb ist die Entscheidung zu begrüßen. Und die Bäuerinnen finden schon einen Weg, wie sie die Preise vergleichen können.
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Braunviehzucht mit Herz und Verstand


« Antwort #1 am: 17.07.11, 22:03 »

Meinst du etwa, daß uns dieses "Verbot" weiterbringt.
Wann erschien der AMI (früher ZMP) Milchpreisvergleich? Da waren mindestens 6 Monate des neuen Jahres schon ins Land gezogen. Folglich wird sich an dieser Berichterstattung nichts ändern.
Die Einkäufer der LEH-Ketten waren und werden auf diese Zahlen nicht angewiesen sein.
Für den einzelnen Landwirt wird es aber schwieriger werden, an aktuelle Zahlen zu kommen, ausser liest die Milchpreissammlung im BT  Cool
Aber du bist nicht der einzige mit dieser Meinung.........
Da erwacht selbst ein MilchBoard aus seinem Tiefschlaf Grin und wittert Morgenluft

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Versuche nie einen Menschen so zu formen wie du es bist, denn du solltest wissen , daß einer von deiner Sorte reicht
inga
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« Antwort #2 am: 17.07.11, 22:59 »

Hej,
ich habe vor Jahren mit dem Einkaufschef von COOP Nord (für Skandinavien) ein sehr interessantes Gespräch gehabt. Wenn wirklich jemand glaubt, dass die Verkäufer, (sprich Molkereien) den Verkaufspreis festlegen, dann ist das nur ein Wunschdenken. Der Milchpreis für kommenden Februar steht dieses Jahr im Oktober schon fest. Die "grossen" Einkäufer für den LEH haben ihr Budget, und da schwanken die Preise vielleicht mal über's Jahr, aber nie soviel, dass sich der Durchschnittspreis verändert über's Jahr.
Durch dieses "Verbot" der Öffenlichen Milchpreisvergleiche nimmt man den Landwirten nur ein weiteres Instrument sich am Markt orientieren zu können.
Einfach nur traurig.

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Mucki
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Leben und leben lassen


« Antwort #3 am: 18.07.11, 08:21 »

Hallo,
in unsrer gegend haben im letzten jahr viel die Molkereien gewchselt auf grund der Preisunterschiede,durch das verbot kann es erschwert wreden den momentan preis rauszufinden,eins steht fest egal warum sie es gemacht haben wir bauern ahben wieder eien prügel zuwischen die beien beckommen und dazu noch ein Pflaster mehr auf Maul(mund) .


LG Mucki
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alois burgstaller
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« Antwort #4 am: 18.07.11, 10:38 »

Die Preise im Supermarkt möcht ich mal verglichen sehen und zwar tagesaktuell im Internet abrufbar. Die Produzentenpreise sind transparent, aber die Endverbraucherpreise werden am Sankt Nimmerleinstag gebündelt nachgeliefert. Das ist einseitige Offenheit. Und glaubt mir, ihr kommt schon an die Preisvergleiche ran, da mach ich mir keine Sorgen. Ob im Bt oder sonst wie!
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annelie
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Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen


« Antwort #5 am: 18.07.11, 13:43 »

Hallo,
in unsrer gegend haben im letzten jahr viel die Molkereien gewchselt auf grund der Preisunterschiede,durch das verbot kann es erschwert wreden den momentan preis rauszufinden,eins steht fest egal warum sie es gemacht haben wir bauern ahben wieder eien prügel zuwischen die beien beckommen und dazu noch ein Pflaster mehr auf Maul(mund) .


LG Mucki

Hallo Mucki,
wechseln wird sicherlich nicht leichter oder schwerer deshalb. Die Molkereien werden Willigen (vorallem Genossenschaften oder Gemeinschaften) schon sagen was Sache ist, reicht ja, wenn sie ihren Preis sagen, die anderen kann man ja bei den anderen Molkereien erfragen, vergleichen kann man ja selber auch. Schwierig wirds, wie Internetschdrieler schon geschrieben hat, bei Verträgen, wo der Preis an den durchschnittlichen Preis von den umliegenden Molkereien gekoppelt ist, das wird wohl nimmer so einfach gehen.

Die Preise im Supermarkt möcht ich mal verglichen sehen und zwar tagesaktuell im Internet abrufbar. Die Produzentenpreise sind transparent, aber die Endverbraucherpreise werden am Sankt Nimmerleinstag gebündelt nachgeliefert. Das ist einseitige Offenheit. Und glaubt mir, ihr kommt schon an die Preisvergleiche ran, da mach ich mir keine Sorgen. Ob im Bt oder sonst wie!

Tagaktuell sind unsere Milchepreise auch nicht im I-net abrufbar. Ansonsten kannst ja in den Supermärkten tagaktuell die Preise vergleichen.
Der LEH wird auch ohne die Peisvergleiche, seine Möglichkeiten zur Preisfindung haben, den wirds wohl nicht treffen  Wink
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Freundlich grüßt
Annelie


Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit. Sören Aabye Kierkegaard 1813 - 1855
alois burgstaller
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« Antwort #6 am: 18.07.11, 14:11 »

Weil der Bauernpreis von Molk. einmal im Monat gemacht wird, ist er verdammt aktuell verfügbar. Aus Verschleierungsgründen halte ich sogar die Praxis der Nachzahlung für vertretbar.
Die Handelshäuser waren bisher halbjährige oder ganzjährige Preisfestsetzungen gewöhnt. 2007/´8 - im Wonnejahr der Hörndlbauern - verkürzten sich diese Zeiträume auf 2 Monate und weniger. Es ist also nichts in Beton gegossen. Deshalb wünsche ich mir weniger Transparenz und mehr Insiderwissen für die Bauern.
Die Molk.chefs kennen ja auch nicht die Großhandelspreise der Konkurrenten. Ich habe immer mur erfahren, wer einen Preis unterboten hat, aber nie, was der Unterbieter dann wirklich bezahlt hat. Die "amtl.Preisberichterstattung" ist ein Relikt aus der Nachkriegszeit und der Mangelverwaltung. Davon sind wir jetzt weit weit weg.
Solange es eine asymmetrische Transparenz zu Lasten der Molkereien gibt, bin ich für mehr Verschwiegenheit bei den Bauernpreisen.
Hilfe! So eine lange Argumentation schreib ich sonst nie. Aber manchmal muss ich ausführlich werden. 
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annelie
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« Antwort #7 am: 18.07.11, 16:59 »


Die Molk.chefs kennen ja auch nicht die Großhandelspreise der Konkurrenten. Ich habe immer mur erfahren, wer einen Preis unterboten hat, aber nie, was der Unterbieter dann wirklich bezahlt hat. Die "amtl.Preisberichterstattung" ist ein Relikt aus der Nachkriegszeit und der Mangelverwaltung. Davon sind wir jetzt weit weit weg.


Also was der Unterbieter bezahlt hat, hast doch aus der amtlichen Preisberichterstattung erfahren....  oder hab ich das jetzt irgendwie falsch verstanden?
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Freundlich grüßt
Annelie


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alois burgstaller
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« Antwort #8 am: 18.07.11, 21:49 »

Was auf der Großhandelsebene bezahlt wird, erfährst du nirgendwo. Die amtl. Preis sind Abhofpreise. Alles klar?
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Flecky
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« Antwort #9 am: 25.07.11, 13:49 »

Hallo,
wenn das Kartellamt den Milchpreisvergleich verbietet, warum sind dann
die vielen Preisvergleiche im Internet erlaubt wie z. B. Strompreis, Gaspreis,
Telefonpreis und auch für viele sonstige Artikel? Oder verstehe ich da irgend
etwas nicht richtig?
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alois burgstaller
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« Antwort #10 am: 25.07.11, 17:03 »

Du meinst, was unterscheidet den Milchmarkt vom bspw.Telefonmarkt. Entweder Preisvergleich überall oder nirgendwo. Darauf kann ich nur antworten, dass der Rohmilchmarkt ein ganz besonderer Markt ist. Nicht lagerfähiges Erzeugnis. Großer Verkaufszwang, Marktmacht des Bauern daher äußerst prekär, atomisiertes Angebot
Die Erfahrung zeigt, dass die Molkereien innerhalb von engen Preisgrenzen zeitnahe agieren, und dass es über längere Frist gesehen nur geringe Preisunterschiede gibt. Über die Macht der Zentraleinkäufer andererseits verliere ich keine Wort mehr.
Deshalb fusionieren die Molkereien wie wild, um den Handelsriesen besser Paroli bieten zu können. Mal sehen, wie sich das entwickelt.
Aus dem Fusionsmolkereien resultiert regional aber für die Bauern quasi ein Monopol der Rohmilchaufkäufer. Der Bauer hat dann eigentlich gar keine Wahl mehr auf Preisunterschiede zu reagieren. Während der Zentraleinkäufer immer Unterschiede für sich nutzbar machen kann. (Außer die Milch wird knapper, dann ist alles umgekehrt)
Deshalb halte ich die Entscheidung für klug und bauernfreundlich, Milchpreisvergleiche solange zu verbieten, bis die Transparenz auf allen Ebenen hergestellt ist oder der Bauernmilchpreis unverhältnismäßig hoch ist. Man glaubt die Molkereien zwicken zu können, schwächt aber gleichzeitig deren Position beim Handel und damit sich als Bauer selbst. Die Sache ist etwas um die Ecke zu denken.
     
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