Ich kann dir halt nur von der Gegenseite antworten. Wir haben eine Alpgemeinschaft. Also die Alp gehört der Gemeinde wir Landwirte bestossen sie, stellen Hirten an und schauen zum Rechten. Ich selber führe die Kasse von mir bekommen die Hirten ihren Lohn

Gut wäre es, wenn du mit deinem Vorgänger reden könntest. Der weiss so in etwa wo die Tücken liegen. Oder wirst du von einem Alpmeister eingewiesen? Der kann dir sicher auch gute Tips geben.
Wenn du immer versuchst einen guten Überblick über die Herde zu haben, dann klappt es schon. Wenn du siehtst ein Gewitter naht, holst du das Vieh einfach in die Nähe der Hütte. Meistens haben die Alpen auch eine Schneeflucht - ein geschützter Ort, wo nichts passieren kann.
Wenn dir kein Handy zur Verfügung gestellt wird, dann würde ich unbeding eines mit nehmen. Es gibt immer wieder Momente da du Hilfe brauchst. Entweder vom Tierarzt oder vom Bauern.
Ich nehme an die Kühe sind trocken, die musst du nicht melken. Mit dem Jungvieh ist es halt so eine Sache. Wenn eine den Schwanz stellt und losrennt, hast du keine Chance. Dann rennt alles mit. Dann musst du versuchen den Weg abzuschneiden. Kühe sind viel gemütlicher.
Ich denke man darf die ganze Sache nicht unterschätzen, geh mit gesundem Respekt an die Sache. Aber versuch dir trotz dem 24Stundenjob noch Freiraum zu schauffeln. Sonst hälst du die Zeit nicht durch. Du brauchst eine gute Kondition und schnelle Beine. Wir haben mit Hirten, die sehr viel Ruhe ausstrahlen, die besten Erfahrungen - das färbt sich auf die Tiere ab. Es ist auch gut wenn man sich mit den Tieren abgibt. Sie versucht zu streicheln, ruhig mit ihnen redet. Das geht am besten während du Salz gibst. Salz ist wichtig für die Tiere und es gibt dir auch Gelegenheit, dass sich die Tiere an dich gewöhnen. Du hast dann auch nicht so viel Mühe sie zusammen zu halten. Wenn du Salz gibst ruf sie, damit sie sich an dein Rufen gewöhnen. Es erleichtert dir vieles, wenn sie auf dein Rufen kommen und du nicht jedem Tier nachrennen musst.
Krankheiten sind bei Rinder nicht so häufig. Sie können natürlich verwerfen. Bei uns gibt es noch öfter "Palusa" ich weiss nicht ob ihr das kennt. Eine Erkrankung im Fuss, dann braucht es einen Klotz und so dicke Kapseln die du dem Tier geben musst. Aber der Bauer oder der Tierarzt zeigen dir dann schon wie. Ich würde dir empfehlen einen Tierzeichnungsstift zu kaufen. Das sind so runde. dicke Stifte. So kannst du ein Tier mit einem dicken Strich auf dem Hintern zeichnen wenn etwas mit ihm nicht stimmt. So siehst du es schon von weitem. Beim lesen der Nummer musst du doch schon ziemlich nahe kommen. Wenn ein Tier krank ist oder verwirft, dann nimmst du es am besten in die Nähe der Hütte. Oft gibt es neben der Hütte so kleine Pferche für solche Fälle. Aber so ein Zeichenstift ist immer gut. Sonst kommt der Tierarzt und du weisst nicht mehr genau welches Tier krank ist. Dann hat der Tierarzt keine Freude an dir

Ich habe dir jetzt so kreuz und quer von unser Alp erzählt. Wie es bei uns so läuft. Im Moment haben wir sehr guten Hirten.
Jetzt hoffen wir Zwei dass es ein ruhiger, schöner Almsommer gibt gäll. Damit das Vieh "ballenfeist" und der Hirt gesund und munter im Herbst wieder ins Tal ziehen
