Ich hab alle drei Töchter ohne Begleitung meines Mannes bekommen. War auch besser so

Er ist für Entbindungen absolut nicht geeignet, sonst die Ruhe selbst, aber dann...er geht allen, mir ganz besonders, mit seiner Unruhe und Hibbelei entsetzlich auf die Nerven

Es gibt doch so eine Geschichte : Der Hausarzt wird zu einem Patienten gerufen. Die Ehefrau rührt die Suppe in der Küche. Der Hausarzt fragt, wer denn krank sei. "Mein Mann", antwortet sie. "Ich habe gestern ein Kind bekommen und das hat ihn so mitgenommen, daß er schon den ganzen Tag im Bett liegt

" So ähnlich wäre es hier auch wohl gegangen.....
Ich hatte allerdings insofern "Glück", daß meine Geburten alle recht flott waren. Bei der Großen 3 Stunden, von der ersten leichten Wehe bis zum Abnabeln, bei der Mittleren nur 2. Da war ich so beschäftigt, daß auch keine Langeweile oder "Ich kann einfach nicht mehr" Gefühl aufkam. Unglücklich war ich darüber nur bei der Großen- da hatte ich einfach Angst, wer weiß, was da genau auf mich zukommt. Aber- genau in dem Krankenhaus, in dem meine Große geboren wurde, arbeitete damals eine Nachbarin meiner Eltern, auf der Wöchnerinnenstation. Sie kannte mich schon von klein auf. Die war dann bei der Geburt dabei- und konnte mir wohl mehr helfen als mein Mann, der mindestens genauso ängstlich war.
Auch zu den Untersuchungen bin ich alleine gegangen. Ein- oder Zweimal war er zwar mit, schien sich aber nicht sehr wohl zu fühlen. Er gehört eher zu den Männern, die, wenn frau sich schlecht fühlt und sie auf die Frage, was sie denn habe, einfach nur "ach, ne Frauengeschichte", antwortet, auf keinen Fall nachfragt

Während meiner Schwangerschaften war er immer sehr besorgt um mich, hätte mich am liebsten in Watte gepackt, aber Entbindungen: niemals

Die Kleinste wurde mit Kaiserschnitt geboren, da hat er oben gewartet und unsere Jüngste in Empfang genommen und sie betütelt, gebadet und getan, bis ich meine Vollnarkose ausgeschlafen hatte. Allerdings - Tochter reiste mit Nabelschnur aus dem OP auf die Wöchnerinnenstation- hat er sich strikt geweigert, die Nabelschnur zu durchtrennen, was für einige Verwunderung sorgte. Bei den Schwestern, nicht bei mir. Wenn ich darauf warte wollte, daß der Vater die Nabelschnur durchtrennt, liefen die Damen wohl heute noch damit herum

Aber- er ist ein toller Vater. Trotz wenig Euphorie in Schwangerschaft und Entbindung. Ich kenne so einige Herren, die hechelten im Kreißsaal noch kräftig mit, aber dann ging ihnen bald die Puste aus
