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Autor Thema: Arbeiten bis zum Umfallen?  (Gelesen 9567 mal)
Rosalinde
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« am: 04.01.11, 17:55 »

Hallo!!
Mein Mann und ich sind beide 48 Jahre alt. Wir haben einen Vollerwerbsbetrieb mit 50 ha Acker, 90 Sauen mit 650 Mastplätzen (geschlossenes System). Unsere Ställe sind ca. 25-50 Jahre alt und im guten Zustand. Alles wird strohlos gehalten. Mast und Ferkel werden über Fütterungen bedient. Unser Betrieb läuft zufriedenstellend und ist schuldenfrei. Da wir keine Kinder haben, fehlt uns manchmal eine Perspektive für die Zukunft. Die letzen Jahre haben wir sehr viel gearbeitet, um eigentlich weniger Arbeit zu bekommen. Gibt es eigentlich noch etwas anderes im Leben, außer Arbeit? Wir sind über 20 Jahre verheiratet und sind noch nie gemeinsam in Urlaub gefahren, geschweige denn eine Kur in Anspruch genommen. Manchmal fühlt man sich etwas ausgepowert. Wir haben auch schon überlegt, ob man nicht nur mästen sollte (ca. 1000 Plätze) oder die Sauenzahl halbieren sollte. Wir wissen aber nicht, ob man davon leben kann. Habt Ihr Ideen , wie man sein Leben positiver gestalten kann? Ist jemand vielleicht in ähnlicher Lage?
Liebe Grüße
Rosalinde   
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Naima
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Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es :-)


« Antwort #1 am: 04.01.11, 19:44 »

Liebe Rosalinde,

interessant, dass Du das Thema gerade ansprichst.
Ich finde das gut und wichtig, solche Überlegungen anzustellen, wenn man nicht am Ende seines Lebens dastehen möchte und sagen: Ich hatte es eigentlich nie schön hier (O-Ton SM kurz vor ihrem Tod  Undecided)

Bei uns seit einigen Tagen auch hochaktuell.
Wir machen Ferkelerzeugung mit (seit 3 Jahren) 200 Sauen und Ackerbau.
Unser Alter ist ähnlich / Kinder gibt es auch nicht.

Nachdem Göga in der letzten Woche fast jeden Abend erst gegen 20 / 22 Uhr reingekommen ist, dachte ich, dass kann es wohl nicht sein.

Wir wollen versuchen, einen festen Mitarbeiter zu bekommen, der Göga entlastet.
Wer das sein kann und wie sich die Anstellung gestaltet, steht in den Sternen. Aber andere Leute haben auch Fremd-AK, also wird sich auch bei uns jemand passendes finden. Bin da ganz zuversichtlich.

Liebe Grüsse
Naima
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amazone
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Leben und leben lassen.


« Antwort #2 am: 04.01.11, 20:17 »

es gibt zuviele, die nur noch leben um zu arbeiten,
dabei sollte man doch arbeiten um zu leben.  Undecided

ich drück euch die daumen, dass eure umstellungen so gelingen, dass euer leben lebenswerter wird.  Kiss
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Beste Grüße von
Amazone
Mirjam
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Change happens!


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« Antwort #3 am: 04.01.11, 21:25 »

Hallo Rosalinde,

vor solch einer Entscheidung stehen ganz viele Landwirte. Betrieblich kann ich nur auch darauf hinweisen, dass gerade Betriebe in eurer Größe dazu übergehen z.B. im Direktbezug sich Babyferkel zu kaufen/liefern zu lassen.

"Fertige Ferkel" mit 8 kg, kastriert, geimpft, mit Ohrmarke und hier die Aufzucht entsprechend ausbauen. Der Ferkelpreis hat die letzten Jahre ja nicht solche Sprünge gemacht, dass sich Eigenproduktion "lohnt" und hier den Umbau zu gestalten ist baulich meist nicht so schwierig.
 
Das ganze Sauenmanagement fällt weg, Impfungen, Decken/Belegen, Abferkeln. Ggf. kann man die Aufzucht so ausbauen, dass man alle 4 Wochen die Mast selbst füllt und alle 4 Wochen 30 kg Ferkel anbietet/wieder weiterverkauft.

Das durchzurechnen ist wahrscheinlich Arbeit von einem Nachmittag. Dann wird das Leben planbarer - alle 4 Wochen Ferkel - alle 8 Wochen Aufzucht durch, größere, einheitlicher Mastpartien.

Habt ihr euch das mal überlegt?

viele Grüsse

Mirjam

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Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
Hamster
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Bäuerinnen - find ich gut!


« Antwort #4 am: 10.01.11, 22:13 »

Wir wissen aber nicht, ob man davon leben kann. Habt Ihr Ideen , wie man sein Leben positiver gestalten kann? Ist jemand vielleicht in ähnlicher Lage?
Liebe Grüße
Rosalinde   

Hallo Rosalinde,

ganz spontan gesagt: 
DAS müßt Ihr für Euch entscheiden. Wenn Ihr ein ZIEL vor Augen habt,
dann wird sich der Weg einfacher finden lassen.

WAS ist für Euch das LEBEN POSITIVER gestalten?

Liebe Grüße
schickt der Hamster
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Liebe Grüße
sagt der Hamster
Sonnenblume2
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« Antwort #5 am: 11.01.11, 09:09 »

Da wir keine Kinder haben, fehlt uns manchmal eine Perspektive für die Zukunft.
Gibt es eigentlich noch etwas anderes im Leben, außer Arbeit? Wir sind über 20 Jahre verheiratet und sind noch nie gemeinsam in Urlaub gefahren, geschweige denn eine Kur in Anspruch genommen. Manchmal fühlt man sich etwas ausgepowert.
Hallo Rosalinde,
wenn ich deinen Beitrag lese, frage ich mich für WEN arbeitet ihr sooo viel? Nur damit ihr selber um die Runden kommt? Was soll mal mit dem Betrieb geschehen, wenn ihr nicht mehr Arbeiten könnt, bzw. wenn ihr in Pension gehen wollt?
ICH würde Stück für Stück den Betrieb verkleinern und anfangen mein Leben mit weniger Arbeit auszufüllen, die Freiheit/Freizeit geniesen und das was ich in den letzten 20 Jahre versäumt habe, nachzuholen.

Einfacher gesagt als getan, aber wenn IHR euren Betrieb nicht verlebt, so tun es dann später andere.  Lips Sealed

lg Sonnenblume
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Nixe
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« Antwort #6 am: 11.01.11, 09:49 »

Hallo
In Ö gibt es auf  der Bauernkammer(ist Stelle die für Bauern und deren anliegen zustanidig ist) Berater die einen hellfen den Hof so zu gestalten das er wirtschaftlich und gut zu bewältigen ist.Es werden auch immer Kurse zu diesen Zwecken angeboten.Ich würd auch mal überlegen was mir wichtig ist und wo ich Zeit einsparen kann und wie ICH sie nützen will.Sonnenblume hat schon geschrieben für wem den? Damit sich mögliche Erben darüber streiten ?
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Vöglein
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« Antwort #7 am: 11.01.11, 11:06 »

Habt Ihr Ideen , wie man sein Leben positiver gestalten kann? Ist jemand vielleicht in ähnlicher Lage?
 

hallo rosalinde,
ich glaube wir sitzen alle im gleichen boot. deshalb fühlen wir uns schon mal verbunden.
fangt an, euch um euch selbst zu kümmern. auch für euer glück zu sorgen. nicht in 10 jahren, sondern
jetzt und heute. und fangt einfach mit kleinen dingen an........mit kleinen freuden und auszeiten
wir alle können nicht zur erntezeit für drei wochen weg von den höfen, aber vielleicht erst mal ein we oder
ein paar tage. es läßt sich so vieles einteilen und gestalten, aber ihr müßt es in die hand nehmen
und es wirklich wollen. natürlich kostet es erst einmal energie.........aber man kann vieles bewegen
und an dem erlebten kann man lange zehren. das spüre ich an mir .......
heute kam die nachricht der jhv des Bt. alle freuen sich schon auf das we im oktober......

schau einmal auf den spruch der unter meinen grüßen steht........ Wink
drück euch die daumen, das ihr einen weg findet.
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Liebe Grüße Andrea Maria

...man muss das Glück unterwegs suchen, nicht am Ziel, da ist die Reise
zu Ende !
ELLI47
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« Antwort #8 am: 11.01.11, 11:39 »

Hallo Rosalinde
Bei uns ist es ähnlich.
Seit 32 Jahren bewirtschaften mein Mann und ich einen 4o ha Hof.
Allerdings mit Milchwirtschaft und Bullenmast.
Nie Urlaub und Kur.

Wir sind jetzt an einem Punkt,wo wir versuchen die Kurve zubekommen.
Mein Männe war soweit,das er nicht mehr in den Stall ging.

Ich fange jetzt an, den Ausstieg zuplanen.
Ist nicht einfach,aber so geht es nicht mehr.

Keine Ahnung was dann kommt. Embarrassed

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Liebe Grüsse aus Schleswig-Holstein
     
        Elli
Maria
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Bäuerinnen - find ich gut!


« Antwort #9 am: 11.01.11, 13:43 »

Hallo,

wir haben grad erfahren unser Nachbar knapp über 40 während der Arbeit (Metzgermeister) immer für alle da, gestern tot umgefallen.

Man weiß nie was Morgen kommt, nicht einmal die nächste Stunde.

Schaut auf Euch es tut niemand für Euch
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Rosalinde
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« Antwort #10 am: 11.01.11, 16:17 »

Danke, daß Ihr so zahlreich geantwortet habt. Wir haben festgestellt, daß wir mit unserem Problem nicht ganz alleine sind. Nach Rücksprache mit unserem Steuerberater, kommt eine Betriebsumstellung (nur noch Mastschweine) nicht unbedingt in Frage, da die Betriebsgröße dafür nicht vorhanden ist.  Ställe bauen und Land pachten lohnt sich für uns  bei diesen Pachtpreisen nicht mehr. Manchmal sind es ja auch die kleinen Dinge am Tag, die einem weiterhelfen.

Liebe Grüße
Rosalinde
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silberhaar
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« Antwort #11 am: 11.01.11, 19:50 »

Manchmal sind es ja auch die kleinen Dinge am Tag, die einem weiterhelfen.

Hallo Rosalninde

Wie schon mehrmals angesprochen, muss jedes persönlich seinen geeigneten Weg finden.

Wir bewirtschaften einen kleinen Betrieb mit Mutterkuhhaltung. Seit zehn Jahren war mein Mann 100% für gutes Geld auswärts arbeiten. "Was nützt Geld" wenn das andere nicht mehr stimmt?

Die Führung und Teamarbeit hat sich in den letzten Jahren so verschlechtert. Dass es ihm jetzt gereicht hat. Er hat gekündigt.
Eine neue Arbeit ist noch keine in Sicht. Wird aber schon wieder etwas werden. 
Bis jetzt ging immer wieder ein Türchen auf. Bin zuversichtlich
silberhaar



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Pierette
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« Antwort #12 am: 10.02.11, 20:58 »


mouhkouh am 10.02.11
Zitat
Im Übrigen empfinde ich es sehr wohl als eine Art von Selbstmasochismus, wenn ich viele meiner Berufskollegen so sehe. Schuften bis zum Umfallen und auf Kosten der eigenen Gesundheit- für nen Appl und ne´n Ei. Familien- und Freundezeit gleich Null, Zeit für sich selbst? Was ist das?
Und nun sagt nicht, das gäbe es nicht- ich habe die besten Beispiele gleich im eigenen Dorf, bzw. in der eigenen Familie.

Ich glaube, jede von uns weiß aus Erfahrung, dass es genau diese Phasen gibt, da kommen viele Dinge zusammen: Bauzeiten, Krankheit oder Unfälle, Arbeitsspitzen, Schwangerschaft, ach da gibt es sicher viel aufzuzählen. Erregung empfinde ich da weniger, aber wenn sie überstanden sind, doch eine gewisse Befriedigung, wieder einen Schritt getan zu haben.

Jetzt ist meine Frage an Dich, scheinbar gibt es diese diese Zeiten nicht für Dich. Wie schaffst Du es organisatorisch, nicht in diese Situation zu geraten und dennoch intensive Arbeitsphasen zu bewältigen?
Bin für jede Anregung dankbar.
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Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen
(aus Afrika)
Paula73
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« Antwort #13 am: 11.02.11, 05:01 »

mouhkouh am 10.02.11
Zitat
Im Übrigen empfinde ich es sehr wohl als eine Art von Selbstmasochismus, wenn ich viele meiner Berufskollegen so sehe. Schuften bis zum Umfallen und auf Kosten der eigenen Gesundheit- für nen Appl und ne´n Ei. Familien- und Freundezeit gleich Null, Zeit für sich selbst? Was ist das?
Und nun sagt nicht, das gäbe es nicht- ich habe die besten Beispiele gleich im eigenen Dorf, bzw. in der eigenen Familie.

Ich glaube, jede von uns weiß aus Erfahrung, dass es genau diese Phasen gibt, da kommen viele Dinge zusammen: Bauzeiten, Krankheit oder Unfälle, Arbeitsspitzen, Schwangerschaft, ach da gibt es sicher viel aufzuzählen. Erregung empfinde ich da weniger, aber wenn sie überstanden sind, doch eine gewisse Befriedigung, wieder einen Schritt getan zu haben.

Jetzt ist meine Frage an Dich, scheinbar gibt es diese diese Zeiten nicht für Dich. Wie schaffst Du es organisatorisch, nicht in diese Situation zu geraten und dennoch intensive Arbeitsphasen zu bewältigen?
Bin für jede Anregung dankbar.



Ich denke schon jedem ist klar das es diese Zeiten immer mal wieder gibt, vorübergehend, aber bei einigen ist es ein Dauerzustand und das kann es dann doch nicht sein.
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lw_helfer
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« Antwort #14 am: 11.02.11, 05:52 »

hallo,

ich kenn die problematik auch von verschiedenen betrieben - wo es im prinzip nur eines gibt arbeiten arbeiten arbeiten - da gibt es keine überlegung nur mal 3 tage wegzufahren - einfach raus was anderes sehen - andere leute treffen und mal über das eigene leben nachzudenken -

ich würd aber gern solchen betrieben helfen - wenn ich irgendwo arbeitsmässig aushelfen kann meldet euch - komm aus oberbayern.

viele grüsse

lw_helfer
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