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Autor Thema: BDM: Die faire Milch  (Gelesen 15728 mal)
reserl
Niederbayern
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Geschlecht: Weiblich
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« am: 16.01.10, 13:49 »


Nächste Woche soll in Rewe- und Tegutmärkten in Bayern, BaWü und Hessen
die Marke "Die faire Milch" starten.

www.diefairemilch.de

Der Vertrieb wird über Milchverarbeitungs GmbH MVS Süddeutschland laufen. 120 Milchbauern würden an eine Molkerei liefern, die in deren Auftrag H-Milch produziert. Da die Molkerei nur als Dienstleister fungiere, bekämen die Lieferanten 40 Cent je Liter.

Quelle: topagrar.com
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lieben Gruß
Reserl


Auch in den kleinsten Tropfen spiegelt sich der ganze Himmel.
Katharina76
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« Antwort #1 am: 16.01.10, 18:20 »

Die Aktion erinnert mich an Ein Herz für Erzeuger...
Wie weit darf man das alles "glauben"?
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Internetschdrieler
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Braunviehzucht mit Herz und Verstand


« Antwort #2 am: 16.01.10, 20:58 »

Diese Art von Milchvermarktung hat zur Zeit Konjunktur. Entscheident ist aber immer, wie kommt es beim Verbraucher an. Da sind die bisherigen Zahlen der letzten Jahre eher ernüchternd.
Als Hauptgrund für die Entscheidung zur "Fairen Milch" gibt der Verbraucher die regionale Herkunft an. Dies verbindet er mit kurzen Wegen vom Erzeuger zum Verbraucher.
Auf der Web-site der "Fairen Milch" werden die Erzeugerbetriebe mit ihren Familien vorgestellt. Wenn auch in dem Artikel von Top Agrar der Molkereibetrieb nicht genannt wurde, Wer lesen kann weiß es eh, auf der Packung steht HE001 für Immergut in Schlüchtern
Wer jetzt einen Routenplaner bemüht wird schnell feststellen dass es mit den kurzen Wegen vom Erzeuger zum Verbraucher nicht weit her ist. Von Nesselwang nach Schlüchtern sind es immerhin 379 km und zurück zum Rewe-Markt in Pfronten nochmals 390 km. Da ja zugesichert wird, in Bayern erzeugte Milch wird nur in Bayern verkauft. Für BW gilt dies genau so.
Für dieses Manko verpflichtet sich jeder Erzeuger ein Umweltprojekt durch zu führen. Doch wen man die Website so durchklickt, wird man das Gefühl nicht los, hier wird so manches Projekt an den Haaren herbeigezogen. Zum Beispiel, ist es etwas besonderes die Pfähle für den Weidezaunbau aus eigenem Holz zu fertigen? Ich denke es wird niemand dazu importiertes Tropenholz verwenden.
Dazu gibt es weitere Produktionsvorgaben: GVO-Freie Fütterung, max. 1500 kg KF pro Kuh und Jahr, max 35% Silomais in der Ration usw. Diese Vorgaben müssen ja alle kontrolliert werden.
Dafür wurde eine Stiftung gegründet, die wohl noch in den Startlöchern steht. Aber eines ist schon zu erkennen, am Besten ist es immer noch, man kontrolliert sich selbst.
Ob es der Verbraucher abnimmt?  Man wir sehen.

Internetschdrieler
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Versuche nie einen Menschen so zu formen wie du es bist, denn du solltest wissen , daß einer von deiner Sorte reicht
Internetschdrieler
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Braunviehzucht mit Herz und Verstand


« Antwort #3 am: 16.01.10, 22:24 »

Na Internetschdrieler,die Kontrolle könnte doch der BV auch noch mit übernehmen?

LG Milli

Das habe ich jetzt nicht negativ gemeint Wink Doch was man anderen vorwirft sollt man selber nicht tun.
Wenn jetzt ein "Fairer Milch"-Erzeuger der Vorsitzende der Stiftung ist............... Wink

Internetschdrieler
« Letzte Änderung: 16.01.10, 22:57 von Internetschdrieler » Gespeichert

Versuche nie einen Menschen so zu formen wie du es bist, denn du solltest wissen , daß einer von deiner Sorte reicht
mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #4 am: 17.01.10, 09:45 »

Was wohl entscheidend sein wird, ist der Geschmack.
Wenn es hier Unterschiede geben wird, dann hat es sicher eine Zukunft.
maria
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Ca.
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« Antwort #5 am: 17.01.10, 13:54 »

Garantierte Weidehaltung - da bin ich mal gespannt. Kenn da eine Familie - bis jetzt war da nichts mit Weide , nicht mal das Jungvieh. Im Gegenteil - Kraftfutter  (Hauptfutter) .

Ca.
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Lexie
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Beiträge: 528


« Antwort #6 am: 17.01.10, 14:28 »

ich halte von den ganzen zur Zeit stattfinden Milchaktionen gar nichts. Das gibt nur wieder böses Blut unter den
Bauern. Ich rate mittlerweile jedem Verbraucher, der was für uns Landwirte tun will, Produkte von Berchtesgadner Land zu kaufen.
Es ist die einzige Marke, die bei der noch alles stimmt.
Wir waren über 1 Jahr lang Milchlieferanten der Bayr. Bauernmilch, ich sag nur NIE WIEDER. Der Milchpreis, war der schlechteste in Bayern.
Wir meinten auch, jetzt muss doch mal was bei uns ankommen...nichts kam...nur lapidare Ausreden. Wir können nicht mehr bezahlen, da wir diesen Monat wieder neue  Tetrapacks kaufen mussten, die Logistik... usw.
Eines hab ich bei der ganzen Sache gelernt (und es fällt mir auch beim Einkaufen auf), der Verbraucher kauft nur das billigste. Wenn der bereit wäre unsere Arbeit zu honorieren, dann müßten wir uns jetzt nicht noch solchen Aktionen stellen.
Lexie
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Matthias
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Beiträge: 596



« Antwort #7 am: 17.01.10, 16:23 »

Ich finde die  Art der Vermarktung an sich nicht schlecht, ob sie sich durchsetzt wird die Zukunft zeigen.

Mit den gesteckten Zielen bezweifle ich aber das eine erheblich höhere Vergütung für die Landwirte herauskommen,
die Eigenschaften die die Milch haben soll machen sie schon in der Produktion und Vermarktung erheblich teurer.

Und das wichtigste ist das die selbst gesteckten Eigenschaften der Milch (GVO frei, regional usw) 100 % eingehalten werden,
denn der Verbraucher lässt sich nicht veräppeln und und  was wir nicht brauchen wäre hier ein Skandal.
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Zotti
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Beiträge: 9


« Antwort #8 am: 17.01.10, 19:01 »

Hallo
Hier mal eine Antwort einer Verbraucherin.
Hatte bei Edeka die H-Milch "Unsere Heimat" gekauft. Darauf steht daß für diese Milch 10 % mehr bezahlt wird. Allerdings kostet sie 20 Cent mehr als die Gut & Günstig Milch vom gleichen Milchwerk.
Irgendwie fühlte ich mich da überfahren, denn 10 % und 20 Cent passen da wohl nicht zusammen. 
Nun habe ich "Bergbauernmilch aus dem Berchtesgadener Land," da ich hier im Forum gelesen hatte, daß die nicht zu den schlechtzahlenden Milchwerken gehören. Auch bei Joghurt, Butter usw. kaufe ich Berchtesgaden.
Da ich in B-W wohne habe ich zusätzlich die "Schwarzwälder Weidemilch ohne Gentechnik" mal mitgenommen.
Klar ist die Milch teurer, aber wenn es wirklich so ist, daß die Bauern mehr bekommen, bin ich bereit, einen höheren Preis zu zahlen.
Gruß Zotti
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marikat
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Lass mir die Träume, ich brauch sie zum Leben


« Antwort #9 am: 18.01.10, 10:59 »

Hallo,
ich denke dass gerade die Faire Milch ihre Chance bekommen sollte.
Durch die Webung mit der Faironika bekommt jeder Verbraucher gleich einen Wiedererkennungswert. Denn die ist jedem, der nicht gerade blind durch die Lande zieht, bekannt.

Hallo
Hier mal eine Antwort einer Verbraucherin.
....
Klar ist die Milch teurer, aber wenn es wirklich so ist, daß die Bauern mehr bekommen, bin ich bereit, einen höheren Preis zu zahlen.
Gruß Zotti

Es ist durch viele Aktionen die gelaufen sind, eine Sensibilisierung der Verbraucher hergestellt worden, und da wird es doch nicht an 10 oder 20 Cent für Frischmilch scheitern. So viel Vertrauen habe ich schon in die Milchtrinker Smiley

Gruß
marikat
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manurtb
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« Antwort #10 am: 18.01.10, 12:00 »

Wir waren über 1 Jahr lang Milchlieferanten der Bayr. Bauernmilch, ich sag nur NIE WIEDER. Der Milchpreis, war der schlechteste in Bayern.
Wir meinten auch, jetzt muss doch mal was bei uns ankommen...nichts kam...nur lapidare Ausreden. Wir können nicht mehr bezahlen, da wir diesen Monat wieder neue  Tetrapacks kaufen mussten, die Logistik... usw.
Eines hab ich bei der ganzen Sache gelernt (und es fällt mir auch beim Einkaufen auf), der Verbraucher kauft nur das billigste. Wenn der bereit wäre unsere Arbeit zu honorieren, dann müßten wir uns jetzt nicht noch solchen Aktionen stellen.
Ich finde, dass Dein letzter Satz so nicht passt und Du schon die beste Argumentation selbst lieferst.

Der Lieferant macht Schmu, der Verbraucher kann nur über den Preis entscheiden, nicht darüber, was dann tatsächlich dahinter steht.
Mein Favorit wäre immer noch das Transfair-Siegel für deutsche Milchprodukte.
Bio ist die eine Geschichte, die im Moment noch am meisten mit Fairness verbunden wird.
Und das Wohlwollen der Verbraucher verspielt man sich mit diesen unausgegorenen Aktionen zum Fair und echt aus Bayern und ähnlichem.
Marketingtechnisch total bescheuert.
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eifelrosi
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« Antwort #11 am: 18.01.10, 16:31 »

Hallo marikat,

warum soll "gerade die Faire Milch ihre Chance bekommen"? Es ist genau wie "Ein Herz für Erzeuger", "Bayr. Bauernmilch" ein Versuch, eine Marktnische in meinen Augen. Ich gönn jedem, der dabei mitmacht, dass etwas dabei herumkommt außer Kosten, die man in der Regel erst mal hat, um die Standards für dieses Produkt auch zu erreichen.
Es ist für ein paar Bauern dann mal etwas mehr, die dann gerade das Glück haben, dass sie zu den Auserwählten der Molkerei XY gehören, allerdings wird unser Erzeugerpreis nicht nur aus der Frisch-/H-Milch errechnet, das sind schließlich nur x von 100%! Also alles eine Gleichung mit mehreren Unbekannten.
Wer dabei mitmacht und weiß, worauf er sich einläßt, wird auch nicht so enttäuscht, wenns erstmal nicht so läuft, denn jede Marktnische braucht ihre Anlauf/Lernzeit.
Wenn alle Verbraucher so handeln würden wie z.B. zotti, bräuchte es keine Noname-Milch zu geben, dann wäre uns allen Bauern auch schon geholfen - allerdings müßte es dafür halt "Die" Verbraucher und "Die" Bauern geben, die alle gleich sind...

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Mirjam
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WWW
« Antwort #12 am: 18.01.10, 16:35 »

Hallo Rosi,

sagen wir mal so - wir bekommen nicht den "Verbraucher" den wir uns wünschen, dafür hat meist der Verbraucher nicht "den Bauern" wie (wie im Ravensburger-Bilderbuch) er ihn sich wünscht :-), also nur noch Weidehaltung, nur noch Bio, nur noch Kleinbauernhöfe, keine Spalten, vieeeel Stroh......

Gruß Mirjam

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eifelrosi
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Geschlecht: Weiblich
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Weißes Gold ist wertvoll und gesund


« Antwort #13 am: 18.01.10, 16:42 »

Hallo Mirjam,

damit hast du schon recht, ich sträube mich nur etwas dagegen, dass der Verbraucher (und das sind wir alle) alle technischen und sonstigen Errungenschaften mitmacht und bezahlt und wir Bauern noch so arbeiten sollen wie früher... und noch nicht mal so viel bekommen wie früher.

Viele Grüße
Roswitha
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Schön, dass es den BT gibt
gammi
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« Antwort #14 am: 18.01.10, 16:51 »

Aber was mich hier wieder stört.........wir finden keinen Mittelweg mehr.

Entweder die romantische Weise mit Kühen auf der Weide als gut....und die Kühe im Laufstall als böse.

Und ich finde auch hier kommt wieder zum Ausdruck (unbewußt?): No-name-Milch ist schlecht. Ich bin froh, dass unsere Milch auch als no.name Milch vermarktet wird. Ich habe lieber die Gewissheit, dass meine Milch überhaupt vermarktet werden kann. ......(Und trotzdem ist unser Milch momentan gentechnik-frei).

die Idee der BDM-Milch ansich finde ich nicht schlecht. Nur dadurch, dass es soviele verschiedene "Premium"-Marken gibt ist der Verbraucher wieder unsicher was er kaufen soll.

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Auch Laufstall-Kühe geben gute Milch
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