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Autor Thema: Neuanfang! (?Ökodorf in der Schorfheide oder öffentlicher Dienst im Allgäu??)  (Gelesen 815 mal)
Bini
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Frischer Wind aus S-H


« am: 23.11.09, 22:55 »

Hallo, auch ich brauche Entscheidungshilfe....

Wir werden den gepachteten Hof in Schleswig-Holstein zum Ende des Milchwirtschaftsjahres aufgeben. Soweit sind wir sicher, aber nun hat der GöGa zwei konkrete Jobangebote, die verschiedener nicht sein können und wir müssen uns bis Mittwoch für oder gegen den einen entscheiden.

Ich war mit zum Vorstellungsgespräch in Brandenburg (4 Std. von zu Hause) und fand einfach alles toll, die Herdenleiterfunktion eigenständig und anspruchsvoll mit leistungsbezogenem Gehalt für den Mann. Die Landschaft und das soziale Gefüge im Dorf mit der Möglichkeit sich kulturell oder auch beruflich als Hauswirtschaftsmeisterin mit einzubringen für mich. Die fast 50 Kinder im Dorf und die Vereine und Aktivitäten für meine drei Kinder (9, 7, 3). Die Jungs 9 und 3 sind beide landwirtschaftsverrückt. Die Grundschule geht dort bis zur 6. Klasse, was für den Schulwechsel des Ältesten echt günstig ist (er würde sonst zum vierten Jahr die Schule wechseln und was für Auswirkungen das auf die Schulempfehlung hat, da bin ich ganz unsicher).

Die andere Stelle ist im Allgäu beim Landesamt für Landwirtschaft und eine Lehr- und Versuchstätigkeit. Leider konnte ich da nicht mit hin und so habe ich hierzu einfach kein rechtes Gefühl. Dienstsitz wäre Kempten und in Punkto Geld und Arbeitszeit liegt sie echt vorn. Ich glaube ich würde mich dort zurechtfinden, aber ich will auf keinen Fall stadtnah wohnen. Richtig unsicher bin ich in Bezug auf die Kinder und die sozialen Kontakte.
Ich denke, dass der Dialekt meinen Kindern (besonders dem Großen) sehr zu schaffen machen wird. Wenn wir ein Haus zur Miete in einem der umliegenden Dörfer finden, haben die Jungs keinen Bezug mehr zur Arbeit ihres Vaters, das würde ein großes Loch in ihrem Lebensinhalt bedeuten und ich weiß noch nicht wie sie das (oder womit sie es) füllen werden.
Falls meine Kinder in der Schule ein Jahr verlieren (Bayern soll echt weit sein) werden sie einfach immer deutlich heraus ragen und vielleicht zu Außenseitern. Sie sind beide sehr groß für ihr Alter und erst mit 7 eingeschult worden. Es ist auch möglich, dass sich der Dienstsitz in den nächsten Jahren ändert, so dass ein erneuter Umzug innerhalb Bayerns nötig werden könnte.

Und die letzte Sache können mir wohl nur die Allgäuerinnen beantworten, wie einfach oder schwer ist es als "Zugezogene" in einem Allgäuer Dorf Fuß zu fassen?

Wer kann mir raten?

Nördliche Grüße

Bini
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Wir haben zu jedem unserer Träume auch die Kraft bekommen, ihn zu verwirklichen.
Es kann allerdings sein, daß wir uns dafür anstrengen müssen.
gammi
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« Antwort #1 am: 23.11.09, 23:12 »

Bin zwar nur am Rande vom Allgäu, antworte aber trotzdem mal.

Klar wird es mit dem Dialekt etwas schwierig am Anfang.......aber vor allem die Kinder lernen das ganz schnell zu verstehen....ansonsten geben sich die meisten auch Mühe mit "Zugegezogenen" so zu reden, dass sie das auch verstehen. Normalerweise können wir auch hochdeutsch mit Akzent  Wink. In unserem Ort gibt es auch mehrer Frauen, die der Liebe wegen aus anderen Bundesländern kamen, das hat immer gut funktioniert.

Wie jemand als Zugezogener aufgenommen wird hängt auch vom Verhalten des Zugezogenen ab. Aber ich denke dass ist in jedem Ort so. Ganz wichtig halt  auch immer auf die "Einheimischen" zugehen und Interesse an der Dorfgemeinschaft zeigen. Auch mal zum Mittagessen bei einem Fest gehen usw.
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Auch Laufstall-Kühe geben gute Milch
maggie
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Bäuerinnen - sind wie andere frauen


« Antwort #2 am: 24.11.09, 09:46 »

also ich möchte doch noch mal hinfahren - mit göga ...

ich finde auch die partnerin sollte sich zuerst umschauen wie es dort ist - wenn es so weit von der alten heimat weg ist !!!
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liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz
gammi
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« Antwort #3 am: 24.11.09, 10:51 »

Zu welcher Lösung würdest du im Moment am meisten tendieren?
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Auch Laufstall-Kühe geben gute Milch
Mirjam
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Change happens!


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« Antwort #4 am: 24.11.09, 11:52 »

Hallo,

der "kulturelle Sprung" ist natürlich nach Bayern größer, die Gegend allerdings - im Herzen einer Urlaubsregion vom Bodensee bis zum Skifahren und über Österreich nach Kroatien oder Italien ans Meer...? Dazu noch in Lehr/Versuchswesen - das ist bei übersichtlichen Arbeitszeiten doch natürlich interessant!

Darf ich eine andere Frage stellen... mir macht die soziale Integration weniger Gedanken...als wie wird ein Norddeutscher Milchviehberater in der Lehre angenommen?  (ich hüpf öfter in Fettnäpfe ich darf das *gg*).
 
Bini - was den Bezug zur Landwirtschaft betrifft - das ganze Allgäu ist voller Landwirtschaft - schau mal welches Bild ich am noch letzten Sonntag morgen von der Heimfahrt aus Kempten gemacht habe - Bauernhöfe wohin das Auge schaut  Wink, da wird sich sicher ein Hof finden, auf dem sie Schlepper fahren dürfen!

Berichte weiter wo/wohin ihr euch entschieden habt, übrigens gibts in Bayern/Süddeutschland mehr BT-Stammtische :-).

viele Grüsse

Mirjam



Bild verkleinert von Martina
« Letzte Änderung: 26.11.09, 18:28 von martina » Gespeichert

Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
gammi
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« Antwort #5 am: 24.11.09, 12:09 »

Darf ich eine andere Frage stellen... mir macht die soziale Integration weniger Gedanken...als wie wird ein Norddeutscher Milchviehberater in der Lehre angenommen?  (ich hüpf öfter in Fettnäpfe ich darf das *gg*).
 

Diese Frage ist sicher berechtigt, denn viele Dinge, die sich in nördlicheren, meist größeren (um es einmal pauschal zu sagen) Betrieben umsetzen lassen, lassen sich einfach im "kleinstrukturierten" Allgäu nicht umsetzen. Bei uns kann man einfach häufig keine größeren Schläge bilden, weil es landschaftlich gar nicht geht usw.

Was ich allerdings auch wichtig finde: In Brandenburg hätte Bini auch die Möglichkeit selber arbeiten zu gehen.....
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Auch Laufstall-Kühe geben gute Milch
Mirjam
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« Antwort #6 am: 24.11.09, 12:12 »

Hallo Gammi

ich meine dabei auch große Produktionsunterschiede - bedingt durch den kaum vorhandenen Ackerbau und die Grünlandwirtschaft aufgrund der hohen Niederschläge/vielen Heu/Silierschnitte - mal abgesehen von Genetik und Vermarktung/Verarbeitung?

Gruß Mirjam
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Paula73
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« Antwort #7 am: 24.11.09, 13:29 »

Vielleicht hilft dir ein Liste, auf der du die Vor- und Nachteile von beiden Angeboten gegenüberstellen kannst ?

LG Paula
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Sasa
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« Antwort #8 am: 24.11.09, 13:37 »

Erstmal würde ich fragen, welcher Job Göga eher zusagt- er muß ja jeden Tag da hin Grin

Und dann - würde ich mir das Allgäu erstmal selber ansehen wollen. Und, einfach irgendwann nach Bauchgefühl entscheiden, wenn es nicht ganz dringende Gründe für oder gegen einen Ort gibt....Ob es die richtige Entscheidung war, weiß man so oder so erst hinterher Grin

Gefühlsmäßig würde ich sagen, Bini tendiert Richtung Brandenburg Grin- ihr Posting klingt danach, finde ich...
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Biobauer
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« Antwort #9 am: 24.11.09, 13:42 »

wie alt seid ihr zwei eigentlich , wobei ich glaube übernahme in staatsdienst geht nur bis 27 , oder.
unabhängig von ort, sprache etc wäre mir gerade in der heutigen zeit ein spatz in der hand lieber als die taube am dach.
wobei du ja  mit dem versuchsjob sogar die taube in de r hand hast , mehr geld bei  weniger arbeit, bzw sehr geregelte arbeit.
bis jetzt  ward ihr ja selbstständig, als angestellter schaut man ganz anders auf seine arbeitszeiten.
noch dazu ne gegend wo andere urlaub machen ...
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Streite dich nie mit einem Idioten, er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich mit Erfahrung. (Bob Smith, 1962
Bini
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Frischer Wind aus S-H


« Antwort #10 am: 24.11.09, 14:44 »

Danke für die vielen guten Gedanken von Euch allen!

Also erstmal die Fragen beantworten: Wir sind beide Anfang 40 da sollte man schon über einen Job bis zur Rente nachdenken.
Und ja ich tendiere mehr zu Brandenburg, dieses Dorf ist echt etwas, wovon ich geträumt habe, als ich jünger war aber man wird ja auch älter...

Danke an Mirjam für das tolle Bild, sieht echt schön aus bei Euch. Und wenn es überall Höfe gibt, werden meine Jungs schon etwas finden.
Ich fange an zu bröckeln....

Sagt mal wie ist denn die Versorgung mit Kindergartenplätzen bei Euch? Muß man lange warten?
Und welche Art von Schulreform gibt es jetzt in Bayern? Bei uns werden jetzt die ersten Reformen reformiert!??
Und ich habe immernoch nicht den Unterschied zwischen Regional- und Gemeinschaftsschule begriffen.

Bin für alle Informationen über den Allgäu (oder heißt es das?) dankbar.

Bini


« Letzte Änderung: 24.11.09, 21:25 von Bini » Gespeichert

Wir haben zu jedem unserer Träume auch die Kraft bekommen, ihn zu verwirklichen.
Es kann allerdings sein, daß wir uns dafür anstrengen müssen.
cara
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Kann ich nicht, heisst will ich nicht.


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« Antwort #11 am: 26.11.09, 17:44 »

der (in meinen Augen) einzige Vorteil vom Allgäu ist, dass es nicht soweit nach Italien und zum Gardasee ist Grin

Allgäu ist bei uns ja auch unterschwellig immer eine Möglichkeit, wenn die AGCOs meinen lieben Mann dann doch am Firmensitz festnageln wollen..
Wenn ich die Wahl hätte, ich würd BB nehmen... aber letztendlich ist es EUER Leben und ihr müsst sehen, was ihr draus macht..
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LiGrüss cara

Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.
Henry Ford
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