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Autor Thema: Milchindustrieverband: Teile des Mehrerlöses zurückbehalten?  (Gelesen 1003 mal)
eifelrosi
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« Antwort #15 am: 11.11.09, 21:32 »

prima fanni, das find ich gut, unsere Aktion am Sonntag war nicht ganz so aufmischend:

http://www.euskirchen-online.ksta.de/html/artikel/1256136989285.shtml

aber steter Tropfen höhlt den Stein...
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Schön, dass es den BT gibt
Marone
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« Antwort #16 am: 11.11.09, 22:00 »

.....anstatt die Milcherzeuger, was meinst du was da losgewesen wäre.

Hätte es aber nicht heißen können in dem Fall, denn wenn schon Milchkrise, dann auch Milcherzeuger. Und, wenn einfach jeder Milcherzeuger den anderen als Konkurrenten sieht, bzw. so wie es halt in der freien Marktwirtschaft ist, Jahr für Jahr soviel Umsatz und Gewinn wie möglich machen möchte, kaum dass er im letzten Quartal vom Steuerberater hört,... hey, du must noch investieren, sonst frisst dich die Steuer und dann eben auch genau diese Summe investiert, wenn schon nicht in Maschinen, dann eben in ein paar Milchkühe mehr oder umgekehrt, wen wundert es dann, dass die Milchproduktion stetig ansteigt, obwohl der Verbrauchermarkt eigentlich schrumpft.
Wenn Landwirte schon freie Unternehmer sind, dann müssen sie sich eben auch dem Markt stellen und so wirtschaften, dass ihr Betrieb überlebt, wer da nicht mithalten kann, der wird wohl aus wirtschaftlichen Gründen schließen müssen. Das Problem......wo auf dem Arbeitsmarkt kann man dann diesen Facharbeiter einsetzen, der "nur" Landwirtschaft gelernt hat und eigentlich auch nie gelernt hat, sich einem Vorgesetzten unterzuordnen und Weisungen zu befolgen.
Die Tränen, die der Verbraucher einem Landwirt der schließen muss nachweinen, sind sicher nicht mehr, als z.B. gerade jetzt aktuell bei den Quelle Mitarbeitern. Denke mal, da reicht ein Tempo pro Woche.

Finde es schon überlegenswert, eine Teil der Mehrerlöse zurückzubehalten, um bei einem extremen Absacken des Milchpreises aus diesem Fond etwas beisteuern zu können, für eine relativ konstanten Milchpreis. Landwirte haben halt vielleicht oftmals wirklich nicht den Überblick, investieren in einer guten Zeit und bedenken dabei nicht, dass es auch mal schlechtere Jahre geben könnte und sie dann, oh weh, oh weh,...ihren Kredit nicht zurückbezahlen können.
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Heidi.S
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« Antwort #17 am: 12.11.09, 10:59 »

Hallo Toni
 dass in guten Zeiten was für schlechte zurück gelegt werden sollte ist denk ich jeden klar der irgendwie Verantwortung für ein Unternehmen hat, darüber braucht man nicht belehrt zu weden.
 Diese Krise kam allerdings sehr überraschend und weder die Milchverarbeiter noch die Milcherzeuger konnten sich drauf einstellen.
Jetzt aber zu sagen von den Milchverarbeitern " erst mal unserer Taschen voll" weil wir sind die schlaueren und sitzen am längeren Hebel...find ich schon mehr wie eine Frechheit.l
 Im übrigen find ich es auch nicht gut wie du alle Milcherzeuger über einen Kamm scherst. Es wil und kann nicht jeder überproduzieren oder sich vergrößern. Jeder Betrieb hat andere Ausgangslagen und Alternativen um sein Geld zu verdienen. Es kann nicht jeder Biogas oder Fremdenverkehr anbieten. Grünlandregionen können nicht einfach mal ein paar ha Mais mehr anbauen um die Herde aufzustocken usw.
Wenn man den Bericht des Europäischen Rechnunghofes zum Beispiel mal anschaut , sieht man wie unterschiedlich die Wettbewerbsbedingungen sind.
http://eca.europa.eu/portal/pls/portal/docs/1/3096296.PDF

So wie es bisher läuft kann keine Rede sein von freien Markt und Wettbewerb und der Rechnunghof sagt das ganz deutlich, dass für die Zukunft andere Weichen gestellt werden müssen.

Der Milcherzeuger ist das Endstück der Gewinnvergabe und da sieht er momentan weiter düster in die Zukunft.
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« Antwort #18 am: 12.11.09, 16:30 »

Der Milcherzeuger ist das Endstück der Gewinnvergabe und da sieht er momentan weiter düster in die Zukunft.
Fazit: Der Landwirt ist zwar selbstständiger Unternehmer, jedoch abhängig von den Milchweiterverarbeitern bzw. letztendlich vom Verbraucher.

Was glaubst du, was unverschämt daran ist, wenn ein Unternehmer, sprich Milchindustrie erstmal ihre Taschen füllen wollen, bevor sie es an den Erzeuger weitergeben, weil sie ja genau wissen, dass der Milcherzeuger abhängig von ihnen ist. Wie schreibst du so schön, klar dass ein Unternehmen Rücklagen bilden sollte und genau das wäre doch hier der Fall, also du an denen ihrer Stelle würdest es doch genau so machen.
Ist doch nur simple Firmenführung.

Zu Überproduktion von Milch in deinem Beitrag,....tja, wer in der momentanen Milchkrise überproduzieren könnte, es aber nicht will...selber schuld und wer nicht kann, dumm gelaufen. Wieviele deiner Kollegen rechnen wohl die Überproduktion mit ein, gibt zwar Abzug, aber unterm Strich gesehen, lieber nur 15 Cent für überlieferte Milch, als nichts. Da liegt das Problem der Milchkrise, nicht an der momentanen allgemeinen Wirtschaftskrise. Finde übrigens nicht, dass man hier etwas mit mehr Subventionen regeln sollte, o.ä. denn das Problem löst sich doch von selbst, spätestens dann, wenn Betriebe, die nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können dicht machen. Geht aber nicht nur den Milcherzeugern so, sondern ist einfach das Gesetz der Marktwirtschaft, wer nicht gewinnbringend arbeiten kann, der ist über kurz oder lang insolvenz. Darum rechtzeitig investieren, um eben konkurrenzfähig zu sein, jedoch sieht es so aus, als ob das einige frühere Generationen, bzw. auch jetzige Landwirte einfach verschlafen hätten. Genau diese Betriebe werden über kurz oder auch etwas länger vom Boden verschwinden.
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« Antwort #19 am: 12.11.09, 16:59 »


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Fazit: Der Landwirt ist zwar selbstständiger Unternehmer, jedoch abhängig von den Milchweiterverarbeitern bzw. letztendlich vom Verbraucher.
Finde übrigens nicht, dass man hier etwas mit mehr Subventionen regeln sollte, o.ä. denn das Problem löst sich doch von selbst, spätestens dann, wenn Betriebe, die nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können dicht machen. Geht aber nicht nur den Milcherzeugern so, sondern ist einfach das Gesetz der Marktwirtschaft, wer nicht gewinnbringend arbeiten kann, der ist über kurz oder lang insolvenz. Darum rechtzeitig investieren, um eben konkurrenzfähig zu sein, jedoch sieht es so aus, als ob das einige frühere Generationen, bzw. auch jetzige Landwirte einfach verschlafen hätten. Genau diese Betriebe werden über kurz oder auch etwas länger vom Boden verschwinden
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Na du redest ja nun auch schon fast so schlau wie manch Berater. Nicht nur der Milchsektor lebt von Subvensionen ( wo ich lieber Ausgleichszahlungen sag) sondern in fast jedem Bereich des Agrarsektors gibt es Subvensionen oder meinst du vielleicht eine Biogasanlage würde sich rechnen ohne festgeschrieben Abnahmepreis? Wo ist da der freie Markt? Lies doch mal die Erläuterungen des europäischen Rechnungshofes, da ist alle s fein säuberlich aufgezählt was Subvensionen wo bewirken.
 Ich hab auch nichts dagegen wenn private Milchverarbeiter sich ihre Taschen stopfen(die haben auch das alleinige Risiko und seltsamer Weise auch oft den bessen Aszahlungspreis), aber ich hab was dagegen wenn der MIV die Empfehlung rausgibt das dies die genossenschaftlichen  Molkereien so machen sollen.Ich mag diese Vereinheitlichung nicht, ich will einfach eine gewisse Konkurenz haben und keine Absprachen, was man auch kartellrechtlich überdenken sollte.
Im übrigen gehen momentan in der Milchkrise nicht unbedingt die älteren oder kleinen Betriebe zu Grunde sondern auch viele neue große moderne Betriebe weil die einfach nur auf den Milchpreis angewiesen sind.Überleben im Strukturwandel werden nicht die größten und modernsten Betriebe , sondern die besseren.





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« Antwort #20 am: 12.11.09, 19:35 »

...wenn der MIV die Empfehlung rausgibt das dies die genossenschaftlichen  Molkereien so machen sollen.
...eben, nur eine Empfehlung! Die genossenschaftlichen Molkereien können doch selbst entscheiden, was sie machen. Schätze aber mal, dass auch diese Molkereien erstmal für sich arbeiten, nicht für ihre Milcherzeuger, schließlich haben Molkereien auch eine Unternehmerpflicht gegenüber ihren Mitarbeitern und die wollen doch auch leben können. Milcherzeuger sind nur Zulieferer, gibts wie Sand am Meer.

Im übrigen gehen momentan in der Milchkrise nicht unbedingt die älteren oder kleinen Betriebe zu Grunde sondern auch viele neue große moderne Betriebe weil die einfach nur auf den Milchpreis angewiesen sind.Überleben im Strukturwandel werden nicht die größten und modernsten Betriebe , sondern die besseren.
Richtig, die Betriebe mit einer guten Betriebsführung haben sowieso noch nie Probleme gehabt.
Neue, große Betriebe, die sich bei der Finanzierung übernommen haben, tja, sollten die mir leid tun? Noch dazu, wo genau diese Betriebe keine allzugroßen Rücklagen bilden in guten Zeiten, die sie ja auch schon hinter sich haben, schließlich wird so gewirtschaftet, dass möglichst wenig an den Vater Staat abgeführt werden muss. Und dann,......wo sind in wirtschaftlich schweren Zeiten die Rücklagen? Da soll plötzlich die Allgemeinheit einspringen und mit Steuergeldern wohl der Betrieb gerettet werden. Nein danke!
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