So, nun will ich mal berichten, wie die Aktion abgelaufen ist.
wir waren zu zweit, haben Milch ausgeschenkt und unser Milchhof (Coburg), den wir beliefern hat uns noch einen Käse gesponsert, den man auch im Markt kaufen konnte. Wir hätten gerne auch von den Bayreuthern was gehabt, aber der ist in dem Markt nicht mal in der Frischetheke gelistet.
Die Leute haben sich gut ansprechen lassen, viele kannten sich mit der Kennzeichnung überhaupt nicht aus. Wenn man fragt, was den Leuten beim Einkauf von Milch und Milchprodukten wichtig ist, sagen viele der Preis, Haltbarkeitsdatum, Geschmack, was die Familie will aber die Herkunft interessiert die Wenigsten.
Die Milch, die wir zum ausschenken hatten, war die "Berchtesgadener". Ganz viele Leute sagten, dass sie diese kaufen, weil sie gehört haben, dass die Molkerei den höheren Preis auch an ihre Bauern weitergibt. Es waren auch Einige dabei, mit denen ist man richtig ins Disskutieren gekommen. Zum Einen fragten sie ob da auch wirklich "nur" bayrische Milch drin ist, wenn die Kennzeichnuing drauf ist, bzw. bei Käse auch nur bayrische Milch verwendet wurde und da wird es kritisch. Welcher Milchhof bekommt keine Milch von Anderswo her?
Bei unseren befragten Leuten war auch ein Milchfahrer dabei und der Schwager eines Solchen, denen brauchst du keine Märchen zu erzählen. Manche erzählten, dass sie auch im Bio-Laden einkaufen und selbst da noch nicht drauf geachtet haben, wo die Produkte herkommen.
Ich denke schon, dass nach dieser Aktion mehr Verbraucher bewusst auf die Packung schauen und auf regionale Produkte zugreifen. Wir sollten ja auch über den Analogkäse aufklären und den Milchanteil im Speiseeis. Ich bin selber am Tag vorher mal in den Laden gegangen und hab nach geriebenen Käse, bzw. Produkten mit Analog-Käse gefandet, wurde aber nicht fündig. Als ich dann bei der Bäckerei in der Filiale fragte ob auf den Käsebrötchen auch echter Käse oder Ersatz drauf ist, schaute mich die Verkäuferin wie vom Donner gerührt an und wusste zuerst gar nicht, was ich von ihr wollte.
Ich klärte sie dann auf und sie schaute extra für mich auf der Verpackung nach und es war tatsächlich noch echter geriebener Edamer. Ich hab dann gedacht, ob wir hier wohl noch etwas rückständig sind, so kurz vor dem ehemaligen "Eisernen Vorhang"

Was ich ein bischen schade fand, war das Werbematerial, das wir hatten. Es war ein Heft mit Milchmixgetränken und eben das Quiz und für Kinder hatten wir vom Ministerium gar nichts, nur noch eine kleine Menge Malbücher von einem Hoffest im Landkreis. Wenn man da für Kinder was zum geben hat kommt man doch auch sehr gut mit jungen Frauen ins Gespräch und den zukünftigen Verbrauchern Und ne Oma mit 70 nimmt wohl das Heft für die Milchmixgetränke mit, wird aber kaum mal was daraus machen.