Hallo Melitta
was macht denn das übrige Drittel? Dicht? Und warum nur kostendeckend? Was meinst du denn damit? Heißt kostendeckend so, dass man gerade überleben kann oder dass man Rücklagen erwirtschaftet, auf die man zurückgreift, wenn Investitionen anstehen?
Wenn man vom Kostendeckungsprinzip ausgeht, dann ich verdiene genau so viel Geld, dass ich keine Schulden mache. Das muss ich aber doch, weil ich sonst nicht investieren kann und somit auch wieder mehr Geld erwirtschaften, um Kredite abzuzahlen. Und ohne Investitionen läuft nichts.
Kostendeckend beinhaltet für mich natürlich einen konstanten Zuwachs beim Eigenkapital. Wir haben nie so große Rücklagen bilden können um anstehende (große) Investitionen aus dem laufenden bezahlen. Bis auf eine Baummasnahme (2008) haben wir alles mit Fremdkapital finanziert und sind damit bisher sehr gut gefahren. So lang man die Raten problemlos zahlen kann, sehe ich das auch nicht als Schulden.
Wir haben den Betrieb bestimmt nicht aufgebaut, um stinkreich zu werden, aber ein wenig übrig haben will ich schon für meine 7- Tage Woche. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass es meine Tochter später mal gut findet, wenn sie eine gute Lebensversicherung ausgezahlt bekommt oder das Haus in einem guten Zustand ist, was bei kostendeckend ja wohl nicht drin wäre. Wie sieht es aus mit Rücklagen für deine spätere Alterssicherung? Mir der Bauernrente kommt niemand weit.
Wir sind soweit privat abgesichert das die staatliche Rente (LAK) für uns keine Notwendigkeit, sonder zusätzlich ist. Da die Lebensversicherung schon früh abgeschlossen wurde sind auch die Beiträge moderat. Zusätzlich kommt noch einiges über Riester, das für mich durch die Zuschüsse für die Kinder interessant ist.
Wenn ich mir auch so meine persönliche Arbeitsmotivation vorstelle bei dem Ziel der Kostendeckung, na ja ich weiß nicht, ob das dann reicht.
Meiner Meinung nach muss der Anspruch sein, ich arbeite überdurchschnittlich viel und das will ich auch auf dem Konto sehen. So weit ich weiß, funktioniert auch so Wirtschaft.
Wir haben die Arbeiten auf dem Betrieb so organisiert das wir in der Regel nicht überdurchschnittlich viele Stunden anfallen. Das kostet uns zwar den "Luxus" einer Fremd AK, aber dadurch bleibt genügend frei Raum für freie Wochenenden, Urlaub und Freizeitaktivitäten. Was nutzt mir letzten Endes das Geld auf dem Konto wenn die Gesundheit ruiniert ist. Unser Einkommen liegt zur Zeit zwar unter dem was auf vergleichbaren Posten in der freien Wirtschaft zu erzielen wäre, aber immer noch über dem was hier im Osten viele Angestellte bekommen.
Mein Wunsch ist es, dass die Gesellschaft versteht, wie wichtig der Landwirt für sie ist und es gar keine Frage ist, dass die dort Arbeitenden auch gutes Geld verdienen. Auch hier im Forum wird die Forderung nach mehr Geld oft als Jammern verstanden,ich sehe das einfach als mein gutes Recht.
Die Gesellschaft versteht sicher wie viel Arbeit hinter ihren LM steckt, wenn man sich die Mühe macht es zu erklären. Vorwürfe, Schuldzuweisungen, LM Vernichten bewirken genau das Gegenteil.
Mit Fordern alleine erreicht man halt leider keine höheren Preise. Forderungen sollten vor allem realistisch und angemessen sein.
Sojetzt ab in den Stall,muss heute Lämmer wegbringen zu dem sensationellen Preis von 2,10 € das Kilo, erstmalig sind die Preise dieses Jahr um 10 Cent gestiegen.
Viele Grüße
Melitta
Dann hoffe ich das der Preisanstieg noch etwas anhält. 2,10 € scheint mir verglichen mit dem was Lamm im Laden kostet immer noch recht wenig zu sein.
LG Paula