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Autor Thema: Gehen Frauen anders/besser/schlechter mit Geld um?  (Gelesen 3446 mal)
mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #30 am: 19.09.09, 11:14 »

Hallo AnnaAnna,
ich kenne den Spruch von Mahatma Gandhi.
Aber wieweit sind es Bedürfnisse, wann beginnt die Gier?
Mir gefallen die Geschichten und Erzählungen von Leo Tolstoi,
eine davon heißt- wieviel Erde braucht der Mensch?
Diese Geschichte hatmichimmer wieder bewegt.
Und von da an wollte ich wissen, wieviel gebraucht wird, damit wir davon vernünftig leben können.
Heute steht in der Tageszeitung ein Bericht über eine Bauernfamilie, die ihren Weg für ein einfaches Leben gefunden haben. Sie haben aus dem was sie haben, ihr Auskommen gefunden.
Uns wird doch ständig ein Mehr vorgemacht. Vor ein paar Tagen sprach ich mit einem Referenten, der zu einem landw. Thema referierte,
er war kurz davor in China, dort läuft ja gerade eine spannende Entwicklung ab. Bauern, deren Grund gebraucht wrid, müssen weichen. Sie gehen dann oft in die Städte und pachten z. B. Flachdächer, wo sie Reis oder Gemüse erzeugen.
Muss wirklich soviel weggeworfen werden, müssen Textilien, Waren immer noch billiger werden?
Ich hab letztes Jahr einen 150 Jahre alten Holzfussboden wieder wohnlich gemacht, alte Möbel aufgefrischt und hergerichtet.
Heute muss alles nur so kurzfristig halten.
Wenn man langlebigere Dinge hat, braucht man sie nicht so oft ersetzen- und kann sich dafür wieder andere Waren und leisten.
Ob Frauen und Männer anders mit Geld umgehen- vermutlich macht auch der Hintergrund was aus.
Meine Freundin kommt aus Polen, von ihr konnte und kann ich staunend lernen, meine Schwägerin aus Italien hat mir gezeigt, dass ihr Land und ihr Aufwachsen auch wieder andere Werte hat.
Uns wird vermittelt, dass wir mehr verdienen müssen, damit wir uns mehr leisten können.
Mit dem Einkommen auskommen- eine Lebenskunst.
In der Regel bedingt ein höheres Einkommen höhere Ausgaben.
Ich lerne immer mehr Menschen kennen, die sich für ein einfacheres Leben entschieden haben.
Bei denen hab ich eine hohe Lebensqualität erlebt.
Selbstgemachte Apfelwaffeln mit frischer Sahne und heisser Schokolade- ein warmer Ofen, gute Gespräche-
Es gibt vieles, was mit Geld nicht käuflich ist.
Herzl. Grüsse
maria


 
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passivM
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« Antwort #31 am: 20.09.09, 00:19 »


Was mich noch interessieren würde an Deiner Aussage. Du schreibst sinngemäss, dass die Bedürfnisse mit dem Einkommen steigen würden und das wäre Gier.
Wo ziehst Du da die Grenze?
... ...typisch deutschen Neiddebatte?

Das ist eine gute Frage.
Aber ich kann sie gar nicht genau beantworten, vor allem nicht in Zahlen. Wo die Gier anfängt ist ein subjektives Empfinden, ein moralisches Empfinden. Da für hab' ich keine Zahlen. Aber solange Wohlstand und Besitz eine gewisse moralische Verantwortung für andere einschließen, sollte man wirklich von Herzen gönnen können. Auch das ist moralisch, Neid ist auch unmoralisch, im Grunde auch eine Art von Gier, allerdings ohne die Möglichkeit, seinen "Hunger" zu stillen. Wahrscheinlich ist Neid die "Gier der armen Leute". Kann das sein?  Wink

Mit "Verantwortung" meine ich zum Beispiel die gegenüber Mitarbeitern, oder auch gegenüber dem Staat (Steuerhinterziehung im größeren Stil finde ich auch irgendwie unmoralisch).
Wenn ich zum Beispiel an eine Frau Schicked... (ich kürze ab, damit es nicht gleich bei Google auftaucht) sehe, und gleichzeitig die Quellemitarbeiter, dann ärgert mich das einfach nur. ...ist nur ein Beispiel.
Ich hatte es gerade erwähnt: Steuerhinterziehung, das finde ich auch unmoralisch. Der Staat - bzw. unserere "Solidargemeinschaft" hat auch Aufgaben zu erfüllen, und das kostet Geld. --- Ich will hier nicht darüber diskutieren, ob ich das gut oder schlecht finde, wie "Vater Staat" unser Geld verwaltet. Das ist ein anderes Thema, ...über das man unendlich diskutieren könnte. An dieser Stelle wäre es aber offtopic.



Nachtrag:

Beim Lesen von marias Beitrag ist mir noch was eingefallen.
Das wäre vielleicht eine gute Antwort auf manurtbs Frage:

Wo die eigenen Begehrlichkeiten und Wünsche des Wohlhabenden und Einflussreichen mit Rücksichtslosigkeit und purem Egoismus gegenüber Dritten gepaart sind, da fängt die Gier an. Parallel dazu wohnt die Gier beim Neid und der Missgunst des Armen und Einflusslosen.
Kann man das so stehen lassen?

Manche sind auch "arm" und zufrieden, und glücklich.
Ich will hier keine Verallgemeinerungen aufstellen.

« Letzte Änderung: 20.09.09, 00:36 von AnnaAnna » Gespeichert

Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern
mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #32 am: 20.09.09, 09:00 »

Hallo AnnaAnna,
es gibt bestimmt eine errechnete Definition von Armut.
Ich hab vor einer Weile eine andere Definition von Armut gelesen:
Arm ist der, der nichts mehr zu geben hat.

Die Vergleicherei hilft nämlich überhaupt nichts.
Da die meisten sich in der Regel mit den Besseren vergleichen, fühlen sich vermutlich viel mehr als arm.
Ich hab mich jetzt viele Jahre mit "einfach Leben" beschäftigt.
Das hat mit Armut überhaupt nichts zu tun.
Nur muss man hier seinen Weg selbst finden, mit weniger auszukommen ist scheinbar nicht gesellschaftsfähig Grin.
Nach meinem Gefühl haben wir hier in Deutschland eine wesentlich tiefgehendere Armut, wir haben viele Werte beerdigt,
haben uns vormachenlassen, wie und was wir zu sein haben.
Unser Gesellschaftssystem läuft auf Pump, wenn wir alle so wie unser Staat arbeiten würden, wären wir längst pleite.
Herzl. Grüsse
maria

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manurtb
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« Antwort #33 am: 20.09.09, 09:28 »

Auch das ist moralisch, Neid ist auch unmoralisch, im Grunde auch eine Art von Gier, allerdings ohne die Möglichkeit, seinen "Hunger" zu stillen. Wahrscheinlich ist Neid die "Gier der armen Leute". Kann das sein?  Wink
Das glaube ich auch ganz arg... Sehe ich täglich in meinem Umfeld... Und wenn die Leute dann auch mal Geld haben, dann werden sie seltsamerweise so, wie sie die anderen immer kritisiert haben. Seltsam, oder?

Mit "Verantwortung" meine ich zum Beispiel die gegenüber Mitarbeitern, oder auch gegenüber dem Staat (Steuerhinterziehung im größeren Stil finde ich auch irgendwie unmoralisch).
Warum ist hier erst der größere Stil unmoralisch? Wenn wir das prozentual betrachten müsste es doch eigentlich genauso verwerflich sein, ob man als Kleines Licht falsche KM-Angaben bei der Steuer angibt oder ob man im großen irgendwas unter den Tisch fallen lässt an Einnahmen...

Wenn ich zum Beispiel an eine Frau Schicked... (ich kürze ab, damit es nicht gleich bei Google auftaucht) sehe, und gleichzeitig die Quellemitarbeiter, dann ärgert mich das einfach nur. ...ist nur ein Beispiel.
Finde ich als Beispiel aber gut gewählt... Mir tut sie eigentlich leid. Sie wollte das garnicht haben, hat sich deswegen auf die Manager verlassen und war verlassen.
Was macht man mit solch ererbtem Gut, das man nicht haben möchte?
Wäre es eine Alternative, wie in Amerika, wo die Steuern so hoch sind, dass ererben kaum eine Alternative ist und sich jede Generation wieder alles selbst erarbeiten muss.


Wo die eigenen Begehrlichkeiten und Wünsche des Wohlhabenden und Einflussreichen mit Rücksichtslosigkeit und purem Egoismus gegenüber Dritten gepaart sind, da fängt die Gier an. Parallel dazu wohnt die Gier beim Neid und der Missgunst des Armen und Einflusslosen.
Kann man das so stehen lassen?
Und jetzt hätten wir endlich mal nicht mehr die Diskussion: Die da oben und wir da unten mit der Aufteilung, dass die da oben böse sind und wir da unten gut...
Finde ich eine gute Einstellung...

es gibt bestimmt eine errechnete Definition von Armut.
Ja, die gibt es...
60 % von dem, was der Durchschnitt an Geld einnimmt...
D.h. wenn wir viele Reiche haben, dann gibt es auch immer mehr Arme, wenn wir eine Gaussche Normalverteilung haben...
Denn nur einer mit sagen wir mal einem Nettoeinkommen von 10 Mio Euro wird den Durchschnitt schon gewaltig ansteigen lassen... Und somit rutschen wieder mehr in die errechnete Armut...
Ist lustig, wenn man sich dann überlegt, dass darauf unser Armutsbericht abstellt...
Ich kann den nicht mehr ernst nehmen, seitdem ich das weiss und mir mal durchgerechnet habe, mit welchen Beträgen da was passiert.

Dazu hier mal ein Zitat:
"Demnach ist ein Mensch dann gefährdet, wenn er weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens seiner Landsleute bezieht. In Deutschland liegt die so errechnete Armutsrisikogrenze bei 938 Euro."
http://diegesellschafter.de/information/dossiers/dossier.php?did=32&z1=1253431906&z2=bdf3603bd30405efc34e3f3393dab8d6&
« Letzte Änderung: 20.09.09, 09:40 von manurtb » Gespeichert
Mirjam
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WWW
« Antwort #34 am: 21.09.09, 08:29 »

Hallo,

Geld - ist nur eine Währung, ein einheitliches Tauschmedium und mit Geld hat man - schon negativ besetzt - Macht, mit Geld hat man Verantwortung und Entscheidungsfreiheit.

Je mehr Entscheidungsfreiheit ich habe - desto mehr kann ich Ziele umsetzen.

Ich denke - wären Männer wie Frauen - wäre Amerika heute noch nicht entdeckt oder zumindest erst 200 Jahre später, denn ich kenne keine Frau in meinem Bekanntenkreis die heute die Energie/Ehrgeiz hätte mit einem wackeligen Holzboot ohne größere Technik mal ebs auf dem Seeweg Indien...

Frage - wenn JEDER hier in Deutschland einen auf "Zufriedenheit mit der eigenen Familie, mit den eigenen paar ha" ohne "Ehrgeiz" was auch heißt mehr verdienen hätte -

meine Güte - wo wäre Deutschland jetzt? Wo gäbe es Arbeitsplätze? , nicht nur für einen selbst, sonder mal für 100, 1000 oder 10.000 andere Bürger?

Man kann nicht das ganze Wirtschafssystem wegen dieser Krise jetzt pauschal mit "Gier" negativ verurteilen - wo ein gesunder Wettbewerb, eine Zielrichtung, Entwicklung, Forschritt, Forschung uns allen unseren Lebensstandard heute garantiert oder wo z.B. paar "wissensgierige" Forscher irgendwann in der Schweiz das WWW erfunden haben...

Spannend - gestern habe ich einen Fernsehbeitrag über "Katharina von Bora" gesehen - das war die Frau von Martin Luther, SIE hatte das Geld in der Hand, das ihnen zur Verfügung gestellte Kloster mit einer "Burge" aufgebaut, Land gekauft und so Luther überhaupt seine Verbreitung der Lehren ermöglicht, in dem sie ehrgeizig wirtschaftete, ausbaute, Land kaufte (oder durch ihren Mann kaufen lies...)

Die Frage ist doch - wievie "Hunger" ist gesund und was ist so schlimm, wenn einige später "satt" sind als andere im Sinne von Zufriedenheit? Was soll die Menschen, unsere Ökonomie sonst antreiben? Der Sozialgedanke ? Ja prima, mal ostdeutsche Geschichte anschauen gehen...

Gruß Mirjam
« Letzte Änderung: 21.09.09, 08:34 von Mirjam » Gespeichert

Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
Wendi
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Das Leben ist schööön!


« Antwort #35 am: 21.09.09, 09:46 »

Super formuliert!

Gruß Wendi
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Landwirtschaft aus Leidenschaft
mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #36 am: 21.09.09, 10:33 »

Hallo Mirjam,
 

Wer mag kann sich für den ersten bemannten/befrauten Marsflug melden, ich ziehe lieber Gemüse Grin
Es gibt viel zu tun, packt schon mal an,
herzl. Grüsse
maria


.


 
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Mirjam
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« Antwort #37 am: 21.09.09, 10:36 »

Hallo Mary,

auch  Kartoffeln sind dank eines Mannes/Columbus überhaupt in Europa :-) und was die Raumfahrt betrifft - so bin ich sicher nicht die einzige BTlerin, die dank Forschung in diesem Bereich - auf "formgedächtnis" Matratzen (visco-elastisch) schläft.

Gruß Mirjam
« Letzte Änderung: 21.09.09, 10:43 von Mirjam » Gespeichert

Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #38 am: 21.09.09, 10:46 »

Hallo Mirjam,
auch die Tomaten und der Paprika. Bin dem Herrn Kolumbus auch sehr dankbar und auch den Händlern früherer Zeiten, die Gurken, Melonen, Auberginen aus Indien hergebracht haben. Aber es muss ja nicht jeder ein schwankendes Schiff, eine Handelskarawande haben, um die Welt draussen zu entdecken. entdecken. Im Winter nehme ich mir die Zeit, um die Reisebeschreibung des Marco Polo zu lesen. Wenn wir alle unterwegs wären, dann wär niemand mehr zu Hause.
So ein Bauernhöfchen ist auch eine ganz schöne Herausforderung.
Herzl. Grüsse
maria
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manurtb
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« Antwort #39 am: 21.09.09, 11:03 »

Mary, natürlich muss das nicht jeder machen... Deswegen sollte auch jeder das machen, was er besonders gut kann.
Dazu sollte man dann auch mal den anderen leben lassen und nicht nur seinen Bereich sehen.
Vielleicht steht das auch in irgendeinem Buch drin von irgendjemandem ganz tollen?!?
Es gibt halt nicht nur ein richtiges, sondern ganz viel unterschiedliches und man kann das auch aus unterschiedlichen Blickrichtungen unterschiedlich beurteilen.
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brit
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« Antwort #40 am: 21.09.09, 11:10 »

sieht man mal wieder ..*was sich liebt das neckt sich* Smiley

ich finde oben das Thema *Neid /Gier*..versus *Macht / Haben*..noch interessant.
vor allem im Kontext mit Religion..zumindest die Christliche die Reichtum ganz klar verurteilt  Huh

Prägt sich das auch ?


persönlich kann ich mit dem Neiddings nicht viel anfangen..
es ist eine Tatsache , dass wenn einer reich sein kann,  zehn arm sein müssen.. und was für wenige sehr angenehm ist, ist dennoch längst nicht gerecht..
« Letzte Änderung: 21.09.09, 11:15 von brit » Gespeichert
Mirjam
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WWW
« Antwort #41 am: 21.09.09, 11:16 »

@ Brit - Religion, Kirche als "Macht/Reichtumsverächter" ? Mein Lacher des Tages ....  Wink

Hallo Brit,

was ist "gerecht"? Ist Gerechtigkeit überhaupt möglich? Vor ... ach 18 Jahren war ich in Haus Riswick am arbeiten, da war ein Jugendseminar zum Thema "Gerechtigkeit" in dieser Welt mit sehr vielen wohlweichgespülten Worten.

Ich fragte nur - was ist Gerechtigkeit? Wie kann man es wo festlegen? Was für den einen gerecht ist - empfindet der andere als Ungerecht - schon bei jedem kleinen Nachbarschaftsstreit. Antworten - habe ich damals schon nicht bekommen. Das Schlagwort heißt - "gefühlte Gerechtigkeit"

http://www.zeit.de/2008/03/Gerechtigkeit

Es gibt sogar ein neues Buch zum dem Thema:

http://www.amazon.de/Die-gef%C3%BChlte-Ungerechtigkeit-Ungleichheit-aushalten/dp/3430300363


Kurzbeschreibung
Die gefühlte Ungerechtigkeit im Land nimmt dramatisch zu. Verstärkt wird der Unmut der breiten Bevölkerung noch durch die aktuelle Finanzkrise. Doch der Wunsch nach Gleichheit im Zeitlater der Individualisierung ist nicht nur illusorisch. Er ist auch gefährlich, denn unsere Demokratie muss Ungleichheit aushalten können.Die Wirtschaftsexperten Michael Hüther und Thomas Straubhaar erklären, warum die Globalisierung Risiken birgt, aber auch Chancen auf mehr Wohlstand für alle. Um diese zu nutzen, brauchen wir einen starken, aber schlanken Staat, der Wettbewerb nicht überreguliert, sondern fördert. Die Politik muss den Bürgern klarmachen, dass ein Abschied von veralteten Strukturen kein Verzicht auf soziale Sicherheit bedeutet. Die Autoren fordern Beteiligungschancen für alle, etwa durch ein konsequent reformiertes Bildungssystem.
« Letzte Änderung: 21.09.09, 11:28 von Mirjam » Gespeichert

Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
manurtb
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« Antwort #42 am: 21.09.09, 12:04 »

ich finde oben das Thema *Neid /Gier*..versus *Macht / Haben*..noch interessant.
vor allem im Kontext mit Religion..zumindest die Christliche die Reichtum ganz klar verurteilt  Huh
Hm, wo verurteilt die christliche Religion den Reichtum? Das konnte ich noch nie irgendwo rauslesen.
Was verurteilt wird: Habgier und nicht teilen wollen.

persönlich kann ich mit dem Neiddings nicht viel anfangen..
es ist eine Tatsache , dass wenn einer reich sein kann,  zehn arm sein müssen.. und was für wenige sehr angenehm ist, ist dennoch längst nicht gerecht..
Ich kann damit auch nichts anfangen, ich komm aus einer evangelischen Familie mit der Grundtendenz: Jeder ist seines Glückes Schmied.

Warum ist es eine Tatsache, wenn einer reich sein kann, dass zehn arm sein müssen?
Geschichtlich sieht es doch eher so aus: Mit dem steigenden Wohlstand für alle wurden auch immer mehr so richtig reich. Dafür sind aber andere nicht arm geworden, sondern es hat eine Entwicklung gegeben, die den meisten nützt...
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brit
Gast
« Antwort #43 am: 21.09.09, 13:18 »


Hm, wo verurteilt die christliche Religion den Reichtum? Das konnte ich noch nie irgendwo rauslesen.
Was verurteilt wird: Habgier und nicht teilen wollen.

 *eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr als ein Reicher in den Himmel*.. so irgendwas?

und Habgier brauchts beim materiellen  Reichtum.. oder wie bitte denkst du wird jemand reich??

Ich kann damit auch nichts anfangen, ich komm aus einer evangelischen Familie mit der Grundtendenz: Jeder ist seines Glückes Schmied.
ja und einige können sogar  mit Feuer schmieden Cool  ..find ich auch ein schöner Spruch, geht ja nicht nur um Mittel.. jedoch im Bezug auf Materielles , stimmts sehr bedingt, Perspektiven sind eindeutig oft an Geld gebunden, und mit ehrlicher Arbeit wird heute niemand reich Huh

Warum ist es eine Tatsache, wenn einer reich sein kann, dass zehn arm sein müssen?
Geschichtlich sieht es doch eher so aus: Mit dem steigenden Wohlstand für alle wurden auch immer mehr so richtig reich. Dafür sind aber andere nicht arm geworden, sondern es hat eine Entwicklung gegeben, die den meisten nützt...

doch das ist ein thema das uns alle angeht,  die Ressourcen sind endlich auf dieser Welt, und wir verbrauchen minimum für zwei.. früher haben wenige Reiche die mittellose Bevölkerung ausgenutzt, heute geht das kontinentübergreifend.. wo bitte denkst Du dass unser aller angelegtes  Geld arbeitet? und wie fair??   der Wohlstand und die Armut, das hat sich nur verschoben.. nicht aufgelöst  Roll Eyes
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manurtb
Gast
« Antwort #44 am: 21.09.09, 13:34 »

Wie könnte jemand reich werden?
Geschickter als die anderen, besseren Zugang zu Ressourcen (besitzt vielleicht etwas, was andere ganz dringend brauchen).
Ich finde es interessant, dass beim Geld alles nur in ganz negativ gesehen wird...

Die Bibelstelle lautet:
"Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich. (Mk 10,23-27)"

Das ist anders interpretierbar, wie das, was Du ausdrücken möchtest.
Wer nur an Geld denkt, der kann sich nicht mit dem christlichen Glauben beschäftigen.
Es geht hier bei uns jetzt aber nicht darum, ob man ein Dagobert Duck sein soll oder nicht, sondern ob Reichtum per se schon problematisch ist. Ich seh das nicht im christlichen Glauben drin...
Sonst hätten doch die fleissigen Hussiten ein Erklärungsproblem... Wozu arbeiten, wenn man sich nichts erarbeiten darf?

Brit, sind wir nicht schon reich in diesem Land? Ich steh immer staunend da, vielleicht liegts daran, dass ich viel rum komme und Dinge sehe, da ist mal als Hartz IV Empfänger stinkreich.

Das mit den Ressourcen, das stimmt. Aber Reichtum heisst doch nicht, dass ich mir jede Woche einen neuen Fernseher kaufe und den alten wegschmeisse. Das ist auch kein Zeichen von Reichtum, sondern nur davon, dass bestimmte Dinge extrem 'billig' geworden sind.
Es hat sich auch nicht verschoben, da der Reichtum weltweit zunimmt und die Armut seit 50 Jahren stark abgenommen hat.
Und jetzt wieder daran denken, dass man immer fragen muss: Wie ist Armut definiert?!? Absolut oder relativ. Wenn man beide Begriffe nimmt und sich die Berichte danach sortiert, dann merkt man: Die absolute Armut hat abgenommen, die relative Armut hat zugenommen....
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