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Autor Thema: Milchpolitik am Punkt Null  (Gelesen 6455 mal)
Mirjam
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« am: 09.09.09, 09:52 »

Hallo,

diese Meldung ist mir doch eine eigene, neue Box wert:

Der Agrarrat in Brüssel/Fischer-Boel hat gestern ALLE Anträge aus dem Forderungskatalog hinsichtlich Milchpolitik aus Deutschland und Frankreich komplett abgelehnt.

Für mich steht - mitten in der Krise - die Milchagrarpolitik wieder auf Punkt Null. Die anvisierten Ziele aus den Bewegungen in Deutschland sind nicht einmal auch nur in Betracht gezogen worden.

Wie seht ihr die derzeitige Lage? Wie geht es weiter?

Wie stellt sich der französische Kollege einen effizienteren Rahmen als die Milchquote vor?

http://www.agrarheute.com

08.09.2009Seiten :

Ergebnisse des EU-Agrarrats Fischer Boel blockt deutsch-französische Forderungen erneut ab

Die Bundesregierung beißt in Brüssel mit ihrer zum wiederholten Mal vorgebrachten Forderung nach einer Aussetzung der Milchquotenerhöhung 2010 weiter auf Granit.

EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel bewegte sich in dieser Frage beim Agrarrat am Montag erneut keinen Millimeter. Hinzu kam diesmal, dass eine entsprechende, gemeinsam mit Frankreich eingebrachte Stellungnahme zur Milchmarktkrise von lediglich vier der übrigen 25 EU-Mitgliedstaaten unterstützt wurde.

Berlin und Paris konnten für diesen speziellen Teil eines Forderungskatalogs - der ferner ein strikteres Quotenmanagement auf EU-Ebene vorsieht - lediglich Österreich, Portugal, Ungarn und die Slowakei als Rückendeckung gewinnen. Der von der Kommission im Juli vorgestellte Milchbericht, der Anlass für die Verlegung des Rates von Ende auf Anfang September war, wurde von den Mitgliedstaaten im Großen und Ganzen begrüßt.

Milchbericht: Vorschläge gehen Mitgliedsstaaten nicht weit genug

Allerdings gingen die darin gemachten Vorschläge - beispielsweise die Anhebung der De-minimis-Schwelle für Staatsbeihilfen oder die Option, nationale Maßnahmen zur Senkung der Milchmenge zu ergreifen - vielen Mitgliedstaaten nicht weit genug. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner und ihr französischer Amtskollege Bruno Le Maire konnten es deshalb als Erfolg verbuchen, für den zweiten, separaten Teil ihrer Wunschliste insgesamt 13 Staaten mit ins Boot zu holen, neben den genannten auch Belgien, Bulgarien, Estland, Finnland, Irland, Lettland, Luxemburg, Rumänien und Slowenien.

Nichtsdestotrotz zeigte sich Fischer Boel stur, sowohl gegenüber der Bitte, den Interventionspreis zu erhöhen, als auch im Hinblick auf den Appell, die Exporterstattungssätze für Butter, Milchpulver und Käse anzuheben - bei gleichzeitiger "Vermeidung jeglicher Form von Marktverzerrung für Entwicklungsländer". Nicht in Erwägung gezogen wurde darüber hinaus die erneut eingebrachte Forderung nach der Wiedereinführung der Verfütterungsbeihilfe für Magermilch.

Aigner: Auf nationaler Ebene weiterdiskutieren

Fischer Boel blockte alle konkreten Forderungen ab, die über die im Milchbericht gemachten Vorschläge hinausgingen. Im Anschluss an das Treffen erklärte sie vor Journalisten, sie versuche durchaus, die Erwartungen der Mehrheit der Mitgliedstaaten zu erfüllen. Trotzdem würde sie beispielsweise gerne erfahren, wie die Exporterstattungen weiter angehoben werden sollten, ohne Marktverzerrungen auszulösen. Die Kommission habe sich gerade aus diesem Grund bislang sehr vorsichtig verhalten und die Weltmarktpreise nicht unterboten. Die Verfütterungsbeihilfe für Magermilch bezeichnete Fischer Boel als "rausgeworfenes Geld". Aigner bedauerte in einer knappen Stellungnahme, dass die Kommission den Vorschlägen nicht gefolgt sei. Die kompromisslose Haltung der Behörde sei nicht nachvollziehbar. "Wir werden jetzt auf nationaler Ebene weiterdiskutieren", so die Ministerin.

Le Maire fasste den Verlauf der Verhandlungen dagegen positiver auf. Im Gegensatz zu Aigner sprach er davon, dass "die Dinge in Bewegung kommen".

Der französische Minister forderte einen "effizienteren Rahmen als das Quotensystem" zur Lenkung des Milchmarkts und warb dabei nachdrücklich für den Ausbau langfristiger Vertragsbeziehungen zwischen Milcherzeugern und -verarbeitern.

Als Orientierung sollten dabei die Sektoren Obst und Gemüse sowie Wein dienen. Die Volatilität des Milchpreises nütze niemandem, weder den Erzeugern oder den Molkereien, noch dem Einzelhandel oder den Verbrauchern, betonte Le Maire. (AgE)


« Letzte Änderung: 09.09.09, 09:55 von Mirjam » Gespeichert

Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
manurtb
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« Antwort #1 am: 09.09.09, 10:03 »

Die ist kein Fähnchen im Wind...
Schön, dass es noch Politiker gibt, die sich über das Geld, das rausgeworfen werden soll Gedanken machen.
Eigentlich bräuchten wir mehr von dieser Art...
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Imke
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Wer Heiterkeit sät, wird Lebensfreude ernten


« Antwort #2 am: 09.09.09, 10:13 »

Hatte die Frau Fischer-Boel nicht vor, ihr Amt abzugeben, meiner Ansicht nach wäre dies höchste Zeit.
Ihre Rente ist gesichert, was man von der Altenteilerrente in der Landwirtschaft nicht sagen kann, wenns so weiter geht.
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Das Glück ist ein Mosaik, bestehend aus lauter unscheinbaren
kleinen Freuden.
LG Imke
manurtb
Gast
« Antwort #3 am: 09.09.09, 10:15 »

Hm, Imke, ich kann mir bei jemanden, der so geradeaus arbeitet nicht vorstellen, dass der nur für die Rente gearbeitet hat...
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fanni
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« Antwort #4 am: 09.09.09, 10:19 »

für mich heißt das ganz deutlich:

am eingeschlagenen Kurs wird festgehalten und ich sags mal aus dem Bauch raus...........auch wenn sich jetzt ein laues Lüftchen regt am Markt.........max 27-30ct meist viel niedriger........... bei allen steigenden Kosten und evtl. Kürzungen auf der anderen Seite........tja Undecided
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Herzliche Grüße von Fanni
Mirjam
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« Antwort #5 am: 09.09.09, 10:19 »

Hallo Imke,

nein, sie denkt gerade über die Verlängerung ihrer Amtszeit nach.

Warum sollte sie jetzt in Rente gehen - jetzt, wo sie dabei ist alle Ziele umzusetzen mit denen sie a) nach Brüssel geschickt worden ist und b) wovon sie seit ihrer Amtsübernahme IMMER spricht, geprochen hat?

Gestern als mich jemand auf die Bedeutung o.g. Absage aufmerksam machte - hab ich auch nur immer wieder gesagt:

Habt ihr Fischer-Boels Ankündigungen nicht gelesen? Ihre Vorträge die sie weltweit hält und auf ihrer HP stehen nicht verstanden? Was hätte sie denn sonst meinen können, wenn jedes zweite Wort "wettbewerbsfähigkeit" "Quotenabbau" "Liberalisierung" ist? Das sie das auch bei der Zuckermarktordnung durchgezogen hat?

Ohne das ich jetzt mit ihrer Meinung/Entscheidung konform gehe - so kann ich doch nur den Kopf darüber schütteln, dass jetzt das Entsetzen so groß ist - dass sie das umsetzt, was sie seit Jahren plant, veröffentlicht predigt. Hat man wirklich geglaubt, für die Milchpolitik geht die EU/der Agrarrat und Fischer-Boel vom Kurs ab, dessen Tanker schon seit Jahren läuft?

Mirjam
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Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
Jochen
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« Antwort #6 am: 09.09.09, 10:30 »

Alles wie gehabt und erwartet.

Fehlt nur noch eine schlüssige Argumentation, wie man dem DBV die Schuld an Mehrheitsbeschlüssen in der EU in die Schuhe schieben kann. Aber das wird der AbL schon hinbekommen...
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Naima
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Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es :-)


« Antwort #7 am: 09.09.09, 10:49 »

Fehlt nur noch eine schlüssige Argumentation, wie man dem DBV die Schuld an Mehrheitsbeschlüssen in der EU in die Schuhe schieben kann. Aber das wird der AbL schon hinbekommen...

Jochen, das tut ja hier gar nichts zur Sache, aber scheinbar mußt Du diesen Sermon in allen Boxen loswerden  Roll Eyes
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heike
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Bäuerinnen - find ich gut!


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« Antwort #8 am: 09.09.09, 11:18 »

Hallo Imke,

nein, sie denkt gerade über die Verlängerung ihrer Amtszeit nach.

Warum sollte sie jetzt in Rente gehen - jetzt, wo sie dabei ist alle Ziele umzusetzen mit denen sie a) nach Brüssel geschickt worden ist und b) wovon sie seit ihrer Amtsübernahme IMMER spricht, geprochen hat?

Gestern als mich jemand auf die Bedeutung o.g. Absage aufmerksam machte - hab ich auch nur immer wieder gesagt:

Habt ihr Fischer-Boels Ankündigungen nicht gelesen? Ihre Vorträge die sie weltweit hält und auf ihrer HP stehen nicht verstanden? Was hätte sie denn sonst meinen können, wenn jedes zweite Wort "wettbewerbsfähigkeit" "Quotenabbau" "Liberalisierung" ist? Das sie das auch bei der Zuckermarktordnung durchgezogen hat?

Ohne das ich jetzt mit ihrer Meinung/Entscheidung konform gehe - so kann ich doch nur den Kopf darüber schütteln, dass jetzt das Entsetzen so groß ist - dass sie das umsetzt, was sie seit Jahren plant, veröffentlicht predigt. Hat man wirklich geglaubt, für die Milchpolitik geht die EU/der Agrarrat und Fischer-Boel vom Kurs ab, dessen Tanker schon seit Jahren läuft?

Mirjam

Uns wurden schon im Jahre 2003 vorausgesagt das der Milchpreis 2009 auf 20Eurocent fallen wird. Alle hatten Zeit genug sich darauf einzustellen oder rechtszeitig aufzuhören.
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Venlig hilsen fra Danmark
Heike
Lotta
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« Antwort #9 am: 09.09.09, 11:23 »

Naja, es wurde von der EU verkündet, das wir uns auf 23ct einstellen sollen...
Aber kein Mensch konnte alle anderen Entwicklungen vorraussehen, oder?

Und aufhören, weil was 6 Jahre im Voraus prophezeit wird?
Ich weiss nicht.....
Ausserdem können dann wohl auch alle aufhören, weil mit 20ct überlebt KEINER

Gruss
Lotta
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Schimpfe nie mit vollem Mund über Bauern
Susanna
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« Antwort #10 am: 09.09.09, 12:07 »

Aufhören vielleicht nicht, Lotta, aber vorhersehen konnte man es, wie Heike schreibt.

Klar sind 20 Cent zuwenig, keine Frage, aber bei 40 Cent wurde doch von vielen Landwirten
das Geld mit vollen Händen ausgegeben, ohne an die kommenden schlechten Zeiten zu denken,
nach dem Motto, das wird schon. Und jetzt jaulen alle rum (okay, uns eingeschlossen Grin).

Ansonsten bin ich ganz bei Mirjam!
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Viele Grüße
Susanna
Lotta
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« Antwort #11 am: 09.09.09, 13:07 »

Du glaubst doch nicht im Ernst, das vor 6 Jahren jemand die Dieselpreisentwicklung, die Düngerpreise, die Pachtentwicklung, Futterkosten usw. vorausssagen konnte?
Den würd ich dann gern kennenlernen und mir die Lottozahlen sagen lassen.  Cool

Nix für ungut, aber das glaub ich nicht!

Und das mit dem Aufhören ist ja auch immer toll dahergesagt..
Was sollen die ganzen Lw den machen?
Zu einfach darf man sich die Argumentationen auch nicht machen!

Lotta
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Schimpfe nie mit vollem Mund über Bauern
manurtb
Gast
« Antwort #12 am: 09.09.09, 13:33 »

Lotta, muss man nicht bei seiner Firmenentwicklung alle möglichen Szenarien in Betracht ziehen und sich überlegen, wie man dann mit den Szenarien umgeht?
D.h. es müsste ja jeder Landwirt, der seinen Betrieb ernsthaft führen möchte und nicht nur, weil es schon 100 Generationen davor gemacht haben, durchaus mit eingerechnet haben, wenn der Worst Case kommt. Jetzt ist er da und dann gehts mit Planung Worst Case los... Oder?
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fanni
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« Antwort #13 am: 09.09.09, 13:49 »

Wenn wir hier nur draufrumreiten, dass man alles voraussehen und planen kann und dann auch noch die richtigen Entscheidungen fällt, so nach dem Motto ,selber schuld.........können wir gleich doch aufhören mit dem Thema: Sad, )bei wem es so , wie es jetzt ist klappt und auch reicht, herzlichen Glückwunsch, ist ehrlich gemeint). Also dazu bin ich nicht mehr bereit, denn das ist echt vorbei.........oder konnte jemand diese Wirtschaftskrise prophezeien.....mir gehtws wie Lotta, dann kauf ich mir auch eine Glaskugel, wenn ich sowas kann und verdiene so meine Brötchen.

Bei den meisten siehts anders aus und da sind ja die sehr innovativen Betriebe einer Meldung vom BBV nach besonders betroffen. Bei diesen Preisen ist nix drin und sogar die Vertreter des UM haben ja sowas von 24 ct als Schallgrenze genannt, zumindest hab ich das vom Jäger aus einem Beitrag so im Kopf. Bei den bayerischen Betrieben liegt die Schallgrenze sicherlich nicht niedriger.

Von denen hört man so gar nix mehr........fällt mir grad beim Schreiben auf. Huh

« Letzte Änderung: 09.09.09, 13:51 von fanni » Gespeichert

Herzliche Grüße von Fanni
manurtb
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« Antwort #14 am: 09.09.09, 14:22 »

fanni, eigentlich geht es nicht darum, dass irgendwer selbst schuld ist...
Denn man entscheidet immer irgendwann, was man annimmt, das werden wird.
Aber wenn das dann halt nicht ist, dann hat man, wenn man richtig plant, auch den Worst Case mit eingerechnet und hat auch dafür dann einen Plan.

Dass eine Wirtschaftskrise kommt war doch wirklich klar. Weisst Du, das kommt mir so vor, wie wenn einer im Hochwassergebiet baut und dann sagt, dass hätte er nicht gewusst, dass da Hochwasser kommt.
Und jeden Fehler darf man machen. Man sollte ihn halt maximal einmal machen und dann daraus lernen...
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