Hi,
noch mal wieder ein Link zum Aufregen
http://www.campact.de/export/sn1/signerdieser Link wird von Misereor, vielen Alternativen, dem WWF usw. mit Werbung belegt. Bevor ich jetzt hier wieder in den Schwarzen Block wandere wollte ich das nur mal anmerken.
Also ein bischen Demokratie von unten.
Dies ist keine Aufforderung zu mitmachen, sondern eine Info, dass Politik uns alle angeht.
marikat
Ja.. hast mich ertappt. Ich reg mich auf. Saumäßig sogar. Dass es gewisse Gruppierungen gibt, denen JEDES Argument recht ist um gegen die Landwirte und die Landwirtschaftspolitik hier Stimmung zu machen, habe ich mittlerweile akzeptiert. Dass aber Kollegen in die Entrüstungs- und Betroffenheitsduselei miteinstimmen, finde ich zum Aufregen. Das mit "den armen Afikanern, die wegen dem oder jenem verhungern" ist immer ein Totschlagsargument, das einem keine andere Wahl lässt, als die Spendendose zu füllen oder als gewissenloser Mensch dazustehen.
Ich habe hautnah miterlebt, wie mit eben solchen Argumenten der funktionierende EU-Zuckermarkt kaputtgemacht wurde. Was ist aus den 3.Welt-Zuckererzeugern geworden, die vor der letzten reform zu guten Preisen in die EU liefern konnten? Sie wurden genauso von Brasilien überrollt wie wir.
Frag Dich mal, wer daran Interesse hat, den hiesigen Milch- und Getreidemarkt genauso zu zerstören.
Mit den niederträchtigsten Mitteln wie die jetzt stattfindende Schuldzuweisung am Elend auf dieser Welt.
Was wollt Ihr Milchbauern? Milchpreise von 40 cent? Was wollen wir Getreidebauern? Weizenpreise von 18 bis über 20 Euro. Hatten wir doch. Ist garnicht lang her. Damals wurde nichts in die 3. Welt gedumpt. Die dortigen Erzeuger konnten völlig ungestört von irgendwelchen Exporteuren ihrer Produktion nachgehen.
Im Jahr 2009 werden billig auf den Markt geworfene Lebensmittel fürs Elend verantwortlich gemacht.
Und im Mai 2008 stand noch folgendes zu lesen:
http://www.focus.de/finanzen/news/tid-9816/nahrungsmittelkrise-hunger-und-renditen_aid_298818.htmlFür Juan Morales ist die Nachricht dagegen ausgesprochen schlecht. Der Tagelöhner aus dem mexikanischen Puebla verdient kaum noch genug, um seine Familie zu ernähren. Grund: Mais-Tortillas sind in Lateinamerika ein Grundnahrungsmittel – und seit sich der Maispreis fast verdreifacht hat, nahezu unerschwinglich. Was sich in einer Überflussgesellschaft wie der unsrigen niemand so recht vorstellen kann, ist in Haiti, Bangladesch oder Usbekistan bittere Realität. Der Hunger, den westliche Wohlstandsbürger fast schon für gebannt hielten, ist zurück und bedroht rund 850 Millionen Menschen existenziell. Der Preis für Weizen hat sich seit Anfang 2006 mehr als verdreifacht, für Milchprodukte fast verdoppelt, Reis verteuerte sich um 92 Prozent – zu viel für die Armen in Ägypten, Indien oder Malaysia. In 33 Staaten der Dritten Welt gingen die Menschen inzwischen massenhaft auf die Straße, getrieben von der Sorge um ihr täglich Brot.
Oder:
http://www.future-on-wings.net/konsum/nahrung.htmoder von Misereor zum Welternährungstag 2005:
http://www.misereor.de/index.php?id=8086&L=&tx_ttnews%5BbackPid%5D=7323&tx_ttnews%5Btt_news%5D=205&cHash=7ca0456a99Lokale Märkte in Entwicklungsländern dürfen nicht mit unfairen Billigexporten der EU und USA überflutet werden", fordert Armin Paasch. "Bessere Schutzmöglichkeiten für Kleinbauern in Entwicklungsländern und die sofortige Abschaffung von Agrarexportsubventionen und anderen Formen des Dumping muss absolute Priorität haben
Nun.. die USA haben sich damals an die Forderungen gehalten (wenn auch sicherlich nicht, weil es Misereor gesagt hat).
Sie haben den Mais nicht mehr auf den Weltmarkt geschmissen, sondern energetisch verwertet.
Misereor beklagt zum Welternährungstag 2007:
http://www.misereor.de/de/presse/detailansicht-presse/article/welternaehrungstag.htmlIn Mexiko kam es bereits Ende 2006 zu einer extremen Knappheit und Preissteigerungen beim Grundnahrungsmittel Mais, weil die USA ihren Mais zunehmend zu Treibstoff umwandeln und ihre Exporte nach Mexiko drosseln.
Vergiß also nicht, ein schöechtes Gewissen zu haben wenn die Milch wieder 40 cent kostet.
Wenn bei uns in den nächsten Jahren reihenweise baäuerliche Existenzen verrecken, regt sich weder Misereor moch ein afrikanischer Bauer drüber auf. Und sie würden sich auch nicht darüber aufregen, wenn der hiesige Bauer NICHT ins soziale Netz fallen würde sondern ins wirklich Elend. Ein verarmter europäischer oder deutscher Landwirt wird nie zur Öffnung des Portmonais animieren. Nichtmal an Weihnachten!