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Autor Thema: Zukunft im Ackerbau - niedrige Preise, Unwetter/Hagel, Versorgung der Bevölkerung  (Gelesen 2785 mal)
Naima
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Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es :-)


« am: 26.07.09, 09:41 »

Diese Woche im Top-Agrar-Telegramm:

- Frankreich erwartet gute Getreideernte
- Vielfach zu feucht in Niedersachsen
- Gerstenpreise eingebrochen
- Slowakei: Ernte vermutlich 17 % geringer
- Bulgarien erwartet deutliche Ernteeinbußen
- EU-Rapsernte um 700 000 t geringer?


Wie seht Ihr die Zukunft für unseren Ackerbau? Wird die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Produkten noch möglich sein?

Die Abhängigkeit von der Witterung wird uns in diesem Jahr wieder extrem vor Augen geführt.
- Immense Hagelschäden einerorts
- nasse Ackerböden, die den Drusch verhindern
- 1. Schnitt, der immer noch auf den Wiesen steht, weil keine 4 Tage trockenes Wetter am Stück war
- Getreidepreise - jenseits von gut und böse, gestern hörte ich EUR 6,50 für WG
- Dünger und Pflanzenschutz - unbezahlbar

Welche Strategien werdet Ihr zukünftig fahren?

LG Nicole
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mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #1 am: 26.07.09, 10:52 »

Hallo nicole,
wir fahren schon längst eine andere Strategie.
Was mich etwas beunruhigt- diese Unwetterschäden- sind irgendwann auch von den Versicherungen her nicht mehr zu tragen-
wer bezahlt bei diesen Getreidepreisen noch die mit der Erzeugung entstehenden Kosten.
Die letzten 1o Jahre sind die Unwetter so massiv geworden, das macht mir Kopfzerbrechen.
Was da so abläuft, das ist teilweise existenzbedrohend.
Wird unsere Erde  für Teller, Mülltonne und Energie liefern können?
Bleibt da noch Futter für Bodenlebewesen, für den Humusaufbau übrig.
Besonders im Hinblick auf diese Unwetter werden wir uns mit dem Klimawandel ganz schnell beschäftigen müssen.
Aber ausser ganz vielem Bla Bla wird so gut wie nichts gemacht.
Die Zeche zahlen wie üblich auch die Bauern.
maria
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martina
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Unsere Landwirtschaft - wir brauchen sie zum Leben


« Antwort #2 am: 26.07.09, 18:03 »

Hallo nicole,
wir fahren schon längst eine andere Strategie.


Hallo Maria,

nun sag doch mal bitte ganz genau und konkret, WAS Ihr wirklich anders macht?


Ich lese von Dir immer nur, Ihr habt umgedahct, Ihr macht jetzt alles anders, aber WIE  anders macht Ihr es denn nun?

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Nimm das Leben nicht so bierernst, Du kommst da eh nicht lebend raus.

Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder - keine Frage!   Martina
Ditz
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« Antwort #3 am: 26.07.09, 19:43 »

Hallo,

das größte problem im ackerbau sind doch die pachtpreise, mit dem wetter kann man noch leben.

Ditz
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Elle
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Wer früher aufsteht - ist länger müde ;-)


« Antwort #4 am: 26.07.09, 21:40 »

Hallo Nicole,
interessante Frage eigentlich. Noch interessanter die ersten Antworten hier.


Hallo,das größte problem im ackerbau sind doch die pachtpreise, mit dem wetter kann man noch leben.
Ditz

Genau Ditz, mit dem Wetter kann man sich arrangieren und das war schon immer mal besser oder schlechter. Ich seh die Pachtgeschichte noch etwas anders, denn das Problem haben sich die Landwirte ja selbst gestellt - sie bieten sich ja halt auch immens hoch.

Auf der anderen Seite wie Nicole schon schreibt:
- Getreidepreise - jenseits von gut und böse, gestern hörte ich EUR 6,50 für WG
- Dünger und Pflanzenschutz - unbezahlbar

DAS ist wiederum interessant.
Es ist wohl ein seltenes Phänomen was man schon seit Jahrzehnten versucht zu ergründen - Landwirte agieren als Teilnemhemr am Markt völlig irrational. Wer verkauft denn warum bei 6,50 Euro seine Gerste? Auf einem funktionierenden markt wohl nur die, die damit auch schon mindestens ihre Kosten gedeckt haben - können also manche so günstig? Oder wird eifrig draufgezahlt im Wohle der Allgemeinheit, weil ja jemand das gute Korn trotzdem dringend braucht? Wink

Ich hab noch nie gehört, dass VW seine Autos unter Kostendeckung verkauft, nur weil der Markt das so sagt und die Kunden eben nicht bereit sind, mehr zu zahlen.  Roll Eyes Als kurzfristige Werbeaktion höchstens noch, aber sonst?

Ich finde, die Probleme liegen schon in dem irrationalen Verhalten der Landwirte, weil man dadurch den Markt noch schlechter einschätzen kann (siehe Pachtmarkt - alle stöhnen, aber dennoch geht das Land für horrende Preise an den nächsten Pächter).
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Ein fröhlicher Gruß!
Elke

Das Juwel des Himmels ist die Sonne. Das Juwel des Hauses ist das Kind.
Jochen
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« Antwort #5 am: 26.07.09, 22:20 »

Zitat
Wer verkauft denn warum bei 6,50 Euro seine Gerste?

was hat man für Alternativen? Schnell Silo bauen? Nicht ernten?
Einen VW kann man auf Halde stellen.. irgendwo im Freien auf die grüne Wiese. Und von heute auf Morgen kann man die Produktion stoppen.
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martina
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Unsere Landwirtschaft - wir brauchen sie zum Leben


« Antwort #6 am: 26.07.09, 22:29 »

Ich denke auch, dass fehlende Lagerkapazität auf den Höfen einen schon unter Zugzwang stellen, niedrig zu verkaufen.
Alternative? Beim Landhandel einlagern und Lagergebühren bezahlen?
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Mathilde
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« Antwort #7 am: 26.07.09, 22:58 »

Hallo,

also wir haben zwei Silos gebaut vor zwei Jahren die nächsten zwei sind bei der Planung schon berücksichtigt aber der Bau noch zurückgestellt. Einlagern beim Landhandel - ja manchmal.

Was die Versorgung der Bevölkerung angeht, da mach ich mir keinen Kopf drum. Wer zu mir sagt es sei eben von allem zuviel da muss sich dann auch damit abfinden dass mal zuwenig da sein könnte.

LG Mathilde
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fanni
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« Antwort #8 am: 27.07.09, 07:17 »

Hallo,

das größte problem im ackerbau sind doch die pachtpreise, mit dem wetter kann man noch leben.

Ditz

auch hier gilt........

Angebot und Nachfrage , die den Preis machen- oder??

Viele Grüße von einer vielleicht zukünftigen Verpächterin Cool..........nein im Ernst geb dir recht, es sollte sich die Waage halten.
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Herzliche Grüße von Fanni
Mirjam
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Change happens!


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« Antwort #9 am: 27.07.09, 09:09 »

Was die Versorgung der Bevölkerung angeht, da mach ich mir keinen Kopf drum. Wer zu mir sagt es sei eben von allem zuviel da muss sich dann auch damit abfinden dass mal zuwenig da sein könnte. LG Mathilde

Ich glaub, dass ist der allerletzte Gedanke um den ich mir in Europa Sorgen machen würde (oder womit man anderen drohen könnte) - eher schon in Afrika von China & Co. Agrarkolonialismus betreiben und das Gut wie in Brasilien an der hungrigen einheimischen Bevölkerung vorbei....

Gruß Mirjam
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Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #10 am: 27.07.09, 09:40 »

Hallo Mathilde,
wir sind auch gerade am Überlegen und Planen. Gut dass Getreide so lange lagerfähig ist, nur ich hab jetzt schon einige Betriebe mitbekommen, die haben das Getreide vom letzten Jahr noch lagernd.
Ich verfolge die Getreidepreise schon lange- und hab meinem Mann jedes Jahr im Frühjahr die Preisschätzung vorgelegt-
am Anfang hat er mich immer ausgelacht, aber inzwischen nimmt er mich ernst.
Wegen Hunger oder Überfluss mach ich mir keinen Kopf- ist ja kein Mengen, sondern ein Verteilungsproblem.
Jetzt fliesst schon so viel Ackerfläche in die Energieerzeugung- muss wohl noch ganz viel in diese Richtung laufen- und auch billig bleiben,
denn sonst würde sich die Energieerzeugung nicht mehr lohnen.
Da wir einen grossen Energiehunger haben- werden wir noch lange von höheren Getreidepreisen träumen können.
Wir haben gestern diskutiert, ob Verkaufsgetreide für uns überhaupt noch Sinn macht-
für den Futterbau funktioniert minimale Kostenwirtschaft  noch am Besten.
Komisch, da wissen wir nicht wohin mit dem ganzen Getreide und da wird uns die ganze Zeit vorgejammert, dass wir so einen Eiweißhunger haben-
gäbe in Deutschland genug Flächen, die sich vom Klima und der Lage her für den Leguminosenbereich eignen würden-
aber lieber wird das Getreide schon fast verschenkt.
Ich würde am liebsten soviel wie möglich auf unserem Betrieb zur Eigenversorgung produzieren.
Denn der Vergleich von Getreide zum Eiweißfutter ist schon nachdenkenswert.
Vermutlich wird sich das Problem in ferner Zeit lösen, in unserer Gegend wollen noch viele Biogasanlagen bauen-
damit ist dann das Getreide und das Gras verräumt-und
 und dann  werden die Kühe auch überflüssig Grin, das Eiweißfutter kommt über den grossen Teich und unser mit so vielen Auflagen und Vorschriften erzeugtes Futter kostet nichts mehr.
Dafür kriegen wir dann den Käse aus Pflanzenfett und so einen Schinken Embarrassed
Verrückte Welt-
maria



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Ditz
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« Antwort #11 am: 27.07.09, 12:45 »

Hallo,

das problem am pachtmarkt ist doch das es lw gibt die die pacht nicht aus der lw erwirtschaften müssen, und genau diese leute machen den pachtmarkt kaputt. es geht doch vielfach nicht mehr darum sein einkommen vom pachtland zu erwirtschaften, was bei über 600 euro/ha auch schwer möglich ist, sondern darum das man ha hat.
wird uns ja von der beratung auch so vorgeredet, das sind halt zukunftsbetriebe die das zahlen können.

@ Mary
es gibt nun mal betriebe die wenig oder gar kein vieh haben und die müssen ihr getreide halt verkaufen.
leguminosen sind doch keine alternative zum getreide, man sieht es doch momentan beim raps der wird jeden tag billiger.
und zum getreidelagern, ich kenne auch betriebe die noch alte ernte sitzen haben. ja brauchen die lw kein geld.
viele lw müssen jetzt gerste verkaufen, die gehörte doch vor der ernte schon dem landhandel.
ob du nun beim landhandel lagergebühren zahlst oder selbst silos baust, kommt doch fast aufs selbe raus.

Ditz
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Hansaline
Hansaline
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« Antwort #12 am: 27.07.09, 13:50 »


Hallo,

also bei uns werden landwirte, die keine Biogasanlage haben, gar nicht mehr gefragt, wenn Ländereien zu verpachten sind. Die Pachtpreise sind bei uns auf über 1000€ pro ha schon gestiegen und das kann sich kein Landwirt leisten,  der nicht auch Biogas hat. Bei uns ist das ein richtiger Konkurrenzkampf geworden.

Helga
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #13 am: 27.07.09, 14:31 »

Hallo Helga,
der Boden geht zum besseren Wirt Grin.
Uns Milchbauern wird  die Zeit nach der Quote rosarot gemalt.
Garantiert, dass der knappste Faktor den Preis macht- wenn es nicht mehr die Quote sein wird, dann wird es der Grund und Boden

@Ditz- jammern nützt uns nichts, wir müssen damit leben.
Nur wenn das Getreide nichts mehr kostet- was sollen wir dann machen- es auch Verschrotten Embarrassed
Zuvor mit teurem Aufwand erzeugt- und dann nichts mehr wert?
So haben wir hier das gleiche Spiel- Angebot und Nachfrage machen den Preis.

Als der Mais in Deutschland angebaut wurde- war am Anfang auch noch keine Technik, kein Wissen über diese Pflanze vorhanden.
Jetzt steht er überall.
Warum wird im Bereich der Leguminosen so wenig getan?
Nein, wir holen unseren Eiweißhunger aus Übersee.
Dafür kostet dann die Milch, das Getreide, das Fleisch immer weniger.
Und unser mit so vielen Vorschriften und Auflagen erzeugtes Getreide?HuhHuh?? Muss in die Biogasanlage oder soll verheizt werden.
Dem Biosprit haben sie wohl wieder den Hahn zugedreht. Embarrassed
Hab mir neulich   Rapspreise und Rapsschrotpreise genauer angesehen,
Braugerste und Biertreber- wenigstens sind die Zukaufsfuttermittel gut im Preis.
Und wenn sie dann alle für die energetische Nutzung verbraucht werden-
ob das Getreide dann noch billiger wird?

Eine für mich immer verrücktere Welt
maria

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Matthias
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« Antwort #14 am: 27.07.09, 14:58 »

Hallo nicole,
wir fahren schon längst eine andere Strategie.


Hallo Maria,

nun sag doch mal bitte ganz genau und konkret, WAS Ihr wirklich anders macht?


Ich lese von Dir immer nur, Ihr habt umgedahct, Ihr macht jetzt alles anders, aber WIE  anders macht Ihr es denn nun?



Diese Frage juckt mir auch schon seit ein paar Wochen in den Fingern. Insbesondere würden mich Herdenleistung  Grundfutterleistung,Grundfutterkosten und Kraftfuttereinsatz interessieren.
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