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Autor Thema: Aufstehen und Handeln- Ideen für eine betriebliche Zukunft mit Kühen  (Gelesen 5024 mal)
mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« am: 16.07.09, 09:42 »

Was alles nicht passt, wissen wir alle zur Genüge.
Sollte morgen die Welt nicht untergehen- muss es weitergehen.
Wer hat gute Ideen, die das betriebliche Weiterkommen ermöglichen.
Jetzt wird sich jede sagen, wäre ich ja schön blöd, wenn ich die hier reinschreiben würde-
ich hab gelernt, Wissen das frau/man für sich behält- vermehrt sich,
Wissen dass frau/man teilt- verdoppelt sich im Quadrat.
Es kann doch nicht sein, dass wir uns von dieser Krise den Mut und die Zuversicht rauben lassen.
Mir ist der Tag leider viel zu kurz, um alles auszuprobieren, was ich noch gerne machen würde.
Von der Güllebehandlung anfgefangen bis zur Fütterung.
An so vielen Schrauben kann gedreht werden.
Herzl. Grüsse
maria
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marikat
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Lass mir die Träume, ich brauch sie zum Leben


« Antwort #1 am: 16.07.09, 14:16 »

Hallo mary,
Hochachtung,du strotzt ja richtig vor Energie.
Ich finde das toll nur ist das bei uns so eine Sache mit dem Ausprobieren, denn jede Neuerung hat ihren Preis. Und im Moment ist bei uns strikte Sparsamkeit angesagt.
Aber wenn es ein paar gute Ideen gibt die nix kosten ICH BIN DABEI.
marikat
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mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #2 am: 16.07.09, 14:25 »

Hallo Marikat,
mein Vorteil, 1o Jahre Erfahrungen mit Aufstehen und Handeln. Grin
Sparsamkeit und Neuerungen schliessen sich nicht aus.
Der grösste Einsatz ist zuerst immer, sich Informationen zu suchen-
und dann - wie es auf unseren Betrieb zu übertragen ist und dann kommt die schwerste Hürde- einen kritischen Ehemann davon zu überzeugen. Kiss Ohne Hartknäckigkeit und einer klaren Vorstellung- hätte ich nichts, aber überhaupt nichts von meinen Ideen umsetzen können.
Wir wollen doch nicht alle zusehen, wie uns die Haifische mit gierigen Augen verzehren Embarrassed
Herzliche Grüsse
maria


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Luetten
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« Antwort #3 am: 16.07.09, 16:54 »

Mary das ist es was ich so an dir liebe, immer nach dem Motto wo wir sind ist oben, muß jetzt zum kreiseln, werde mich später gerne zu dem Thema  äußern.
LG Petra
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Man sollte nie mit vollem Mund über Bauern schimpfen!
gammi
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« Antwort #4 am: 07.09.09, 12:24 »

Mein Traum (vielleicht wird er doch einmal Realität):

Das Ausrichten von Kindergeburtstagen auf dem Hof. Und als Getränk: Michshake.
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Auch Laufstall-Kühe geben gute Milch
mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #5 am: 07.09.09, 13:18 »

Hallo gammi,
ich wünsche dir, dass dein Traum in Erfüllung geht. Ich habe auch einen Traum, an dem wir schon seit vielen Jahren arbeite-
wir sind zwar vom Ziel noch ein grosses Stück weit entfernt-
aber mit jedem Schritt kommen wir darauf zu. Ich find es total spannend, altes bäuerliches Erfahrungswissen wieder in die Jetztzeit zu holen und zu erfahren, dass es in diesem Bereich eine positive Globalisierung schon immer gegeben hat.
Landwirtschaft ist ein sehr interessantes Aufgabenfeld mit sehr, sehr vielen Chancen.
Herzl. Grüsse
maria

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Starbuck
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Pflugbegleiter!


« Antwort #6 am: 07.09.09, 14:03 »

Wir haben uns als "Lernbauernhof" beworben, das Land Hessen sucht Betriebe, die sich regelmäßig um Schulklassen und Lehrer kümmern. Wie das dann genau aussehen wird, ist noch nicht genau geklärt, möglich sind extensive Kooperationen (ein Schulklassenbesuch pro Monat) und auch sehr intensive Projekte mit Schulraum auf dem Hof und Übernahme ganzer Lehrinhalte durch uns an 1-2 Tagen pro Woche.

Wichtig dabei: Es gibt nichts umsonst, d.h. jeder Aufwand wird vergütet, mögliche Umbaumaßnahmen werden durch Verträge abgesichert. Dafür garantieren wir weiterhin den Betrieb im Haupterwerb fortzuführen und so Einblicke in die "richtige Landwirtschaft" zu gewähren.

lg, Heiko
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Unser Leitbild: Dem Leben zugewandt! Dem LiebeLeben, GlaubenLeben, FamilieLeben, LandLeben, BauernhofLeben!
Susanna
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« Antwort #7 am: 07.09.09, 16:16 »

Ich habe auch einen Traum, an dem wir schon seit vielen Jahren arbeite-
Und der wäre...?

Hallo Maria,
dann schreib doch als erstes DU mal konkret, welche Vorschläge DU hast, so quasi
als Diskussionsgrundlage... Smiley
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Viele Grüße
Susanna
mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #8 am: 07.09.09, 18:44 »

Hallo Susanna,
wir hatten und haben auch schon viele Ideen, die uns im Laufe der Jahre durch den Kopf gegangen sind, durchgerechnet. Der momentane Milchpreis ist ja nicht das erste Preisproblem, es gab in der Vergangenheit schon einige harte Nüsse zu knacken.
Von der Direktvermarktung bis zum ausserlandw. Arbeitsplatz-
von Raritäten bis zu Spezialitäten-
Meinen Traum hab ich auf verschiedenen Permakulturbauernhfen gefunden.
Ich glaub nicht, dass ein Permakulturbetrieb hier als Anregung zu Diskussionen führt, eher zum Steinehagel Grin.
Je mehr ich mich mit dieser anderen Landwirtschaft befasst habe, umso mehr wurde mir klar, dassaltes bäuerliches Wissen hier vielleicht sehr brauchbar sein könnte.
energiesparende Kreislaufwirtschaft, der Versuch, die Stärken des Betriebes genauer herauszufinden, mit den vorhandenen Ressourcen möglichst sparsam umzugehen, kurze Wege-
dies alles in einem ganz normalen Betrieb umzusetzen- ist gar nicht so einfach.
Aber letztlich sind es ganz einfache Schritte, von der solaren Wärme- und Heizungsnutzung, bis zur Behandlung der Gülle und des Mistes, von einer extensiveren Grünlandnutzung bis zur altmodischen Wiederkäuerfütterung.
Altes Wissen und moderne Technik schliessen sich nicht aus.
Ich hab mir die alten und uralten Landwirtschaftsbücher durchgelesen und bin da auf viele alte Erfahrungen gestossen, die mir auch für die heutige Zeit sinnvoll erschienen.
Der Mist wurde früher auch geachtet und geschätzt, Kälberaufzucht früherer Zeit war gar nicht so altmodisch.
Dass wir uns auch wieder einen vielseitigen Streuobstgarten, einen weitestgehendsten Selbstversorgergemüsegarten geleistet haben- und hier altes und neues Wissen zu verbidnen suchen- das ist die Realität.
Der Traum- der energieautarke Hof, der ein einigermaßenes Auskommen und ein Stück Lebensqualität bietet.
Lebensmittel- und Energieproduktion, dazu den Boden als Lebensgrundlage im Blick zu haben.
So, jetzt bin ich auf die Diskussion gespannt Wink
Herzl. Grüsse
maria
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Melitta
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« Antwort #9 am: 08.09.09, 09:05 »

Hallo Mary,

wir sind ja eine Schäferei, haben allerdings auch noch 6 Rinder. Darf ich trotzdem mitmachen???  *liebanguck*

Viele Grüße

Melitta
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mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #10 am: 08.09.09, 10:36 »

Hallo Melitta,
ja, nur zu,  Wink, ich möchte auch in Zukunft nicht nur Rindfleisch, sondern auch Schaffleisch essen Wink.
Denn eines verdanke ich den Blick über den Tellerrand der "herkömmlichen Landwirtschaft"- es gibt nicht nur schwarz-weiß, sondern viele Farben. Mir gefällt ein Spruch sehr, den ich auf einem Bauernhof gehört und gelesen hab-
von der Lust auf dem Land zu Leben und von der Kunst davon zu leben.
Schwierigkeiten brauche ich dir sicher nicht beschreiben, die kennst du aus eigenem Erleben zur genüge.
Deshalb ist es so wichtig, sich die positiven Seiten klar zu machen, sie zu suchen und nach Möglichkeit umzusetzen.
Herzl. Grüsse
maria

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gammi
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« Antwort #11 am: 08.09.09, 13:30 »

Betriebliche Zukunft mit Kühen:

Ich hab eigentlich noch nie verstanden, warum die Beratungen immer zur reinen Spezialisierung tendieren. Klar soll man sich einen Schwerpunkt suchen.

Wir haben z. b. auch noch 4-5 Mastschweine im alten Schweinestall. Oft sind ja die Altgebäude noch vorhanden. Die laufen dann so nebenbei mit, Getreideschrot gibts eh und was glaubt ihr wie die Schmatzen wenn ich mit der "Über"-Milch komme??? Die Milch ist sinnvoll verwertet und mit eigentlich ganz wenig Aufwand werden auch noch ein paar Euro verdient. Klar handelt es sich dabei nicht um große Summen, aber auch Kleinvieh macht Mist.

Bei uns wird z. B. oft jemand gesucht, der Bauplätze mulcht oder sonstige größerer Grünflächen mäht. Das gibt zwar nur ein paar Euro, aber den Traktor hab ich ja eh......
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Auch Laufstall-Kühe geben gute Milch
Eva
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« Antwort #12 am: 20.09.09, 00:12 »

ich könnte mir vorstellen etwas wie  "back to the basics" anzubieten. Besonders für Kinder. In unserer Gesellschaft fehlt doch zunehmend das Wissen über jegliche Bereiche unserer Arbeit. Ich musste mal erfahren, dass selbst bei uns auf dem Land ein Kind im KiGa nicht wusste wo die Kartoffeln herkommen. Dieses Kind sagte ganz entsetzt: " iiii, die kommen ja aus dem Dreck. Ich dachte unser Gemüsehändler hätte da schon eine Kartoffelmaschine im Hinterzimmer."
Hier könnte man halbtage- oder tageweise Aktionen anbieten und dabei auch mit eigenen Produkten verkosten. Wenn meine Tochter (Erzieherin) mit ihren Waisenhauskindern kommt, sind diese immer begeistert. Man kann den Geruch von frischem Heu, das Gefühl barfuss durchs Gras zu laufen und vieles mehr vermitteln. Man kann das Wissen über Kreisläufe weitergeben, z.B. dass Mist und Gülle kein Abfall sind, dass die Tiere Nährstoffe aus den Pflanzen aufnehmen und ihr Dung wiederum den Boden versorgt um neues Wachstum und nährstoffreiche Pflanzen zu ermöglichen.
Die meisten Kinder finden das interessant und erzählen anschließend auch was sie gehört und gesehen haben.
Für mich wäre es eine Zusatzeinnahme und zusätzlich auch eine Aktion um unsere Bedeutung und mehr Verständnis für unsere Arbeit zu vermitteln.
Irgend jemand müsste nur noch Göga davon überzeugen. Er will entweder melken oder gar nichts in der Landwirtschaft arbeiten sondern aussteigen.

  lg  Eva
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Man muss nicht das Licht das anderen auslöschen,
um das eigene leuchten zu lassen.
(griechisches Sprichwort)
gundi
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« Antwort #13 am: 20.09.09, 08:52 »

" iiii, die kommen ja aus dem Dreck. Ich dachte unser Gemüsehändler hätte da schon eine Kartoffelmaschine im Hinterzimmer."
Hallo!

Ich habe gestern im Fersehen eine Sendung gesehen über wirtschaftliches einkaufen--Fertigprodukte gegen frisches. Da hat eine junge Frau auch lieber zu fertig geschälten Kartoffeln im Glas gegriffen, eben weil es eine "saubere" Sache ist. Aber für den Preis hätte sie einige Portionen mehr "natürlicher" Kartoffeln bekommen Undecided Und vom Nährwert ganz abgesehen.

lg gundi
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Es ist kein Herr so hoch im Land, der nicht lebt vom Bauernstand!
mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #14 am: 20.09.09, 09:11 »

Hallo gundi,
genauso stehts mit der Fertigmischung für die Waffeln, für die Pfannkuchen, für den Kuchen.
Die Lebensmittelindustrie liefert die Zeitersparnis gerne, dafür greifen sie in die Taschen der Verbraucher/innen.
Ich wäre noch nie auf die Idee gekommen, fertige Kartoffeln im Glas zu kaufen, bei uns wird schon beim Fertigpürre gemosert.
Eine gute Kartoffelsorte, frisch gewaschen, frisch gekocht, dazu eine gute  Butter oder Kräuterquark, dazu Milch oder Buttermilch, dafür lassen wir jedes teuerste Fertigessen stehen.
Unsere Tocher macht immer im Ferienprogramm mit, die Kids sind ganz begeistert, wenn sie selbst Waffeln, Pfannkuchen usw. machen dürfen. Sie stellt jedesmal fest, dass es grosse Unterschiede zwischen Stadt und Bauernkindern gibt.
Herzl. Grüsse
maria
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