Pierette
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« Antwort #11 am: 17.06.09, 17:55 » |
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Auch auf die Gefahr hin, dass ich mir jetzt einen leichten Rüffel einfange, denn ich schicke hier einen sehr umfangreicher Beitrag ab, aber er gibt ein wenig von der unglaublichen Stimmung wieder, in der sich viele KollegInnen seit einigen Tagen befinden. Ich finde nicht, dass wir so tun sollten, als passierte da nichts. Morgen fahren die Busse los....!
15.06.2009 Aktueller Lagebericht
Schlepperkonvois, Montag, 15. Juni, 9.30 Uhr
Die ersten Schlepper sind bereits am Samstag aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg- Vorpommern und Brandenburg gestartet. Sie haben sich gestern Abend alle in Osnabrück getroffen.
Konvoi aus dem Norden, Günther Böckmann: Wir sind jetzt kurz vor Osnabrück und tanken, das dauert natürlich etwas länger. Ich habe den genauen Überblick verloren, wie viele Schlepper es sind, aber sicher mehr als 150. Um 11h machen wir einen Stopp bei der Humana-Molkerei. Es herrscht gute Stimmung, es sind auch viele junge Landwirte neu dabei. Manche Schlepper fahren nur ein Stück mit und dann wieder weg, die Bevölkerung winkt uns vom Straßenrand aus zu. Wir übernachten auf unseren Anhängern, haben Planen dabei, manche auch kleine Wohnwagen.
Konvoi aus Nordbayern, Erna Eckert: Wir starten hier von Nordbayern heute Nacht gegen 4 Uhr und fahren nach Würzburg. Dort findet morgen um 10 Uhr eine Kundgebung statt und wir treffen uns mit den hessischen Kollegen und fahren dann weiter nach Rheinland-Pfalz zum Treffpunkt Flammersfeld. Aus Südbayern werden die Landwirte mit Busen nach Brüssel fahren.
Station Flammersfeld, Rheinland Pfalz, Doris Fey: Am Dienstagabend wird der Konvoi aus Nordbayern und Hessen hier übernachten, wir haben große Parkplätze organisiert, Feldbetten und das Bürgerhaus. Heute Abend machen wir nochmals ein BDM-Treffen, um die Veranstaltung am Dienstagabend zu besprechen. Es kommen unter anderem der Landrat und zwei Bundestagsabgeordnete, die hier sprechen werden. Die Resonanz bei den regionalen Politikern ist sehr groß. Wir organisieren Abendessen und Frühstück, kommt alles größten Teils aus Spenden.
Montag, 15. Juni,
In Würzburg treffen sich morgen um 10 Uhr nur die Schlepper aus Bayern!
Günter Böckmann (13 Uhr): Wir stehen hier vor der Humana- Molkerei und diskutieren mit dem Geschäftsführer und erläutern ihm unserer Forderungen (Überlieferte Milch nicht abholen, Quote runter etc. ). Es ist friedlich und ruhig, die Polizei ist auch da. Wir wollen ja keinen Aufstand, nur mal kurz vorbei schauen. Ein paar Pressevertreter sind auch da. Schlepperkonvoi, Dienstag 19 Uhr
Günther Böckmann (19 Uhr): Wir sind immer noch in Münster, die Fahrt verzögert sich. Die Polizei hat einige Umleitungen gemacht und es kommen ständig neue Schlepper dazu. Gerade jetzt ungefähr 20 Fahrzeuge aus Cloppenburg. Wir werden erst gegen 22 Uhr Kleve erreichen, wenn alles gut geht. Dann werden wir drei Ansprechpartner wählen, die den Überblick haben und Informationen nach außen und innerhalb des Konvois weiter geben. Wir erhalten sehr viel Zustimmung aus der Bevölkerung, es kommen immer wieder Pressevertreter, der NDR hat uns gestoppt und gefilmt. Die Journalisten sind aufmerksam und verfolgen unsere Aktion auch im Internet. Die Motivation der Teilnehmer ist sehr gut.
Schlepperkonvoi, Dienstag, 16 Juni, 9 Uhr
Erna Eckert , Konvoi Bayern: Wir stehen jetzt hier in Würzburg vor dem großen Parkplatz, auf dem sich alle Traktoren aus Nordbayern versammeln. Danach geht es weiter. Die Fahrt bis hier her ging gut voran. Die Bauern, die zu Hause bleiben, schauten uns verwundert hinterher, wenn wir an ihren Höfen vorbei fuhren.
Günter Böckmann, Konvoi Nord: Wir sind gestern Abend erst um 23 Uhr hier eingetroffen, da war der Akku leer. Jetzt geht es gleich weiter Richtung Holland. Wir werden durch Holland hindurch fahren und in Eindhoven kurz anhalten.
Elmar Hannen, Organisator Übernachtung Konvoi Nord in Kleve: Wir haben den Konvoi gestern Abend mit rund hundert Schleppern aus dem Landkreis Kleve empfangen, so dass dann auf unserem Hof ungefähr 350 Traktoren und 500 Leute zu Gast waren. Es wurde bis 1.30 Uhr gegrillt, nachts kam ein Gewitter mit 20 mm Niederschlag. Ein Teil der Gäste hat im Haus, ein Teil in der Maschinenhalle geschlafen. Heute gab es ein Frühstück mit 1000 Brötchen. Die Stimmung ist sehr gut, die Bauern sind kämpferisch. Jetzt geht es gleich los. Es sind noch 187 Kilometer bis Brüssel, dort wird der Konvoi dann heute Abend zwischen 21 und 22 Uhr ankommen. Es fahren zwischen 150 und 180 Traktoren los. Auch unsere Azubis sind mit Schleppern dabei.
Schlepperkonvois, Dienstag, 12.30 Uhr
Konvoi Franken, Erna Eckert: Wir fahren gerade Richtung Aschaffenburg, sind 25 Schlepper. In Würzburg am Sammelpunkt waren viele Pressevertreter, auch Polizisten, die uns aufforderten die Plakate von den Schleppern abzunehmen und auf der Landstraße immer mit 500 Meter Abstand zu fahren. Das machen wir aber nicht, sonst verlieren wir uns ja aus den Augen. Die Stimmung ist sehr gut.
Konvoi Nord, Günter Böckmann: Wir fahren durch Holland und kommen gut voran. Unser Treck ist 10 bis 20 Kilometer lang. Manchmal halten welche an und es reihen sich neue Schlepper ein. Die Menschen an der Straße winken uns zu. Die Polizei sperrt manchmal ab- und manchmal sperren wir automatisch ab, zum Beispiel im Kreisverkehr müssen die anderen Verkehrsteilnehmer warten, bis wir vorbei sind. Später sollen noch Holländer zu uns stoßen. Die Stimmung ist sehr gut.
Schlepperkonvois, Dienstag, 20 Uhr:
Stefan Mann, (Südkonvoi), Flammersfeld: Wir sind gerade in Flammersfeld eingetroffen, es sind rund 50 Schlepper. Die Franken sind noch auf dem Weg und brauchen noch ungefähr eine Stunde. Die Stimmung ist gut, alle stehen zusammen und reden miteinander , wir haben viel Gesprächsstoff. Morgen früh geht es weiter dann nach Brüssel. Das Wetter spielt mit, es regnet, da können sich die Landwirte gut frei machen und mit fahren.
Günter Böckmann, (Nordkonvoi), irgendwo in Belgien: Wir haben die Grenze passiert und fahren jetzt durch Belgien. Hier fährt es sich besser als in Holland. Wir sind jetzt vier Tage auf unseren Schleppern unterwegs, gestern sind wir 15 Stunden gefahren. Das ist einfach anstrengend. Die holländischen Traktoren kommen nicht über die Grenze, weil sie keinen TÜV und kein Nummerschild haben. Einige werden auf Tieflader verfrachtet. Einen haben sie gleich an der Grenze kassiert und nicht hindurch gelassen. Die Organisation funktioniert gut. Wir werden heute sicher noch einige Stunden fahren.
Birgit Meurer, (Nordkonvoi), 43 Kilometer vor dem heutigen Etappenziel Hoolsbeek/ Belgien : Wir sind noch mehr geworden, gestern Abend waren es 290 Schlepper und heute sind noch einige dazu gekommen. Wir haben für 164 Kilometer in Holland 9,5 Stunden gebraucht. Die Polizei hat uns durch sämtliche Siedlungen, Städte und Dörfer geleitet, wir kennen jetzt ganz Holland...aber sonst klappt die Zusammenarbeit mit der Polizei gut. Überall an den Straßenkreuzungen und Kreiseln stehen die Menschen, halten die Daumen hoch und winken uns zu. Für die letzten 43 Kilometer werden wir wohl noch zwei Stunden brauchen.
Schlepperkonvois, Mittwoch, 9.30 Uhr:
Günter Böckmann (Nordkonvoi in Belgien) : Wir sind hier gestern Abend um 23. 30h eingetroffen und haben auf einer Wiese übernachtet. Die Duschkapazitäten auf dem Hof sind nicht so groß.., wir sind jetzt knapp 200 Schlepper. Die Fahrt durch Holland war sehr anstrengend, angeblich hat die Polizei uns deshalb durch jedes Dorf geleitet, damit möglichst viele holländische Bauern uns sehen und mobilisiert werden. Es waren auch viele holländische Pressevertreter da und filmten. Wir haben auch viele Begleitfahrzeuge dabei, die kommen und gehen, holländische Schlepper sind auch dabei. Die Belgische Polizei hat alles gut im Griff. Wir werden den Tag heute nutzen, um weiter zu planen, zu organisieren und uns zu besprechen.
Erna Eckert (Südkonvoi, kurz vor der Belgischen Grenze) : Die Nacht war gut, wir haben in einem Gemeindezentrum im Trockenen übernachtet. Es werden immer mehr Schlepper, aus den einzelnen Regionen kommen immer wieder welche dazu, im Moment sind es 82. Wir fahren jetzt Richtung Winterspelt, dort werden wir stoppen, neue Schlepper aufnehmen und mit den Pressevertretern sprechen. Anschließend fahren wir dann weiter nach Belgien. Die Stimmung ist gut.
Schlepperkonvois, Mittwoch, 13 Uhr NEU
Erna Eckert (Südkonvoi): Wir sind jetzt in Winterspelt, es ist der Wahnsinn, die Leute sind begeistert und beinahe erschlagen von der Solidarität. Es kommen immer mehr Schlepper, ich habe im Moment keinen Überblick. Wir fahren hier um 15.30 Uhr wieder los, haben dann noch 200 Kilometer vor uns bis nach Oreye bei Brüssel. Dort werden wir übernachten.
Auch Verbraucher können sich unserem Konvoi anschließen! Sie können ein Stück auf den Traktoren mitfahren oder uns begleiten. Wir freuen uns über jede Unterstützung und Solidarität - es geht nicht nur um das Überleben der Höfe, sondern auch um unser aller Lebensmittel Milch - das betrifft jeden! Dieser Traktorkonvoi solle ein Band durch Deutschland werden mit Richtung und Fingerzeig auf Brüssel.
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