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Autor Thema: Bedeutung von Pachtflächen!?  (Gelesen 1945 mal)
reserl
Niederbayern
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Beiträge: 7016



« am: 07.03.09, 15:15 »


Die Bedeutung von Pachtflächen wächst mit zunehmender Betriebsgröße.
Viele Betriebe bewirtschaften schon jetzt zum Großteil Pachtflächen und sind dringend auf sie angewiesen.

In vielen Gegenden ist Land bereits knapp und teuer.
Der Flächenverbrauch für Gewerbe, Straßen- und Siedlungsbau tut sein übriges dazu.

Wie seht ihr diese Entwicklung?
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lieben Gruß
Reserl


Auch in den kleinsten Tropfen spiegelt sich der ganze Himmel.
Hanse
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 83



« Antwort #1 am: 08.03.09, 12:46 »

Hallo,

es ist schon eigenartig, dass es so große regionale Unterschiede gibt.

Ausgerechnet dort wo schon seit ewiger Zeit die Flächen knapp sind, es dort noch extremer wird.

Biogasanlagen nehmen viel Fläche weg und die Tierbestände werden auch weiter wachsen.

Bei uns ist es noch anders. Der Pachtmarkt ist ruhig, viele Betriebe bewirtschaften ihre Flächen im Nebenerwerb.

Unser Pachtanteil liegt bei etwa 1/3 der Fläche. Ab nächstes Jahr bekomme ich wieder was zum Pachten. dafür geb i

ich schlechtere Felder zurück. Biogasanlagen werden in der Regel von den eigenen Teilhabern versorgt.

  Gruß            Hans
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Grüße vom Hans
Biobauer
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1140



« Antwort #2 am: 08.03.09, 13:02 »

Hallo, man hört ja immer wieder mal so schauergeschichten von 1000 euro  fürs ha in den veredlungshochburgen, gottseidank sidn wir davon noch weit entfernt.
allerdings ist auch in meiner gegend der pachtflächenmarkt stark umkämpft, biogasler ,milchbauern  pachten zu total unsinnigen preisen, die ich persönlich nicht mehr nachvollziehen kann.
meine betriebsflächse stagniert aus diesen gründen seit etlichen jahren, verspüre derzeit auch kein bedürfniss zu wachsen . ich denke aber bei den derzeitigen preisen werden demnächst flächen auf den markt kommen .
servus
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Streite dich nie mit einem Idioten, er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich mit Erfahrung. (Bob Smith, 1962
Mogli
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« Antwort #3 am: 08.03.09, 13:18 »

Ich denke, in Regionen wo es genügend ausserlandwirtschaftliche Arbeitsplätze gibt, ist der Run auf Pachtflächen nicht so groß. Bei uns sind es die Schweinemastbetriebe die alles in die Höhe treiben. Helga
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Gelika
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edel sei der Mensch und milchreich die Kuh


« Antwort #4 am: 08.03.09, 14:44 »

Hallo,

bei uns ist es mit den Pachtflächen sehr eng geworden.
Wir leben in einer Veredlungsregion, Pachtland ist knapp und entsprechend teuer.

Wir haben ca. ein Drittel unserer Fläche gepachtet. Der Preis ist schon im oberen Bereich, aber geht so gerade noch. Unsere Pächter sind auch ganz vernünftig.

Bezüglich des Preises wird natürlich immer heftiger speckuliert. Was ich selbst jedoch sicher weiß ist, das in unserer direkten Nachbarschaft ein Pachtzins von 1150 Euro gezahlt wird...

Da fällt mir nicht mehr viel zu ein.
Allerdings gibt es hier eine Handvoll Landwirte, die auf jedes gute Gebot noch 50 Euro drauflegen.
So schaukelt sich die Sache hoch, und bei den Verpächtern werden Begehrlichkeiten geweckt !


Für unseren Betrieb - und viele andere auch- sind solch Pachten um jeden Preis schlicht Utopie. Wie soll da noch Geld über bleiben ?

Ich hoffe sehr, daß sich der Pachtmarkt wieder normalisiert, aber ich glaube es fast nicht.


Ganz liebe Grüße, Gelika


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Marone
Niederbayern
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You are the wind beneath my wings.


« Antwort #5 am: 08.03.09, 15:15 »

Bezüglich des Preises wird natürlich immer heftiger speckuliert. Was ich selbst jedoch sicher weiß ist, das in unserer direkten Nachbarschaft ein Pachtzins von 1150 Euro gezahlt wird...

Hallo Gelika,

versteh ich das richtig, 1150 Euro Pachtzins pro Hektar?
Solche Preise sind für mich nicht nachvollziehbar, wenn ich mir da ansehe, was das Finanzamt bei einer Pauschalierung von landwirtschaftlichen Betrieben in unserer Region für Ertragszahlen pro ha ermittelt. Bei dem Pachtzins kann es ja fast nur zum Draufzahlen werden. Also, bei dem Preis würde ich keine Pachtflächen haben, soviel ist sicher.
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Special moments with someone special.
Nanne
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« Antwort #6 am: 08.03.09, 19:39 »

Hallo,
Göga und ich haben bei den letzten Verpachtungen hier im Ort durchgerechnet und dann geboten, was wir uns gerade so nochleisten können. Außer einem müden Lächeln war nichts drin. Andere haben 100 bis 200 Euro mehr geboten als wir und sind auch nicht zum Zuge gekommen. Also muß das Pachtniveau bei 800 bis 1000 EUro liegen und das kann man sich als Milchviehbetrieb definitiv nicht leisten. Aber anscheinend Biogasbetriebe und Schweinemastbetriebe Huh

Nanne
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Marina
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Bäuerinnen - find ich gut!


« Antwort #7 am: 09.03.09, 07:32 »

Nanne, diese Erfahrung mussten wir letzten Herbst auch machen.
Ein Biogasbetrieb bekam einen bisher von uns gepachteten Acker
für 800 Euro. Soll er glücklich werden
damit  Angry

Gruß
Marina
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joker
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<°)))o><


WWW
« Antwort #8 am: 09.03.09, 08:45 »

Die Bedeutung von Pachtflächen nimmt sicherlich zu, 2007 waren bundesweit 63,7 % der landwirtschaftlichen Flächen gepachtet, 54 % im Westen (Tendez steigend) und 80 % im Osten (Tendez fallend) . Ich bemerke das auch an der stetig steigenden Besucherzahl der Seite pachtspiegel.de, die ich seit einem Jahr mit Statistiken zu Pacht- und Kaufpreisen 'füttere'. Interessanterweise haben die aktuellen Preise - gerade in den 'Hotspots' aktueller Entwicklungen (Biogas, Strukturwandel ...) - rein gar nichts mit den Daten der amtlichen Statistik gemeinsam.
 
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MfG
Joker
mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #9 am: 09.03.09, 09:05 »

Wir sehen auch der  Pachtpreisentwicklung schon eine Weile zu-
die Verknappung von Fläche und der Bedarf scheinen den Weg des Pachtpreises sehr klar vorzugeben.
Was mir in diesem Preisgebotsverhalten auffällt-
es gibt Verpächter, die an ihrem Grund und Boden hängen und nicht nur den Pachtpreis als Entscheidungskriterium sehen.
Bodenschonende und nachhaltige Bewirtschaftung mit einem maßvollen Preis hat zwar nicht bei allen aber doch bei einigen Verpächtern Priorität.
Je weiter weg vom Boden - umso mehr zählt allein der Pachtpreis.
Wohin diese Entwicklung führen wird- die Geschichte zeigt uns genug Lehrbeispiele.
Herzl. Grüsse
maria
 
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fanni
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Beiträge: 4249



« Antwort #10 am: 09.03.09, 09:48 »

Als vielleicht zukünftiger Verpächter (irgendwann) will ich auch mal was sagen!! Wink

Ich denke es ist ein Geben und ein Nehmen. Grund und Boden gehören nun einmal mir und wer ihn nutzen möchte muß dafür bezahlen und es sich selber ausrechnen wieviel......ich gebs auch dem der (vielleicht jetzt nicht am meisten, aber....) gut bietet.......... Wir selber haben aber auch schon den einen oder anderen Boden wieder zurückgegeben, weil und der Verpächter zu g´schert war, den ich bin nun mal der Meinung, dass die staatl. Zahlungen dem gehören, der auch die Arbeit macht.

Wobei ich es schon so sehe, dass mit dem Verpachten wenigstens das reingehen muß, was  an Kosten da ist z.B. Berufsgenossenschaft usw.


Die Verpächter könnten ihre Flächen ja z.B. auch Aufforsten, dann haben die Enkel wenigstens mal Holz zum Einheizen..Nur mal so als Einschub und 1000€ werden bei uns nicht bezahlt!!  Shocked
« Letzte Änderung: 09.03.09, 09:53 von fanni » Gespeichert

Herzliche Grüße von Fanni
Mathilde
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« Antwort #11 am: 09.03.09, 09:54 »


Wobei ich es schon so sehe, dass mit dem Verpachten wenigstens das reingehen muß, was  an Kosten da ist z.B. Berugsgenossenschaft usw.


Hallo Fanni,

bei uns in der Region werden diese Kosten schon vom Pächter mitgetragen. Auch Gebühren zum Wasser und Bodenverband. Da muss man sogar aufpassen dass man nicht noch die Privatflächen der Verpächter mit aufgebrummt bekommt  Shocked

LG Mathilde
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Beate Mahr
Untermain Ebene
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Ohne Frauenpower keine Bauernpower


« Antwort #12 am: 09.03.09, 11:12 »

Hallo

der BG Beitrag muß vom Pächter übernommen werden.

Zur Höhe der Pacht  Angry
wir haben ca. 90 % Pachtfläche ( normal in einem Realteilungsgebiet )
trotzdem sind wir nicht bereit mehr als 0,5 Cent zuzahlen.
Ausnahme, wenn durch ein zusätzliches Flurstück
zwei Bewirtschaftungseinheiten zusammengelegt werden können
da sind wir bereit 1 Cent / m² zugeben.

Allerdings haben wir auch Flächen die wir pachtfrei bewirtschaften
weil es den Eigentümern wichtig ist, dass das Grundstück sauber gehalten wird

Was mich wundert, dass jüngere Verpächter ihr Pacht in Naturalien möchten ...
Dosenwurst - Winterkartoffen - Hühnerfutter... oder mal einen Baumschnitt

Gruß
Beate
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Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt,
wo die anderen erst einmal reden

John F. Kennedy
Luise
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« Antwort #13 am: 09.03.09, 18:08 »

Hallo,
wir sind ein reiner Ackerbaubetrieb und von daher auf Pachtflächen angewiesen. Wir haben so etwa,ich weiß es nicht genau, 35-40 Verpächter. Jedes Jahr verändert sich irgend etwas. Es kommt hinzu, aber wir verlieren auch ständig Flächen.
In diesem Jahr ist in der Nähe ein Industriegebiet ausgwiesen worden ( bestes Ackerland) und eine Umgehung wird riesengroß gebaut. Da ist jede Menge Bewegung bei den Pachtflächen. Hinzu kommt, das dann immer noch Ausgleichsflächen angepflanzt werden müssen.
Wir bekommen auch immer öfter Kaufangebote, die Besitzer haben manchmal ihr Land nie bewirtschaftet sondern die Väter
oder Großväter und so haben sie keinen Bezug. Aber wo soll das ganze Geld herkommen. Landkauf wird immer noch als Gewinn versteuert. Es ist eine schwierige Situation immer auf dem Schleudersitz zu sitzen.
Hinzu kommt noch als Erschwernis, das viele Verpächter Sonderwünsche haben die man berücksichtigen muß.

  Luise
« Letzte Änderung: 19.03.09, 21:05 von Luise » Gespeichert
Luise
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« Antwort #14 am: 10.03.09, 09:21 »

Heute habe ich in der Tageszeitung gelesen, daß in Hessen t ä g l i c h  6 Hektar Ackerland durch Straßenbau oder Gewerbeansiedlung verloren gehen.
Wie lange halten wir das durch???
  Luise
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