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Autor Thema: Bewegung am Molkerei-Markt!?  (Gelesen 1383 mal)
reserl
Niederbayern
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« am: 01.01.09, 14:27 »


Die Goldsteig-Käsereien in Cham haben kürzlich die Fusion mit der Käserei Allgäuland bekanntgegeben.
Dazu ein Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung .

Wie seht ihr diese Zusammenschlüsse?
Wie wird sich die Molkereienlandschaft in den nächsten Jahren verändern (müssen)?

Wie gut seht ihr eure Molkerei aufgestellt?
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lieben Gruß
Reserl


Auch in den kleinsten Tropfen spiegelt sich der ganze Himmel.
eifelrosi
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Weißes Gold ist wertvoll und gesund


« Antwort #1 am: 01.01.09, 15:55 »

Hallo Reserl,

unsere Molkerei (Hochwald) hat ja in den letzten Jahren schon einige Fusionen hinter sich, teilweise mit größeren Problemen, aber ich denke, dass dies schon der richtige Weg ist, wir sind auf jeden Fall ganz zufrieden. Durch die Produktvielfalt, die das meist mit sich bringt, sind die Molkereien dann nicht so sehr vom Preis eines Produktes abhängig, gerade wenns so ein großes Auf und Ab wie z.B. bei H-Milch oder Magermilchpulver gibt. Es gehört natürlich dann ein noch größeres Management dazu für die Molkereien, dass das alles unter einen Hut zu bringen ist, andererseits können damit natürlich auch Posten eingespart werden, wenn das von mehreren Werken zusammengefaßt wird - kostet natürlich auch wieder Arbeitsplätze.
Die Molkereien, die fusionieren, müssen natürlich auch in ihrer Richtung zusammenpassen, damit es funktioniert - wie bei landwirtschaftlichen GbR's aus mehreren Betrieben auch. Wenn die Strategien zu weit auseinandergehen, kann das auch für beide Partien im schlimmsten Fall das Aus heißen.
Viele Grüße
Roswitha
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Schön, dass es den BT gibt
Starbuck
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« Antwort #2 am: 01.01.09, 16:04 »

Unsere Molkerei (Oberfranken-West) hat im Moment keine echte Fusionslust, dafür sind wir selbst zu gut aufgestellt. Man kann ja nicht mehr Milch zusammenkarren, wie auch rentabel verwertet wird.
In der Jahresprognose 2009 hat der Geschäftsführer "versprochen", nicht unter 30 ct (die auch erwirtschaftet werden!!)  netto abzusinken- bis April halte ich das auch für realistisch.

Ein passender Fusionspartner müsste in der Verwertung schon ebenso gut aufgestellt sein- da kommen nicht viele in Frage.

lg, Heiko
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Ossi22
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Milcherzeuger in Ostwestfalen


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« Antwort #3 am: 01.01.09, 17:12 »

Hallo !

Wir liefern an die Humana und dort bin ich auch Vertreter . Ende November wurde in der Vetreterversammlung grundlegendes beschlossen :

Das Konzept zur gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierung der Humana-Milchunion kann umgesetzt werden. Die Vertreterversammlung verabschiedete die Pläne vergangene Woche in Paderborn mit großer Mehrheit. Das komplette operative Molkereigeschäft der Humana Milchunion eG und ihrer beiden Töchter Milchwerke Thüringen GmbH und Küstenland Milchunion Mecklenburg-Vorpommern GmbH wird somit in einer Gesellschaft zusammengefasst. Erreicht wird die neue Unternehmensstruktur laut Firmenangaben durch die Verpachtung des Geschäftsbetriebs der drei Partner an das neue gemeinsame Tochterunternehmen Humana Milchindustrie GmbH (HMI). Dem hierfür notwendigen Betriebspachtvertrag stimmte die Vertreterversammlung ebenfalls zu. Das Modell biete weitergehende Integrationsmöglichkeiten und sei offen für Beteiligungen im Rahmen des Strukturwandels in der Molkereibranche, betonte Humana. Die gesellschaftsrechtliche Umstrukturierung ermögliche eine effiziente Steuerung der Produktionsprozesse und Investitionen. Gleichzeitig erhofft man sich Einsparungen in Verwaltung und Vertrieb. Darüber hinaus soll die neue Struktur die Voraussetzung für eine einheitliche Milchgeldauszahlung innerhalb des Humana-Konzerns schaffen, wobei jedoch die Lieferbeziehung der Milcherzeuger zu ihren Abnehmern unverändert bleibt. Bisher hätten differierende Produktionsprogramme der einzelnen Gesellschaften unterschiedliche Auszahlungspreise an die Milchlieferanten bedingt, erläuterte das Unternehmen. (03.12.2008)

Um es in eigene Worte zu fassen : Humana hat in den letzten Jahren sehr viel fusioniert und der Aufbau der Genossenschaft ist sehr verzwickt geworden , sowohl in der Verwaltung als auch in der Mitgliederbetreuung und deren Auszahlung . Dieses wird nun in eine neue Gesellschaft "verwurstet" und somit werden alle gleich behandelt .
Weiterer Effekt von dem neuen Aufbau ist , das es problemloser ist , mit anderen Molkereien zusammen zu arbeiten ( was aufgrund Genossenschaftsrecht nicht immer problemlos ist ) .
Ich halte es für richtig , das man Optionen wahrnimmt unter Wahrung der Mitgliederinteressen.

Gruß Henrik
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ansabe
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Ich nehme mir die Zeit, die ich brauche!


« Antwort #4 am: 01.01.09, 17:35 »

Hallo Henrik,
ist es als Vertreter in einer so großen Genossenschaftsmolkerei überhaupt möglich die Mitgliederinteressen zu wahren? Was ich meine, kann man als Vertreter sich überhaupt noch einen einigermaßenden Durchblick dort verschaffen oder glaubt man denen, die einen dort etwas erklären und das für richtig befinden? Ich will dich nicht angreifen, sondern es geht mir darum, ob  die Vertreter das überhaupt noch nachvollziehen können, wenn ein Unternehmen so groß wird oder ist die Gefahr nicht gegeben, dass irgendwelche Manager nur noch die Richtung zum Profit vorgeben und der genossenschaftliche Gedanke in den Hintergrund rückt.
Ich bezweifle, dass grösser und grösser immer besser ist.
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Viele liebe Grüsse
ansabe
Ossi22
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Milcherzeuger in Ostwestfalen


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« Antwort #5 am: 01.01.09, 20:49 »

Hmm Ansabe , Du hast nicht unrecht .
Bei der Vertreterversammlung wurde auch kritisiert , das man eventuell durch die Schaffung der neuen Struktur die Meinung der Vertreter / Mitglieder aushebeln wollte . Das wurde auch ausgiebig diskutiert und aufgezeigt , das nach wie vor die Mitglieder das oberste Organ der Genossenschaft darstellt und bei wichtigen Entscheidungen deren Meinung entscheidend ist.
Ich bin Vertreter geworden noch zu der Zeit , wo Herr Helfenbein Geschäftsführer in Herford war und es anschließend zur Fusion Herford - Everswinkel gekommen ist . Zu dem Zeitpunkt stand die Humana dort , wo die Nordmilch jetzt ist - und schlechter !
Der Vorstand / Aufsichtsrat hat in großen Teilen gewechselt und die jetzigen Gremien sind sehr stark , die Zahlen beweisen eigentlich , das die Humana auf einem guten Wege ist . Meiner Meinung sollte man dann viel Vertrauen haben.
Größe ist nicht alles . Bei Humana setzt aber ein straffes Managment an . Ich sehe dann immer wieder die Zahlen , wie die Effizienz des einzelnen Produktionsstandortes gesteigert wird oder unrentablere Standorte geschlossen werden , auch wenn es manchmal bitter ist . Beispiel die KMZ Kurhessische Molkereizentrale .
Humana ist durch Fusionen so groß geworden . Hat aber auch sehr viel Geld gekostet , Sozialpläne immer wieder und die Israel Remedia Geschichte trägt auch nicht zum Erfolg bei . Aber die Straffung bei Humana zeigt meiner Meinung nach erste Früchte ... ( hoffentlich bleibts so ).
Von daher sollten die Molkereien offener sein für Zusammenschlüsse aller Art , wenn die Geschäftsführung das konsequent umsetzt , kann es nur gut sein für unser Milchgeld !!
Aber Vertreter Arbeit ist keine zufrieden stellende Arbeit . Kritik wie deine hört man öfter . Ich geb den Job gerne ab , bloß wenn ich auf die Liste der Mitglieder schaue , die ich vertreten soll , dann frage ich mich , wer solls machen.
So , ich drück erst mal auf Schreiben Wink

Gruß Henrik
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Clara
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Nichts-was sich zu haben lohnt-ist leicht zu haben


« Antwort #6 am: 01.01.09, 21:06 »

Hallo Henrik,
ist es als Vertreter in einer so großen Genossenschaftsmolkerei überhaupt möglich die Mitgliederinteressen zu wahren? Was ich meine, kann man als Vertreter sich überhaupt noch einen einigermaßenden Durchblick dort verschaffen oder glaubt man denen, die einen dort etwas erklären und das für richtig befinden? Ich will dich nicht angreifen, sondern es geht mir darum, ob  die Vertreter das überhaupt noch nachvollziehen können, wenn ein Unternehmen so groß wird oder ist die Gefahr nicht gegeben, dass irgendwelche Manager nur noch die Richtung zum Profit vorgeben und der genossenschaftliche Gedanke in den Hintergrund rückt.
Ich bezweifle, dass grösser und grösser immer besser ist.

Hallo Ansabe,

was verstehst du denn in 2009 unter dem genossenschaftlichen Gedanken?

Aus Gewinnerwirtschaftung geht immer die Option hervor, dass ein Unternehmen/Unternehmer was unternehmen kann für sich und andere... Das hiesse im Falle einer Molkerei u.a. stabile Milchauszahlungspreise, Bonuszahlungen für die Lieferanten, Etablierung von Marken, Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen, Erhaltung und Schaffung von wirtschaftlicher und sozialer Strukturen in einer Region (Sponsoring von Veranstaltungen, Vereinen etc.)...

Ich stimme dir zu, dass Größe nicht alles ist.

Viele Grüße

Anja

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... Ich bleibe auf dem Teppich
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Kruppa
eifelrosi
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« Antwort #7 am: 01.01.09, 21:29 »

@ Anja,

bis auf die Tatsache, dass ein Werk direkt vor unserer Haustüre geschlossen wurde - die Mitarbeiter von dort konnten aber wohl zum großen Teil in anderen Werken, die etwas weiter weg sind, weiterarbeiten - würde ich sagen, werden alle Punkte von unserer Molkerei erfüllt, die du dort aufgezählt hast.

@ ansabe,

ich denke, wenn ein Vertreter sich regelmäßig bei der Geschäftsführung und/oder Aufsichtsrat erkundigt, was es neues gibt, nicht nur zu den jährlich oder halbjährlich stattfindenen Versammlungen fährt, kann er schon nachvollziehen, was läuft.

Viele Grüße
Roswitha
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Milcherzeuger in Ostwestfalen


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« Antwort #8 am: 14.01.09, 17:09 »

Hallo !

Ich habe den Treff jetzt immer nur kurz angelesen und staune , keine Reaktion zur Zusammenarbeit Nordmilch - Humana. Kein Meinungen vorhanden ?
Trotz Vorbehalte gegenüber der "angeschlagenen" Nordmilch ringe ich der Sache etwas Positivem ab : Aldi bekommts schwerer , Preise zu drücken .
Meine Meinung . Muss in den Stall !

Gruß Henrik
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Mogli
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« Antwort #9 am: 14.05.09, 17:20 »

Eine Frage: Wer kann bestätigen ob und an wen Zott verkauft wurde? LG Helga
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millimaster
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« Antwort #10 am: 14.05.09, 21:17 »

Das gestern kursierende Gerücht ist auch heute noch ein Gerücht, allerdings von der Geschäftsleitung schriftlich dementiert!
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reserl
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« Antwort #11 am: 09.06.09, 19:44 »

Das Bundeskartellamt hat heute für die Gründung des Nord-Contors, einer gemeinsamen Vertriebstochter von Nordmilch und Humana, grünes Licht gegeben.

Das teilte das Kartellamt in einer Pressemitteilung mit. Damit können die beiden größten deutschen Molkereien ihren Vertrieb für eine ganze Reihe von Produkten zusammenlegen.

Quelle: Topagrar.com


Wie seht ihr diesen Zusammenschluss?
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lieben Gruß
Reserl


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« Antwort #12 am: 16.07.09, 12:12 »


Die Goldsteig-Käsereien in Cham haben kürzlich die Fusion mit der Käserei Allgäuland bekanntgegeben.
Dazu ein Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung .


Ein halbes Jahr später sieht die Sache offenbar wieder ganz anders aus.
Nach einem Bericht der Passauer Neuen Presse sind die Fusionsverhandlungen zwischen Goldsteig und der Käserei Allgäuland gestoppt worden.

--> der Link zu PNP-Online: Goldsteig bläst Fusion mit Allgäuland ab
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lieben Gruß
Reserl


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