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Autor Thema: Düngemittelpreise  (Gelesen 3821 mal)
Mirjam
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« am: 13.08.08, 15:16 »

Hallo,

Dünger - der zweitwichtigste Handelsmarkt nach Lebens- und Futtermittel. Selbst die FAO rechnet den Düngemarkt nach - den sie weiß, dass die Welternährungslage an der Menge und den Preisen der Düngemittel hängen: Und wohin diese abfliessen...

Wenig kanns nicht sein - heute auf B5-Radio den Börsenbericht:

K&S-AG hat ihren Gewinn VERVIERFACHT in kurzer Zeit auf 360 Mio Euro! Das kanns ja wohl nicht sein ....? Sind wir in der falschen Branche?

Was zahlt ihr derzeit für Handelsdünger und welche Preissteigerungen musstet ihr von euren Händlern vor Ort schlucken?

viele Grüsse

Mirjam
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Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
Jochen
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Beiträge: 1208


« Antwort #1 am: 13.08.08, 15:24 »

Oh je.....

Gegenüber Herbst 2007 Preissteigerungen bei Stickstoff über 100%,
bei Phosphor 150%.
Kalkammonsalpeter 9/07  17,80
11/07  20,20
aktuell Lagerware bei sofortiger Abnahme 34,00
bei Abnahme im Frühjahr und Bezahlung JETZT 35,00
aktueller EINKAUFSPREIS des Lagerhauses 36,00

Und weitere Steigerungen prognostiziert trotz fallendem Ölpreis.

dafür befinden sich Getreidepreise in freiem Sturzflug.
Frei Lager wird derzeit Schwarzmeerweizen um 16 Euro angeliefert.

Und da gibts immer noch Deppen unter den Kollegen, die in Goldgräberstimmung den Pachtmarkt aufmischen wollen...
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Biobauer
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« Antwort #2 am: 13.08.08, 17:02 »

Oh je.....



Und da gibts immer noch Deppen unter den Kollegen, die in Goldgräberstimmung den Pachtmarkt aufmischen wollen...


lass sie jochen , ich wünsch ja normal keinen was schlechtes aber ich hoffe echt da sda demnächst welche auf schnauze fallen . hie rwurden flächen verpachtet in einer gegend wo eigentlich das niveau unter 200 euro das ha liegt, nu werden halt 450 gezahlt. hat mich auch geärgert , aber soll er glücklich werden damit für jemand anders arbeiten zu müssen . Wink
zum dünger selbst kann ich ja ned soviel sagen , ich weiss nur da sich scho anfragen bekommen hab wegen gülle udn das unser kompostwerk das zeug nu verkauft,ddavor gabs das geschenkt.
servus
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Streite dich nie mit einem Idioten, er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich mit Erfahrung. (Bob Smith, 1962
Ingrid2
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« Antwort #3 am: 13.08.08, 20:19 »

Wir haben dieses Jahr schon Kalkammon gekauft:  26 to - Preis 33,50!! - Anlieferung war am Montag (im letzten jahr haben wir etwa die Hälfte bezahlt)
Meiner Meinung nach absoluter Wucher - da wird doch der Markt künstlich verknappt. Und ohne Dünger gehts nicht Angry

Ingrid
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Andreas
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I mog Di !


« Antwort #4 am: 13.08.08, 23:47 »

Der Rheinische Landwirtschaftsverband, RLV, wirbt heute in einer
Pressemitteilung für die Stärkung der Festmistwirtschaft :

PM, 13.08.08:
Stroh wird wertvoller Rohstoff
Angesichts extrem angestiegener Düngemittelpreise wird Stroh zur echten
Alternative
(13.08.2008) Die Getreideernte ist nach Angaben des Rheinischen
Landwirtschafts-Verbandes (RLV) zu großen Teilen im Rheinland eingefahren,
nun liegen eckige und runde Strohballriesen auf den Feldern.
Das Stroh schimmert nicht nur golden in der Sonne, seine Farbe ist in diesem
Jahr auch finanziell Programm: Wird Getreidestroh vor allem zur Einstreu
genutzt, gewinnt es in diesem Jahr als Düngemittel an Wert. Denn Düngemittel
sind nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP)
innerhalb eines Jahres um rund 70 % angestiegen. Bis 2009 sollen sich die
Düngemittel nach Angaben des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes
Zuckerrübe (LIZ) noch um 314 % verteuern.
Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mitteilt, kann Stroh
angesichts der stark angestiegenen Düngerpreise in diesem Jahr zu einer
echten Alternative zu den Düngemitteln werden. Getreidestroh enthält große
Mengen an Phosphat und Kali, die als Düngemittel nutzbar sind. Verteilt man
das gehäckselte Stroh auf dem Acker, ist es rund ein halbes Jahr später
zersetzt und kann dann als Dünger wirken. Im kommenden Frühjahr regen die
Nährstoffe im Boden das Wachstum der Pflanzen an.
Stroh enthält nach RLV-Angaben rund 3 kg/t Phosphat und 14 bis 20 kg/t Kali.
Dabei gelten auch bei Stroh die Regeln eines Naturproduktes, das heißt die
Werte schwanken je nach Getreideart und Bodenbeschaffenheit. Phosphat kostet
nach Angaben des RLV zurzeit 1 €/kg, Kali 0,75 €/kg, so dass sich ein
Düngewert für das Stroh von 13,50 €/t für Phosphat und 15,75 €/t für Kali
ergibt. Dazu teilt der RLV weiter mit, dass die Strohdüngung zusätzlich zu
dieser positiven Nährstoffwirkung den Humusgehalt des Bodens erhöht. Eine
ausgeglichene Humusbilanz ist für die Fruchtbarkeit des Bodens wichtig.
Eine noch stärkere Düngerwirkung enthält das Stroh, wenn es zur Einstreu
verwendet wurde und als Mist tierischer Herkunft angereichert auf den Acker
ausgetragen wird, betont der RLV. Dann kommen zu den Phosphat- und
Kalimengen kommen rund 4,5 kg/t Natrium hinzu. Zudem enthält Stallmist nicht
unerhebliche Anteile von nachhaltig wirkenden Stickstoff. So wird etwa
Pferdemist aus Weizenstroh aufgrund seiner reichhaltigen Nährstoffe
besonders in der Champignonproduktion eingesetzt.

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Antonia
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BT- ein Lebenselexier für Frauen auf dem Lande


« Antwort #5 am: 14.08.08, 07:47 »

Wenig kanns nicht sein - heute auf B5-Radio den Börsenbericht:
K&S-AG hat ihren Gewinn VERVIERFACHT in kurzer Zeit auf 360 Mio Euro! Das kanns ja wohl nicht sein ....? Sind wir in der falschen Branche?

Hallo,
die K&S Aktie hatte in den letzten Jahren sagenhafte Zuwachsraten. Es scheint so, dass Kali knapp ist. Ich bezweifle die künstliche Verknappung. Überhaupt habe ich das Gefühl, wenn  ich den Aktienmarkt so beobachte, dass gewisse Branchen in der Landwirtschaft boomen. Betrachtet mal Saatgutanbieter, da ist eine Schweizer Aktie derzeit obenauf.
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herzliche Grüße aus dem Süden
Antonia
mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #6 am: 14.08.08, 08:40 »

Hallo Antonia,
also können wir die Lehren draus ziehen, die einen verkaufen Düngemittel oder verdienen an den Aktien und en Bauern bleibt der Rest- die Arbeit Grin.
Da wird plötzlich alles, was hinten bei unseren Viechern  rauskommt - auch wieder sehr wertvoll.
Und dazu fällt mir ein Satz aus Sir Albert Howards "Mein landw. Testament" ein-
die Hofdüngerbehandlung ist der Schwachpunkt in der Landwirtschaft des Westens.
Ich steh zur Zeit oft staunend im Wald vor einer grossen Buche. Wie sie diese Grösse erreicht haben mag-
ohne zugeführten Dünger, nur von den herabfallenden Blättern gefüttert und mit einer so geringen Humusauflage, dass ich nur noch vor Verwunderung den Kopf schütteln kann.
Herzl. Grüsse
maria

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phil
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« Antwort #7 am: 14.08.08, 10:31 »

Hab neulich mal gelesen,daß hinter K&S mittlerweile ein russischer Oligarch steckt.Vielleicht ist der an mehr so Firmen wie K&S beteiligt oder er kennt jemanden aus der Branche der das gleiche macht.
Vergleiche mit dem Ölpreis wären nicht unlogisch.

Die Russen wollen der größte Finanzplatz der Welt werden.Die kämpfen da halt gegen Dubai(London,New York) und jeder muß schauen,wie er das meiste Geld macht.

Und die Deutschen werden linker und grüner. Angry
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Wahres Wort ist nicht schön-schönes Wort ist nicht wahr!(Konfuzius)
mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #8 am: 14.08.08, 10:38 »

Hallo Phil,
sind denn deine Pflanzen rot, gelb  oder schwarz?
Unsere waren und sind noch immer grün Grin.
Herzl. Grüsse
maria
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Jochen
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« Antwort #9 am: 14.08.08, 12:29 »

Zitat
Ich steh zur Zeit oft staunend im Wald vor einer grossen Buche. Wie sie diese Grösse erreicht haben mag-
ohne zugeführten Dünger, nur von den herabfallenden Blättern gefüttert und mit einer so geringen Humusauflage, dass ich nur noch vor Verwunderung den Kopf schütteln kann.

Aus was besteht diese Buche?  Hauptsächlich Kohlenstoff.....  gewonnen durch Assimilation. Eiweiß(Stickstoff) ist durch Blattwurf eine Kreislauf...Die anderen Nährstoffe auch.
Eine Buche kann man nicht mit Feldfrüchten vergleichen, bei denen Unmengen an Nährstoffen vom Feld abgefahren werden..
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mary
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« Antwort #10 am: 14.08.08, 13:41 »

Hallo Jochen,
ja stimmt, die Buche lebt in der Kreislaufwirtschaft. Bei den Düngerpreisen kann ich von der Buchenkreislaufwirtschaft zu lernen anfangen. Solange das Getreide billig und der Dünger im Verhältnis zu heute- preiswert war- jetzt haben wir keine grossen Preisschwünge beim Getreide und explodierende Dünger usw. Preise-
nun ja, da fängt mein Rechengehirn ganz arg zu denken an.
Aber vielleicht ist bis zum nächsten Frühjahr wieder alles ganz anders Wink. aber vielleicht auch nicht.
Und dann geh ich zur Buche und nimm Unterricht Grin
Herzliche Grüsse
maria
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Mirjam
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« Antwort #11 am: 14.08.08, 20:21 »

Hallo

Das Dumme ist nur, kürzlich hab ich eine Überschlagsrechnung gelesen, wieviel Tier wir halten müssten (wegs organischem Dünger) um ausreichend Nährstoffe für unsere pflanzliche Produktion  in einem Nährstoffkreislauf a la ökologischer Landbau zu haben:

Das geht bei uns nie und nimmer rund für soviele Deutsche (wenn man nur uns betrachtet) - es gehen aus der Tierhaltung/Nahrungsmittelversorgung zuviele Nährstoffe in die Menschen, die nicht mehr auf den Acker kommen und die Intensitäten die benötigt werden zu halten?

Da wir dank Umweltpolitik weniger/kaum mehr "sauren Regen" mit Einträgen haben - dürfen wir nun z.B. bei Raps Schwefel nachdüngen:

http://www.landwirtschaftskammer.de/fachangebot/ackerbau/duengung/schwefel/s-duengung-pdf.pdf

Angesichts der rückläufigen Schwefeleinträge aus der Luft begann die Landwirtschaftskammer
bereits 1991 mit der Anlage von S-Düngungsversuchen zunächst in Winterraps. Von
dieser Kultur war ein hoher Schwefelgehalt bekannt, der auf einen besonders hohen SBedarf
schließen ließ.


Gruß Mirjam



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Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
Jochen
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« Antwort #12 am: 14.08.08, 21:56 »

Zitat
Aber vielleicht ist bis zum nächsten Frühjahr wieder alles ganz anders . aber vielleicht auch nicht.
Und dann geh ich zur Buche und nimm Unterricht

Sie wird Dir sagen, dass die menschlichen Fäkalien nicht in die Kläranlage gehören, sondern aufs Feld.
Und dass die Leute .. wenn sie mal von dannen gehen.. schön verteilt auf dem Acker verbuddelt werden müssen.
DANN haben wir (fast)  Kreislaufwirtschaft im Sinne der Buche....
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mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #13 am: 15.08.08, 06:52 »

Hallo Jochen,
 ich höre bei unseren Buchen ganz was anderes.
Buchen werden ja nicht so alte wie Linden, aber unsere Vorfahren sind sicher nicht als Asche unter den Bäumen verteilt worden- und den Abort gabs in früheren Zeiten zuerst neben dem Misthaufen und dann zum Glück im Haus. Grin
Wir haben auch schon einiges an Wald angepflanzt, gab auch keine Asche und niemand geht bei uns in den Wald zum ...... Grin
Bäume und Pflanzen gibts ja schon viel länger als uns Menschen, sie haben sicher keine Düngewerttabellen gelesen, keine Hoftorbilanzen ausrechnen müssen Grin.
Was machen wir, wenn der Dünger weiter so im Preis steigt, die Getreidepreise leider nicht?
Auch vor Liebig gab es Landwirtschaft, wuchsen Pflanzen. Ausserdem ist es sehr interessant, den jungen  und den alten Liebig zu lesen.
Aber darüber lachen unsere Buchen, sie haben keine Bücher gelesen und wissen doch, wie sie es anstellen müssen, dass aus ihnen mächtige Bäume werden.
Die Erdöllagerstätten sollen früher gewaltige Pflanzenmassen gewesen sein- so schliesst sich der Kreislauf- wir machen aus dem Öl wieder Stickstoffdünger.
Wie haben die Pflanzen dieser Urzeit ohne Stickstoff aus der Fabrik diese Leistung erbringen können.
So und jetzt können wir wieder über die steigenden Düngerpreise diskutieren.
Herzliche Grüsse
maria



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Jochen
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« Antwort #14 am: 15.08.08, 19:39 »

Sorry, Mary...
ich habs schon mal versucht zu erklären und ich erwarte von jemanden, der sich intensiv mit der Materie befasst auch zumindest ein Mindestmaß an Grundwissen.

Ich spiel für Dich nicht den Erklärbär und so darfst Du weiterhin überzeugt sein, dass auch eine Feldkultur ohne Dünger und mit jährlicher Abfuhr die Mächtigkeit einer Buche erreichen kann.
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