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Autor Thema: Flurbereinigung  (Gelesen 2225 mal)
klara
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« am: 13.07.08, 19:16 »

Hallo,
bei uns ist gerade Zuteilung nach einem langen Flurbereinigungsverfahren.Und wie das so ist, haben die ganzen Parzellen jetzt neue Besitzer. Mein Männe ist Pächter von vielen Parzellen. Könnt ihr Euch vorstellen, was das für ein heckmäck ist? Da meldet sich kein  Besitzer der neuen Ackerfläche u. sagt, wo sein Acker jetzt ist. Gibt es dazu eine Vereinfachung? Hat schon mal jemand damit zu tun gehabt?
Auch sind unsere Äcker an Raine hingelegt worden, wo wir vorher bei den dafür eingehandelten Äcker nicht hatte.Ein Acker kann mein Männe garnicht bewirtschaften, wenn der darunterliegende Besitzer seinen Acker mal hergeben sollte, da er zu klein dann ist. Wie kann man sich wehren? Demnächst soll es eine Anhörung geben. Kann Männe sich darauf "richtig" Vorbereiten?
LG Klara
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zensi
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« Antwort #1 am: 13.07.08, 20:12 »

Hallo Klara,

was ist denn das für eine Flurbereinigung, wo Äcker zjm Bwirtschaften zu klein sind?
Sind denn die neuen Äcker schon eingeteilt und vergeben? Die Anhörung ist doch meines Wissens vor der Verteilung.
Wenn man Pachtverträge auf zwölf Jahre hat, wird doch versucht , diese Flächen nebeneinander zu legen.

Frag doch mal bei deinem Bauernverband nach.
Oder direkt bei der DLE. Vielleicht hilft dir auch das Flurbereinigungsgesetz. Ist aber viel zu lesen und verstehen: http://bundesrecht.juris.de/flurbg/index.html

Ich hatte auch schon mal eine Frage wegen Flurbereinigung, da hat mir Beppa geantwortet, sie hat mit Flurbereinigung zu tun. Frag doch mal bei ihr nach:
http://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php?topic=22370.msg229112#msg229112
Viel Glück dabei.

Gruß Zensi
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klara
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« Antwort #2 am: 13.07.08, 22:46 »

Hallo Zensi,
da´s ja viele Besitzer gibt, werden manche Parzellen auch nicht grösser. Und manch Verpächter hat garnicht angegeben, dass wir Pächter sind.
Es war vor der Zuteilung eine Anhörung, wo jeder Besitzer einzeln geladen war.Auf Männe´s Wunsch bei Zuteilung wurde kaum eingegangen Roll Eyes.
Viele Nichtlandwirte sind saniert, nur wir, wo den Sch...schaffen dürfen,sind irgendwie zu kurz gekommen.Und so riesig ist die Gemarkung auch nicht.
Danke für Deine Tip´s.
 
LG Klara
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zensi
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« Antwort #3 am: 14.07.08, 21:02 »

Hallo Klara,
schade! Die Flurbereinigung soll doch der Landwirtschaft dienlich sein. Hinterher wollen wir doch rationell und kostengünstiger arbeiten können.

Wir sind ja auch gerade mitten in der Flurbereinigung. Aber noch nicht bei der Verteilung.
Mein Göga sagt immer , wirst schon sehen, die machen was sie wollen. Nur nicht nachgeben und sich auf beide Füsse stellen.

Ich hoffe, es wird bei uns nicht so schwierig, aber wir haben viel Hopfen, da ist es gar  nicht einfach.

Schönen Gruß

Zensi

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Nanne
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« Antwort #4 am: 28.09.10, 12:06 »

Hallo,
wir haben heuer auch Neuverteilung nach Flurneuordnung. Ging bis jetzt einigermaßen gut über die Bühne. Eigentlich sinds diejenigen, die ihre Äcker sowieso nie mehr selbst bewirtschaften werden, die am meisten Ärger und Getue machen. Die paar aktiven Landwirte sind einigermaßen zufrieden.
Wir selbst haben von 9 Teilstücken auf eine große Zuteilung, eine schöne große Wiese und eine kleine Parzelle zusammenlegen können. Es gab aber auch welche, die konnten sich mit nichts zufrieden geben und bleiben nun wieder auf mehreren Teilstücken sitzen.
Göga ist Wegbaumeister und hat momentan Streß mit Beseitigung alter Wege - vor allem bei dem Mistwetter.
Bin nämlich grad wieder mal mit dem Essen fertig und er ist noch nicht aufgetaucht.
Naja, die Zeit wird auch vorübergehen.

LG
Nanne
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zensi
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« Antwort #5 am: 28.09.10, 12:20 »

Hallo Nanne,

wir haben übermorgen Termin zur Zwischenverhandlung, und bei uns ist nichts in Butter. Ist ganz schön was im Gange, wie man so hört, auch Rechtsanwaltsbriefe sind schon unterwegs.
Ich glaub das dauert noch, dabei sollen wir ja im Herbst ( Huh) schon die neuen Äcker bestellen. Wie das gehen soll weiß ich ehrlich nicht. zudem noch nichts ausgesteckt ist, geschweige vermessen.

Wir haben jetzt mal Mist und Gülle auf die Äcker gefahren, die definitiv bleiben werden.

Mal sehen.

Gruß Zensi
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Nanne
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« Antwort #6 am: 28.09.10, 13:27 »

Also bei uns sind die neuen Äcker bereits abgesteckt und die meisten Grenzsteine auch schon gesetzt. Es gibt auch ein paar Verhandlungen über Rechtsanwalt. Neulich war noch mal so ein "Gütetermin", ich glaub, da wurden noch einige Unklarheit ausgeräumt.
Was weniger schön ist, daß manche Pachtverträge anscheinend nur bis zur Neuverteilung abgeschlossen waren. Nun sind die Flächen in den letzten Wochen öffentlich in der Zeitung zur Verpachtung ausgeschrieben gewesen. Das hat natürlich viel böses Blut bei den "Alt"pächtern gegeben. Da wurden nämlich Angebote abgegeben, die waren fern von "Gut und Böse". Und viel Feld ist nun an "Auswärtige" gegangen. Nun heißt`s natürlich, wir machen doch nicht Flurbereinigung für fremde Bauern. Da wir reiner Milchviehbetrieb sind, haben wir nicht mitgeboten, denn bei 800 bis 1000 Euro können wir definitiv nicht mithalten. Da wurden sogar Siloballen aufgeschlitzt und lauter so`n Zeug.
Die meisten haben bereits Gülle auf die neuen Äcker gefahren, diese auch schon bearbeitet und WG gesät. Im Moment werden wie gesagt die alten Feldwege weggeräumt und eben gemacht. Ich denke, nächstes Jahr sieht die Welt wieder freundlicher aus.

LG
Nanne
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zensi
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« Antwort #7 am: 28.09.10, 14:39 »


Was weniger schön ist, daß manche Pachtverträge anscheinend nur bis zur Neuverteilung abgeschlossen waren. Nun sind die Flächen in den letzten Wochen öffentlich in der Zeitung zur Verpachtung ausgeschrieben gewesen. Das hat natürlich viel böses Blut bei den "Alt"pächtern gegeben. Da wurden nämlich Angebote abgegeben, die waren fern von "Gut und Böse". Und viel Feld ist nun an "Auswärtige" gegangen. Nun heißt`s natürlich, wir machen doch nicht Flurbereinigung für fremde Bauern.

LG
Nanne

Unser zuständiger Herr vom Flurbereinigungsamt hat uns auch geraten, die Pachtverträge bis zur Neuverteilung frei zu machen, damit hinterher das Verpachten leichter geht, da ja die ein und anderen Flächen anders eingeteilt sind. Aber unsere Verträge laufen länger.

Vielleicht gings uns auch so. Die Biogasbetreiber können halt mehr zahlen, da können wir Milchbauern natürlich nicht mithalten.

Zensi
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klara
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« Antwort #8 am: 28.09.10, 21:39 »

Hallo Nanne,
lese das mit schrecken.
Wir hatten letztes Jahr Zuteilung.Eigentlich ging´s ganz lautlos zu. Man hat sich mit ein paar anderen Betriebsleitern zusammen gesetzt u. die Pachtäcker gütlich getauscht. Ein Pferdebesitzer hat uns einen Acker in einem grösseren Gewann ausgepachtet mit üblen Mitteln.Ein anderer Bauer meint, wenn er tauscht haben wir mehr Gewinn Roll Eyes,also bewirtschaftet er den kleinen schnipsel neben unserem grösseren Acker......Aber das sind Einzelfälle. Wenn ich aber das so bei Euch höre, dann weiss ich erst, wie gut wir hier weg gekommen sind.
LG Klara
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gammi
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« Antwort #9 am: 28.09.10, 22:55 »

Flurbereinigung bring ich automatisch mit "bösem Blut" in Verbindung. Ich kenn es einfach aus der Umgebung, da gab es überall nur Streit, weil jeder meinte der Nachbar wäre besser weggekommen.

Wir haben im Ort eine "private" Flurbereinigung durchgeführt. Da wir nur noch 2 aktive Landwirte (gibt auch noch einige Hobbylandwirte, die noch hauptsächlich ihre eigene Fläche bewirtschaften, ohne Zupacht) im Ort sind haben wir durch Tausch auch ganz ordentliche Schläge zusammen bekommen.
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Auch Laufstall-Kühe geben gute Milch
Nanne
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« Antwort #10 am: 29.09.10, 10:58 »

Hallo,
das mit dem freiwilligen Landtausch wurde in Nachbargemeinden schon mal probiert. Funktioniert aber meines erachtens nicht, wenn mehr als 2-3 aktive Landwirt in einem Ort sind.
Eigentlich ist die ganze Sache bei uns noch relativ lautlos über die Bühne gegangen. Vor ca. 15 Jahren wurde bei meinen Eltern Flurbereinigung gemacht. Mann, da gings erst richtig rund. Das hat erstens viel zu lange gedauert (alles zusammen zwischen 15-20 Jahre). Und die Vorstandschaft ist unterdessen total veraltet. Da ist unterdessen eine ganz andere Generation nachgewachsen. Aber nach ein paar Jahren ist auch über solche Dingen Gras gewachsen. Ich seh das ein bißchen gelassener, solange die Landwirte untereinander noch miteinander reden, was ihnen nicht paßt oder gefällt. Vor allen Dingen müssen sich die aktiven Landwirte einig sein. Nur das mit dem Pachtfeld, da hat kaum einer Einfluß darauf.
Problematischer sind da die Naturschützer, die haben wahnsinnig viel Einfluß auf so ein Verfahren. Da entscheiden Leute über dein Eigentum, die haben von Tuten und Blasen keine Ahnung.

LG
Nanne
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Naima
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Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es :-)


« Antwort #11 am: 29.09.10, 11:53 »

Hallo,
das mit dem freiwilligen Landtausch wurde in Nachbargemeinden schon mal probiert. Funktioniert aber meines erachtens nicht, wenn mehr als 2-3 aktive Landwirt in einem Ort sind.

Ist schon komisch, wir waren neulich im Osten, dort gibt es ja riesige Flächen. Uns wurde erzählt, dass da sogar bis zu 5 mal hin und her getauscht wird, damit große Stücke zusammenkommen.
Schade, dass das im Westen nicht funktioniert.
Jeder denkt hier immer, er bekommt ein schlechteres Stück und wird sowieso benachteiligt.
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zensi
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« Antwort #12 am: 29.09.10, 20:27 »


Problematischer sind da die Naturschützer, die haben wahnsinnig viel Einfluß auf so ein Verfahren. Da entscheiden Leute über dein Eigentum, die haben von Tuten und Blasen keine Ahnung.

LG
Nanne
Aber echt!

Gegen die kommt man nicht an.

Zensi
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Nanne
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« Antwort #13 am: 30.09.10, 11:36 »

Auf die "Grünen" reagier ich momentan auch wie auf ein rotes Tuch. Nichts gegen Biolandwirte. Aber wenn Leute, die von Landwirtschaft nicht mehr Ahnung haben, als was sie beim Sonntagsspaziergang sehen, entscheiden, dann krieg ich die Krise.

Ansonsten ärgert sich Göga momentan mit Landwirten rum, die morgens einfach nicht zum "Dienst" kommen, obwohl sie einen Tag vorher noch zugesagt haben.

LG
Nanne
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zensi
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« Antwort #14 am: 01.03.11, 21:00 »

So jetzt nochmal eine grundsätzliche Frage in Sachen Pacht.
Wenn wir z.B. 20 Ha gepachtet haben und unser Verpächter bekommt nach der Verteilung durch eine Minderung nur noch 19 Ha, dann können wir nur noch 19 Ha  pachten.
Wenn aber unser Verpächter durch eine  Flächenmehrung 21 Ha erhält, da er schlechtere Bonitäten bekommt, bleibt unser Pacht auf 20 Ha bestehen, obwohl eine allgemeiner Flächenabzug von 4% angesetzt wurde.
Seh ich das richtig?

Zensi
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