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Autor Thema: Von Nebenerwerb zur krisensicheren Selbstversorgung!  (Gelesen 1732 mal)
lezi
Gast
« am: 04.07.08, 22:44 »

Kleinbäuerliche Strukturen haben gegenüber großflächigen Agrarindustriebetrieben heute nur noch eine Überlebenschance als "Selbstversorgerinseln". Nicht als realitätsferne "Gesellschaftsfluchtkommunen", sondern als Keimzelle professioneller Eigenversorgung mit Lebensmitteln und extensiver Landnutzung. Nachhaltige Vorbilder und krisensichere Nutznießer gleichermaßen sind dabei gerade die Klein- oder Nebenerwerbsbauern.

Ich bin Landwirt, Förster und Jäger. Mein "Nebenerwerb" oder gute Einkommensquelle ist derzeit meine Werbeagentur. Dennoch suchen meine Frau und ich ca. 1 Hektar Land in Niederbayern, speziell Nähe Passau, auf dem wir unser schon erprobtes Selbstversorgerkonzept ausbauen und für Interessierte präsentieren können. Kauf/ Pacht, sehr gerne auch mit mehr oder weniger gut erhaltener Wohnbausubstanz.

Wir freuen uns über Euer feetback!

Herzliche Grüße

Melissa und Jörg
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passivM
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Beiträge: 2082



« Antwort #1 am: 07.07.08, 11:24 »

...hier erstmal einen Link zum Selbstversorger-Forum, was vielleicht auch interessant ist:
http://www.selbstversorgerforum.de/viewforum.php?f=30&sid=66aa58cc860410f8dc657f28beb03877

...und dann: Hallo ihr Beiden!

Es ist nicht einfach, an Flächen ran zu kommen. Aber Ihr sucht ja auch "Wohnsubstanz"... Habt' Ihr mal in einem Landwirtschaftlichen Wochenblatt nachgesehen, oder im Internet?   

Ihr Du schreibst: "Ich bin Landwirt...." - Da hast du doch sicher Flächen, auf denen du arbeitest, oder? Kannst du da nicht den Hektar für die Selbstversorgung "abzwacken"? Oder sind das nur Pachtflächen, auf denen das vielleicht nicht geht? ...oder für dein Konzept zu weit im Außenbereich?
Hast du keine Konakte zu Bauern, Verpächtern bzw. du könntest dich nicht vor Ort umhören, ob nicht irgendwo eine alte Hofstelle oder ein Resthof zum Verkauf oder zur Pacht steht. Ich mein', Ihr HABT doch schon was (seid Landwirt, Jäger, Förster), da wollt Ihr doch sicher etwas, ganz in der Nähe..  Oder wollt Ihr nochmal ganz von vorne anfangen?

Ich frage nur interessehalber:

Wollt Ihr euch "nur" mit Lebensmitteln selbst versorgen, also Garten, ein Schwein, Hühner, evtl. Hausschlachtungen - was an sich ja auch schon ganz toll ist - oder wollt Ihr zudem auch eine Ziege melken, Wolle spinnen, filzen, weben, töpfern, imkern, Butter und Seife selbst herstellen, und so weiter?
Wie weit soll euer Konzept denn gehen?
Wie weit seid Ihr denn bis jetzt bei der Umsetzung eueres Konzeps?

lieben Gruß
Anna
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Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern
Stacy
Gast
« Antwort #2 am: 08.08.08, 17:24 »

Möchte auch gern mein Hobby,zur eigenen Existenz ausbauen,sind vor zwei Jahren aus der Stadt aufs Land gezogen.Haben mehrere Groß- und klein Tiere,wollte mich als Landwirt anmelden aber leider zu wenig Land und keine weiteren Kontakte um weiteres Land zu Kaufen oder zu Pachten.Die Bauern in unserer Umgebung halten ihr Land alle fest. Bis jetzt klappt es nur mit der eigenen Fleischversorgung.Würde das aber auch ganz gern anderen zugute kommen lassen.Habt ihr vielleicht noch ein paar Ideen wie man sich in der Landwirtschaft verwirklichen kann?  
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passivM
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« Antwort #3 am: 08.08.08, 21:09 »

Ja, das ist mir schon verständlich: Die Flächen sind knapp.
Auch als "eingefleischter" Landwirt kommt man nicht so ohne weiteres an weitere Pachtflächen ran.
Nehmt das also bitte nicht persönlich :-)

Es ist nicht leicht, an die Bauern "ran zu kommen" ;-) Da muss man sich erstmal länger beschnuppern, immer mal wieder auf den Hof kommen, Interesse an der LW zeigen und so weiter. Irgendwie muss man Landwirtschaft ja auch ein bisschen gelernt haben, bevor man sich "selbstständig" macht.
So mancher Bauer freut sich vielleicht über einen zuverlässigen Schlepperfahrer, der das "aus reiner Freude" macht, für ein Taschengeld. Auch Hilfe im Stall wird in manchen "kleineren" Betrieben gerne gesehen. (Ich weiß das, weil es in dem Statteil in den alten Bundesländern, wo wir bis vor zwei Jahren lebten, auch so war.) Aber Zuverlässigkeit ist das oberste Gebot! ...auch wenn es nicht viel Geld für die Mitarbeit gibt. So könnte man sich im Laufe der Zeit vielleicht ein bisschen in die Landwirtschaft reinschnuppern, und auch das eine oder andere lernen.

Zum selber wirtschaften braucht man auch allerlei Gerätschaften. Habt Ihr so was? ...einen kl. Schlepper? Pflug? Grubber? Mähwerk? ...und so weiter. Oder wollt Ihr "nur" einen sehr großen Garten, bzw EINEN Gemüseacker für zehn Reihen Kartoffeln, zwei Reihen Kohl, Salat, Bohnen? Also "Grabeland"? Wenn es letzteres ist, kannst du ja mal bei der Gemeinde fragen.

Ich kann Eueren Traum gut verstehen, aber: Vorsicht. Bei all zu viel Idealismus wird das von den Landwirten gerne belächelt.

lieben Gruß
Anna
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Liebe Grüße
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passivM
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« Antwort #4 am: 09.08.08, 12:43 »

Solche Sachen habe ich auch schon gehört.
Das ist ja das Problem, dass es das wirklich gibt. Die Bedenken von Benita sind wirklich nicht an den Haaren herbei gezogen.
Allerdings ist das zugegebenerweise sehr unbefriedigend für jemanden, der sich, wie Melissa und Jörg, den Traum von der Selbstversorgung erfüllen will.
Im Grunde ist es teuer, wenn man sich so einen Traum erfüllen will, denn man braucht irgend etwas eigenes. Das Geld haben die meisten halt nicht. Dazu ein Beispiel in eigener Sache:

Mein Mann hat einen seeehr großen Bauplatz in einem Hanauer Stadtteil, den er gerne verkaufen würde. Aber schon der Bauplatz alleine hat ungefähr 800 qm, und es kommt noch ein größerer Teil Gartenland dazu. Anschließend kommen Äcker und Wiesen. Das müssen knapp 2000 qm sein. DA könnte man so ein Konzept umsetzen. Aber wenn man mal hochrechnet, was das kosten würde, bei den Quadratmeterpreisen in der Rhein-Main-Region, dann muss man sich nicht wundern, dass wir diesen Bauplatz nicht los werden. ...und für einen Investor, zum Beispiel für Reihenhäuser, kommt das auch nicht in Frage, weil das Baufenster zu klein ist. DAS wäre also so eine Fläche für so ein Selbstversorger-Konzept - wobei die Infrastruktur in zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbarer Nähe wären. Das wäre schon toll. Aber logischerweise will mein Mann die Fläche auch nicht unter Wert "herschenken". - Allerdings ist damit sooo niemandem geholfen. ....hm? 
Mein Mann holt jedes Jahr zwei Wagen voll Gras da runter. Das ist seine Rendite (während seine Brüder nach dem Tod eines Elternteils jeder ein Mietshaus erhalten haben). Und jemand anderes träumt vom kriesensicheren Leben als Selbstversorger - hat aber zu wenig Kapital dazu. Mein Mann würde sich gerne hier in den neuen Bundesländern ein bisschen Eigentum schaffen, auf dem Betrieb wo er (als "ehemals selbstständiger Landwirt") jetzt gegen Lohn mitarbeitet - hat aber zu wenig Kapital dazu. Ich wäre da vielleicht "kompromissbereiter", damit jedem geholfen ist. Aber in solchen Fragen habe ich bei uns nichts zu sagen.  So ist das Leben.

lieben Gruß
Anna
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Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern
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