Bei uns ist es auch Pflicht, sich umzuziehen
...auch wenn wir jetzt viehlos sind.
Ich hab' echt keinen Bock drauf, überall auf dem Teppich und auf den Polstern Staub, Körner und so weiter rumliegen zu haben. Wir haben ein ziemlich großes "Gäste-WC" mit Waschmaschine und Dusche, gleich neben der hinteren Haustür (vorne geht eh nur fremder Besuch rein). Da geht das Umziehen ruck zuck. Und mein Mann fühlt sich auch wohl, wenn er daheim aus den Arbeitsklamotten raus kommt.
Muss aber sagen: Wir leben nicht mehr direkt auf dem Hof. Als das noch der Fall war, da gab es bei uns eine
Betriebsküche, die auch "Brotzeitraum" war. Dort konnte man direkt vom Hof aus rein gehen. Diese Küche hatte also eine eigene Haustür. Auf dem Hof war das auch OK. Man braucht ja irgendwo auch so einen "Sozialraum". Jetzt, auf dem großen Berieb, wo mein Mann nun mitarbeitet, gibt es in der Halle eine Ecke mit Gartentisch und Stühlen für die Brotzeit. Das ist, finde ich, das mindeste was es geben muss. Irgendwo müssen die Männer/Frauen doch auch mal zusammen sitzen können.
Was mir schon oft aufgefallen ist: Die Männer sitzen am liebsten ganz nah bei der Arbeit. Ein toller Brotzeitraum, zu dem man erst noch hinfahren muss, wird nicht genutzt. Da setzten sie sich lieber in eine staubige Halle auf Bierzeltbänke und die Kühlbox dient als Tisch. Deswegen habe ich in Hessen den Männern das Essen oft raus an die Maschinenhalle gefahren. Das war denen lieber, als die fünf Minuten zum Hof zu fahren - trotz Betriebsküche, die man auch mit Arbeistklamotten betreten durfte.
Und dann ist da noch was, das sie lieben: Gesellschaft. Auch hier bittet mein Mann mich oft darum, dass ich über Mittag raus komme. (Manchmal bringe ich auch was Leckeres mit - manchmal, nicht immer. Mein Mann ist dort selbst nur Mitarbeiter, und da bekoche ich nicht jedes mal die halbe Belegschaft mit.) Ich setze mich zu den Männern in die Halle - notfalls auf einen Getränkekasten, falls kein Stuhl mehr frei ist, und dann wird ein bisschen geplaudert. (Weibliche) Gesellschaft ist denen lieber als ein schönes Ambiente beim Pause machen.

...und daaaa kann mein Mann auch reden. Daheim ist er immer ziemlich mundfaul. Ich glaube, bis der heim kommt, hat der sich bei der Arbeit schon ausgequatscht...
Übrigens gefällt mir der Ausdruck "freudeln" gut - ein nettes Wort für "putzen"

Ich benutze übrigens einen ganz ordinären Putzlappen. - Aber mit einem Freudel macht es wohl gleich viel mehr Spaß.. Ich darf gar nicht sagen, was ICH mit dem Begriff "Freudel" assozieren würde

wenn Ihr nicht erklärt hättet, was das ist..
*duckmich-undweg*
lieben Gruß
Anna