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Das Jakobs-Greiskraut ist eine meist zweijährige, manchmal auch länger ausdauernde, krautige Pflanze. Im ersten Jahr besteht sie ausschließlich aus großen (etwa 20 cm langen) Grundblättern. Ein (oft dunkelrot überlaufener) Stängel mit Blütenständen entwickelt sich erst im zweiten Jahr. Bei den leierförmig fiederteiligen Laubblättern sind die unregelmäßigen und stumpf gezähnten Abschnitte zum Ende hin verbreitert. An ihrer Basis weisen sie Öhrchen auf.
Die Pflanzen erreichen Wuchshöhen von 30 bis 100 cm, wobei im oberen Teil die gelben Blütenkörbchen in einer weit verzweigten, vielblütigen Schirmrispe sitzen. Die zahlreichen körbchenförmigen Blütenstände werden nach oben etwas breiter und haben einen Durchmesser von etwa 15 bis 25 mm. Die Zungenblüten sind meist gut ausgebildet, können aber auch fehlen; ihre Anzahl liegt gewöhnlich zwischen 12 und 15 je Blütenkörbchen. Die Blütenkörbchen besitzen eine Hülle aus 13 Hüllblättern sowie anliegenden (oder nur ein bis zwei abstehenden) Außenhüllblättern. Die Spitzen der Hüllblätter sind meistens schwarz gefärbt. Der der Windverbreitung dienende Pappus verblühter Exemplare fällt leicht ab.
Neben der Nominatform Gewöhnliches Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea ssp. jacobaea) wird an Küsten die Unterart Dünen-Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea ssp. dunensis (Dumort.) Kadereit & P.D. Sell) unterschieden. Diese Sippe zeichnet sich durch niedrigeren Wuchs, fehlende Zungenblüten und spinnwebartige, wollige Behaarung aus.
Vorkommen Jakobskrautbären-Raupen auf der zungenblütenlosen Unterart Dünen-Jakobs-Greiskraut
IllustrationDiese Art ist an Feldrändern, auf Wiesen, Ackerbrachen, Magerrasen und in anderen Gras- und Staudenfluren recht verbreitet. Ihre Ansprüche an den Boden sind nicht besonders groß. Bevorzugt werden mäßig frische bzw. wechselfrische, mehr oder weniger nährstoff- und basenreiche, humose Lehm- und Sandböden in humider Klimalage.
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Jakobs-Greiskrautes sind die Ebenen bis mittleren Gebirgslagen der gemäßigten Klimazonen Europas und Westasiens. Inzwischen kommt die Art auch in Argentinien, Neuseeland, Australien, Kanada und in den USA als invasiver Neophyt vor.
Giftigkeit
Diese Pflanzenart wird von Landwirten und Pferdehaltern nicht gerne gesehen, da alle ihre Teile auf Grund der enthaltenen leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloide giftig sind. Diese Alkaloide bleiben, im Gegensatz zu vielen anderen Giftpflanzen, bei Konservierung in Heu oder Silage voll wirksam und werden auf diese Weise auch von Weidetieren mit aufgenommen, die die frischen, bitter schmeckenden Kräuter eigentlich meiden. Auch kleine Dosen schädigen die Leber dauerhaft, so dass eine schleichende Vergiftung über Jahre möglich ist. Schafe fressen die Pflanze, allerdings besteht Unklarheit darüber, ob nicht auch bei ihnen langfristig Leberschäden entstehen. Insbesondere bei Pferden, aber auch bei Wiederkäuern kann das Kraut zu ernsthaften Erkrankungen und längerfristig zum Tod führen. So warnt die Landwirtschaftskammer NRW: „Die gesamte Pflanze weist einen hohen Grad an giftigen Alkaloiden auf, wobei die jüngsten Pflanzen und die Blüten am giftigsten sind. Jakobs-Kreuzkraut ist besonders gefährlich für Pferde, Rinder, Schafe und Kaninchen.“ Wegen seiner Giftigkeit wird das Jakobs-Greiskraut heute auch nicht mehr als Heilpflanze verwendet.
Oft sieht man im späten Frühling auffallend gelb-schwarz gestreifte Raupen am Jakobs-Greiskraut. Es handelt sich dabei um Raupen des Jakobskrautbären (Tyria jacobaeae), einer Schmetterlingsart, die sich auf Greiskräuter, insbesondere auf das Jakobs-Greiskraut, spezialisiert hat. Die Raupen werden durch das aufgenommene Gift für Fressfeinde ungenießbar.
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Jakobskreuzkraut