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Autor Thema: Erste Erfolge ???  (Gelesen 6461 mal)
ELLI47
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« Antwort #60 am: 11.06.08, 20:23 »

Sag mal Andreas,
bist du immer so ärgerlich???
Wir sind gar nicht gefragt worden,
ob wir streiken wollen!
Haben es aus dem Radio erfahren!
  Elli
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Liebe Grüsse aus Schleswig-Holstein
     
        Elli
passivM
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« Antwort #61 am: 11.06.08, 20:38 »

Elli,
einerseits kann ich Andreas vestehen, andererseits kann ich aber auch diejenigen verstehen, die geliefert haben.

Mancher Betrieb kann es sich halt nicht leisten, so lange auf das Milchgeld zu verzichten.
Andere haben moralische Bedenken. Da wurden zum Beispiel Milchprodukte für die Summe des eingenommenen Milchgeldes aus dem Handel gekauft und an gemmeinnützige Organisationen verschenkt, zum Beispiel an eine Tafel.

...und natürlich gab es auch ein paar Egoisten, über die Andreas sich zu Recht ärgert. Aber wegen DENEN sollten die Bauern sich nicht zerspalten. Solche Leute gibt es in allen Branchen und Bereichen.



Persönlich teile ich im Moment Eifelfreunds Befürchtung.

So ein Streik wirkt nur kurzfristig, wenn sich nicht langfristig was ändert. - Thema Überlieferungen....
Vielleicht könnte man in Sachen Vermarktungsstrategie was machen. Allerdings weiß ich auch nicht, was. Aber es muss doch zu ändern sein, dass der Bauer, der immerhin ein wichtiges Lebensmittel erzeugt, sich wie ein dummer Junge sagen lassen muss, dass er seine Lieferpflichten zu erfüllen hat, und zwar zu jedem Preis. Eigentlich müsste die Milch frei handelbar sein, nach dem Motto: Du zahlst nicht genug, also liefere ich der Konkurenz. Aber wie das praktisch machbar wäre, weiß ich auch nicht. Da müssten die Milchbauern sich wirklich gut beraten und vertreten lassen.

Ich hab' es ja schonmal geschrieben: Gründet doch einen Arbeitskreis, so ähnlich wie bei dem Biogas-Thema.



lieben Gruß
Anna
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Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern
frankenbauer
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« Antwort #62 am: 12.06.08, 19:01 »

Offener Brief der Milchindustrie an Bundesminister Seehofer Berlin, 11. Juni 2008 - Die deutsche Milchindustrie hat im Zusammenhang mit den Demonstrationen und den Milchliefer-boykotten heute den nachstehenden offenen Brief an Bundes-minister Seehofer übersandt.

Sehr geehrter Herr Bundesminister,
verehrter Herr Seehofer,

die Demonstrationen und Milchlieferboykotte tausender Landwirte in ganz Deutschland haben die Aufmerksamkeit vieler Millionen Bürger und Verbraucher in unserem Land auf ein Problem gelenkt, auf das die Milchindustrie seit langem immer wieder hingewiesen hat:

- den immer massiveren Druck eines globalisierten Marktes auf die regionale, mittelständische Milchindustrie sowie, damit einhergehend,

- den immer massiveren Druck des heimischen Handels auf das Preisgefüge in den Milchregalen.

Im Effekt hat dies dazu geführt, dass Tausende kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe unrentabel wurden und selbst die größeren unter den Milcherzeugerbetrieben erhebliche Schwierigkeiten haben, sich angesichts der derzeitigen, am Markt erzielbaren Rohmilchpreise zu behaupten.

Die deutsche Milchindustrie hat sich lange vor Beginn der Demonstrationen und Boykottaufrufe der Milchbauern massiv für höhere Preise für Milchprodukte eingesetzt. Im Herbst 2007 hat sich gezeigt, dass sie dies – bei entsprechenden Marktgegebenheiten (knappes Angebot - hohe Nachfrage) – auch erreichen konnte.

Vertreter der deutschen Milchindustrie waren, wie Sie wissen, an vorderster Front mit dabei, als es in der vergangenen Woche auf dem Höhepunkt der Protestaktionen der Landwirte angesichts eingetretener Millionenschäden und drohender Versorgungs-engpässe darum ging, schnell eine Lösung für die Landwirte zu finden, die gleichzeitig von den Verbrauchern mitgetragen werden kann.

Ihre zunächst signalisierte Bereitschaft hieran mitzuwirken, haben wir dankbar angenommen.

Umso mehr müssen wir heute unsere Irritation und unser tiefes Befremden darüber zum Ausdruck bringen, dass die Politik auf halbem Weg stehen geblieben und bislang weder ihrer Verantwortung gegenüber den deutschen Landwirten, noch gegenüber der deutschen Milchindustrie und den deutschen Verbrauchern gerecht geworden ist.

Seit Donnerstag letzter Woche haben Sie in mehreren öffentlichen Stellungnahmen den Eindruck erweckt, das Problem zu niedriger Erzeugerpreise am deutschen Milchmarkt sei gelöst.

Tatsächlich aber hatte nur eine einzige Einzelhandelskette verbindlich angekündigt, die Preise für genau zwei Produkte (Milch und Butter) um 10 Cent bzw. 20 Cent anzuheben.

So wenig aber wie eine einzige Schwalbe einen Sommer macht, verändert die selektive Preisanhebung einer einzigen Handelskette die existenzielle Situation unserer heimischen Milchwirtschaft. Noch dazu, so lange es sich lediglich um die Preisanhebung bei zwei Produkten handelt, womit weniger als 14% des Gesamt-marktes an Milchprodukten in Deutschland abgedeckt sind.

Heute, weniger als eine Woche nach der von Ihnen propagierten "Lösung des Milchkampfes", ist die Zusage eines Teils des deutschen Einzelhandels, die Preise für Milchprodukte zu erhöhen, bereits wieder revidiert - lange bevor sie in den Milchregalen umgesetzt werden konnte und noch länger bevor sie bei der deutschen Milchindustrie und den deutschen Milchbauern angekommen wäre.

Solange die Entschlossenheit und die Durchsetzungskraft für nachhaltige, strukturelle Veränderungen fehlt, wird sich die regionale, mittelständische Milchwirtschaft den Gesetzen eines globalen Marktes unterwerfen müssen.

Sollte aber die politische Entschlossenheit und der Wille zur Durchsetzung veränderter Strukturen noch lange auf sich warten lassen, wird es die regionale Milchwirtschaft in der heutigen Form in Deutschland bald nicht mehr geben, sehr verehrter Herr Minister.

Der Handel - das zeigt sich spätestens seit der Rücknahme seiner wohlfeilen Ankündigungen binnen weniger Stunden - wird ohne ein deutliches politisches Wort und eine konsequente politische Haltung nicht zu einem Beitrag für die Mitgestaltung eines neuen deutschen Milchmarktes zu bewegen sein.

Die Mehrheit der Verbraucher zeigt Dank der intensiven Aufklärung seitens der deutschen Milchwirtschaft Verständnis und ist zur Zahlung höherer Preise für deutsche Qualitätsprodukte im Milchregal bereit.

Und die Milchindustrie erklärt noch einmal, was sie schon lange vor Beginn der Demonstrationen verbindlich zugesagt hat: Jeder Cent, der vom Handel mehr eingenommen wird, geht direkt an die Milchbauern weiter.

In diesem Sinne appellieren wir an Sie, sehr verehrter Herr Bundesminister Seehofer:

- Nehmen Sie Ihre Verantwortung ernst und führen Sie eine Politik der aufrichtigen und vollumfänglichen Information.

- Stehen Sie offen und uneingeschränkt zur Notwendigkeit höherer Preise für alle heimischen Milchprodukte.

- Setzen Sie sich konsequent und unnachgiebig dafür ein, dass der gesamte deutsche Handel ein neues, dem Wert der Milchprodukte angemesseneres Preisgefüge am Markt durchsetzt.

- Unterstützen Sie die deutsche Milchindustrie bei ihrem Bemühen, faire Preise am Markt zu erzielen und die Zukunft der deutschen Milchwirtschaft zu sichern.

- Der Milchindustrie-Verband war und ist jederzeit zu Gesprächen und Verhandlungen bereit.

Die Situation indes erlaubt es nicht, einen 'Milchgipfel' wie von Ihnen vorgeschlagen, erst wochenlang vorzubereiten, um ihn dann Ende Juni medienwirksam stattfinden zu lassen.

Die Situation erfordert vielmehr unverzügliches Handeln - und genau diesbezüglich setzen wir auf Ihre Unterstützung, verehrter Herr Bundesminister.

Hochachtungsvoll,

Milchindustrie-Verband e. V.
Dr. Karl-Heinz Engel
- Vorsitzender -

na das klingt doch schon mal ganz ordentlich! - hoffentlich jetzt nicht wieder Exporterstattungen!

Gruß frankenbauer
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renerl
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echt kuhhhhl


« Antwort #63 am: 12.06.08, 19:32 »

Hallo Frankenbauer

Du wirst dich hoffentlich nicht vom MIV einlullen lassen, oder gar Mitleid haben! Wo haben die gestanden, während des Streiks? IN erster Reihe? Ich lach mich tot! Wären die Molkerein und der MIV hinter uns gestanden, hätte der Streik seine Wirkung gehabt und nur halb so lange gedauert! Statt uns zu unterstützen haben sie im Ausland Milch für unglaubliche Preise gekauft, die sie zum Teil über Feldwege in die Molkerein gekarrt haben. Mir ist jeder recht, der dazu hilft, das wir endlich unsere Forderungen weitergeben. Aber der MIV ist ein Verein aus Lobbiisten, die sehr lange gut von unserem Fleiß und unserem Geld gelebt haben. Und die werden sich nur ändern, wenn sie von uns dazu gezwungen werden. Das ist doch das ganze Debakel, das die Vorstände und Aufsichtsräte, die Herren Geschäftsführer nicht mehr wissen, wer sie letzlich bezahlt. Und Seehofer- also dazu sag ich jetzt lieber nichts, sonst werd ich aus dem Forum geschmissen! Nicht das hier einer was falsch versteht- ich wünsche mir genauso sehr wie ihr alle, das was vorwärts geht, das unser Boykott  Wirkung zeigt. Aber der MIV ist für mich der eigentlich Schuldige  an dem ganzen Desaster!
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joker
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Beiträge: 1422


<°)))o><


WWW
« Antwort #64 am: 12.06.08, 19:41 »

...
Und Seehofer- also dazu sag ich jetzt lieber nichts, sonst werd ich aus dem Forum geschmissen!
...
Tu Dir keinen Zwang an. Dies Forum wird vom BMELV weder unterstützt noch kontrolliert.
Kann aber gut sein, dass von dort jemand mitliest, um auf neue Ideen zu kommen. ;-)
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MfG
Joker
frankenbauer
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« Antwort #65 am: 12.06.08, 21:16 »

Hallo renerl

Ich versichere Dir, ich werde mich vom MIV nicht einlullen lassen!

Aber dass was ich damit sagen wollte, ist, dass ich Veränderung auf uns zukommen sehe!

Eins muss man schließlich auch sagen, wir alle waren so "blöd" und haben solche Vertreter zum Teil in die Gremien gewählt, und es gab eben keinen Druck etwas zu verändern!

Den Druck haben sie durch den Milchstreik gespürt, und deshalb finde ich es gut, dass sich der MIV endlich einmal zumindest in der richtigen Richtung äußert - auch wenn ich dem noch sehr skeptisch gegenüberstehe ist es für mich trotzdem schon ein gewisser Erfolg.

Wir können nur gemeinsam mit MIV bei der Politik was erreichen - ich meine jetzt nicht Exportsubventionen, sondern eine nachhaltige Entwicklung der Milchpreise!

Gruß frankenbauer
« Letzte Änderung: 12.06.08, 21:23 von frankenbauer » Gespeichert
marikat
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Beiträge: 452

Lass mir die Träume, ich brauch sie zum Leben


« Antwort #66 am: 13.06.08, 21:28 »

Hallo Frankenbauer,
genau so sehe ich das auch. Nur gemeinsam sind wir stark.
Aber wenn du hier pauschal alle diejenigen, die im Ehrenamt tätig sind mit Vorurteilen belegst muss ich dir wiedersprechen. Man kann nur in dem Rahmen etwas verändern der einem gegeben ist. Da die Strukturen so festgefahren sind haben sich schon sehr engagierte Männer und Frauen dort aufgerieben ohne etwas zu erreichen.
Deshalb langsam mit den jungen Pferden(BDM). Eine Evolution ist bestimmt wirkungsvoller als eine Revolution.
Ich bin zum BDM durch eine Frau gekommen die einen Vortrag gehalten hat, sie war keine brilliante Rednerin und hat nix von Kampf und Parolen erzählt, sie war eine Frau die unter dem Druck der wirtschaftlichen Umständen die Notwendigkeit sah etwas zu tun. Das und nix anderes hat mich überzeugt.
Gruß Marikat
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frankenbauer
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« Antwort #67 am: 14.06.08, 00:05 »

Hallo Marikat

ich habe nicht alle über einen Kamm geschert - Ich hab ja auch nur gesagt zum Teil!
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frankenpower41
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Ich liebe dieses Forum!


« Antwort #68 am: 14.06.08, 12:36 »

Hallo  Frankenbauer

ich denk hier bei uns im Kreis sind wir uns  auch einig.  Wir waren ja einer der wenigen Landkreise, in dem der BBV-Kreis  hinter uns stand. 
Der allein macht´s halt leider nicht.

Marianne
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