http://www.schweizerbauer.ch/htmls/artikel_16993.htmlund
http://www.baz.ch/news/Kompromiss beendet Milchstreik in der DeutschschweizBern. sda/baz. Im Streit um den Milchpreis haben sich die Milchproduzenten und die Verarbeiter geeinigt: Die Produzenten erhalten ab dem 1. Juli 6 Rappen mehr pro Kilo Milch. Die Preiserhöhung wird auf die Konsumenten abgewälzt.
In der Migros kosten Milchprodukte künftig 8 Prozent mehr, wie das Unternehmen mitteilte. Die Migros erhöhe die Marge nicht, sagte Mediensprecher Urs Peter Naef auf Anfrage. Bei einigen Produkten würden die Preise kaum angehoben, bei anderen dafür um «bis zu 8 Prozent».
Auch Coop wird die Preise erhöhen. Genaueres hat das Unternehmen noch nicht entschieden. Der Dachverband der Schweizer Milchproduzenten schätzt, dass der Konsument pro Monat rund zwei Franken mehr für Milchprodukte ausgeben wird, wie SMP-Direktor Albert Rösti vor den Medien sagte. Dies sei tragbar.
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Zusicherungen bei der ButterDie Milchverarbeiter hatten sich unter der Bedingung auf den Kompromiss eingelassen, dass die Preiserhöhung auf die Kunden abgewälzt wird. Wichtig für die Einigung waren auch Zusicherungen bei der Butter: Der SMP hat Hilfe versprochen, falls das Butterlager Ende Jahr wegen höherer Preise zu voll sein sollte.
Rösti zeigte sich zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis, obwohl die Produzenten eine Erhöhung um 10 Rappen gefordert hatten. Wäre keine Einigung zustande gekommen, hätte sich der Streik ausgeweitet. Dies hätte zu einem Image-Schaden führen können, gab er zu bedenken.
Streik abgebrochenDie Streikorganisatorin BIG-M akzeptierte das Ergebnis. Bereits am Dienstagmorgen wurde in der Deutschschweiz wieder Milch ausgeliefert, wie Karl Häcki auf Anfrage sagte.
Das Bäuerliche Zentrum Schweiz (BZS) beugte sich dem Entscheid ebenfalls - allerdings nicht ohne Kritik am Dachverband. Der SMP habe sein Wort gebrochen und einmal mehr die Basis enttäuscht, teilte das Zentrum mit. Die Milchbauern seien zum flächendeckenden Streik bereit gewesen. Nun habe der SMP «das Streikpotenzial für 6 Rappen verschenkt».
Die Westschweizer Bauernorganisation Uniterre setzte den Milchstreik vorerst fort. Sie wollte am Dienstagabend über einen Abbruch enttscheiden. Der SMP zeigte sich zuversichtlich, dass auch Uniterre die Einigung akzeptiert.
Teure Lebensmittel?Der Schweizerische Bauernverband (SBV) bedankte sich in einer Mitteilung bei den Streikenden. Die bäuerlichen Familien hätten sich mit «aussergewöhnlichen Massnahmen» für einen besseren Preis eingesetzt und dafür Opfer gebracht. Ihre Forderungen seien gerchtfertigt.
Der «ruinöse Preiskampf auf Kosten der Bauern» müsse beendet werden. In einem Land, in dem lediglich 8 Prozent der Haushaltsausgaben für Lebensmittel eingesetzt würden, sei es nicht angebracht, immer wieder «die Mär» von zu hohen Lebensmittelpreisen zu verbreiten.
Markt sollte Preise steuernZufrieden zeigten sich auch die grossen Milchverwerter Emmi und Cremo. Es wäre zwar von Vorteil gewesen, die Entwicklung auf den internationalen Märkten abzuwarten, sagte Emmi-Chef Urs Riedener. Wichtig sei aber, dass eine Lösung gefunden worden sei.
Der Milchverarbeiter Hochdorf dagegen hielt in einer Mitteilung fest, das Verhalten der Produzenten sei befremdend. Für ein Produkt könne nicht mehr bezahlt werden, als der Markt hergebe. Auch die Migros hielt in ihrer Mitteilung fest, die übertriebenen Forderungen der Milchbauern seien «nicht nachvollziehbar.»
Die Milchproduzenten und die Verarbeiter hatten seit Sonntag verhandelt. Eine Einigung kam erst am frühen Dienstagmorgen zustande.
Die Vereinbarung gilt für ein halbes Jahr. Bis zum 1. Januar 2009 soll ein Richtpreisindex ausgehandelt werden. Am Montag hatten nach Schätzungen rund 10'000 der 27'000 Milchbauern in der Schweiz gestreikt. Sie lieferten keine Milch ab.