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Autor Thema: Warum wir trotzdem liefern.....  (Gelesen 6619 mal)
Starbuck
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Beiträge: 820

Pflugbegleiter!


« am: 31.05.08, 23:54 »

Hallo,
laut der Umfrage hier im Bt liefern immerhin 43 % der Milchviehhalter noch, wenn ich dagegen die Beiträge hier und in anderen Foren lese, hab ich den Eindruck, dass wir Lieferer nur eine popelig kleine Gruppe von feigen Bauern sind,  das ist ja wohl nicht so!

Also wünsch ich mir ein Thread, in dem ich nicht zum x-ten Mal erklärt bekomme, warum ich nun unbedingt noch mitmachen muss, sondern in dem ganz sachlich sich die tummeln, die ohne schlechte Gewissen trotzdem liefern.

Wir werden weiterhin liefern- solang das Milchauto noch kommt. Ich weigere mich, mein Produkt zu Gülle zu machen- unsere Kälber schaffen höchtens 60-80 L am Tag, Schweine haben wir nich. Beim Ablassen in den Kanal kippt die kleine Dorfkläranlage um- und dann sind wir Bauern es wieder gewesen.....

Im letzten Jahr sind wir Genossen bei Oberfranken West geworden, nach 18 Mon. harten Verhandlungen hatte es geklappt, und alle aus unserer Milchliefergenossenschaft, BDMler und andere,  haben sich gefreut, obwohl der "Eintritt" ziemlich happig war und meist fremdfinanziert wurde (aber nicht von der Molkerei....).
Dort fühlen wir uns immer noch gut aufgehoben, die Kommunikation zwisch Geschäftsführung, Vorstand und Bauern ist gut. Uns hat keine Milchpreisentwicklung überrumpelt, weil wir sie vorher erklärt bekamen- wir haben noch Vertrauen zu unserer Molkerei.

Im Dorf gibts noch 5 Milcherzeuger, 8- 180 Kühe, keiner streikt,  selbst die BDMler darunter liefern weiter. Auch der BDM-Teamleiter hier im Landkreis liefert (140 Biokühe), weil er "bei 50 ct nicht streiken kann".

Soweit mein Beitrag hier.
Ich wünsche mir einen fairen Umgang aller miteinander, wenn der Streik rum ist, müssen viele Scherben geklebt werden....wenns noch geht!

mit nachdenklichen Grüßen, Heiko
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Unser Leitbild: Dem Leben zugewandt! Dem LiebeLeben, GlaubenLeben, FamilieLeben, LandLeben, BauernhofLeben!
dagmar
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« Antwort #1 am: 01.06.08, 08:15 »

Hallo Starbuck,
wir gehören zu den Nichtlieferern. Genau das ist mein Problem Vertrauen in die Molkerei. Bis auf letzten Dienstag haben wir nicht eine einzige Reaktion unserer Molkerei bekommen. Ist es so das wir einfach ausgetauscht werden oder wir sowieso nicht gebraucht werden. Wird unsere Milch nur aus Gnade abgeholt?
Hast du ein gutes Gefühl bei deiner Situation, ich mit meiner nicht!
Gruß Dagmar
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Lotta
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Cowboyerin :o)


« Antwort #2 am: 01.06.08, 08:49 »

Hallo Heiko!
Sachlich? Ja! Lieferer? Nein!
Darf ich trotzdem hier schreiben?
Auf die Milchpreisentwicklung sind wir von unserer Molkerei auch vorbereitet worden...was du nicht schreibst ist...
Kommst du mit dem Milchpreis klar? Kannst du dafür produzieren? Wenn ja, dann erklär es mir- wir sollten vielleicht voneinander lernen ..
und das ist NICHT ironisch gemeint!
Grussi
Lotta
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Schimpfe nie mit vollem Mund über Bauern
eifelrosi
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Weißes Gold ist wertvoll und gesund


« Antwort #3 am: 01.06.08, 11:04 »

Hallo,

ich kann mich nur Annelies Liefergründen anschließen.
Es ist sehr schwierig, in dieser Situation, die wir jetzt haben, immer sachlich zu bleiben - hab ja selber auch schon etwas härter im anderen thread geschrieben, weil ich es ganz einfach nicht gut finde, wenn die meisten, die noch liefern, Angst haben, das zu sagen oder zu schreiben. Im chat z.B. bin ich gestern von einer angeflüstert worden, die weiter liefert; eine Bäuerin, die gestern auf einer Demo vor einem Aldi in unserer Nähe mit dabei war, aber auch noch Lieferer ist bzw. gestern nicht konnte, weil der Milchwagen nicht kam, ist von den Streikern dort laut vor den Verbrauchern angepöbelt worden!!
So können die, die selber streiken, keine dazugewinnen.


Trotz allem einen schönen Sonntag - Sonnenschein haben wir ja schon genug hier in der Eifel
wünscht Roswitha

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Schön, dass es den BT gibt
Andreas
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Beiträge: 871


I mog Di !


« Antwort #4 am: 01.06.08, 16:46 »

Hallo,
habt ihr euch eigentlich schon Gedanken gemacht, wie ihr verhindern könnt, dass ihr vom Streik der anderen profitiert.

Es müßte doch möglich sein, dass sich alle Lieferer vertraglich verpflichten,  eine Milchpreis-Erhöhung für ein Jahr an Misereor zu spenden.

Ein solches Vorgehen würde sehr zur Beschwichtigung der Lage beitragen.

Da ihr sowieso davon ausgeht, dass es zu keiner Milchpreis-Steigerung kommt, könnt ihr ruhig euerer Molkerei den Überweisungs-Auftrag am Misereor erteilen
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Mirjam
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Geschlecht: Weiblich
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Change happens!


WWW
« Antwort #5 am: 01.06.08, 19:27 »

*sarkasmus-on*

..und bitte auch die Rückzahlung einplanen, für den Ausgleich: Das diejenigen, die ihre Quoten eingehalten haben, dann rückwirkend eine Gutschrift für den abgestürzten Milchpreis erhalten... Huh

Die "Lieferer" werden übrigens von "dringend" gebraucht: Falls das mit den Ergebnissen vom Milchstreik nicht klapp - weiß man dann genau, wohin man den schwarzen Peter geben kann warum es nicht geklappt hat, gewinnt man (für einige Zeit?) einen besseren Milchpreis, dann weiß man wohin man kübelweise Moralmüll kippen kann...

*sarkasmuss-off*

bitte nicht so ernst nehmen und bitte in der Diskussion bleiben.

Mirjam

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Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
Andreas
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I mog Di !


« Antwort #6 am: 01.06.08, 20:10 »


..und bitte auch die Rückzahlung einplanen, für den Ausgleich: Das diejenigen, die ihre Quoten eingehalten haben, dann rückwirkend eine Gutschrift für den abgestürzten Milchpreis erhalten... Huh

bitte nicht so ernst nehmen und bitte in der Diskussion bleiben.

Mirjam

Hallo Mirjam,
du hast wie immer super Ideen !
Ich habe vor 6 Jahren ein solches Bonus-Malussystem entwickelt:

"Um möglichst schnell zu einer Senkung der Produktion zu kommen, schlage ich vor, statt der Superabgabe europaweit ein Bonus-Malus-System einzuführen
Beim Bonus-Malus-System werden Überlieferer grundsätzlich bestraft und Unterlieferer belohnt.
Das heißt, jedes Kilogramm Milch, das über die einzelbetriebliche Quote abgeliefert wird, sollte mit einer Abgabe von 20 Cent belegt werden.
Gleichzeitig sollte für jedes Kilogramm Milch, das weniger abgeliefert wird, als einzelbetriebliche Quote zur Verfügung steht, ein Ausgleich von 3 Cent. bezahlt werden."

Leider war weder bei der AbL noch beim BDM dieses Konzept mehrheitsfähig.
Ich bin überzeugt, damit hätte sich ein Streik vermeiden lassen.
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Marlis
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Beiträge: 1082


Eine kluge Frau folgt ihrem Mann-wohin sie will


« Antwort #7 am: 01.06.08, 20:24 »


Ich werde auf gar keinen Fall Geld spenden,

 da wir schon 4 Jahre unsere Quote nicht ausgeschöpft haben.

 Dann sind

bitte schön erstmal die dran die ständig 20% bis 100% Überliefern.
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Alles Gute
Marlis

Ich bin der Boss!!

 Über das, was in meinen Mund hinein wandert
Marjellche
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Beiträge: 341


« Antwort #8 am: 01.06.08, 20:39 »


Ich habe vor 6 Jahren ein solches Bonus-Malussystem entwickelt:

"Um möglichst schnell zu einer Senkung der Produktion zu kommen, schlage ich vor, statt der Superabgabe europaweit ein Bonus-Malus-System einzuführen
Beim Bonus-Malus-System werden Überlieferer grundsätzlich bestraft und Unterlieferer belohnt.
Das heißt, jedes Kilogramm Milch, das über die einzelbetriebliche Quote abgeliefert wird, sollte mit einer Abgabe von 20 Cent belegt werden.
Gleichzeitig sollte für jedes Kilogramm Milch, das weniger abgeliefert wird, als einzelbetriebliche Quote zur Verfügung steht, ein Ausgleich von 3 Cent. bezahlt werden."

Leider war weder bei der AbL noch beim BDM dieses Konzept mehrheitsfähig.
Ich bin überzeugt, damit hätte sich ein Streik vermeiden lassen.


Finde, das hört sich gar nicht so schlecht an. Diese Idee sollte vielleicht nochmal an dem "Runden Tisch" durchüberlegt werden, für die Zeit nach dem Streik. Aber die Frage ist, warum war das denn letztendlich mit der Überlieferung eigentlich kein Problem? Glaub schon, daß die Molkereien die überlieferten Mengen auch gut losgeworden sind und sie letztendlich daher auch ganz gerne genommen haben.

Lieben Gruß - Marjellche
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Man muß immer einmal mehr aufstehen als man gefallen ist!
Lieben Gruß - Marjellche
Susanna
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Beiträge: 1128



« Antwort #9 am: 01.06.08, 21:11 »

Wir liefern und werden weiter liefern, aus betrieblichen und persönlichen Gründen.
Ich würde vorschlagen, die BDM-und-Streik-Landwirte halten in Zukunft mal genau so geschlossen wie beim Streik ihre Quote ein, das wäre wünschenswert;-) und dann hätten wir viele Probleme nicht.
Wir haben uns jedenfalls sehr bemüht, das zu tun.
Und wenn ein höherer Milchpreis kommt, dann werde ich ihn ohne schlechtes Gewissen nehmen, das könnt Ihr glauben, egal was Ihr von mir denkt.

Im übrigen ist mir das Verhalten hier in den Boxen gegenüber den Lieferern zu agressiv, da ist es besser, nur zu lesen.
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Viele Grüße
Susanna
Ca.
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Beiträge: 64



« Antwort #10 am: 01.06.08, 21:12 »

Wir liefern aus folgenden Gründen:

1.  Biobetieb-Auszahlung 55 Cent
2. Zufrieden mit der Molkerei
3. Aussagen wie " Verräter , An den Pranger gestellt , Milch ist Macht " finden wir absolut unterste Schiene.
4. Solidarität unserer Kollegen war seit der Umstellung 96 ziemlich gering
5. Diverse Besuche von Mitgliedern des BDM
6. Aggresivität bei Versammlugen

Viele Grüße von Ca, der es heute schon graust vor dem danach!
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albert
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Beiträge: 272



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« Antwort #11 am: 01.06.08, 21:40 »

Hallo,
mit dem Bonus-Malussystem von Andreas könnte ich mich sofort anfreunden
hoffentlich muß ich jetzt das Geld das ich beim Kraftfutterzukauf eingespart habe, nicht auch noch dem BDM spenden
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fanni
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 4249



« Antwort #12 am: 01.06.08, 21:44 »



Hallo Mirjam,
du hast wie immer super Ideen !
Ich habe vor 6 Jahren ein solches Bonus-Malussystem entwickelt:

"Um möglichst schnell zu einer Senkung der Produktion zu kommen, schlage ich vor, statt der Superabgabe europaweit ein Bonus-Malus-System einzuführen
Beim Bonus-Malus-System werden Überlieferer grundsätzlich bestraft und Unterlieferer belohnt.
Das heißt, jedes Kilogramm Milch, das über die einzelbetriebliche Quote abgeliefert wird, sollte mit einer Abgabe von 20 Cent belegt werden.
Gleichzeitig sollte für jedes Kilogramm Milch, das weniger abgeliefert wird, als einzelbetriebliche Quote zur Verfügung steht, ein Ausgleich von 3 Cent. bezahlt werden."

Leider war weder bei der AbL noch beim BDM dieses Konzept mehrheitsfähig.
Ich bin überzeugt, damit hätte sich ein Streik vermeiden lassen.


aha.....................dann brauch ich meine Quote jetzt nicht mehr verkaufen, halte mir noch eine Kuh und krieg für die restlichen nicht gelieferten Liter die 3 ct?HuhHuh jedes Jahr oder was?Huh Werde also dann nicht mehr Sofamelker sondern Milchrentner... Cool Cool........kann ich mich auch nicht anfreunden,


wenn auch das Grundprinzip einer Mengensteuerung nicht schlecht ist Wink
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Herzliche Grüße von Fanni
marie2
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Beiträge: 80


« Antwort #13 am: 01.06.08, 22:40 »

Hallo

das Bonus-Malus-System in einer ähnlichen Form will der BDM doch einführen. Würde ich auch super finden, da ich es unmöglich finde wenn ich Monate überliefere.

LG

Marie
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Internetschdrieler
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Beiträge: 965


Braunviehzucht mit Herz und Verstand


« Antwort #14 am: 01.06.08, 23:14 »

Wir haben bisher jeden Liter geliefert und andere um mich herum, tun es seit gestern oder ab morgen wieder Cool

Warum?
- Wir haben einen rechtsgültigen Vertrag mit der Molkerei!
- Die Molkerei hat sich während der bisherigen Vertragslaufzeit an die Absprachen gehalten!
- Ich hatte mit dem BDM noch nie was am Hut, was hier bekannt sein dürfte, doch seit den letzten Tagen kotzt er mich regelrecht an!
- wenn ein Allgäuer Milchbauer, der noch nie einen Liter Milch verkauft hat, sondern mehr oder weniger brav seine Genossenschaft beliefert hat und am Ende des Jahres dann auf einen mehr oder weniger hohe Nachzahlung gehofft hat, seine Milch innerbetrieblich entwertet  und die dann öffentlich bekannt gibt, muß ich das noch lang nicht tun!

Eine ironische Ergänzung zum Forderungskatalog des BDM: Absenkung des EURO-Kurses auf ein exportfreundlicheres Niveau. Cool

meine Meinung zu einem differenzierten Milchpreis: Bitte gerne, mit dem Aufschlag können dann die "Nichtlieferer" den Schaden begleichen, die sie Ihren Genossenschaften und Molkereíen zugefügt haben. Hoffentlich reicht der Aufschlag.

Internetschdrieler
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Versuche nie einen Menschen so zu formen wie du es bist, denn du solltest wissen , daß einer von deiner Sorte reicht
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