Hallo,
Milch sollte auch nicht "weggeschüttet" werden, sondern es sollte klar gesagt werden, das die erzeugte Milch nun als Futter wieder in den Kreislauf kommt.
Hallo Frank,
ganz so einfach ist es nicht, mit der Verfütterung der Milch.
Viele landwirtschaftliche Unternehmen sind spezialisiert und haben meist nur eine Tierart und/oder Nutzungsrichtung auf ihren Betrieben. Das andere Problem, wenn man jetzt die Milch mal "eben" in den Schweinetrog kippen will, dann fehlt es schlicht und ergreifend an der dazugehörigen Logistik um die Milch hygienisch einwandfrei zum Schweinestall zu transportieren und zum anderen in der Fütterungslogistik ist es auch nicht ad hoc zu bewerkstelligen. Ganz ehrlich, willst du mal eben 1000 Mastschweinen per Hand 1000 l Milch geben?
Milch ist ein sehr sensibles und äußerst hochwertiges Lebens- und Futtermittel. Im Moment haben wir Temperaturen, bei denen in kürzester Zeit die Milch säuert ohne Kühlung. Angesäuerte Milch führt zu Verdauungsproblemen.
*Wie sich sowas anfühlt, kannst du im Selbstversuch mal probieren, in dem du angesäuerte Milch zu dir nimmst. * Hingegen ist dicksaure Milch kein Problem und wird sogar sehr gern gefressen.
Wenn neue Futtermittel in die Rationen eingemischt werden, sind immer erst gewisse Adaptionszeiten vonnöten, denn sonst kippt schlicht und ergreifend die Magen/Darmflora. Milch kann nicht von jetzt auf gleich und dann auch noch ad libitum verfüttert werden. Die Rationen müssen angepasst werden, denn sonst hat man die Milch "entsorgt" und sich mit neuen Sorgen und Nöten versorgt... Das sind einfach Sachen, die kann sich kein Mäster leisten.
Ich könnte das hier noch detailierter darstellen, aber das führt nicht wirklich zu was. Nur das muss man im VORFELD auch mit bedenken, wenn man einen Milchlieferstreik ins Leben ruft.
Es muss andere Mittel und Wege geben als einen Lieferboykott, denn unterm Strich hat einzig und allein der Milchlieferstreiker die Rechnung zu zahlen.
Nein, ich habe leider auch nicht DIE Lösung. Nur kopflose Aktionen bringen keinem wirklich was.
Mich macht es unendlich traurig und wütend, wie und was die Presse schreibt über den Streik, denn da geht es wieder mal nur um Schlagzeilen und nicht um guten Journalismus (gut recherierte Beiträge).
Ich weiss, wie es ist, wenn man morgens um 4.00 Uhr im Melkstand steht und seinen kompletten Arbeitstag nur im Melkstand verbringt, weil man gerade in der Tierproduktion schafft als "melkendes Milchmädchen". Das ist ein Knochenjob und da muss ich von der allerersten Minute bis zur allerletzten Minute alle Gedanken beieinander haben und das an 365/366 Tagen im Jahr, denn eine Kuh ist ein ORGANISMUS und KEIN Mechanismus.
Nachdenkliche Grüße
Anja
P.S. Nun hoffe, ich endlich das Zitat oben sichtbar habe, auf welches sich meine Anmerkungen beziehen... *lächel und zwinker*