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Autor Thema: Keine Bienen im Ackerbaugebiet?  (Gelesen 683 mal)
sfera
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« am: 15.05.08, 18:48 »

Hallo,

immer nachdenklicher machen mich die überhäuften nachrichten über das bisher nicht erforschte bienensterben
in ba-wü

das insektizid clothianidin zum bekämpfen des maiswurzelbohrers wurde schon länger verdächtigt,..
aber die agrarpolitik hielt sich bis vor einer woche noch mit aussagen zurück:
http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de/content.pl?ARTIKEL_ID=61171


doch die nachrichten hier lassen nicht mehr locker:
u.a.video: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/495670?inPopup=true

sind im ackerbau zu viele insektizide und pestizide im einsatz?
könnte man sowas nicht auch mit fruchtwechsel umgehen?
wenn dieser staub für die bienen evtl. so schädlich ist, was macht er dann den menschen?

 Sad fragen einer bio-bäuerin (die von ackerbau keine ahnung hat) ?  Huh


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Sfera
sfera
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Beiträge: 46


« Antwort #1 am: 17.05.08, 08:24 »

es ist nun bestätigt:

http://www.badische-zeitung.de/suedbaden-bienensterben-durch-beizmittel

www.bienensterben.info/

hat das noch keiner von euch was mitbekommen Huh
tritt das bisher nur in der rheinebene auf?
In frankreich und italien gab es doch auch  schon gleiche fälle mit dem beizmittel "poncho pro" mit dem nervengift clothianidin....
Die bienen sind ja nicht nur für die (hobby)-imker wichtig-
die brauchen wir doch auch für die bestäubung der bäume,...
für den mais natürlich kaum

ist der bauer den konzernen den so machtlos ausgeliefert, dass ihm vorgeschrieben wird, was er nehmen muss, und spritzen MUSS??
« Letzte Änderung: 17.05.08, 08:27 von sfera » Gespeichert

Sfera
mary
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Beiträge: 6430


Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #2 am: 17.05.08, 10:05 »

Hallo sfera,
in unserer Zeitung stand ein kurzer Bericht. Was ich nicht verstehe, dieser gebeizte Mais kommt mit der Maissämaschine in die Erde, wie kommt dieses Nervengift zu den Bienen? Da müsste dann jeder, der mit dem gebeizten Saatgut in Berührung kommt- davor gewarnt werden.
Ich hab mich eine halbe Nacht abgemüht und unser Maisaatgut mit einem Algenmittel behandelt, jetzt möcht ich natürlich wissen, was da an Grundbeize dabei war.
Ehrlich gesagt, mir wird das ganze wirklich unheimlich.
Der Satz von Albert Einstein- wenn es keine Bienen mehr gibt, dann hat der Mensch nur noch 4 Jahre- ist vermutlich  überzogen,
aber die Biene ist ein Indikator und da müssten Alarmglocken klingeln.
Wer hat dafür die Verantwortung zu übernehmen?
Denn wenn das Nervengift so wirksam ist- dann möcht ich lieber nicht wissen, wie es dem Regenwurm im Boden damit geht.
Die einen machen die grossen Geschäfte, die Imker sind die Leidtragenden und die Bauern?HuhHuh?
maria





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lucia
bayerischer wald
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Beiträge: 3211



« Antwort #3 am: 17.05.08, 10:32 »

diese für mich erschreckende mail, die die gemachten beobachtungen unterstreicht, kam gestern abend über den ticker von agrar.de... aber ob das (noch) hilft?  Undecided

@grar.de Aktuell
16. Mai 2008 20:05
Bienensterben: BVL stoppt Zulassung für Saatgutbehandlungsmittel


Berlin (agrar.de) - Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat, nachdem sich aufgrund aktueller Berechnungen im Zulassungsverfahren neue Erkenntnisse ergeben haben, das Ruhen der Zulassung mit sofortiger Vollziehung gemäß § 80 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 VwGO für die folgenden Saatgutbehandlungsmittel angeordnet:

- Antarc, BVL Zulassungsnummer 4674-00
- Chinook, BVL Zulassungsnummer 4672-00
- Cruiser 350 FS, BVL Zulassungsnummer 4914-00
- Cruiser OSR, BVL Zulassungsnummer 4922-00
- Elado, BVL Zulassungsnummer 5849-00
- Faibel, BVL Zulassungsnummer 4704-00
- Mesurol flüssig, BVL Zulassungsnummer 3599-00
- Poncho, BVL Zulassungsnummer 5272-00

Diese Entscheidung erfolgte nach eingehender Prüfung des aktuellen Sachstandes vor dem Hintergrund der in Südwestdeutschland aufgetretenen Schäden an Honigbienen. Für das BVL galt es zu prüfen, inwieweit ein Zusammenhang der berichteten Bienenvergiftungen mit der Ausbringung von mit Pflanzenschutzmitteln behandeltem Saatgut besteht. Diese Prüfung ergab, dass bei der Ausbringung von mit Insektiziden behandeltem Saatgut mit pneumatischen Sämaschinen eines bestimmten Konstruktionstyps eine höhere Exposition von Bienen verursacht wird, als im Zulassungsverfahren bislang bekannt.

Neue Risikobewertungen, die aufgrund der Bienenschäden veranlasst wurden und die diese erhöhte Exposition berücksichtigen, lassen es als wahrscheinlich erscheinen, dass als Folge dieser Exposition unvertretbare Auswirkungen auf Bienen nicht auszuschließen sind. In diesem Zusammenhang wird unter anderem auch die Gewährleistung des Schutzes des Anwenders im Rahmen der erwähnten Ausbringung überprüft werden.

Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse wird zur Vermeidung weiterer Bienenschäden und zur endgültigen Klärung der Zusammenhänge sowie möglicher weiterer Auswirkungen auf den Naturhaushalt aus Vorsorgegründen bis auf Weiteres ein Ruhen der Zulassung angeordnet.

Auch die in den Ländern für die Beratung der Landwirtschaft zuständigen Pflanzenschutzdienststellen sind umgehend informiert worden, um die entsprechenden Informationen an die Anwender weiter zu geben.

Hintergrund zum Ruhen einer Zulassung

Mit der Anordnung des Ruhens der erwähnten Zulassungen sind weitere Einfuhren, das weitere Inverkehrbringen sowie die weitere Anwendung der betroffenen Pflanzenschutzmittel ausgeschlossen. Gleiches gilt nach Paragraf 16e Absatz 2 PflSchG auch für Pflanzenschutzmittel, für die eine Verkehrsfähigkeitsbescheinigung mit Referenz auf eine der oben genannten Zulassungen erteilt wurde.

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lieben gruß, lucia
Lotta
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Beiträge: 2671


Cowboyerin :o)


« Antwort #4 am: 17.05.08, 10:35 »

Na, das kommt ja früh..
unser Mais war Mesurol udn Cruiser gebeizt  Undecided
Das Saatgut ist für dieses Jahr wohl alles ausgebracht...
Echt schlimm..ich bin mal gespannt, wie das dieses Jahr hier mit der Obsternte wrd.
Grussi
Lotta
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Schimpfe nie mit vollem Mund über Bauern
roco
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Beiträge: 322



« Antwort #5 am: 17.05.08, 15:04 »

ich wohne knapp 20 km von der Rheinebene, wo fast nur Mais steht weg,...
das Bienensterben ist wohl nur in der Ortenau (Offenburg) noch schlimmer,...

aber was mich erschreckt hat, ein Imker, dessen Bienen auf unseren Feldern stehen,

hat ansch. AUCH Ausfälle wegen Clothianidin !!!!!

Und wie gesagt, ich wohn´ "voll in der Pampa, nur Gras und Wald" z u den Maisfeldern sinds 20 km!!!!

Laut Zeitung sind wohl hauptsächlich die pneumatischen Sägeräte der Auslöser?!

Anscheinend wird auch verhandelt, ob die Beize nicht "fest genug" war.

Komisch nur, dass hier das Bienensterben sofort mit der Maisaussaat losging,...
und im Lkr. südlicher, wird das Mittel wohl schon 3 Jahre angewendet- ohne erkennbare Schäden?!?

Ehrlich gesagt, mir wird das ganze wirklich unheimlich.
Der Satz von Albert Einstein- wenn es keine Bienen mehr gibt, dann hat der Mensch nur noch 4 Jahre- ist vermutlich  überzogen,
aber die Biene ist ein Indikator und da müssten Alarmglocken klingeln.

mag schon überzogen sein, aber wenn man das hier so mitkriegt, macht es einem schon ganz schön Angst, was so alles in der Luft ist Sad
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LG
roco
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