Mirjam
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« am: 12.02.08, 13:11 » |
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Unsere Böden gesund zu erhalten ist nicht nur existenziell, sondern auch überlebensnotwendig, weil der Blick in die Vergangenheit schon viel zu oft gezeigt hatt, dass an kaputten Böden ganze Kulturen aufgerieben worden sind. Vielleicht könnten wir eine andere Box aufmachen: Was können wir für gesunde Böden tun? Herzliche Grüsse maria
Bittesehr!
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passivM
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« Antwort #1 am: 12.02.08, 18:33 » |
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Ich habe mal einen tollen Bericht gelesen, in dem es um die Vorteile ging, wenn Baumreihen in den Äckern stehen - natürlich mit ausreichend Abstand, dass man dazwischen mit den Maschinen gut durchfahren kann. Ich finde den Bericht nicht mehr. Umso mehr freue ich mich, dass ich im Internet was dazu gefunden habe. Bin gespannt auf euere Meinung dazu. Hier: Streifenmuster aus Bäumen und AckerAuf der Projektfläche in Groß Zecher sind die Baumreihen halbkreisförmig angeordnet. Sie haben einen Abstand von 28 Metern, da die größte Maschine (zum Ausbringen von Dünger und Pflanzenschutzmitteln) einen Feldstreifen von 27 Meter in einem Arbeitsgang versorgen kann. Die häufigste Baumart ist mit 370 Exemplaren das Bergahorn, das nach 60 bis 80 Jahren "hiebreif" ist. Weitere wichtige Arten sind Scheinakazie (Robinie), Zuckerahorn (liefert neben Holz auch Ahornsirup) Elsbeere, Speierling, Vogelbeere. Die Bäume stehen in drei Meter Abstand in einem zwei Meter breiten Streifen, der nicht bewirtschaftet wird. Dieser Streifen wächst mit der Zeit durch den Schattenwurf der Kronen. hi erschienen am 17. Juni 2003 - Link dazu: http://www.abendblatt.de/daten/2003/06/17/176937.htmlAgroforstsysteme in EuropeEin aus 13 Instituten bestehendes Forschungskonsortium arbeitet daran, die europäische Agroforstwirtschaft voranzutreiben. Unter der Federführung des französischen Nationalen Institut für Agrarforschung (INRA) sind zwei weitere französische, drei britische und zwei niederländische Forschungseinrichtungen sowie je ein Institut in Deutschland, Spanien, Griechenland, Italien und der Schweiz am "SAFE"-Projekt beteiligt. "SAFE" steht für Silvo-Arable for Europe, frei übersetzt Wald-Ackerbau-Systeme für Europa. Ein Forschungsschwerpunkt bildet das Ziel, ein Rechenmodell zu entwickeln, mit dem Landwirte erkennen können, unter welchen Standortbedingungen das zusätzliche Anpflanzen von bestimmten Edelhölzern lukrativ sein kann. Weiterhin werden ökologische Aspekte wie Schädlingsbekämpfung, Wurzelwachstum oder Erosionsschutz untersucht. Zudem will "SAFE" Leitlinien zur finanziellen Förderung des Kombi-Anbaus entwickeln, um ihm den Weg in die Praxis zu ebnen. Experimentelle Agroforstsysteme gibt es speziell in den Niederlanden, Belgien, Spanien, Griechenland und Deutschland. Großbritannien und Frankreich haben das Teststadium längst verlassen - allein in Frankreich entstanden in diesem Jahr mehr als 100 neue Agroforstflächen auf insgesamt rund 1000 Hektar. Seit 2001 werden dort Agroforstsysteme finanziell gefördert. hi erschienen am 17. Juni 2003 - Link dazu: http://www.abendblatt.de/daten/2003/06/17/176934.htmlVom Acker zum ParkLandschaft: Die Kultur von Edelhölzern auf Äckern macht die Landwirtschaft naturnäher. Von Angelika Hillmer Frischer Seewind spielt mit dem Laub junger Ahornbäume, wiegt die goldgelben Weizenähren unter ihren Kronen. Der Acker am Rande des Schaalsees erinnert mehr an einen Park als an ein Getreidefeld. Noch ist er eine Vision, in zwei Jahren könnte sie Realität sein. Zwei Wissenschaftler und zwei Landwirte wollen auf einem 20 Hektar (200 000 Quadratmeter) großen Versuchsfeld eine alte Landwirtschaftsform wiederbeleben: die Agroforstwirtschaft, bei der auf derselben Fläche Feldfrüchte und Edelhölzer wachsen. Seit April treiben auf dem Testgelände bei Groß Zecher 1600 Bäumchen ihre Wurzeln in den sandigen Boden, gesponsert vom Optiker Fielmann. Die Fläche wird in diesem Sommer zur Augenweide: Übergangsweise rahmen violette Phacelia-Blüten und Ringelblumen-Orange die aufstrebenden Edel- und Ziergehölze (insgesamt 15 Baumarten) ein. Im kommenden Jahr wird auf der unteren Etage Raps wachsen, ein Jahr später Getreide. "Agroforstsysteme könnten ein Weg sein, um Landwirtschaft und Naturschutz zusammenzubringen", sagt Frank Schumann, der das Projekt wissenschaftlich leitet. Er sieht soziale, ökologische und kulturelle Gewinne: Die Edelhölzer ermöglichen einen langfristigen Kapitalaufbau auf dem Acker, der nachfolgende Generationen in die Pflicht nimmt und somit die Hofnachfolge sichern hilft. Die Mischkulturen sind stabiler als einförmige Pflanzengesellschaften. So schützen die Bäume vor Wind und Erosion durch starken Regen. Sie halten Wasser und Nährstoffe im Oberboden und bieten Kleintieren, darunter auch Schädlingsvertilgern, Lebensraum. "Nicht zuletzt wollen wir mit dem Agropark Städter wieder für die Landwirtschaft begeistern", so Schumann. Die Kombination aus Baumkulturen und Ackerbau hat eine lange Tradition. Im Mittelalter pflanzten Bauern aus Mangel an fruchtbarem Boden Obstbäume an die Feldränder. Solche "Streuobstäcker" gab es vor allem in Franken. Bis heute überlebt haben Streuobstwiesen, auf denen Futter gewonnen wird, und mediterrane Olivenhaine, in denen Vieh weidet. Vor 25 Jahren legte die englische Universität von Leeds das erste Versuchsfeld an, um Agroforstsysteme nach modernen Kriterien wieder aufleben zu lassen. Inzwischen entwickeln 13 Institute in acht europäischen Ländern Agroforstsysteme (siehe Text rechts). In Deutschland haben Frank Schumann und sein Kollege Bernd Schindler 1997 das Freie Institut für interdisziplinäre Studien (Finis) gegründet, um neue Landwirtschaftsformen zu fördern. Angestiftet von der niederländischen Universität Wageningen, suchten die Wissenschaftler einen Standort, um in Deutschland ein Agroforst-Modell aufzubauen. Das Versuchsfeld sollte an einer Straße liegen, damit es wahrgenommen wird, und in der Nähe von großen Landwirtschaftsflächen, um den ästhetischen Unterschied deutlich zu machen. Zudem brauchten die Wissenschaftler einen aufgeschlossenen Landwirt, der die Projektfläche bewirtschaftet. Am Schaalsee wurden sie fündig: Das Land gehört Hannelore von Witzendorff, deren Familie seit 1681 das Gut Groß Zecher führt. Zusammen mit ihrem Schwager Hans Hümpel bewirtschaftet sie insgesamt 300 Hektar Fläche und eine Herde aus 50 Kühen. Schumann: "Wir haben hier ein ideales Gelände zwischen einem Naturschutzgebiet und einem konventionellen Acker. Unser Feld bildet den Übergang zwischen monotoner Landwirtschaft und naturnahem Forst." - Link: http://www.abendblatt.de/daten/2003/06/17/176938.htmlWeitere Artikel zum Thema:Agroforstsysteme in Europe vom 17. Juni 2003 Streifenmuster aus Bäumen und Acker vom 17. Juni 2003 lieben Gruß Anna
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passivM
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« Antwort #2 am: 12.02.08, 18:59 » |
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Ich habe es gefunden. Hurra! http://forschungsring.de/le/lebendigeerde.de/Ausgaben/forschung_2005-03.html Lebendige Erde 3/2005:ForschungAgroforstwirtschaft in MitteleuropaPotenziale einer neuen Landnutzungsform für Landwirtschaft und Naturschutzvon Burkhard Kayser, Martina Mayus, Georg Eysel-ZahlGibt es Formen der Landbewirtschaftung, die Vielfalt, biologischen Ertrag und ökonomische Erfordernisse besser optimieren als die heute verbreitete Trennung von Acker, Wiese, Wald? Können Ansätze wie Permakultur, die stockwerkartige Kombination von Bäumen-Sträuchern-Frucht in den Tropen (vgl. LE 3-2004), aber auch Streuobstwiesen oder Olivenhaine für hiesige Verhältnisse sinnvoll modifiziert werden? Muss ein angepasstes "Verhältnis von Feldwirtschaft, Obstwirtschaft und Viehzucht", das in den Grundlagen der biologisch-dynamischen Landwirtschaft von Steiner angedacht wird, neu gefunden werden?(red) Das gesellschaftliche Ziel der Nachhaltigkeit schließt auch den landwirtschaftlichen Bereich ein: Doch fehlt es offenbar noch immer an genügend wirksamen Konzepten, um · Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu erhalten; · Landwirten Diversifizierungsmöglichkeiten ihrer Produktpalette und ihres Einkommens anzubieten; · Landwirtschaft ästhetisch attraktiver zu gestalten, Landwirte können sich mehr mit ihren Anbausystemen identifizieren; · die Systeme biologisch divers zu gestalten, um Optionen für die Zukunft zu sichern (Generosion); · Diversität komplex miteinander zu verknüpfen, um Stabilität im (Agrar-) Ökosystem und auch im Ertrag zu ermöglichen (System-Design); · eine nachhaltige Intensivierung (Ertragserhöhung pro Fläche) zu ermöglichen, vor allem durch das Wissen um biologisch-ökologische Zusammenhänge und Arbeitseinsatz, weniger durch Erhöhung des Kapital- und Energieeinsatzes.Diese Vielfalt an Zielen könnten entsprechend komplex gestaltete Agroforstsysteme erfüllen: Sie nutzen, indem sie die Vertikale stärker mit ein beziehen, die dritte Dimension effektiver als flächige Monokulturen. Nachdem in Deutschland der ökologische Landbau zum agrarpolitischen Leitbild erklärt wurde, ginge es jetzt darum, einen Schritt weiter zu denken, und die einseitigen, ökonomisch und ökologisch begrenzt nachhaltigen Kulturen, die unsere Landwirtschaft dominieren, aufzulockern. International ist die Forschung schon weiter, Deutschland sollte hier nicht den Anschluss verpassen. Auch für die biologisch-dynamischen Betriebe, die sich seit jeher innovativ um eine "ganzheitliche" Betrachtung ihres Betriebes und seiner Einbettung in die Umgebung bemühen ("Betriebsorganismus"), kann die Einrichtung von Agroforstflächen Vorteile bringen. Was ist Agroforstwirtschaft? Agroforstwirtschaft ist eine Form der Landnutzung, bei der auf dem Ackerland landwirtschaftliche Nutzpflanzen gemeinsam mit Bäumen und Sträuchern angebaut werden. Ein bekanntes Beispiel sind Streuobstwiesen; Streuobst kam früher auch in Kombination mit Ackerbau vor (Streuobstacker). Hecken als Strauch- oder Baumreihen waren einstmals ein wichtiger, genutzter Bestandteil der Kulturlandschaft. Seit Beginn der Industrialisierung der Landwirtschaft im letzten Jahrhundert sind allerdings immer mehr Bäume aus unserer Agrarlandschaft verschwunden. Sie standen der Spezialisierung und Mechanisierung mit immer größeren Landmaschinen im Wege - auch ihre Nutzung ging verloren. Mit der Entwicklung moderner Agroforstsysteme im letzten Jahrzehnt, beispielsweise in Frankreich und England, wurde gezeigt, dass sich Bäume auf landwirtschaftlichen Nutzflächen produktiv in die heutige europäische Landwirtschaft integrieren lassen. Solche modernen Systeme erreichen je nach Gestaltung das heute übliche hohe Ertragsniveau. Denn die Bäume und Sträucher, z. B. in abwechselnden Reihen: Bäume - Feld maschinengerecht angepflanzt, kombinieren ökonomische und ökologische Vorteile, wie: · Wind- und Erosionsschutz, · Schutz vor Nährstoffverlusten da Unterwurzelung des Ackerbodens durch Bäume, · eine beträchtliche Senke für Kohlendioxid, · einen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere (Waldrandeffekt) und · eine unvergleichliche Landschaftsästhetik bei kulturell gesteigerter biologischer und auch wirtschaftlicher Produktivität.Um einem Missverständnis vorzubeugen: Es geht bei Agroforstwirtschaft in Deutschland nicht darum, naturnahe Wälder in Agroforstsysteme umzuwandeln, sondern darum, landwirtschaftlich genutzte Flächen zu Agroforstsystemen aufzuwerten. Bei modernen Agroforstsystemen sind die Gehölze weitgehend für eine hochwertige Nutzung ausgewählt und kombiniert, z. B. selektierte Wildkirsche als Wertholz oder Kultivare der Hagebutte zur Fruchtnutzung. Dazwischen werden verschiedenste landwirtschaftliche Kulturen angebaut. Durch eine systematische Planung wird der Ertrag der modernen Agroforstsysteme auf den Gesamtertrag hin optimiert, der bei fachgerechter Bewirtschaftung deutlich über dem des Monokultur-Anbaus der Einzelkulturen liegt. Baumreihen und Äcker im Wechsel bieten Vorteile Bäume und Felder gemischt - moderne Form einer traditionellen Anbauweise So basieren z. B. die 1988 begonnenen Feldversuche der britischen Universität Leeds auf einer konventionellen, dreigliedrigen Fruchtfolge, die mit sogenannten Produktionshecken bepflanzt wurde. In den 2 m breiten Reihen stehen Walnuss, Kirsche, Esche und Bergahorn im Wechsel mit Haselnusssträuchern, wobei sich alle zwei Meter ein Baum mit einer Hasel abwechselt. Die Bäume werden zur Wertholzerzeugung aufgeastet, so dass der Landmaschineneinsatz nicht durch Äste gestört wird. Eine Nutzung der Kirschen bzw. Walnüsse ist hier kein ausdrückliches Ziel (hierzu gibt es andernorts Erfahrungen in der Schweiz bzw. in Frankreich). Die Ackerfläche zwischen den Baumreihen ist 12 m breit. Aufgrund ihrer Versuchsergebnisse empfiehlt die Universität inzwischen 18 oder 24 m breite Feldstreifen. So wird die in manchen Jahren festgestellte Ertragssteigerung auf der Ackerfläche durch die positive Wirkung der Baumpflanzungen, z. B. Windschutz, bewirkt. Andere Agroforstsysteme basieren auf einer Neuinterpretation der schon genannten Streuobstwiesen. Statt der Obstbäume werden auf die Weide Eschen oder Wildkirschen zur Nutzung von hochwertigem Stammholz gepflanzt (Frankreich und England). Auf dem Biobetrieb Klosterhof (Bayern) wurden seit der Vegetationsperiode 1998 auf derzeit 12 ha Strauch-Agroforstsysteme angelegt. Die Basis bilden Dauerkulturen wie Hagebutten (Unterlagenrosen), Salicyl-Weiden und Wild-Hasel, die vorwiegend der Gewinnung von autochthonem Saat- und Vermehrungsgut dienen. Die Reihen dazwischen wurden anfangs zum Getreideanbau, inzwischen als Weide genutzt. Die oben erwähnten Beispiele aus der Praxis zeigen, auf welche Weise Agroforstsysteme für die vielschichtigen Probleme der Landwirtschaft und Landnutzung Lösungen bieten können. Nur ein auf Ziel und Standort gut ausgerichtetes System mit einer geeigneten Kombination von Baum- und Ackerkulturarten kann erfolgreich sein. Von den zahlreichen Design- und Bewirtschaftungsmöglichkeiten wurden bis heute nur wenige für Europa erforscht bzw. in der Praxis erprobt. Im April 2003 wurde in Groß Zecher, Schleswig-Holstein ein "silvoarables" Demonstrationsfeld errichtet, eine Gemeinschaftsarbeit der Wageningen Universität, Finis e.V. und zweier Landwirte. Eine Besonderheit der ca. 7.5 ha Agroforstfläche ist, dass der ästhetische Landschaftsaspekt im Design besonders berücksichtigt wurde, wegen der Lage in einem Naherholungsgebiet und der Nähe zu einem Biosphärenreservat. Darüber hinaus soll das multifunktionale Landnutzungssystem vor allem Wertholz (Ahorn, Sorbus, Kirsche, Robinie), Früchte und Getreide hervorbringen. Kontakt: Finis e.V. (Freies Institut für Interdisziplinäre Studien, Hamburg) Fon: 040 414314909 www.finis-ev.deNachtrag: Ich habe eine Umfrage reingesetzt, wo ihr abstimmen könnt, was ihr von solchen Querdenker-Projekten haltet. Hier: http://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php?topic=22904.0
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« Letzte Änderung: 12.02.08, 21:20 von AnnaAnna »
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mary
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« Antwort #3 am: 12.02.08, 19:32 » |
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Hallo AnnaAnna, hab neulich einen Vortrag von Josef Braun gehört, er macht auch dieses Agroforst-System als Versuch. Ich find das eine gute Lösung, -Getreide, Wald, Windschutz, Energie zu erzeugen. Ich finds gut, dass du das reingestellt hast, einfach mal ganz andere Wege zu denken, ist nie verkehrt. Mich beschäftigt momentan Terra preta, niemand kann sich erklären, wie sie geschaffen wurde, selbst die Wissenschaft nagt daran. Diese Kultur, die diese Erde geschaffen haben, würd ich gerne fragen, wie sie das gemacht haben? http://www.peter-adler.de/dokumentation/20050000_terra_preta.htmlHab mal einen Versuch gestartet,rein aus dem Bauch heraus, ob diese Erde nachzumachen ist, ob es in unserem Klima überhaupt funktioniert? Mir tut das Kreuz noch weh vor lauter Holzkohle klein machen  Für so kleine Flächen wie Garten und Gewächshaus gibt es sehr viele Möglichkeiten, Humus aufzubauen, aber letztlich steh ich immer vor der Frage, wie krieg ich das im Betrieb auf die Reihe. Herzl. Grüsse maria
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« Letzte Änderung: 12.02.08, 19:46 von mary »
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passivM
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« Antwort #4 am: 12.02.08, 20:16 » |
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Theoretisch wäre Terra preta ganz einfach: Im Grunde ist das ein alternatives Düngungskonzept. Oder? Es müsste nur ein findiger Unternehmer eine Mischung aus zerkleinerter Holzkohle, (getrockneter und zerkleinerter) Biomasse und Kompost (oder Komposterde?) herstellen UND das ganze professionell vermarkten und bewerben.
Das erscheint mir leichter machbar, als das Agroforst-Projekt, bei dem die Baumreihen ja erst mal gesetzt und dann wachsen müssen, und das alles zum Beispiel bei der Hessischen Kleinstparzellenwirtschaft mit zig Eigentümern/Verpächtern bei einer einzigen Bewirtschaftungseinheit, die auch so schon klein genug ist, im Vergleich zum Beispiel zu den großen Bewirtschaftungseinheiten im Osten.
Interessant finde ich beide Konzepte.
Aber: Wie interessiere ich eingefahrene (erfolgreiche) Landwirte für so eine Sache? Und wie spielen die Behörden mit? Schließlich verändert so was das Landschaftsbild (zum Positiven - allemal besser als diese blöden relativ konzeptlosen Hecken-Schikanen der Behörden.)
lieben Gruß
Anna
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mary
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« Antwort #5 am: 13.02.08, 06:20 » |
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Hallo AnnaAnna, theoretisch ja, praktisch schwieriger, bis jetzt stehen die Wissenschaftler vor Rätseln. Die Kulturen, die diese Erde geschaffen haben, sind vermutlich auch aus Zufall draufgekommen, auf alle Fälle waren sie uns um Längen voraus, denn das besondere an Terra Preta ist, dass sie - auch wenn sie wegenommen wird- und noch eine Schicht zurückbleibt, dass sie dann wieder weiter wächst. Die Holzkohle ist ein wichtiger Teil davon- und wenn ich mir überlege, wieviel Wald abgebrannt wird, und die Asche nur kurzfristig als Düngung nutzbar ist- dann bekomme ich wirkliche Hochachtung - vor der Leistung der Terra Preta schaffenden. Ich hab jetzt einfach mal probiert und alles, was ich über Boden, Mikroorganismen usw. zusammengefunden hab- dafür hergenommen, ob und wie solche Erde geschaffen werden könnte. Versuchsobjekt wird mein Gewächshaus- danach der Garten. Wie man erfolgreiche Landwirte dazu bringen kann- nicht ganz einfach- bei mir läuft es durch anschauende Überzeugung. Zuerst im Garten, eigene Erfahrungen sammeln, dann auf einer kleinen Fläche- ob es auch technisch machbar ist- und wenn ich weiß, wie es gehen könnte- dann schauen, wie es umzusetzen ist. Dazu noch sehr genau informieren und ein Stück Risikobereitschaft und Neugierde wecken- bis jetzt ist noch keins von meinen Überzeugungsvorschlägen in die Hose gegangen, das gibt mir ein Stück Sicherheit. Und die Entwicklung auf dem Düngermarkt hilft mir da sehr, ausserdem machen wir Buchführung- und Zahlen, von denen ich auch weiß, dass sie stimmen, weil ich sie ja selbst errechnet hab, haben eine gute Überzeugung. Wir sind eine sehr waldreiche Gegend, hier bei uns ist Agroforesting bestimmt nicht einfach durchzusetzen, aber besonders in Gegenden, wo wenig Wald steht- wäre das im Sinne des Klimas eine grosse Hilfe. Ich hab über Terra Preta gelesen, dass sie versuchsweise nur Holzkohle unter Sandböden gemischt haben- und die Ertragssteigerung war enorm. Wäre doch interessant, wenn man solche Verfahren gemeinsam einsetzen würde- wie sich positive Wirkungen hochschaukeln würden? In Norwegen hat einer auf nacktem Fels in ein paar Jahren fruchtbare Erde geschaffen, das zeigt, dass hier noch vieles möglich ist. Also auf zu neuen Erfahrungen in Richtung Muttern Erde  , da gibts sicher noch vieles zu entdecken. Herzliche Grüsse maria
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Gisela
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« Antwort #6 am: 13.02.08, 16:27 » |
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Hallo, das ist ein wahsinnig intersanntes Thema. Ich kann aus eigener Erfahrung folgendes dazu beitragen. 5 Jahre bodenschonend gearbeitet und bewusst Humus aufgebaut. Heute sind die Bodenproben von der LUFA zurück. Alle über 4%, die höchste 11,4%( war lange stillgelegt). Bei heutigen Düngepreise müsste es jeden Landwirt überzeugen sich mehr mit den Vorgängen im Boden zu beschäftigen. Terra preta ist schon eine intersannte Sache. Nur weil es hier für viele fremd klingt, kann es bestimmt eine Alternative sein. Gruß Gisela
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mary
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« Antwort #7 am: 13.02.08, 16:44 » |
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Hallo Gisela, da kann ich nur gratulieren. In dieser kurzen Zeit - das ist phantastisch. Terra Preta heißt übersetzt schwarze Erde- eben gar nichts besonderes. ich hab eine Regentonne voll angesetzt, in der Wärme des Heizraumes- bin gespannt, ob hier japanische Bakterien, Holzkohle und die Mischung zu einem Ergebnis führt. Die Chinesen hatten über Bodenfruchtbarkeit auch sehr viel Wissen, über 4.000 Jahre sie zu erhalten, jetzt vermute ich mal, dass die Kultur, die solche fruchtbare Erde in einer Fläche von ungefähr Deutschland herstellen konnte- ähnliche Verfahren anwendeten. Was habt ihr für diese tolle Humusaufbauleistung gemacht Gisela? Liebe Grüsse maria
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Gisela
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« Antwort #8 am: 13.02.08, 17:24 » |
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Hallo Mary, Zunächst haben auf das Pfügen auf fast allen Flächen verzichtet. Nur in einem Horizont von 18 cm ist aktives Bodenleben möglich. Also nicht mehr vergraben der Gülle und Ernte Reste. Dann unsere Gülle noch mit zusätzlichen effektiven Mikroorganismen beimpft. Heute gerade mit einem Kammermitarbeiter angesehen. Ist wie ein Prosecco., perlt ,ist einfach pflanzenverfügbar. Zwischenfrüchte eingesetzt. Zum Raps flach geschällt, da der gerne eine feineres Saatbeet mag. Auch die Versorgung mit Kali, Phospor und Magnesium ist ok. Und das obwohl auf Düngung auch verzichtet wurde. Nur der Mais hat unter Fuß bekommen. Bei den heutigen Preisen ja bestimmt überlegenswert. Und ganz wichtig: Nur einmal nur auf Pflügen verzichten bringt noch nicht den vollen Erfolg. Es ist eine Zeit und Prozessfolge. Wir wurde erst argwöhnisch beäugt. Jetzt langsam ändert sich die Dorfmeinung und man glaubt, das wir nicht ganz spinnert sind. Gruß Gisela
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mary
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« Antwort #9 am: 14.02.08, 06:33 » |
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Hallo Gisela, hat sich bei euch auch die öffentliche Meinung geändert  . Das haben wir bei uns auch gemerkt. Eine neugierige Frage, habt ihr zu Mikroorganismen auch Steinmehl oder sonstwas dazugegeben? Besonders beim Grünland haben wir gemerkt, dass es in der Kombination am Besten wirkt. Was es wohl noch alles an Möglichkeiten gäbe, um dem Boden was Gutes zu tun? Ich hab ein kleines Büchlein von Karl Stellwag geschenkt bekommen, ein Landwirt, der seine Lebenserinnerungen aufgeschrieben hat. Besonders seine Beschreibung von Gemüsebau auf den Feldern vor nicht ganz hundert Jahren - das würd mich interessieren, was da alles an Wissen verloren ging. Ein Beispiel, die haben Saatgut sehr sorgfältig ausgesucht- dann in Harn von trächtigen Stuten eingeweicht, Erde besonders behandelt, und die Samen dann ein paar Tage um die Füsse gewickelt, sich ins Bett gelegt und auf den passenden Mond gewartet.  Stellwag beschreibt die Erfolge dieser Gemüsebauern- rund um den Erdball wird sicher noch unzähliges Erfahrungswissen geben, dass seine Wirkung hat. Heute lächeln wir über solche Maßnahmen, aber ich bin überzeugt, dass nicht nur der Boden einige Hilfe brauchen kann, sondern auch die Pflanzen. Ich kann mir vorstellen, dass unser japanischer Gartenbauprofessor sich auch mit altem Erfahrungswissen irgendwann befasst hat. Besonders die Reiseerzählung- 4.000 Jahre Landbau von King- dieses Buch ist knapp hundert Jahre nach seinem Herausgeben zu einem immer grösseren Anteil hochaktuell. (Wachstum, Energie und Boden) Herzliche Grüsse maria
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Gisela
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« Antwort #10 am: 14.02.08, 18:25 » |
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Hallo liebe Mary, wir haben unser Saatgut mit Cera-C Pulver gebeitzt. Beim Säen sah man immer eine kleine Wolke.unter der Maschine. So haben die Saatkörner zwar keine Stunden an den Füssen verbracht, aber auch eine besondere Erfahrung mitbekommen.Ich finde diese Tatsache irgendwie fazinierend. Achso nach dem Mond schauen wir auch. Wenn möglich such ich die richtigen Termine heraus. Ich darf in zwei Wochen einen Vortrag beim Sozialverein zum Thema Mond halten, Darauf freue ich mich schon. Liebe Grüsse Gisela
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Mirjam
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« Antwort #11 am: 14.02.08, 18:33 » |
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Hallo, dieser Tage drück ich mich vorm Autoputzen. OT? Nein, das hat mit Boden durchaus was zu tun  Grund ist - dass ich von einer Urgesteinsmehlfirma alleweil solche 5 kg Gesteinsmehlsäcke kostenlos zur Probe bekomme und diese dann mit zu den Landwirten hinausfahre - ich fahr schon lange nicht mehr "ohne" los. Wir handeln inzwischen - weil nicht jede Baywa da liegen hat - mit diesem Zeosan/Urtgesteinsmehl das in der Fütterung eingesetzt werden kann da Zulassung, die Betriebe fragen fleissig nach, wenn sie die Wirkung schon allein von so einem 5 kg Säckle erlebt haben im Stall und das freut mich dann jedes Mal  . Grund - und der Zusammenhang zur Box - Bodenleben fördern in dem wir kucken was man vermeiden kann, dass in den Boden über Gülle und Mist hineinkommt. Oder genau das schon in die Fütterung/Schrot über das Tier (dem es auch gut tut) in die Gülle bringen, was das Bodenleben fördert. Genau so schauen, Stoffe vermeiden, die dem Gülleleben oder dann dem Boden schaden: Schwermetalle, zuviel an Spurenelemente (gibts ne EU-VO drüber, was in der Gülle sein darf!) und bestimmte Desinfektionsmittel genau so wie Antibiotika. Was mich immer "aufregt" - auf jeder Prilflasche oder Pestizid steht die Abbaubarkeit drauf: Habt ihr das schon mal bei einem Antibiotika gefunden? Nein, denn dazu gibt es dann nur Detailuntersuchungen und hier unterscheiden sich die Antibiotika sehr - es ist sogar nachgewiesen, das CTC wieder von der Pflanze aufgenommen werden kann... Gruß Mirjam
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brit
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« Antwort #12 am: 14.02.08, 21:30 » |
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was mich immer "aufregt" - auf jeder Prilflasche oder Pestizid steht die Abbaubarkeit drauf: Habt ihr das schon mal bei einem Antibiotika gefunden? Nein, denn dazu gibt es dann nur Detailuntersuchungen und hier unterscheiden sich die Antibiotika sehr - es ist sogar nachgewiesen, das CTC wieder von der Pflanze aufgenommen werden kann... da haste absolut recht.. frag mich nur, wo bleibt da die verantwortung der firmen ?? mich regt immer auf, dass da seitens produzenten wenig verantwortung gezeigt wird, dieses verhalten sogar noch enorme gewinne abwirft  es wird auch sehr einseitig geforscht, wär auch noch ein thema..
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mary
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« Antwort #13 am: 15.02.08, 06:46 » |
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Hallo brit, aber ws nützt es uns, wenn wir uns darüber ärgern? Die Verantwortung bleibt doch an uns hängen. Mit der Forschung stimme ich dir genauso zu, da gibts nur ein paar einsame Lichtgestalten, die sich um den Boden annehmen. Karrierefördernder scheint die Gentechnikforschung zu sein. Unser Regenwurmpapst ist in Rente gegangen, solche Sachen wie Steinmehl da holen wir uns das Wissen aus dem Ausland, EM gibts ein paar Wissenschaftler, die sich damit befassen, und beim Boden sind Grundlagenforschungen auch dünn gesäät. Das Erfahrungswissen ist noch schwieriger zu finden, da gehört viel Glück dazu, die Stecknadel im Heuhaufen zu finden. Russland war in Richtung Boden scheinend mal ziemlich weit in Richtung Forschung, aber da kommt ganz wenig zu uns rüber. Und was noch dazu kommt- zwischen der Wissenschaft und der Praxis herrscht eine ziemliche Sprachlosigkeit. Besonders in Hinblick auf die sich abzeichnende Energieverknappung sehe ich die derzeitige Situation als fatal an. Überall gibts ein paar interessierter Graswurzelpraktiker  , aber dieses Wissen wird höchstens untereinander ausgetauscht. Jetzt haben wir aber noch grosses Glück, bei uns gibts einen EM-Stammtisch, der sich auf ein grosses Einzugsgebiet stützt und dort sind sehr fite Bäuerinnen und Bauern. Solche Lichtgestalten wie Gisela z.B. die sich auch dafür sehr einsetzen- also wer sich wirklich für den Boden interessiert, findet schon Trüffel  . @Mirjam, ich kenne einige Schweinebetriebe, die A-Futter-Steinmehl in die Ration geben- ich höre immer, dass die Reinigung einfacher geht, weil es nicht so klebt. Und die Wirkung auf die Gülle merkt jeder am Geruch. Besonders die Wirkung auf das Bodenleben sieht man relativ schnell. Aber solange die Gülle nur auf die Nährstoffe untersucht wird- und nicht auf ihren Lebensgehalt - wird sich da von offizieller Seite nicht viel tun. Während an der Biogasgülle untersucht und geforscht wird, wie die Gaserträge noch besser ausfallen können- wird Aschenputtel normale Gülle vollkommen links liegen gelassen. Die Wirkung von Gülle auf das Bodenleben wird viel zu wenig beachtet. Herzliche Grüsse maria
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Mirjam
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« Antwort #14 am: 15.02.08, 08:11 » |
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Hallo Brit es ist nicht so, dass dies nicht erforscht wäre, es gibt weitreichende Studien über die Bodenwirkung von Desinfektionsmitteln aus der Landwirtschaft. Nennt sich dann "Eintrag von Stoffen in Böden, eine Gefährundungspotentialanalyse" ist online an zig Stellen abgelegt. Wurde sogar bis in die Dippmittel auf Iodbasis untersucht. Nicht nur Stallwaschen, die eingebrachten Mengen durch die Milchspülung sind um ein erhebliches höher in der Gülle, genau so wie es - wenn man weiß wo man sucht schon lange Studien über AB in Grundwasser (eher Humanprodukte  ) oder Abbaubarkeit im Boden (in Bayern groß ausgelegt). Es ist eine Frage des Gesetzgebers: Das er hier eine Deklarationspflicht draufpackt und den Hersteller zwingt, sein Wissen preis zu geben. Mal schauen ob dann immer noch so viel Enteroxid verkauft werden würde  . Jedes Desinfektions- oder Reinigungsmittel hat ein "Sicherheitsdatenblatt" nach EU Norm. Besser gesagt - mehrere Seiten. Dort sind neben arbeitssicherheitsrelevanten Dingen auch die Umweltwirkung, Wassergefährdungsklasse oder Lagerbestimmungen, Brandschutz, Transport und die entsprechenden Warnzeichen angebracht. Was finden wir auf den Packungen der Tier-AB?! Nix! Mary - sogar die EU hat sich schon die Gülle zur Aufgabe gemacht und z.B. deutliche Höchstwerte für Spurenelemente festgelegt, damit die Bodenbelastung sich in Grenzen hält. Das Ding hatte ich für Triesdorf grad gestern wieder zu Hand und heißt "EU-VO Nr. 1334/2003" gültig ab dem Januar 2004 für Kupfer, Zink, Mangan, Kobalt. Was hier die Grenzwerte übersteigt muss als Klärschlamm gehandelt werden und hier gibts sogar deutliche Diskussionen ob eine ausreichende Zinkversorgung der Sauen (13 - 15 Ferkel in der Hochleistung je Wurf zu metabolisieren!) überhaupt noch möglich ist. Wer in Wasserschutzgebieten z.B. Spülwässer aus tierischen Betrieben ausbringen will - muss ziemlich teure Untersuchungen bzgl. Unbedenklichkeit vorlegen: Regelmäßig. Die Schweineleute debattieren regelmäßig darüber, wie man Gülle "aktiv" bekommt bzw. zum Laufen - weil das einfach schon beim 2,5 x Stallwaschen in der Mast pro Jahr oder 8 x in der Ferkelaufzucht Thema ist, aber was im einen Stall super funktionierte "Bioaktiv" - klappt beim andern gar nicht, genau so wie der eine Güllefliegen angesiedelt bekommt und in einem anderen Stall kann man sie 10 x aussetzen, es passt einfach nicht. Urgesteinsmehl finde ich aber grundstsätzlich gut  . Oh kuckt mal - die EU plant eine "Böden-Rahmenrichtlinie" die derzeit blockiert wird GB, F, und der BRD und Östereich: http://www.euractiv.com/de/umwelt/eu-gesetz-schutz-boden-blockiert/article-169369Lt. Deutschland sind die nationalen Auflagen bei uns schon ausreichend/intensiv, deswegen wehren sie sich gegen nochmehr/doppelte Auflagen aus der EU. Gruß Mirjam
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