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Autor Thema: Luzerne und Lupine  (Gelesen 2132 mal)
Lotta
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Cowboyerin :o)


« am: 07.02.08, 10:56 »

Hallo!
Wer baut Luzerne oder Lupine selbst an?
Welche Erfahrungen habt ihr bzgl. Anforderung an die Bodenbeschaffenheit, Kosten für die Ernte, Pflanzengesundheit, Pflegeaufwand?
Bei diesen Sojaprerisen soll sich der Anbau rentieren, bin auf Erfahrungsberichte gespannt  Cheesy
Grussi
Lotta
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Schimpfe nie mit vollem Mund über Bauern
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Wir haben die Welt nur von den Kindern geliehen


« Antwort #1 am: 07.02.08, 12:26 »

Hallo Lotta

"Finger heb für Luzerne".

Hab dazu auch schon mal was hier  geschrieben....., nu find ich das aber nicht auf die Schnelle.... Embarrassed

Ich versuch mal ein paar Fragen zu beantworten.
Anbau: Marschboden /Nordfriesland . Ich meine, die Saat wird vorher noch mit irgendwas behandlt(muss ich nachfragen).
Wir sind mit der Luzerne als Eiweissträger zufrieden. Im ersten Jahr kommt sie meistens nicht so richtig, doch die nächsten Jahre um so doller. Die Wurzeln brauchen eine gewisse tiefe, dann kann ihnen ein Kahlfrass und Frost nichts anhaben.
Die Luzerne sollte nicht zu früh siliert werden . Wir mähn sie wenn sie gerade anfängt zu blühen. Dadurch entwickeln sich die Wurzeln besser.
Wir mähen 2x für Silo und dann noch für Grünfütterung für unser Bullen und Kühe vor dem Winter.
Luzerne wird bei uns nur mit Gülle über gefahren oder mit Stickstoffdünger, je nach dem.
Zur Pflanzengesundheit kann ich nichts sagen, da wir in der Beziehung noch nichts machen mussten.
Alle Paar Jahre (3-4) wechseln wir mit Mais . Zu viel Gras kann die Luzerne nicht ab, da wird sie mit der Zeit unterdrückt.
für uns ist die Luzerne recht pflegeleicht , wird frisch wie siliert von den Tieren sehr gerne genommen, nur getrockent haben wir sie noch nicht, das dauert zu lange, da viel Blattmasse vorhanden und das Pressen ist auch schlecht  Ballensilage geht nur in geschittener Form, da man sich sonst beim Verteilen die Arme ausrenkt... viel zu schwer.... Tongue Tongue Tongue
Über das Fahrsilo geht es gut durch den Futtermischwagen durch.So können sich die Tiere das auch nicht raussuchen.
Kosten weiss ich nicht, muss ich auch nachfragen.

Hoffe ich konnte die weiterhelfen.
LG Barbara
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Andreas
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I mog Di !


« Antwort #2 am: 07.02.08, 14:14 »

Hallo,
wir haben zu hohe Niederschläge (850 mm) für einen reinen Luzerneanbau.
Ich mische aber ca 20 % zum Rotklee. Bei einem trockenen Jahr kommt die Luzerne sehr gut durch und verhindert so eine Ertragsminderung.

Mehr unter:  http://www.saaten-union.de/index.cfm/nav/366/article/2128.html

Viele Grüße
Andreas
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Lotta
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Cowboyerin :o)


« Antwort #3 am: 10.02.08, 12:08 »

Hallo!
Danke für eure Antworten.
Ist der Anbau eigentlich wirklich so selten hier in Deutschland? Hat sich ja sonst niemand gemeldet. Warum ist das so? Die Kultur scheint ja nicht sooo aufwendig zu sein, Marschboden haben wir auch. Wann wird gedrillt?
Fahrt ihr die Luzerne mit in den normalen Silo oder gibt es einen extra Haufen? Ist es gut Luzerne zu häckseln oder nicht?
Göga hat mir 3,7ha als Versuch versprochen  Cheesy
Möchte natürlich auch, das es was wird....
Liebe Grüsse
Lotta
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« Antwort #4 am: 10.02.08, 12:54 »

Hallo, luzerne stickstoffmässig z düngen finde ich übertrieben ,is ja ne leguminose.sie liebt böden mit hohen phwert. wir drillen sie als untersaat unter hafer zb im frühjahr,kann das alles als gps geerntet werden ,ist sicherer als reinsaat. in einen trockenen jahr zeigt sie ihre stärken,durch die extreme tiefwurzeln wächst sie da trotzdem . ich würde versuchen ihr eiweiss auszunutzen,wir trocknen klee udn luzerne in einer grünfuttertrocknung ganz jung, lettze s jahr fast 22 Rohprotein gehabt. man sollte sie einmal im jahr blühen lassen ,ist gut für ausdauer. nicht zu kurz in winter gehn lassen ,sollte schon wieder kleien triebe vorhanden sein .
servus
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Streite dich nie mit einem Idioten, er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich mit Erfahrung. (Bob Smith, 1962
Beate Mahr
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Ohne Frauenpower keine Bauernpower


« Antwort #5 am: 10.02.08, 12:57 »

Hallo Lotta

doch wir bauen auch Süßlupine an als Eiweißfutter für GöGa´s Rinder.

Schau dich doch mal bei der UFOP um

Inhaltsstoffe, Futterwert und Einsatz von Lupinen in der Nutztierfütterung

Einsatz von heimischen Körnerleguminosen in der Milchviehfütterung

Anbauratgeber Blaue Süßlupine

Vorteile für unseren * Trockenstandort * sind
=> die tiefen Wurzeln
=> wir können nach Lupine pfluglos anbauen ( N- Zehrer )
=> eine tolle Vorfrucht
=> Verschiebung der Arbeitsspitzen ( spätere Ernte )
=> keine Düngung notwendig ( außer bei einem *jungfräulichem * Acker  Cool  Roll Eyes
                                         da sollte mit Knöllchenbakterien geimpft werden )
=> insgesamt eine pflegeleichte Kultur
=> kommt sehr gut bei der Bevölkerung an ( optisch )

Hier ein Bild aus Juni 2006



Wir bauen auch Erbsen an



schöner Bestand ...

Aber ca. 3 Wochen später sah es bei uns im Mais so aus  Cry  Cry  Cry



Allerdings haben die Lupine und Erbsen die Trockenheit relativ gut überstanden
auch der Ertrag war OK weil während der Blüte noch genug Feuchtigkeit vorhanden war

Wenn du noch Fragen hast ... gerne

Liebe Grüße
Beate

Luzerne hab wir ein Feld ... GöGa macht davon Heu  Shocked  ( braucht ewig bis das trocken ist )
lieben die Rinder besonders im Winter
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Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt,
wo die anderen erst einmal reden

John F. Kennedy
allgäurenate
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« Antwort #6 am: 14.03.10, 10:25 »

Hallo,

hat jemand von euch Erfahrung mit Luzerneanbau? Auf was sollte ich achten, bzw. wie konserviert ihr oder fütter ihr Luzerne.

Wäre um Tipps dankbar.

LG Allgäurenate
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suederhof1
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Wir haben die Welt nur von den Kindern geliehen


« Antwort #7 am: 05.06.11, 08:24 »

<mal wieder hervor hole>

Hweute bkommen wir unseren ersten Schnitt von der Luzerne sehr gut als Heu herein.
Ihr hat die Trockenheit nicht viel ausgemacht.
Nur im April beim letzten Frost wurde es etwas schrierig...hat abr nochmal geklappt....puh.
Von erwarteten 60 Quaderballen sind 20 verkauft und den Rest werden wirr auch nicht ange haben.
Die Pferdehalter und auch unser TA sind da ganz wild drauf. Cheesy

LG Barbara
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Lotta
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Cowboyerin :o)


« Antwort #8 am: 05.06.11, 09:58 »

Moin Barbara!
Jetzt macht ihr mittlerweile auch Heu? Im Beitrag von 2008 wolltet ihr das noch nicht.  Wink
Super, das ihr sie so trocken bekommen habt.
Von wie viel ha habt ihr die 60 BAllen, und wie gross sind die?
Hier gibt es einen Anbauversuch, wo wir gerne dran teilnehmen würden- da das damals ja nix geworden ist.
Jetzt als Bio Betrieb hat das aber sehr an Bedeutung gewonnen.
Im letzten Jahr hatten wir mit der Hand etwas auf ein kleines Stück zwischen den Mais geworfen (dämliche Idee)
Sie ist trotzdem es August war, schön aufgelaufen und ich hab mich gefreut wie Bolle.
Tja und im Frühjahr meinte mein werter Göga dann, das ihm das Feld zum mähen viel zu uneben sei, und hat gegrubbert und geradegemnacht.  Undecided
Aber was soll ich sagen? Im Kleegras wächst eindeutig Luzerne..sie hatte wohl so tief gewurzelt, das sie das grubbern überlebt hat.
Aber ist ja nicht viel....
und wenn sie die Konkurrenz nicht mag, wird das auch nix.
Habt ihr eigentlich schwere Marsch oder eher sandige?
So, erstmal genug gefragt..
irgendwann müssen wir mal rüberschippern und gucken kommen  Cheesy

Grussi
Lotta
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suederhof1
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« Antwort #9 am: 06.06.11, 08:30 »

Hallo Lotta

Mein Mann hat immer viele gute,neue Ideen, die er dann auch ausführt..... Cheesy

So Heu war gestern abend drin und wir haben von 4 ha 78 Ballen bekommen, Grösse 30x70x2 , nicht zu fest gepresst, damit sie atmen können.
Nu kanns regnen... Grin
Die Luzeren wurzelt sehr tief. Wir spritzen sie tot, wenn wir umbrechen wollen.

Unsee Land ist Klei/Lehmboden, tiefstes Marschland .
Letztes Jahr hat mein Göga angfangen mit Lupinen....auch nicht schlecht gegangen.

LG Barbara
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Clara
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Nichts-was sich zu haben lohnt-ist leicht zu haben


« Antwort #10 am: 06.06.11, 16:06 »

Hallo,

ich komme auch von einem Luzernestandort. Hier in der Gegend- Thueringer Ackerebene  gab es vor dem Krieg sogar Luzernezüchter.

Warum gibt es nicht mehr Luzerne im aktuellen Anbau? Ganz einfach, weil wir deutschlandweit rückläufige Wiederkäuerbestände in den Regionen  bei gleichzeitiger Bestandeskonzentration  und Spezialisierung im Einzelbetrieb haben.

Zum andern ist Luzerne ebenso wie Klee sensibel in der Heuwerbung. Sind die Pflanzen zu trocken, dann fallen die Blätter ratzfatz ab und man fährt nur noch Stängel ein. Luzerne  ist mehrjährig und mehrschnittig und eignet sich gut als AWS.

Warum steht in Foren zu bestimmten fachlichen Sachen nix? Es gibt Erfahrungen und Wissen, die einiges an  Zeit und Geld kosten und beide Sachen sind in der Lw rar- also lese ich inzwischen öfter über viele fachliche Themen nur noch drüber und schreibe nix (mehr).

Ich empfehle Interessierten, schaltet den PC aus, fahrt dafür auf verschiedene Feldtage und guckt euch Bestände vor Ort an und "schnattert "einfach Kollegen an, die da auch "rumstolpern". Geht mopsen mit Augen und Ohren bei Kollegen- egal ob Konvi oder Bio, die bestimmte Kulturen im Feld erfolgreich kultivieren und zu verschiedenen Erfahrungsaustauschrunden laden. Termine sind im Umlauf über Mund-zu-Mund-Propaganda oder werden über persönliche Einladungen in Umlauf gegeben oder es gibt einschlägige Terminhinweise in den verschiedenen Fachzeitschriften.

Ach ja, lesen in diversen Fachbüchern ist auch eine Sache, wo ich mir viel an Wissen hole- besonders im Winter. Alte Fachbücher sind recht ergiebig- gerade im Bereich Ackerfutterbau und dergleichen.

Viele Grüße und frohes Schaffen

Anja
« Letzte Änderung: 06.06.11, 17:47 von Clara » Gespeichert

... Ich bleibe auf dem Teppich
meiner Möglichkeiten
und hoffe, dass er fliegen lernt... (lach und zwinker)

Kruppa
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