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Autor Thema: Umgang mit Hofnachfolger  (Gelesen 3743 mal)
Solli
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« Antwort #30 am: 23.11.07, 19:35 »

Zitat
Aber es ist schon so, dass er sich bei uns halt viel mehr hängen lässt. Bei den anderen arbeitet er fast bis zum Umfallen.
Ähm...wo soll er denn sonst mal alle fünfe grade sein lassen, wenn nicht zu HAUSE? Huh
Er arbeitet doch sonst sehr fleissig...
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regi
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« Antwort #31 am: 23.11.07, 20:02 »

Ja, Solli, das hast du recht, aber ich unterstütze auch Romys Gedanken voll und ganz. Bei uns äwre das haargenau so. Am Morgen ein bisschen später, über Mittag auch, dazwischen schnell ein Spiel am PC oder eine Arbeit anreissen, die gut warten kann - Romys Worte könnten von mir sein!

Es kommt einfach drauf an, ob der junge Landwirt daheim angestellt ist oder ob er auswärts angestellt ist und daheim seine Freitage hat.

Wenn der Junior daheim als Landwirt angestellt ist, erwarten wir, dass er während der Arbeitszeit arbeitet und sich ganz normal einsetzt bei der üblichen Betriebsarbeit. Auch, wenn das nur tageweise ist. Wenn er aber während den Arbeitstagen daheim länger schläft als betriebsüblich, über Mittag noch seinen Film fertig guckt bis 13.30 Uhr (wenn die andern um 13.10 Uhr weiterfahren) usw., gibt das einfach eine miese Stimmung.

@Bridda: Auch deine Gedanken finde ich sehr gut. Ich habe mich früher manchmal gefragt, ob wir unsern Jungs nicht zu viele Freiheiten lassen. Sie hatten ihre Aemter, aber waren doch nicht in die Tagesarbeit eingebunden, dass es ohne sie nicht gegangen wäre.
Wenn die Kinder während der Schulzeit als (Teilzeit-)Arbeitskraft dazu gehört, merkt man es ganz empfindlich, wenn sie nachher ausfliegen und eigene Wege gehen. Was dann?
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Tschüss zäme
regi
Alice
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« Antwort #32 am: 23.11.07, 20:14 »

@Regi: Du hast geschrieben "Ich habe mich früher manchmal gefragt, ob wir unsern Jungs nicht zu viele Freiheiten lass" - ich denke darin liegt auch ein Knackpunkt, denn während der Schulzeit, Lehre, Bundeswehr ist man irgendwo nur Teilzeit-Mithelfender, und plötzlich hat man den ganzen Hof und merkt, da habe ich ein Problem mit Vater und/ oder mit der eingeschränkten Freiheit, denn Mutti und Vati haben oft abends den Stall gemacht, während man selbst in der Disco war...
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Romy
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« Antwort #33 am: 23.11.07, 22:57 »

Ehrlich gesagt wäre mir lieber, er würde noch etwas herum reisen, sich die Welt ansehen. Solange er fort ist, kommen wir mit einem Lehrling gut zurecht. Aber wir müssen wissen was er will. Dann können wir uns richten. So malso, malso das geht nicht. Er kann ja auch sagen: He! heute mache ich frei. Das ist dann auch ok. Aber so halbpatzig, schliesslich bekommt er von uns gleich viel Lohn wie von dort wo er dann 10-12 Stunden arbeitet dafür. Er schiebt auch gerne Sachen die ihm nicht passen auf den Lehrling ab.
Was mir bei ihm besonders gefällt: Dass er so gerne in der Direktvermarkung arbeitet. Manchmal habe ich das Gefühl, er arbeitet hier sogar lieber als im Stall. Gerade jetzt beim Fleisch verpacken ist er mir eine grosse Hilfe. Ich muss halt nichts mehr erklähren - er weiss das halt einfach. Für mich ist es auch leichter als für meinen Mann. Er gibt sich wirklich Mühe, versucht alles mit ihm zu besprechen und will ihm auch immer wieder Verantwortung übergeben, aber irgendwie will er das einfach noch nicht.
Heute ist er abgereist. Er hat Instrukterprüfung in Davos. Danach kann er Skilehrer ausbilden, die Skischule Lenzerheide bezahlt ihm Kurs und Prüfung (es kostet über 2000sFr) dafür musste er sich verpflichten noch 2 Jahren in Lenzerheide Skischule zu geben. Er musste mit dem 6 Uhr Zug und hatte es vermutlich ziemlich eilig  Grin alles stand offen, sogar die Türe nach draussen, es war eine Schweinekälte im Flur.

Aber ich habe dies schon bei einigen Lehrlingen erlebt. Die waren sehr gut hier auf dem Betrieb. Auch in der Schule und überhaupt. Doch kaum zu Hause, hörte man von den Eltern dasselbe Lied wie jetzt von uns. Meistens trennen sich dann die Wege bis der Sohn entgültig nach Hause kommt und übernimmt. Wir hatten mal ein Mädchen aus der Nähe von Bülach. Kaum zu Hause, suchte sich der Vater einen anderen Job auf der Gemeinde. Das geht super, sie schmeisst den Betrieb und er arbeitet 100% auswärts.  Grin Rollentausch!

Wir setzen unseren Sohn überhaupt nicht unter Druck. Es kann ja auch sein, dass er bei der jetzigen Freundin bleibt und einmal ihren Elternhof im Unterland übernimmt. Es kann auch sein, dass er nach Amerika reist und sich dann dort etwas aufbaut. Es kann so vieles, wer weiss das schon vorher. Sicher ist es schön, wenn er einmal alles übernimmt, aber es gibt immer wieder Alternativen, für ihn wie für uns auch.
« Letzte Änderung: 25.11.07, 10:59 von Romy » Gespeichert

en hübsche tag
Romy

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landleben
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« Antwort #34 am: 24.11.07, 09:50 »

Moin!

Ich bin gespannt, wie es sich bei uns entwickeln wird. Unser Junior (21) hatte im Juli die Lehre beendet und ist Ende August für 3 Monate nach Kanada gegangen. Am 3. Dezember kommt er wieder.

Ich muss sagen, ich freue mich das er wieder kommt. Nicht nur als Mutter. Auch sind doch so einige Arbeiten liegengeblieben, wo Göga froh wäre eine helfende Hand zu haben. Mit unserem Sohn arbeitet er, denke ich, ganz gerne zusammen.

Allerdings sind wir auch schon verhältnismäßig früh angefangen ihn an Entscheidungen teilhaben zu lassen. Beim Thema Bankenwechsel war er bei den Gesprächen mit dabei.

Dann sollte ein Futtermischwagen angeschafft werden, sowie es ausbildungstechnisch passte, war unser Sohn an den Gesprächen beteiligt.

Bei einigen Dingen hat er gebeten, auf Entscheidungen zu warten bis er wieder da wäre.

Auf Juniors Wunsch wurde der Unternehmer zum Spritzen und Dreschen gewechselt.

Eigentlich war die Zeit des Ausbildungsbeginns bis jetzt am schlimmsten. Zuerst war alles auf den Lehrbetrieben besser als zu Hause. Das hielt dann ungefähr 3-4 Monate an, dann kamen doch Sprüche wie, das gefällt mir hier aber doch besser als wie es dort gemacht wurde.

Natürlich sah Junior es gerne, wenn wir seine Ideen sofort umgesetzt hätten, da hat Göga nur gesagt, wenn ich das Arbeitstechnisch umsetzen kann, dann ja, sonst wenn du wieder hier bist.

Mit der Zeit wurde das dann so akzeptiert und es hieß dann von Junior aus: Wenn ich denn zu Hause bin, können wir ja mal dies und das machen. Er hatte begriffen, dass nicht alles auf einmal möglich ist.

Wie gesagt, ich denke es ist wichtig, den Nachfolger frühzeitig mit einzubinden. Es soll ja auch noch vorkommen, da wird der Hof übergeben und der Nachfolger weiß garnicht wie gut oder schlecht der Betrieb in Wirklichkeit dasteht. Weil der Vater sich nicht in die Karten schauen läßt.

Lg

britta, die allen ein gutes Zusammenleben mit aller Generationen wünscht.

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