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Autor Thema: wie lange ist euer Hof in Familienbesitz?  (Gelesen 2672 mal)
Internetschdrieler
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Braunviehzucht mit Herz und Verstand


« Antwort #15 am: 25.10.07, 21:55 »

Seit 1729 wird unser Hof unter gleichem Namen bewirtschaftet. Wir sind jetzt die 8. Generation und die Neunte wächst heran.
Unser Hofname und unser Familienname sind voneinander abgeleitet. In unserem Hausflur hängt eine Urkunde der Reichsabtei Uttinburra (Ottobeuren)
"Zum Gedenken an die Zugehörigkeit zur Reichsabtei Ottobeuren
im 1200 Jubeljahr 1964 gewidmet"
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Versuche nie einen Menschen so zu formen wie du es bist, denn du solltest wissen , daß einer von deiner Sorte reicht
H.B.
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« Antwort #16 am: 26.10.07, 10:05 »

@fanni,


nichts von alle dem ist ganz richtig, aber auch nichts ganz falsch.  Addiert man alles zusammen kommt "Hundekackeflucht" heraus. Flächenverfünfzigfachung könnte mans auch nennen. Cool

« Letzte Änderung: 26.10.07, 10:08 von H.B. » Gespeichert

"Idioten sterben beim Versuch, Weisheit zu erlangen."                   (Peter Tosh)
Kornblume
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« Antwort #17 am: 02.07.08, 07:45 »

Unser Hof hat auch schon vieeele Jahre auf dem Buckel. Er ist aber erst seit einem Jahr in unserem Familienbesitz, wir sind also die 1. Generation. Smiley Erst gestern beim Füttern senierte ich so vor mir hin, wieviele Generationen wohl noch folgen werden ...? Für mich ist es ein schönes Gefühl, der Anfang einer hoffentlich langen Reihe zu sein.

Vor ein paar Wochen begann ich, eine Hofchronik zu erstellen. Dies gestaltet sich aber recht schwierig, da von den Vorbesitzern niemand mehr am Leben ist. Aber der Dorfchronist will mir helfen und mir seine Daten zur Verfügung stellen, ich bin ja mal gespannt.  LG Kornblume
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evi
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« Antwort #18 am: 02.07.08, 08:28 »

unser hof stand nachweislich schon1477,ein geschichtslehrer der gast hier war hat eine niederschrift gefunden wo alle im hause geborenen mit geburt und sterbedatum verzeichnet sind seit 1743,in diesem jahr wurde der ganze ort von panduren niedergebrannt.1807 sind in zwei monaten von 12 kindern 3 an pocken gestorben.es ist alles schwer vorstellbar was zbs so eine mutter mitmachte,vielleicht war nicht viel zeit zum nachdenken,im2.weltkrieg sind dann von 10 kindern 4 söhne im krieg verstorben
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Marjellche
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« Antwort #19 am: 02.07.08, 09:40 »

Erst gestern beim Füttern senierte ich so vor mir hin, wieviele Generationen wohl noch folgen werden ...? Für mich ist es ein schönes Gefühl, der Anfang einer hoffentlich langen Reihe zu sein.


Guten Morgen alle zusammen,

mit diesem Thema haben mein Freund und ich uns auch in den letzten Tagen oft beschäftigt.

Sein Vater hat den Hof in den 50iger Jahren am Ortsrand gebaut, nachdem wie bei vielen hier in unserer Gegend der Hof mitten im Ort zu klein wurde. Ich denke, er hat damals auch gedacht, daß er damit für viele Generationen die Zukunft sichert. Der Hof hatte zu der Zeit die größte Scheune weit und breit (die Leute sagten wohl, er sei verrückt  Wink) und ein Stall für 30 Kühe war damals auch schon was.

Und wie sieht es heute aus? Der Vater ist leider viel zu früh gestorben, mein Freund war damals noch ein Kind, ohne irgendwas geregelt zu haben. Es war aber wohl immer klar, daß mein Freund den Betrieb weiterführen sollte. Nun hängt die ganze Erbengemeinschaft (Mutter und 4 Geschwister) Tag für Tag auf dem Hof, und meinem Freund wird keine Möglichkeit gegeben, seine eigene Zukunft auf dem Hof zu verwirklichen und zu gestalten. Ich bin nicht die erste Freundin, die mit ihm den Betrieb weitergeführt hätte, aber je besser die Beziehung zu einer Freundin läuft, um so mehr wird die Freundin von den Geschwistern als Feindbild gesehen. Mein Freund sagt immer, Du bist halt Konkurrenz, die haben Angst um ihr Erbe. Mein Freund ist der jüngste der Geschwister und durch den frühen Tod des Vaters, der Mutter ging es damals sehr schlecht, ist ganz fest in sein Gehirn eingebrannt: Die Familie muß doch zusammenhalten!
Er sagt selbst, daß er nicht den Mut hat, das Thema bei seiner Familie anzusprechen und ich kann es bei soviel Neid und Mißgunst auch irgendwo verstehen.

Da ich mittlerweile eingesehen habe, daß sich an der Situation nichts ändern wird, haben wir ja nun das Milchvieh abgeschafft (ging nur, weil ich das Milchvieh gemacht habe, da mein Freund mittlerweile auch noch einen Job hat). Nun kann ich sehen, daß ich meine (zweite) Ausbildung möglichst rasch beende und wir dann mit unseren beiden "außerlandwirtschaftlichen" Jobs unabhängig von dem Hof und der Erbengemeinschaft sind. Das sieht mein Freund auch so, auch wenn es ihm nicht Einerlei ist, daß er das von seinem Vater aufgebaute nicht fortführt.

Aber welche Konsequenzen hat das für den Hof?

Ich befürchte, das läuft erstmal so weiter bis die Mutter irgendwann mal stirbt. Vielleicht geht es dann los, daß die Geschwister ausbezahlt werden wollen. In den letzten Jahren wurde auch nicht mehr viel gemacht auf dem Hof (es gehört ja keinem wirklich) und es muß demnächst viel renoviert werden. Vielleicht wird der Hof dann verkauft und das Geld unter den Erben aufgeteilt.
Vielleicht duldet die jetzige Generation das auch weiter so (was glaube ich auch davon abhängt, ob mein Freund eine Freundin hat oder nicht). Aber spätestens in der nächsten Generation wollen dann mit Sicherheit einige Geld sehen und spätestens dann wird der Hof verkauft...

Und alles wegen dem Motto: Die Familie muß doch zusammenhalten!

Glaube nicht, daß sich der Vater das für den Hof gewünscht hätte. Ich denke, er wäre sehr traurig darüber.

Deswegen meine Bitte an Euch: Nehmt Euren Nachkommen die Last von den Schulter und regelt rechtzeitig die Zukunft Eures Hofes. Glaube, da gibt es wirklich genug Möglichkeiten, daß alle zufrieden sein können (wurde ja schon an anderer Stelle im BT besprochen) - dann heißt es hoffentlich wirklich mal: der Hof ist schon seit xx Generationen im Familienbesitz...

Lieben Gruß - Marjellche
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Man muß immer einmal mehr aufstehen als man gefallen ist!
Lieben Gruß - Marjellche
marikat
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Lass mir die Träume, ich brauch sie zum Leben


« Antwort #20 am: 02.07.08, 10:45 »

Wie lange mein Betrieb(das ist ein Teil unseres Betriebes) in Familienbesitz ist weiss ich auf Anhieb nicht so genau. Wir haben aber ein Dokument von der französischen Armee dass die auf dem Russlandfeldzug 1 Pferd und einen halben Ackerpflug requiriert haben.  Also haben die Franzosen noch Schulden bei uns Cool
Gruß
Marikat
« Letzte Änderung: 02.07.08, 10:50 von marikat » Gespeichert
Gislinde
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BT - find ich gut!  Hätte gern öfters Zeit dazu !


« Antwort #21 am: 02.07.08, 19:56 »

Unser Familienstammbaum auf diesem Hof geht auf 1732 zurück, d.h. der erste Namensträger hat hier eingeheiratet, unsere Kinder sind die 9. Generation, eine Enkelin in der 10. Generation ist auch schon da.

Es sind uns auch die Namen von Eltern und Großeltern der Hoferbin Anna Maria Hänseler bekannt, das älteste Datum ist 1670. 
Auch die Vorfahren des Mannes sind uns bis 1666 bekannt, auf diesem Hof sind bis heute die Generationen durchgehend nachgewiesen.
Zu verdanken habe wir diese umfangreiche Familienchronik einem Onkel meines Mannes der schon ca 1920 begonnen hat , alle Daten zusammenzutragen, er ist 1944 im Krieg  gefallen.

Etwas darüber habe ich schon mal in dieser Box geschrieben:

http://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php?topic=1886.0

In der Ahnenforschung geht selten etwas über den 30 jährigen Krieg zurück, denn vorher wurden wenig Kirchenbücher geführt, vieles in den Kriegszeiten vernichtet, danach auch erst langsam wieder Ordnung in die Aufzeichnungen gebracht.

Der besagte Onkel hat nicht nur die Ahnenreihe väterlichseits erforscht, sondern von jeder Frau, die eingeheiratet hat. Auch alle Geburten aufgeführt und  die vielen Säuglinge und Kleinkinder vermerkt, die verstorben waren. Meist sind  6, 10 bis 15 Kinder  aufgeführt, manche Mutter im Kindsbett verstorben.

Außerdem hat sich der Onkel viele Abschriften von Übergabe, Huldigung und Verkäufen aus den Staats- oder bischöflichen Archiven schicken lassen, unzählige Pfarrämter angeschrieben, selbst in Pfarrhöfen die Kirchenbücher durchsucht. Er hat auch viele alte Fotos zusammengesammelt, die ja heute nicht mehr da wären.

So könnte man eine richtige Familensaga erstellen.
« Letzte Änderung: 12.07.08, 19:45 von Gislinde » Gespeichert

Mit lieben Grüßen
Gislinde
gundi
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« Antwort #22 am: 02.07.08, 20:24 »

Hallo!

Unser Hof ist ein sog. "Erbhof". Um diese Auszeichnung zu erhalten muß der Hof mindestens 200 Jahre innerhalb einer Familie weitervererbt worden sein. Wir haben die Auszeichnung 1980 erhalten.
Mehr darüber:  http://www.tirol.gv.at/themen/tirol-und-europa/tirol/protokoll/erbhoefe/

lg gundi
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Es ist kein Herr so hoch im Land, der nicht lebt vom Bauernstand!
willy
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« Antwort #23 am: 02.07.08, 21:46 »

Unser Hof ist seit 300 Jahren in Familienbesitz,nur am Anfang war es ein anderer Familienname ,der ist dann unser Hausname geworden,der bleibt immer .In der ersten Generation hat eine Tochter den Hof geerbt,danach ist immer ein männlicher Erbe Hofnachfolger geworden. Weil unser jüngster Sohn die Landwirtschaft übernehmen will, gehts weiter in der Folge.
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      Wilma
eifelrosi
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Weißes Gold ist wertvoll und gesund


« Antwort #24 am: 02.07.08, 22:00 »

Meine Schwiegereltern sind vor gut 40 Jahren aus dem Dorf ausgesiedelt, also ist unser Hof noch nicht sooo alt, aber seitdem gibt es bei uns auch schon Ferienwohnung, das find ich prima.

Wir wissen allerdings noch nicht, ob eine unserer 3 Töchter (17-20Jahre) es mal weitermachen wird, das wird sich wohl  in den nächsten Jahren zeigen.

Viele Grüße
Roswitha
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Gisela
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« Antwort #25 am: 12.07.08, 15:01 »

Hallo,
wir haben im Jahre 1636 das erste Mal aktenkundig Steuern bezahlt.
Ist schon eine lange Zeit.
Gisela
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Chena
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Beiträge: 107


« Antwort #26 am: 13.07.08, 10:54 »

Mein Mann hat auf Landkarten aus dem Jahr 1800 in einem Münchner Archiv unseren Hof mit Namen gefunden. Davor gibts noch Karten, da ist er nur als Punkt ohne Namen eingezeichnet. Auf unserem letzten Hoffest war ein Historiker da, der hat nebenbei erwähnt, dass unser Hof im Jahr 1536 schon Steuern gezahlt hat. Sollten wir mal etwas Geld übrig haben, lassen wir die Hofgeschichte erforschen. Leider gibts keine internen Hofaufzeichnungen oder sogar Bilder, Fotos etc.. Die wurden irgendwann nach dem Krieg als alter Krempel leider entsorgt   Cry
Mein Mann hat von seinem Grossvater als Junge erzählt bekommen, dass früher vor unserem jetzigen Hof auf der Wiese ein uraltes Holzbauernhaus stand.

In meinem Heimatort wurde von einem Geschichtsprofessor über Jahre hinweg eine Ortschronik sowie ein eigenes Buch mit den ortsansässigen Familienstammbäumen erarbeitet. Jetzt weiss ich, dass ich mütterlicherseits sowohl vom Andreas Hofer als auch von einem oberbayerischen Fuhrwerksfahrer abstamme, dens Ende des 18. Jahrhunderts nach Baden verschlagen hat.
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Andreas
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Beiträge: 871


I mog Di !


« Antwort #27 am: 13.07.08, 11:44 »

Hallo,
erstmals urkundlich erwähnt wurde mein Hof im Besitzverzeichnis des Klosters Raitenhaslach, als der Hof 1180 gegen ein anderes Gut eingetauscht wurde.
Im Einnahmeverzeichnis von 1190 leistet der Hof dem Kloster ein Drittel all seiner Feldfrüchte als Abgabe.
(Reit iuxtra Wechselberg terciam partem omnis fructus )
Quelle: KLR 6, Bayerisches Staatsarchiv München
« Letzte Änderung: 13.07.08, 13:57 von Andreas » Gespeichert
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