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Autor Thema: Umstellung von Milchvieh auf Mutterkuhhaltung  (Gelesen 1723 mal)
baindeline
Gast
« am: 19.06.07, 16:31 »

Wir wollen unseren Betrieb von Milchvieh auf Mutterkuhhaltung umstellen. Wer hat Erfahrung? Huh Huh
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Edith
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« Antwort #1 am: 11.07.07, 13:17 »

Hallo baindeline,
wo liegen die Fragen, eher in Fragen der Tierhaltung oder im Quoten-/Prämienwesen?
Liebe Grüße
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Edith
baindeline
Gast
« Antwort #2 am: 11.07.07, 21:27 »

Hallo Edith, fragen habe ich zum Thema Umstellung unserer Milchkühe auf Mutterkühe. Welche Tipps und Tricks gibt es dass die ehemals milchkühe ihre Kälber auch "saufen" lassen, wie haben es andere vor uns gemacht? Und ist es möglich eine Stier mit den Mutterkühen und den Kälbern mitlaufen zu lassen.
Wir wollen versuchen alle Kühe innerhalb von 2 bis 3 Monaten im Winter abkalben zu lassen , dann einen Stier milaufen zu lassen damit wir sie im Frühsommer alle wieder gedeckt auf die Weide treiben können. Wer hat diesbezüglich Erfahrung ?
Liebe Grüße barbara
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schnute
OWL
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Beiträge: 287


« Antwort #3 am: 11.07.07, 23:49 »

Hallo baindeline,

hätte bei der Umstellung eher die Bedenken, dass eine Milchkuh für ein Kalb zu viel Milch hat. Unsere Kühe sind Ammenkühe, die zwei Kälber gleichzeitig groß ziehen und nach ca. 4-5 Monaten noch mal eins. Selbst unsere Fleischrassekreuzungen geben so viel Milch, dass es für zwei Kälber gleichzeitig immer reicht.
Andererseits wird ev. die Milchleistung nachlassen, wenn die Nachfrage nicht so groß ist. Oder lieg' ich da nu falsch?
Aus dem Bauch heraus gesprochen, geht die Umstellung auf lange Sicht gesehen auch von der Milchkuh zur Fleischrasse.

Wenn eine Kuh ein Kalb zur Welt bringt, ist sie doch in den meisten Fällen (von Ausnahmen abgesehen) sehr interessiert an ihrem Kalb. Wenn sie die Möglichkeit bekommt bei ihrem Kalb zu sein, es abzulecken und sich kümmern zu dürfen, gibt es eher keine Probleme, dass sie es saufen lässt.

Es gibt Betriebe, die sogar auf der Weide in der Mutterkuhherde einen Stier mitlaufen lassen. Viel Beobachtung ist am Anfang nötig, mal ganz menschlich gedacht.... können die Kühe den Stier leiden, ist der Bulle das Herdenleben bereits gewohnt, Rasse des Bullen entscheiden. Schwierig alle Kühe im kurzen Zeitraum trächtig zu bekommen (unsere Kühe machen uns zuweilen schon einen Strich durch unsere gewünschte Planung).

Viele Grüße
schnute
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Der Weg ist das Ziel
Edith
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 127



« Antwort #4 am: 12.07.07, 11:15 »

Wir haben unsere milchgebenden rotbunten Kühe von jetzt auf gleich zu Mutterkühen "umgewidmet". Als sie kalbten, haben wir sie mit dem Kalb in eine Einzelbucht befördert, vorher standen sie in Anbindehaltung.
Die alten Milchkühe haben ausnahmslos die Kälber umsorgt und angenommen. Es war eine reine Freude!
Das Problem, das Schnute anspricht, gibt es wohl. Besonders gute Kühe haben zuviel Milch und können bei guter Fütterung und frischer Weide eine Euterentzündung bekommen. Das war bei uns eine von zehn. Wenn das Kalb fit ist, d. h. gut säuft, geht das ohne Behandlung ab.
Die Mütter treten dann nach dem saufenden Kalb, aber die Kleinen haben Mittel und Wege, von der anderen Seite oder von hinten doch an die Zitze zu kommen. Wohl bemerkt, das klappt nur, wenn die Kälber nicht gerade neugeboren sind und total gesund. Ist erstmal ein Kalb am Hungern, weil die Mutter es nicht trinken läßt, wird es immer schwächer und kann sich dann nicht durchsetzen. In der Herde gibt es dann oft andere Kühe, die ein weiteres Kalb saufen lassen, und die euterkranke Kuh bleibt ganz auf ihrer Milch sitzen. Das ist dann schon schwierig.
Einfacher ist das schon mit Fleischrassen, die ja auch die wertvollerern Absetzer liefern. Die Kühe geben gleich nicht die Menge Milch. Wie wäre es mit Einkreuzen?
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Edith
Irmgard3
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« Antwort #5 am: 13.07.07, 19:27 »

Auf alle Fälle sollte man von der Milchrasse langsam aber stetig weg. Es ist schon das gesagt, dass  die Fleischrasse mehr wertvolles Fleisch liefert und die Kühe nicht sooooooo viel Milch geben, was zu Euterentzündungen und damit verbundenen Problemen führen kann.
Auf alle Fälle, wenn nícht zuviel investiert werden soll, mit Fleischrindern einkreuzen. Aber möglichst auch Absetzer von Fleischrindern kaufen und einen passenden Fleischrinderrasse  Bullen.

Bei den Milchkühen mit zuviel Milch kann man zum eigenen Kalb der Kuh ein weiteres dazu kaufen.
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Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
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klara
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« Antwort #6 am: 14.07.07, 00:06 »

Hallo Irmgard,
das haben wir gemacht, aber die Kuh lässt nur ihr eigenes Kalb friedlich saufen. Das untergeschobene bekommt als solche Tritte, dass es hinten raus fliegt.Der arme Kerl. Gibt es da einen Trick, dass es genauso an´s Euter darf, wie das eigene?
LG Klara
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baindeline
Gast
« Antwort #7 am: 15.07.07, 21:13 »

Vielen Dank für die Tipps, das mit dem Einkreuzen haben wir schon angefangen. Alle Kühe die in den letzten 5 Monaten gerindert haben wurden mit einem "Fleischrassen stier" gedeckt. Mit der Milch hoffe ich dass es gut geht, denn unsere Kühe sind keine Hochleistungskühe und bei magerer Fütterung dürfte die Milchleistung nicht so üppig sein. Hoffe ich mal. Was aber dann im Endeffekt rauskommt sehen wir dann ab Oktober wenn wir tatsächlich die ersten Mutterkühe haben. Bin schon neugierig wie das alles dann funktioniert. Denn unsere ersten Mutterkühe sind zwei Jungkühe. Ich denke die Umstellungszeit wird schon etwas anstrengend und schwierig werden. Aber irgendwann ist das dann auch vorbei. Dann fällt das lästige tägliche Melken weg und ich kann Sonntags ausschlafen.
Einen schönen Sonntag abend noch Barbara
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