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Autor Thema: Bäuerliche Identität im Wandel--Werte  (Gelesen 2080 mal)
Mirjam
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Beiträge: 7687


Change happens!


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« Antwort #15 am: 11.02.05, 08:55 »


Hallo,

es immer die Frage nach dem halbvollen Glas..

ich sehe es so, dass auch eine ganze Menge an anderen Werten auf den Höfen entstanden sind, in dem eben Menschen aus nicht-bäuerlichen Bereich auf die Höfen gekommen sind  und durch (meist) Frauen kommen und denen kann man ja kein "bäuerliches Werteempfinden anerziehen"  Roll Eyes.

Werte und Kultur sind NIE etwas fixes gewesen, und immer im Wandel, in Dynamik und regional unterschiedlich.

Ich mag den Spruch immer noch sehr gerne:
------------------------------------------------------------------------------------------
Es gibt zwei Deppen auf der Welt - der eine glaubt früher war alles besser und der andere der glaubt, früher war alles schlechter.
-----------------------------------------------------------------------------------------


Ich fänds z.B. schön, mal darüber positiv zu diskustieren,

- welche Werte wir heute leben (es ist ja nicht so, dass wir heute keine Werte mehr haben!),
- welche uns gut tun, welche (neuen) Werte wir auf den Höfen erleben,
- welche wiederentdecken und welche wirklich gut sind endlich "auszusterben"

Viele Firmen haben inzwischen eine Firmenphilosophie - eine übergeordnete Wertevorstellung, die auch im kleinen leb-bar ist. Auf einer HP von einem Ferien-Pferde-Bauernhof stand ganz groß:

                                        "Wir haben Spaß mit Kindern"


Welche Werte werden auf euren Höfen groß geschrieben?

Gibt es ein "Hof-Motto" oder Zielsetzung bei euch?

Welche Werte/Ziele einen euch am Hof, die ihr gemeinsam versucht zu erarbeiten?

Eine Zukunft für eure Kinder? Eine (Milch/Zucht-)Leistung, auf die ihr stolz seid?

Eine Verbesserung der Lebensqualität?

In der Box 100 Gründe eine Bäuerin zu sein - ist ja schon viel gesammelt, was Freude und Stolz macht, was euch das Bäuerinnenleben lebens-wert macht.


Vielleicht habt ihr euch schon mal darüber Gedanken gemacht, welche Werte bei euren Eltern/SE gegolten haben und welche für EUCH mit eurem Partner nun wichtig/Ziel sind und hab Lust hier darüber zu diskutieren.

viele Grüsse

Mirjam



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Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
Pierette
Vereinsmitglied
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 1106



« Antwort #16 am: 11.02.05, 20:48 »

Das Bertelsmann Lexikon Bd.10 schreibt
"Identität[lat.Selbigkeit] 1)allg.vollkommene Übereinstimmung".
(Es gibt übr. zu dieser Definition noch eine philosphische, eine psychologische, eine mathematische und eine physikalische Erklärung).
Was ist denn nun die bäuerliche Identität? Womit stimmt BäuerIn vollkommen überein? Mit der  LW-Ministerin, dem Grund und Boden, der nächsten Generation, der schönen Natur, dem Fendt, der Kuh, dem Gatten, der neuesten CC-Richtlinie?

@Michi, wie Recht Du hast mit Deiner Einschätzung: Wer die nächsten 10 Jahre übersteht, hat evtl. Perspektiven. Und das hat mit bäuerlichen Tugenden Fleiß, Weitsicht, Denkvermögen, Ausbildung, Disziplin, Verzicht zu tun. Aber mit Werten?
Ansonsten findet noch etwas Nischenproduktion statt, aber ob die nachfolgende Generation dann ein realistisches Sprungbrett hat, wage ich anzuzweifeln.

Aber nun zu den Werten, da hätte ich etwas zu sagen: Wo bleibt in diesem Forum der Aufschrei nach den jüngsten Ergüssen des Lokalmatadors aus Bayern, der immer noch Kanzlerambitionen hat. Welche Denkweise führt zu derartigen Äußerungen, wie kann das geschehen?
Wo waren bäuerliche und kirchliche Werte 1933 und wo sind sie heute? Wieviel Bauern wählen Stoiber?
Das Beispiel ist krass, aber ich muß es mal loswerden und es soll nur verdeutlichen, wie vielschichtig die Dinge liegen.
Und wie normal BäuerInnen sind.
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Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen
(aus Afrika)
Gitte
Gast
« Antwort #17 am: 11.02.05, 22:42 »

Hä? Was hat denn das jetzt bitte mit Herrn Stoiber zu tun  Huh
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Pierette
Vereinsmitglied
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 1106



« Antwort #18 am: 12.02.05, 09:41 »

@Michi, alter Niedersachse, nichts mitbekommen? Ich spreche nicht von bayrischer Agrarpolitik (die ist ein Thema für sich ist), sondern von Stoibers rhetorischen Aschermittwochs-Entgleisungen, Arbeitslosigkeit und NPD-Wahlerfolge inhaltlich zu verbinden. Die Faschisten bedanken sich offen für die Unterstützung, denn viele, die evtl noch Hemmschwellen haben, NPD oder DVU zu wählen, bekommen dafür in gewisser Weise von höchster Stelle eine Legitimation.

Übr. sind es durchaus nicht die Arbeitslosen, die faschistisch orientiert sind. Es ist schon einige Jahre her, als Ausländer oder Asylanten erschlagen wurden oder in ihren Unterkünften verbrannten und da gab es unter Kohl noch lange keine 5Mio Arbeitslose. Es sind die Werte, die die Menschen haben (oder auch nicht), sich mit einer Ideologie zu identifizieren.

@Mary und Annelie, ich verstehe das nicht so ganz, jetzt, heute, den Untergang der bäuerlichen Landwirtschaft zu beklagen, ich habe keine aktuellen Zahlen parat, aber ich weiß, dass es eine unglaublich hohe Zahl der freigesetzten Arbeitsplätze  seit dem Kriegsende und dem Beginn der "modernen" LW gibt.
Wir befinden uns mitten in einer seit vielen Jahren andauernden Entwicklung.

Alleine als Einzelkämpfer haben wir keine Chance, aber in einem Miteinander.
@Mary, sieh Dich mal um, was momentan durch CC an der Milchquotenbörse und auf dem LW-Flächenmarkt abgeht, soviel zum Miteinander.

Zitat
Die heutigen Jugendlichen haben schwierigere Zeiten vor sich, als wir in unserer Jugendzeit,
aber ich bin beieindruckt von ihrem Einsatz, ihrem Engagement.
Wieso, Mary haben es die Jugendlichen heute schwerer? Noch nie hat eine junge Generation in derartigem Wohlstand gelebt, wie die heutigen Jugendlichen. Viele sind nur überhaupt nicht mehr belastbar und scheitern an der geringsten Schwierigkeit? Der Staat hat uns alle über Jahre hinweg in Watte gepackt und nun nimmt er sie uns weg. Was wird den Kindern denn vorgelebt?
Es war und ist eine Besonderheit der Jugend, Werte, Ziele und Grenzen zu finden. Das geht aber seit Generationen so. Und wird auch so bleiben. Ebenso wird das Elternhaus bei der Entwicklung des Kindes die entscheidende Rolle spielen und niemand anders.
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Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen
(aus Afrika)
Uschi-
Gast
« Antwort #19 am: 12.02.05, 15:26 »


wenn ich in meine Jugendzeit zurückblicke, dann vermute ich, dass es heute schwieriger geworden ist.


warscheinlich nicht leichter oder schwerer, sondern einfach nur anders ! ?
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