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Autor Thema: Feuerbrand!  (Gelesen 2979 mal)
Trudi
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« am: 13.05.07, 10:40 »

Hallo,

  Seit einigen Tagen wissen wir es,in unserer Gegend hat es jeden Obstbauer voll erwischt mit dem
  Feuerbrand.Bereits werden hektarenweise Obstanlagen ausgerissen.
  Wir probieren noch zu retten,was wir können,indem wir die Zweige die befallen sind,zu entfernen.
  Aber,ich denke,es ist ein Wettlauf mit der Zeit.
 
  Alles ist so depremierend.Man ist so machtlos.

  Trudi.


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« Letzte Änderung: 15.05.07, 17:23 von reserl » Gespeichert
Margret
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« Antwort #1 am: 13.05.07, 12:54 »

Hallo Trudi,

gibt es in der Schweiz für die Profi-Apfelanbauer keinen Warndienst Pflanzenschutz ?!
Ist in der Schweiz kein  vorbeugender Pflanzenschutz gegen Feuerbrand zugelassen ?!

Das Problem mit Feuerbrand-Bakterium  begann m.W. bei uns vor ca. 15 Jahren.
Das war sehr schlimm,  wie wir da taglang die Obstanlage abgelaufen sind und Zweige herausgeschnitten haben,  Scheren desinfiziert, Schnittgut gleich eingesammelt und verbrannt haben...
Und auch alle Bäume von manchen Sorten mussten gerodet werden.
Ist der Befall bei euch bei allen Sorten gleich schlimm ?

Ich ahne ungefähr,  wie schlimm es euch damit gehen muss.  Es ist sehr sehr deprimierend und kostspielig.

Bei uns war dieses Jahr auch hochgradig Feuerbrand-Alarm,  aber es ist vorbeugender Pflanzenschutz erlaubt,  jedoch natürlich nur mit vorher erteilter Ausnahmegenehmigung.

Ich wünsche euch sehr ,  dass wenigstens ein Teil der Anlagen  davonkommt  und etwas Ertrag da ist !

Wie sieht es auf der dt. Seite des Bodensees aus ?

Margret

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Trudi
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« Antwort #2 am: 13.05.07, 19:04 »

Hallo Margret,

  Ich weiss schon,dass ihr in Deutschland ein Mittel habt,das ihr einsetzen dürft.
  Leider ist das bei uns streng verboten.Mein Sohn sagt,dass das ein Antibiotika
  sei,und das Rückstände im Bienenhonig geben kann.
  Trudi.
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Margret
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« Antwort #3 am: 13.05.07, 19:45 »

Ja,  Trudi,

es ist ein Antibiotikum ( weil Feuerbrand ein Bakterium ist) und die Ausnahmegenehmigung und die Anwendungsvorschriften und Kontrollen sind sehr, sehr streng.

Wir sind froh um jedes Jahr,  wo es keinen Feuerbrandalarm gibt  und folglich nichts dagegen ausgebracht werden muss.
Ganz klar !

Margret
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gundi
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« Antwort #4 am: 13.05.07, 21:19 »

Hallo!

Auch hier in Tirol sind viele Obstbauern vom Feuerbrand betroffen, und auch bei uns darf das besagte Antibiotikum nicht angewandt werden, wegen der Rückstände im Honig.

lg gundi
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Es ist kein Herr so hoch im Land, der nicht lebt vom Bauernstand!
Margret
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« Antwort #5 am: 13.05.07, 21:28 »

Hallo,

mein Mann meinte gerade,  es gäbe ein  Schorfmittel,  das als Nebenwirkung eine gewisse (sicher leichtere)  Wirksamkeit gegen Feuerbrand habe.   Es wird durchaus offiziell empfohlen.

Ob dieses in der Schweiz oder Österreich zugelassen ist,  müsste über eure Beratungen oder Warndienste geklärt werden.

Habt ihr auch beobachtet,  dass manche Sorten viel stärker betroffen sind als andere ?

Es ist echt elend und bedrückend.

Margret
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Trudi
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« Antwort #6 am: 15.05.07, 08:57 »

Hallo,

  Unsere Elstar sind so stark befallen vom Feuerbrand,dass wir sie heute roden müssen.
  Es bleibt uns nichts anderes übrig.

   Trudi,




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« Letzte Änderung: 15.05.07, 17:26 von reserl » Gespeichert
Maja
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« Antwort #7 am: 15.05.07, 18:13 »

DAs ist ja schlimm!!
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maggie
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« Antwort #8 am: 15.05.07, 18:52 »

hallo trudi,

muss noch immer alles verbrannt werden ?

bei uns im kt. schaffhausen ist es schon einige jahre her, dass ein obstbauer (fast) seine ganze anlage roden musste -
ich hoffe, es bleibt euch doch noch einiges erhalten...

viel glück...
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liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz
Margret
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« Antwort #9 am: 15.05.07, 21:50 »

Hallo,

da ja nicht jede(r) sich schon mit Feuerbrand auseinandersetzen musste,  versuche ich eine kurze Erklärung dieser bakteriellen Erkrankung von Pflanzen.

Besonders gefährdet sind  Apfelbäume,  Birnen,  Quitten (auch Zierquitten !),  Rot- und Weißdorn,  Feuerdorn,  Cotoneaster  (Zwergmispel),.....
Nicht befallen werden können    Steinobst,  Nussbäume,  Beeren,....

Entwicklungskreislauf  funktioniert über Wind,  Regen,  Insekten,  Vögel.
Dadurch gelangen die Bakterien im Frühjahr auf die offenen Blüten  und von dort breiten sie sich in der ganzen Pflanze aus.
Dabei werden Leitungsbahnen zerstört und die Triebe beginnen zu welken.   
Dann ist das typische spazierstockartige Abknicken der Triebe zu sehen (teilweise sind sie schleimig-schwarz).

Voraussetzung für den Befall sind     
geöffnete Blüten,  bestimmte (realtiv warme) Temperaturen bei Tag und Nacht  und
gewisse Benetzung durch Tau oder Niederschlag.

Bekämpfung bei Befall  ist  chemisch nicht mehr möglich !
Dann nur noch Rückschnitt  weit ins gesunde Holz möglich,  wobei das Schnittgut penibelst mitgenommen und möglichst sofort verbrannt werden muss.  Es darf niemals zu Häckselgut gegeben werden !
Bei weit fortgeschrittener Infektion und bei jungen , kleinen Bäumen  bleibt nur die Gesamtrodung  mit Verbrennen.

Erhebliches Infektionspotenzial besteht allerdings auch im Streuobst (Birnen besonders) und im Ziergartenbereich.
Dort wird das Problem oft gar nicht erkannt bzw. nicht sachkundig bekämpft.

Dadurch bleibt Infektionsdruck in den Folgejahren  bestehen .
Wenn dann die  o.g. Infektionsbedingungen vorliegen,  kommt es im nächsten Frühjahr wieder zu Infektionen.


Hoffe,  es halbwegs verständlich formuliert zu haben;  mein "Obstbauexperte" hat mir geholfen ! Cheesy

Margret

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gundi
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« Antwort #10 am: 15.05.07, 22:08 »

,


Besonders gefährdet sind  Apfelbäume,  Birnen,  Quitten (auch Zierquitten !),  Rot- und Weißdorn,  Feuerdorn,  Cotoneaster  (Zwergmispel),.....





Hallo!
Gerade die Ziersträucher wie Weißdorn, Zierquitten sind spezielle Wirtspflanzen für die Feuerbrand--Bakterien und es wird bei uns immer wieder davor gewarnt solche Sträucher zu pflanzen. Cotoneaster darf in Tirol schon seit einigen Jahren deshalb gar nicht mehr gepflanzt werden.
Jetzt haben Experten herausgefunden das die Bakterien auch von Autos "verteilt" werden, weil besonders entlang der Autobahnen häufig obeng. Sträucher gepflanzt werden.
Heuer scheint es besonders schlimm zu sein mit dem Feuerbrand, fast täglich hört man, das wieder irgendwo hunderte Bäume gerodet werden müßen.

lg gundi
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Margret
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« Antwort #11 am: 15.05.07, 22:13 »

Ja,  Gundi,

ich denke,  die  milden Temperaturen waren besonders förderlich.  Sad

Margret
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milu
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« Antwort #12 am: 16.05.07, 15:19 »


Gibt es eigentlich auch diese Feuerbrandgefahr im Norden (Altes Land), oder ist es da zu kalt?
Ich hab davon bisher noch gar nichts gehört.
Aber was hier so zu lesen ist, klingt ja echt furchtbar.

Gruß, Milu
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geli.G
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« Antwort #13 am: 23.05.07, 20:13 »

Hallo,

jetzt hat´s uns bzw. unsere Apfelbäume mit dem Feuerbrand erwischt..... Shocked

Gestern Abend kam der Baumwart unseres Obst-und Gartenbauvereins. Der hat mir da kaum noch Hoffnungen gemacht. Heute ist dann sofort mein Vater gekommen. Er hat mir die Bäume damals besorgt und auch alle Jahre geschnitten. Der war echt den Tränen nahe... Cry

Wir haben jetzt mal bei einigen Bäumen versucht alle betroffenen Äste zu entfernen. Mal sehen ob das noch was bringt.

Jetzt haben wir ja nur Bäume für den Eigenverbrauch, aber wer von Obstbau leben muss, das ist echt tragisch.

Übrigens sind bei uns bis jetzt nur die Äpfelbäume betroffen, bei den Birnenbäumen sieht man nichts. Undecided
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Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.
Viele Grüße von Geli
Katharina
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« Antwort #14 am: 23.05.07, 20:53 »

Hallo

wir haben bis jetzt Glück gehabt und haben noch keinen Feuerbrand.
Große Probleme hatten wir in unserem Betrieb allerdings eh noch nie. Allerdings wird bei uns auch wesentlich mehr Steinobst als Kernobst angebaut.

@ Geli
Denk dran, dass du die abgeschnittenen Zweige verbrennst. Man muss bis tief ins gesunde Holz reinschneiden, um evtl was retten zu können.

Ich drück euch allen die Daumen, dass es nicht noch mehr um sich greift mit dem Feuerbrand.
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Liebe Grüße
von Uta (Katharina)

   Glück findest du nicht, wenn du es suchst,
   sondern wenn du zulässt, dass es dich findet
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