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Autor Thema: Bewässerungssysteme  (Gelesen 1825 mal)
reserl
Niederbayern
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« am: 29.04.07, 17:20 »


Wer von euch bewässert seine Kulturen?
Welche Systeme habt ihr installiert?

Wo liegen die Vor-/Nachteile?
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lieben Gruß
Reserl


Auch in den kleinsten Tropfen spiegelt sich der ganze Himmel.
geli.G
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« Antwort #1 am: 29.04.07, 21:00 »


Wer von euch bewässert seine Kulturen?

Mein Mann hat am Freitag unsere Futterrüben bewässert.....0,5 ha.....!!!

Er ist mit dem Güllefass unseres Nachbarn (da spritzt es nämlich auf der Seite raus) 6 x am Feld entlang gefahren. Das sind jetzt ca. 6 Liter auf den qm. Ob´s was bringt? Huh Das Wasser kommt übrigens aus dem Mühlbach, der direkt vor unserem Haus verläuft... Wink

Automatische Bewässerung gibt es bei uns nirgends.
Allerdings waren wir heute am Salzburger Flughafen. Die dortigen Gemüsebauern sind fleißiig am Bewässern.


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Viele Grüße von Geli
heike
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« Antwort #2 am: 29.04.07, 21:52 »

Hallo

Ein Thema zu dem ich was schreiben kann. Inzwischen wird um uns herum schon wieder auf fast jedem Betrieb beregnet.
Wir haben eine selbstfahrende Fasterholt die wir vor etwa 15 Jahren gegen unsere unsere alte Beregnungsanlage getauscht haben. So wie bei vielen anderen Höfen in Dänemark wurde unsere Beregnungsanlage in den ´70 etabliert. Damals gab es noch Zuschüsse. Inzwischen ist das System schon mehrmals renoviert, gesprungende Leitungen neu verlegt oder einen anderen Motor an die Wasserpumpe.

Vorteil ist schnell geschrieben. Bei Trockenheit kann man das Gras/die Kulturen durch Beregnen solange am Leben/grün erhalten bis richtiger Regen kommt. Den von Beregnen allein wächst nichts, dafür ist das Grundwasser zu kalt.

Nachteil. Die Beregnungsanlage ist die Maschine am Hof die am meisten Stress macht, deshalb nennen wir sie auch Stressmaschine. Typisch ist, wenn wir mal wieder zum Strand wollen. Alles ist gepackt, die Kinder sind mehr als klar nur die Beregnungsanlage muss noch schnell ausgezogen/umgesetzt werden. Das dauert dann noch leicht nur eine Stunde oder mehr. Besonders wenn sie Zicken macht.
Das Schlimmste ist wenn aus irgendwelchen Gründen der Schlauch nicht mehr aufrollt, die Maschine aber weiter läuft und dann ein oder mehrere Schlingen zur Seite wegklappen. Das sind Plastikrohre, Durchmesser etwa 15cm gefüllt mit Wasser, die sind richtig schwer, von Hand geht da nichts. Mann versucht dann mit dem Traktor am Schlauch zu ziehen bis die Schlingen wieder hoch kommen und ich soll dann steuern/anweisen Shocked. Es sind schon viele Landwirte durch Beregnungsanlage umgekommen. Vor ein paar Jahren noch in der Nachbarschaft wo Hydrantdeckel abgeflogen ist und den Kopf getroffen hat Embarrassed.

Die kommende Woche wird unsere Stressmaschine auch ihre Arbeit aufnehmen. Wir haben 8 Hydranten auf unserem Feld verteilt, wir können fast alles beregnen (65ha). Der Schlauch hat eine Länge von 500m, normal stellt Mann die Zeit so ein das sie die Strecke in 23 Stunden schafft dann kann er immer zur gleichen Zeit, täglich die Maschine starten. Leider reicht eine Maschine nicht um alles zu beregnen, dann muss Mann eben entscheiden welche Felder beregnet werden und welche warten müssen.

Ironie ist wenn man eine wassersparende Waschmaschine kauft und eine Beregnung hat. Wir haben zwei Brunnen, einen für die Wasserversorgung für Haus und Hof und den Anderen für die Beregnung. Egal wieviel Wasser ich im Haushalt sparen kann, der zweite Brunnen hat die Menge in kurzer Zeit durch die Beregnung gepumpt.

Ich bin dafür das man das Beregnen mit Grundwasser sofort verbietet. Das Wasser viel zu wertvoll. Aber solange die Nachbarn beregnen wird sich bei uns auch nichts ändern. Es wundert mich eigentlich das man da vom Gesetz her noch nicht eingegriffen hat. Sogar die Ökologen/Biobauer beregnen Grundwasser in Unmengen, das ist doch nicht richtig oder ?


Beregnung
« Letzte Änderung: 29.04.07, 22:10 von heike » Gespeichert

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mary
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« Antwort #3 am: 30.04.07, 08:55 »

Hallo Heike,
momentan könnte ich mir die Vorzüge einer Beregnung schon gut vorstellen, leider ist bei uns in Richtung Wasser nichts greifbar.
Sollte sich die Niederschlagshäufigkeit in Zukunft verändern, wird besonders der Ackerbau um einiges schwieriger werden.
Dann wird besonders die Wasserhaltefähigkeit der Böden das zentrale Thema.
Ich werde nie den Vortrag eines Bodenbiologen vergessen, der 2 verschiedene Böden dabei hatte und beide mit der gleichen Menge Wasser in der gleichen Zeit begossen hat. Beim normalen, üblichen Ackerboden zog das Wasser Rinnen, der Boden blieb trocken, was durchsickern konnte, war braun und die Menge war mehr als doppelt soviel als beim anderen Boden mit einer guten Humusversorgung.
Der Boden hatte das Wasser wie einen Schwamm aufgesogen, war gleichmässig durchfeuchtet und das wenige Wasser, das durchgesickert ist, war klar.
Für unsere Fläche könnte ich mir eine Beregnung aus technischen Gründen gar nicht vorstellen.
Drum bin ich dahinter, dass wir auf unserem Betrieb die Humusversorgung wieder besser hinbekommen, damit wenigstens das hoffentlich wieder mal kommende Regenwasser aufgefangen und gehalten werden kann.
Herzl. Grüsse
maria
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heike
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« Antwort #4 am: 02.05.07, 11:49 »

Hallo Mary

Es sind sicher noch andere Schrauben an den man drehen kann. Sicher auch in der Wahl von Sorten, trockenheitsresident oder eben so kurz das man als Vor.-oder Nachkultur noch einiges ernten kann. Von einem Biobauer habe ich gelesen, das er frühreifen Mais nach Kleegras anbaut. Erst macht er noch einen Schnitt Grassilo und dann wird umgebrochen und der Mais rein. Mais ist ja sehr schnell bei richtigem Wetter und der Klee gibt noch extra N.  Cool
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Heike
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« Antwort #5 am: 02.05.07, 13:35 »

Hallo Heike,
ich habe heute morgen in den Zwischenwänden unserer Silos Luzernepflanzen gesehen, die mir Respekt abgenötigt haben. Dort ist nur mit Kies und Riesel aufgefüllt, dass dort trotzdem so ein Wachstum stattfinden kann und das ohne alle Pflege. alle Achtung.
Von den letzten 5 Jahren ist heuer das 3. Mal schon Trockenheit,
so gesehen müssen wir lernen, damit zu leben.
Da wir ausserdem noch Hochwasser erlebt haben, obwohl bei uns weit und breit kine Fluss ist, sondern nur das Oberflächenwasser nicht mehr ablaufen konnte, waren wir froh, dass wir auch kiesige Auflächen haben.
Aber sie sind heuer leider am Schwersten von der Trockenheit betroffen.
Wogegen die dort angebaute Luzerne wirklich zufriedenstellend war.
Heute macht mir sogar das Silozudecken Freude, zum Glück ist um vieles mehr zusammengekommen, als wir erwartet haben.
Wenn wir es schaffen könnten, Weideluzerne in den Wiesen zum Wachsen zu bringen, dann wäre auch schon wieder was gewonnen.
Aber trotzdem, die Vorstellung auf diese abgemähten Flächen jetzt Wasser auszubringen, da wäre mir wohler.
Man weiß halt immer erst hinterher ob die Entscheidungen richtig waren.
Zumindest bin ich froh, dass ein Silo gefüllt ist.
Herzl. Grüsse
maria
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heike
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« Antwort #6 am: 02.05.07, 15:56 »

Hej Mary
Ja die Lucerne hat auch besonders tiefgehende Wurzeln, da macht die Trockenheit garnichts aus. Meine Cikorien haben auch lange Wurzeln. Ich habe sie im Garten gehabt und jetzt rausgezogen, wie Löwenzahn nur noch viel länger. Leider hat man rausgefunden das Cikorien wenn man sie an Kühe füttert, der Milch einen metallischen Geschmack gibt. Aber es gibt ja noch mehr was man in die Wiese sähen kann. Dieses Jahr ich noch 2 Tütchen Dill dabei getan, bin gespannt ob wir da was von wiederfinden. Wink
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Heike
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« Antwort #7 am: 02.05.07, 18:12 »

Moin,

ich hab eine Beregnungsanlage, eine Trommel (110/400) und ein Pumpaggregat. Da ich auf leichten, humosen Sandböden Kartoffeln und Rüben anbaue, ist das unverzichtbar. Stress ist das in der Tat, aber wenn alles klappt bringt es auch Erleichterung für die Seele. Meine Trommel ist neu, der Rest hat ein " Upgrade " bekommen, also sollte alles soweit klappen.

Der Regner schafft knapp 100 m AB, also sind pro Auszug rund 4,5 ha möglich.

Gruß
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« Antwort #8 am: 02.05.07, 18:15 »

Hallo,wie lange denkt ihr den ,das so beregnen noch erlaubt ist,bei ständig fallenden grundwasserpegeln. was machen dann so gegenden ,die meinen unbedingt beregnen zu müssen . ich vergäönn wirklich jeden seine beregnug,aber ich hab schon gegenden gesehen ,nicht in D,die wurden durch so etwas in wüste verwandelt. und wie heike ja schreibt,so ganz ohne scheint das nicht zu sein.
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josefa
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« Antwort #9 am: 02.05.07, 22:38 »

Wir bewässern mitlerweile nur noch nachts, da ist der Wind nicht so stark und es verdunstet nicht so viel. Hier sind Sandböden, und ohne Wasser wächst da nix.

Und wenn alles gut geht werden wir am WE die ersten Kartoffeln ernten, die Bilder kommen dann.
Ich weis noch vor Jahren waren wir froh wenn man so um den 10. Juni die ersten Kartoffeln ernten konnte,Leute .....es ist heute der 2.Mai. Als mein Mann mir das eben erzählte, ich konnte es gar nicht glauben. Innerhalb von 3Monaten Kartoffeln ernten.
Hoffentlich stimmt denn auch der Preis. Im Moment kosten die aus Zypern im VK 1,60€ das Kg.

Lg Marlene
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Gitta
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tschau tschau


« Antwort #10 am: 03.05.07, 11:20 »

hallo Geli

ist der Mühlbach ein öffentliches Gewässer oder privater Bach?

man darf erst Wasser aus einem öffentlichen Gewässer ziehen, wenn die Regierung

 allgemeinen Wassernotstand ausgerufen hat. Dann dürfen auch Firmen und Gewerbe Wasser

aus den Flüssen und Bächen holen.

Derzeit in Italien geschehen.

Gitta
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Liebe Grüße
Gitta
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« Antwort #11 am: 04.05.07, 22:11 »

hallo Geli
ist der Mühlbach ein öffentliches Gewässer oder privater Bach?
man darf erst Wasser aus einem öffentlichen Gewässer ziehen, wenn die Regierung
allgemeinen Wassernotstand ausgerufen hat. Dann dürfen auch Firmen und Gewerbe Wasser
aus den Flüssen und Bächen holen.
Derzeit in Italien geschehen.
Gitta

Hallo Gitta,

der Mühlbach ist ein Triebwasserkanal, der aus der Saalach und wieder in die Saalach fließt. Die Saalach ist der Grenzfluss zwischen Österreich und uns. In der Saalach ist übrigens im Moment nicht wenig Wasser, schießlich kommt ja bei den warmen Temperaturen all der Schnee von den Bergen runter.
Zu deiner Frage: Wir haben das jetzt 2 x gemacht und ein halbes ha Futterrüben gegossen. Wen soll das aufregen?

Wenn in dieser Box geschrieben wird, dass große Flächen mit Grundwasser über einige Wochen oder gar Monate beregnet werden, dann ist das doch mehr als bedenklich, oder? Undecided
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« Antwort #12 am: 05.05.07, 13:47 »

Hallo,
da möchte ich doch mal ein paar Dinge zu schreiben.
Vorweg, wir können unsern Acker und einen Teil der Wiesen auch beregnen, wir haben zwei Regenmaschinen, eine mit ca 350 m Schlauch, die andere 250m. Wir haben bei uns im Dorf 3 Brunnen und zig km Rohrleitung mit Hydranten, die Pumpen laufen mit Strom. Unser Dorf hat zum Teil auch lehmige Böden, die das Wasser besser halten können.
Bei uns im Landkreis Uelzen können und müssen  ca. 90% der Ackerfläche beregnet werden. Mit dem Hackfruchtanteil in der Fruchtfolge, Kartoffeln und Zuckerrüben sind die Landwirte hier auf das Wasser angewiesen.
Wir dürfen aber nicht unbegrenzt Wasser aus dem Grundwasser entnehmen, sondern 70mm im Jahr. Da man das aber nicht immer einhalten kann, wird das auf 7 Jahre gerechnet. Wenn wir einmal 100 mm verbraucht haben, müssen wir das in den nächsten Jahren ausgleichen.
Zusätzlich zu den Strom- oder Dieselkosten müssen wir einen sogenannten Wasserpfennig abführen. Jede Regenmaschine hat eine Wasseruhr.
Bergnungszeit ist Streßzeit, das wissen alle, die beregnen.
Ich habe festgestellt, das in den letzten Jahren die Sommer immer trockener geworden sind.
LG
Tina
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Gitta
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« Antwort #13 am: 09.05.07, 11:01 »

hallo geli

nicht gleich auf mich einschlagen, natürlich regt sich niemand auf.

Aber les mal die zeitungen und fachpressen genau durch.

in Italien ist es so, dass wassernotstand ausgerufen wurde und dann der Streit
ums Wasser los ging. Spanien ist auch nicht mehr weit davon entfernt.

Bei uns hier ist ebenfalls schon Streit ums Wasser zwischen einer Kreisstadt und einen Landkreis
entstanden.

Für manche Betriebe ist es unumgänglich zu beregnen und das wird hoffentlich so  bleiben, mit Genehmigungen und
allem drum herum.

Gitta
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Liebe Grüße
Gitta
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