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Autor Thema: Wenn die Partnerin "nicht mit anpackt"....  (Gelesen 15754 mal)
Gitta
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tschau tschau


« Antwort #195 am: 02.03.07, 10:36 »

hallo fanni, mary,

bin auch in Wies, Herrsching und Niederalteich gewesen.

leider nicht in grainau.

mittlerweile hol ich mir meine weiterbildung in der politischen Akademie in Herrsching und in Wild Bad Kreuth.
(vorsicht hat nichts mir der CSU zu tun). diese beiden einrichtungen sind für jederman zugänglich und man erfährt viiiiiiiel politischen hintergrundwissen über ein bestimmten thema. diese kurse mußt du selber bezahlen und dauern meistens über zwei bis drei tage.

gitta


nun zum eigentlichen treath:

anpacken im betrieb heißt für mich, einen wirtschaftlichen beitrag zum erfolg des betriebes leisten:

für mich ist das nicht nur arbeiten bis man umfällt, sondern auch köpfchen einsetzen.
wenn eine junge betriebsleiterin durch ihre berufliche tätigkeit einen beitrag leisten kann zum wirtschaftlichen erfolg, dann werd ich
den arbeitswirtschafltichen teil so umstrukturieren, damit sie zeit hat, um  ihren Beruf nachgehen zu können.

bringt aber der landwirtschaftliche Betrieb mehr als ihre berufliche Tätgikeit werd ich auf dem betrieb die junge Frau integrieren lassen und evt. umstruktieren.

eine verallgemeinerung ist hier für mich nicht richtig.
man muß mehrer aspekte sehen und durchrechnen und dann danach handeln.

gitta


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Wer das Ziel nicht kennt, kann den Weg nicht finden.
Liebe Grüße
Gitta
Mirjam
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« Antwort #196 am: 02.03.07, 11:04 »

Hallo,

in den vergangenen Tagen hatten wir das Thema "auch"  Wink, mir sagte ein Berater:

Eine Grundschullehrerin hat eine Einkommensäquivalenz von 150 Zuchtsauen  Cheesy, ich muss mal kucken ob ich noch mehr darüber finde  Wink.

Gruß Mirjam
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Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
Susanna
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« Antwort #197 am: 02.03.07, 11:51 »


Eine Grundschullehrerin hat eine Einkommensäquivalenz von 150 Zuchtsauen  Cheesy, ich muss mal kucken ob ich noch mehr darüber

wir hatten das Thema gestern, als unser  Steuermann da war:-)
Er hat uns ausgerechnet, wieviel Milch wir melken müssen, um den gleichen Gewinn meines Gehalts zu erwirtschaften.
Das war sehr aufschlussreich Smiley
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Viele Grüße
Susanna
Jochen
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« Antwort #198 am: 02.03.07, 12:23 »

Hallo Herbert,
bei uns macht eine Frau einmal den Hof weiter,
sie könnte auch ein Lied singen, wie schwierig es ist, in einer männlich geprägten Landwirtschaft ihren Platz zu finden.
Jetzt hat sie aber eine Ausbildung und kennt sich super aus,
Vertreter, Berater brauchen schon noch einige Nachhilfe, bis sie auch mit Frauen besser zurecht kommen.
Wenn da eine junge Frau, die nicht aus der Landwirtschaft kommt und diesen Beruf nicht gelernt hat, auf dem Hof was ändern will, dann kommt es auf das Umfeld an- wird sie ernst genommen oder wird es so weitergemacht, wie es schon immer war.
Welchen Weg ein Paar geht, das ist deren Entscheidung.
Aber was mir so durch den Kopf geht, die heutigen Investitionssummen steigen ja gewaltig an-
arbeitet eine Partnerin auf dem Hof mit, dann muss sie sich selbst gewaltig auf den Hosenboden setzen, um ihre eigene wohldurchdachte begründete Entscheidung treffen zu können, nicht jede Frau ist eine ausgebildete betriebswirtschaftliche Fachfrau und braucht sie nicht mitentscheiden, weil sie eine andere Tätigkeit hat, dann muss sie aber auch damit leben, denn diese Summen lassen auch das stärkste Nervensystem der Bauern nicht immer kalt.
Herzl. Grüsse
maria

Diesen Beitrag möchte ich nutzen, um mich einzuklinken.

Zitat
bei uns macht eine Frau einmal den Hof weiter,

Definitiv?

Sie verliebt sich und heiratet jemand, der nichts aber auch rein garnichts mit dem Hof zu tun haben will. Jemand, der einen guten Beruf hat oder womöglich sein eigenes Geschäft.
Mit wieviel Motivation hältst Du mit Deinem Mann Euren Hof am Laufen mit dieser Perspektive, Mary? Schafft Deine Tochter den Betrieb alleine? Reicht das Einkommen um AK zuzukaufen. Vom gutverdienenden Schwiegersohn kann man wohl kaum verlangen, dass er sein Gehalt in den Betrieb zur Finazierung von Aushilfskräften oder LU buttert... bloß damit der Hof überlebt.
Landauf und Landab, quer durch (fast) alle Ideologien und politischen Strömungen wird das System des landwirtschaftlichen Familienbetriebs als etwas Erhaltenswertes deklariert...
Hat er überhaupt eine Zukunft oder muß man sich auf neue Systeme einstellen?
Für WAS arbeiten wir? WIESO tun wir uns eigentlich SOWAS wie Landwirtschaft an? Fürs eigene Ego? Oder weils uns eine 80-Std-Woche Spaß macht? Könnten nicht die meisten von uns unseren Bettel so versilbern, dass es uns locker hinausreicht?
Was hindert uns? Eben die (falsche?) Einstellung, dass der Betrieb etwas Erhaltenswertes ist/wäre/zu sein hat!!!!
Die Hoffnung auf die nächste Generation und die Hoffnung, dass Landwirtschaft wieder mal den Stellenwert bekommt um der nächsten Geneartion auch eine gute Perspektive zu bieten.

Andere provokative These bzgl. Deiner Tochter:
Sie verliebt sich und heiratet jemand, der in den Hof einsteigt. Heiratet er sie dann "Trotz" des Hofes oder womöglich "wegen" des Hofes?
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sabi(e)ne
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« Antwort #199 am: 02.03.07, 15:08 »

Zitat
Vom gutverdienenden Schwiegersohn kann man wohl kaum verlangen, dass er sein Gehalt in den Betrieb zur Finazierung von Aushilfskräften oder LU buttert... bloß damit der Hof überlebt.
Aber von einer gutverdienenden Schwiegertochter ja? Wink
Und was wäre, wenn diese Schwiegertochter direkt nach dem Kinderkriegen weiterarbeiten will?
Eben, weil sie gut verdient?
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Liebe Grüße, Sabi(e)ne
Jochen
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« Antwort #200 am: 02.03.07, 18:16 »

Zitat
Vom gutverdienenden Schwiegersohn kann man wohl kaum verlangen, dass er sein Gehalt in den Betrieb zur Finazierung von Aushilfskräften oder LU buttert... bloß damit der Hof überlebt.
Aber von einer gutverdienenden Schwiegertochter ja? Wink
Und was wäre, wenn diese Schwiegertochter direkt nach dem Kinderkriegen weiterarbeiten will?
Eben, weil sie gut verdient?

Du hast mein Geschlechter/Rollentauschszenario nicht verstanden......
Du hast den Sinn meines ganzen Beitrags nicht verstanden...
Wieso unterstellst Du mir unterschwellig irgendwelche Ansichten?

Aber wenn ich nunmal schon wieder am Schreiben zu einem Thema bin, aus dem ich mich eigentlich raushalten sollte:

Fakt: Die meisten landwirtschaftlichen Familienbetriebe sind (zumindest mit Viehhaltung) von einer Einzelperson arbeitswirtschaftlich nicht zu bewältigen

Fakt: Die meisten Familienbetriebe sind finanziell nicht in der Lage, die benötigten AK "zuzukaufen".

Fakt: Selbst wenn sie es wären, so mangelt es an außerbetrieblichen Arbeitnehmern, die dazu bereit wären

Fazit: Wenn man in einem Familienbetrieb keinen ideologischen Sinn sieht, nicht in der Hoffnung auf eine Basis für die nächste Generation wirtschaftet, seinen Kindern keine Chance auf eine zwar schlechtbezahlte aber (mit Einschränkung staatlicher Gängeleien) eigenverantwortliche selbsständige Tätigkeit geben will

DANN ist dieses Betriebsmodell am Ende.

Dann sind aber jegliche Floskeln über "Bäuerliche Landwirtschaft", jegliche Grabenkämpfe innerhalb Berufsvertretungen (BBV vertritt nur "Großbetriebe", ABL setzt auf Familienbetriebe, "Bio" hat klein und schnuckelig zu sein, Selbstvermarktung ist der Weg zur Unabhängigkeit uswusw.) überflüssig...



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fanni
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« Antwort #201 am: 02.03.07, 19:57 »

Hallo Jochen,

das war jetzt ein Beitrag, dem ich folgen kann.

 Smiley

Fanni
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Herzliche Grüße von Fanni
Jochen
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« Antwort #202 am: 03.03.07, 23:13 »

Deshalb habe ich ja auch die Viehhaltung erwähnt.

Was ist in Bayern durchschnittlich?

Bei 60 Hektar Druschfrüchten wäre ich von Anfang November bis Anfang März im Urlaub, wenn.......

tja... wenn ich das Geld dazu hätte. Um eine Familie zu ernähren MUSS der Partner in dieser Konstellation ein außerlandwirtschaftliches Einkommen haben.
Oder man braucht selbst einen Nebenerwerb.
Ich hab aber zukunftsfähige gewinnbringende Vollerwerbsbetriebe gemeint.

Wenn  ich als Klein-Württemberger früher an Bayern gedacht habe, träumte ich von 300 Hektar Ackerbau irgendwo zwischen Regensburg und Straubing. 100 Hektar Zuckerrüben, Schläge mit mindestens 10 Hektar und mittendrin eine Villa und ein Maschinenschuppen. Ja.... damit konnte man sehr gut und locker leben. Mittlerweile nach der Zuckermarktreform kommen auch solche Betriebe wieder auf den Boden der Tatsachen.
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mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #203 am: 04.03.07, 08:16 »

Hallo Jochen,
habe erst heute deine Fragen an mich gelesen,
das sind einige dabei, die wir uns genauso stellen,
aber bei deinen Sorgen, ob frau nur wegen des Hofes vielleicht gefragt ist-
da muss sich dann jedermann/frau immer wieder fragen,
der ein Haus oder Besitz hat, die bei der Verteilung von Schönheit mehr als die durchschnittliche Dosis abbekommen hat, ob er/sie wegen der äusseren Attribute oder als Person gefragt sind.
Dein Traum von Villa und einem schönen Leben-
vielleicht haben andere einen anderen Traum.
Unsere Tochter hat 2 Berufe erlernt, steht mit beiden Beinen im Leben und hat sich über Arbeit, Sinn des Lebens und ihrem Leben sicher schon sehr früh ziemlich intensiv auseinander gesetzt.
Wenn der Familienbetrieb keine Zukunft mehr hat, dann stehen viele Betriebe zur Diskussion, die vielen gewerblichen Familienbetriebe stehen vor ziemlich ähnlichen Problemen.
Jeden Tag stehen in unserer Tageszeitung in dicken Lettern von Entlassungen und strukturellen Veränderungen, Umverlagerungen und niedrigeren Löhnen, was machen die vielen Menschen, die ihren Job verlieren und woanders eine Arbeit finden, wenn sie in einer Partnerschaft leben, wo z. B. der Partner eine sichere Arbeit hat.
Kannst du in die Zukunft blicken- als Bäuerin bin ich immer wieder überrascht, wie schnell sich Rahmenbedingungen verändern, weil der Staat wieder mal die Weichen anders gesetzt hat.

Wenn sich Milchproduktion nicht lohnt, weil die Arbeit nicht bezahlt werden kann, dann frage ich mich, arbeiten dann die anderen Betriebe mit Zuschuss von aussen oder wie zahlen sie die Löhne aus?
Und die Stundenzahl von 80 Stunden, Hut ab, wer so viel arbeiten kann,
aber ob das das Ziel ist- nur zu arbeiten.
Ob man seinen Kindern einen Wert für Besitz einimpfen soll- oder ihnen das verscherbeln der in vielen Generationen erarbeiteten Werte nahelegen soll-
das werden Eltern je nach eigenen Erfahrungen an die Kinder rüberbringen.
Es ist schon sehr lange her, da gab in einem Vortrag eine sehr lebenserfahrene Bäuerin viele Tips für ein gelungenes Leben,
einer davon war, dass man seinen Kindern nahebringen soll, dass sie sich einen Partner suchen sollen, der ein gesundes Gefühl für Besitz und Eigentum hat, denn an einem Partner, der nur die zu verscherbelnden Euros sieht, hat der andere auch keine Freude.
Welchen Weg Kinder einschlagen, wie sie sich ihr Leben einrichten,
das ist ihr Weg- und wie sich ihre Zukunft entwickelt, das kann heute auch noch keiner sagen.
Herzl. Grüsse
maria
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Alice
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« Antwort #204 am: 04.03.07, 09:12 »

Guten Morgen zusammen,

ja, da hast Du vollkommen recht, man sollte schon ein Gefühl für Besitz und Eigentum haben....

Ich wollte nur noch schnell was zu folgendem Zitat sagen: "man ist als "gstudierte" Bäuerin wahrscheinlich öfters mit noch größeren Vorurteilen konfroniert " - ich glaube, dass dies auch ein Grund ist, um als studierte außerhalb zu arbeiten, denn häufig macht frau den Job schon länger und ist nicht bereit sich zuhause auf dem Hof als Azubi einzubringen, weil sie da bei null anfangen muss (gut es gibt auch Außnahmen, also Jungbäuerinnen, die aus der LW kommen....) und dann ist der Chef Dein Mann und im normalen Job außerhalb des Hofes kann frau ihren Mann stehen, weil sie schon zig Jahre Erfahrung hat.... Dort verdient sie dann auch ihr regelmäßiges Einkommen und ist meist nicht so nah an der family, sprich SE und den Konflikten zwischen Vater und Sohn, wo sich häufig einer von beiden mit Teuefelsgewalt durchsetzen willl.... In der externen Firma geht man zur Arbeit und kommt wieder heim, aber man muss sich mit seinem Chef/ Kollegen nicht auch noch am Abend an denselben Tisch setzen...

Ich denke auch, dass die Renten für die Bäuerinnen nicht gerade üppig sind, so dass ein externen Einkommen schon seine Reize und Vorzüge hat... Ich glaube, dass viele Jungbäuerinnen auch ihre Meinung noch ändern, weil es zu stressig ist oder bis sich mal Kinder ankündigen.... Vielleicht hat manche Bäuerin auch einfach a bisle Bauchweh davor, dass das selbsterwirtischaftete Einkommen hinten und vorne nicht reicht... Ich kenne einige Höfe, die in meinen Augen zu großzügig investiert haben und nun bis an ihr Lebensende Schulden ohne Ende haben...

Ich persönlich habe auch studiert und werde nie vergessen, was ich mir schon für saublöde Sprüche anhören haben müssen, weil ich ja studiert hab (ist ja auch furchtbar schlimm...)... Ich musst auch immer doppelt so gut sein, wie jeder andere und wenn ich mal irgendwo Probleme hatte (null Erfahrung mit Viechern oder Trekkern) wurde wochenlang darüber gelacht, anstatt sich zu freuen, dass ich vorhab das alles zu lernen und anzupacken (helfen und mir's nochmal zeigen wäre besser gewesen...), irgendwann hatte ich dann auch keinen Bock mehr, bei mir in der Firma haben sie sich gefreut, wenn ich da war....

LIebe Grüße,

Alice
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mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #205 am: 04.03.07, 09:29 »

Hallo Alice,
es gibt einen ganz bösen Spruch: Was einen nicht umbringt- macht einen härter.
Egal ob Studium oder andere Interessen - sobald man nicht genau auf der üblichen Wellenläge daherkommt-
ist man ein viel beobachteter Aussenseiter.
Aber noch ein Spruch: wer zur Quelle kommen will, muss gegen den Strom schwimmen.
Allerdings gebe ich dir in Richtung Landwirtschaft recht,
Partner hat x Jahre Ausbildung, Schule und Fachschule, bis zum Meisterbrief hinter sich- und Frau soll in 6 Wochen alles beherrschen.
Dazu in grösster Hektik mit den meisten Maschinen umgehen können und selbstverständlich die Buchführung machen,
aber nur machen, kritische Sichtweise und Änderungsvorschläge müssen sehr gut durchdacht und begründet sein.
Es gibt eigentlich keine Ausbildung für die Bäuerin, die im Betrieb mitarbeitet- aber an ihr hängt eine riesengrosse Verantwortung.
Inzwischen sehe ich allerdings vieles gelassener, habe als Bäuerin so viel gelernt, wie ich in meinem alten Beruf in 2 Leben nie gelernt hätte-
und möchte keinen Tag und keine Erfahrung missen.
Allerdings verstehe ich heute noch nicht, warum es für die Bäuerin im Betrieb bisher noch immer so gut wie keine Ausbildung gibt.
Entweder Landwirtschaft oder Hauswirtschaft-
oder beides. Früher gab es wenigstens noch viele Weiterbildungsmöglichkeiten, die frau als Bäuerin nutzen konnte-
heute sehe ich in dieser Richtung immer weniger.
Aber zum Glück gibts gute Bücher und auf einem Hof hat frau noch die Möglichkeit, sehr genau hinzuschauen und dabei ist oft der grösste Lerneffekt.
Durch viele anderweitige berufliche Erfahrung ist in die Landwirtschaft aus der Frauenseite sehr viel neues gekommen-
ist doch gut so.
Herzliche Grüsse
maria
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Mirjam
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« Antwort #206 am: 04.03.07, 09:31 »

Hallo,

prompt hatte ich diese Diskussion über Betriebstruktur (ob geschlossen oder spezialisiert) mit Jungbauern und auf die Grundfrage, ob sie einen Betriebserhalt oder -ausbau davon abhängig machen (wollen) ob sie eine Partnerin finden (die ggf. oder nur vielleicht mit anpackt) kam die Aussage, dass die meisten Betriebe es einfach "verschlafen" haben rechtzeitig Fremd-AK miteinzubeziehen oder Arbeiten auszulagern oder andere Lösungen zu finden.

Die Zukunft der Landwirtschaft kann nicht allein in einem Familienbetrieb mit (nettes Wort hier aus dem BT) "Arbeitsmithaftung" basieren, da wir ja jetzt schon ~ ein Drittel Landwirte ohne Partnerin haben und eben die Baustelle, das es noch zunehmen wird, dass die Partnerin weiterhin im Beruf bleibt.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Zukunft eines Familienbetriebes davon abhängen wird, in wie weit die Hofleitung hier Flexibilität anbietet und bereit ist neue Wege zu gehen, weil ja auch die "Verwandtschaft" kleiner wird oder weiter entfernt ist auf die man ggf. in früheren Zeiten zurückgreifen konnte.

- sei es in Arbeiten auslagern
- Hof umstrukturieren (und vorher durchzurechnen)
- Fremd-AK zu integrieren
- landwirtschaftfremde Personen (auch die Ehefrau) zu integrieren
- zu kooperieren, sei es vertikal oder horizontal
- oder ein Mix aus diesem

Ich hoffe sehr, das die Jugend hier rechtzeitig ihren "Zug erwischt" - weil egal ob man eine/n Partner/in gefunden hat die mitanpackt - die gehen ja heutzutage auch mal wieder  Lips Sealed oder werden krank oder man wird selbst krank...

Gruß Mirjam
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Schoko
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« Antwort #207 am: 04.03.07, 09:47 »

Hallo,
jetzt möchte ich mal sehr provokativ behaupten:
Sehr viele Betriebe lassen ihren Nachwuchs zum Landwirt ausbilden, obwohl der Betrieb nicht für 2 Familien das Einkommen abwirft. Ein 16 Jähriger hat noch nicht die betriebliche Einsicht der Buchführung. Ich finde das sehr f a h r l ä s s i g !! Hier sind die Eltern in der Pflicht!!!
Einem landw. Berater wird immer ganz bange, wenn er die Abschlüsse sieht und wie manche die Betriebe übernehmen müssen. Bei manchen müßte es heißen: Flucht... ! Mirjam ich bin der gleichen Meinung, dass man den Betriebserhalt von der Zukünftigen nicht abhängig machen kann. In unserer Gegend sind viele Betriebe auch ohne die Mitarbeit der Frau üblich.
Schoko
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« Antwort #208 am: 14.03.07, 09:02 »

Hallo,
jetzt möchte ich mal sehr provokativ behaupten:
Sehr viele Betriebe lassen ihren Nachwuchs zum Landwirt ausbilden, obwohl der Betrieb nicht für 2 Familien das Einkommen abwirft. Ein 16 Jähriger hat noch nicht die betriebliche Einsicht der Buchführung. Ich finde das sehr f a h r l ä s s i g !! Hier sind die Eltern in der Pflicht!!!
Einem landw. Berater wird immer ganz bange, wenn er die Abschlüsse sieht und wie manche die Betriebe übernehmen müssen. Bei manchen müßte es heißen: Flucht... ! Mirjam ich bin der gleichen Meinung, dass man den Betriebserhalt von der Zukünftigen nicht abhängig machen kann. In unserer Gegend sind viele Betriebe auch ohne die Mitarbeit der Frau üblich.
Schoko
Das war kurz und gut, Schoko  Smiley

Bei uns hat es mal geheisen: "Für einen ist es zu viel Arbeit, und für zwei reicht es nicht."  Da wird eine eingeheiratete Frau zwangsläufig als unentgeldliche Arbeitskraft gesehen. Viele Frauen wissen das, und sie machen mit, warum auch nicht, wenn man sich doch liebt und wenn aus "dein und mein" ein "unser" wird "...ist doch OK". So hab' ich damals gedacht, und so denke ich im Prinzip auch heute noch. ABER was ist, wenn KEIN "unser" daraus wird? - Auch hier sind die Eltern in der Pflicht, finde ich!

Aber, um noch mal auf Schoko zurück zu kommen:
Viele denken, glaube ich, gar nicht so weit, dass der Sohn der mal Bauer werden soll, ja nicht sein Leben lang für lau auf dem Hof arbeitet, sondern dass er irgendwann mal da von leben, und vielleicht auch noch eine Familie davon unterhalten will.

Von daher finde ich es gut, wenn heutzutage so oft darüber gesprochen wird, damit die künftigen Übergebergenerationen nicht die gleichen Fehler machen. Dass die Denkweise sich ändert, das braucht Zeit. Früher sagte man doch immer: "Über Religion, Politik und Geld redet man nicht."
Ich würde eher das Gegenteil behaupten: "Je früher, desto besser."  ...und dann weiß jeder, wo er dran ist, auch die Geschwister,

...und letztendlich auch die Eltern. Traurig aber wahr:
Jetzt, wo es ziemlich sicher scheint, dass wir den Hof verlassen, ist meine SM bös' aufgewacht, als sie gemerkt hat, dass im Grunde keines ihrer vier Kinder "nach ihr schauen" will/kann... Trotz allem, was ich schlimmes auf dem Hof erlebt habe, tut sie mir irgendwie leid... Cry



Ich finde, erst muss die Bauersfamilie ihre Belange klar machen, und dann kann eine junge Frau "einsteigen". Vorher schadet das mehr, als es nutzt, weil Mithilfe oft als Einmischung empfunden wird...  Oft ist es mangels "klarer Verhältnisse", wie im Mittelalter, wo eine junge Frau zwar "mithelfen" durfte/musste, aber sonst werden ihr keinerlei Rechte zugestanden. Das geht auch nicht!  Wie denn auch, wenn nichts geklärt ist?
Außerhalb arbeiten gehen, wäre vielleicht eine Lösung, so lange kein Kind da ist, wenn das außen erarbeitete Geld nicht indirekt in den Betrieb der SE fließen würde, zum Beispiel wei der Sohn seine Familie nicht vom Betrieb unterhalten muss. Besser wäre es, das Geld von außen für eine gemeinsame Zukunft der jungen Familie an zu sparen, finde ich. Aber wer macht so was denn, wenn es auf dem Hof hinten und vorne nicht reicht..?
Also: Schoko hat recht ! (Stichwort: fahrlässig)

Es ist halt nicht mehr so wie früher, dass man die Dinge einfach so laufen lassen konnte.
Und wenn sich diese Einsicht bei den Übergebergenerationen durchsetzt,
dann hat diese Diskussion viel gebracht.

lieben Gruß
Anna
« Letzte Änderung: 14.03.07, 09:45 von AnnaAnna » Gespeichert

Liebe Grüße
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