Bäuerinnentreff - hier gehts zur Homepage!
News: www.baeuerinnentreff.de - die Seite für die Bäuerin im Netz!
 
*
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?
24.05.12, 04:16


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge


« vorheriges nächstes »
Seiten: 1 ... 3 4 5 [6] | Nach unten Drucken
Autor Thema: Klimawechsel und LW - Folgen, Konsequenzen  (Gelesen 6445 mal)
passivM
Vereinsmitglied
*
Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 2082



« Antwort #75 am: 24.02.08, 20:57 »

Das ist ein ganz toller Beitrag, Maria.

Den sollte man sich fest ganz oben hin pinnen  Wink
Dein letzter Satz lässt aber doch hoffen...

Ich mein', es ist ja keine Schande, wenn ein eigentlich recht erfolgreicher Landwirt auch mal einen Blick auf das "alt bewährte" wirft  Wink "alt bewährt", also keine verrückten Bossen, keine Hirngespinste von ein paar querdenkenden Öko-Romantikern. Deswegen muss ein konventioneller Landwirt ja nicht gleich ein "Grüner" werden (bin ich auch nicht  Wink ), und aus dem Bauernverein wird er sicher auch nicht gleich rausgebuht, wenn er zum Beispiel mal probeweise Ackerschachtelhalm zwischen seinen Mais säht, weil ihm im letzten Jahr die Kolben buchstäblich am Halm verschimmelt sind Ich habe Bilder davon gesehen, bei diesem Vortrag von Bayer, die -natürlich- ein potentes Mittel dagegen entwickelt haben, das sie auch gerne verkaufen wollen...

Ich glaube schon, dass sich dieses "alte Wissen" (das gefällt mir: "altes Wissen") wieder "durchsetzen" wird. Aber bis auf diesem Wege Erfolge sichtbar werden, dauert es ein paar Jahre. Und wie sagte Gorbachow? "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben."

Ich meine, man könnte das eine oder andere ja mal ausprobieren. Es muss ja nicht gleich der ganze Betrieb umgestellt werden... Für so einen privaten Feldversuch müsste einer, der hundert Hektar bewirtschaftet doch mal über ein paar Jahre mal drei oder vier Hektar übrig haben.
DAS ist es, was ich nicht verstehen kann - auch nicht in meinem Umfeld: Warum probiert man nicht mal was aus? Ist vielleicht ein doofer Vergleich: Aber das ist doch wie beim Kochen. Da probiere ich doch auch mal was neues aus - ohne dass ich deswegen gleich die ganze Ernährung umstelle. DAS vermisse ich in unserer konventionellen Landwirtschaft. Mal ein paar Hektar "opfern" und was ausprobieren...



...übrigens: ich dachte an nackte Bodenfröste  Cheesy

lieben Gruß
Anna
Gespeichert

Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern
mary
Vereinsmitglied
*
Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 6428


Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #76 am: 24.02.08, 22:32 »

Hallo AnnaAnna,
Versuch und Irrtum haben einen Nachteil, sie brauchen Zeit, Energie und Nerven.
Da ist es natürlich einfacher, wenn es bereits Lösungen gibt.
Ein wichtiges Mittel zum Versuch von Alternativen ist der Leidensdruck. Man ändert erst etwas, wenn man die Schnauze von Bekanntem voll hat.
Ob man Ackerschachtelhalm aussähen kann, haben wir noch nicht ausprobiert, wir arbeiten schon mehrere Jahre mit Steinmehl, das eben auch Silizium hat. Ich sammle den Schachtelhalm und trockne ihn- möchte heuer mal schauen, wie er wirkt.
Wenn es dich interessiert, bei der biologisch- dynamischen Landwirtschaft wird mit ein paar Kräutern gearbeitet, ich hab mir die Wirkung auf einem Betrieb schon mal genauer angesehen-
das ist keine Einbildung, sondern es wirkt - wie und warum- weiß ich auch nicht.
hat mich schon auch eine ganze Menge Überredungskunst gekostet-
ich mach neue Sachen immer zuerst in Garten oder kleiner Fläche als Versuch. Da kann ich dann abschätzen, ob es machbar ist, wie es anzuwenden ist und wie es wirkt.
Jeder Erfolg macht neugieriger und Lust auf weiteres Ausprobieren.

Ich bin dir sehr dankbar, im Dialog mit dir sind bei mir jetzt ein paar Groschen gefallen, du hast keine Ahnung, wie du mir geholfen hast.
Kieselsäure und Silizium - auf den Dächern schafft Silizum aus Licht Strom,
so gesehen müsste Silizium auch im Boden und bei den Pflanzen die Lichtaufnahme verbessern.
Du hast bei Schultz-Lupitz geschrieben, dass sie ihn vermutlich ausgelacht haben- wer weiß, wer noch alles für neue Erkenntnisse ausgelacht worden ist.
Du hast mich auf eine Spur gebracht, vielen, vielen Dank.
Herzl. Grüsse
maria

Gespeichert
passivM
Vereinsmitglied
*
Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 2082



« Antwort #77 am: 24.02.08, 23:25 »

JETZT hast du mich aber neugierig gemacht...!

Was für eine Spur?

Deine letzten beiden Beiträge hab' ich mir doch glatt raus kopiert.. Cheesy Da sind so 'n paar tolle Infos drin. Als ich meine alten eMails gecheckt habe, fand ich eine von dir, da schreibst du was von einem Arbeitskreis. Mensch !  Wenn es so was doch in meiner Nähe geben würde...! Daran wäre ich interessiert. Habe dir eine eMail geschrieben, mit meiner neuen Adresse. Vielleicht entwickelt sich da was draus.
Ich schreibe das hier so öffentlich, denn vielleicht interessiert sich die eine oder andere von uns ja doch dafür...? Vielleicht ist das ansteckend  Grin  Was meinst du?  Wink

lieben Gruß
Anna

Gespeichert

Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern
mary
Vereinsmitglied
*
Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 6428


Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #78 am: 25.02.08, 07:55 »

Hallo AnnaAnna,
wir haben vor einer Weile Böden mit der Steigbildmethode bildlich untersuchen lassen. Die Chromabilder im Vergleich mit der Bodenuntersuchung haben ein runderes Bild des Bodens gezeigt.
Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, warum manche Böden so klare strahlende Bilder ergeben und die anderen so dumpf und düster aussehen?
Es muss in den Böden eine Lichtspeicherfähigkeit vorhanden oder nicht vorhanden sein.
Und genau auf diese Spur hast du mich jetzt gebracht, Danke.
Unser Arbeitskreis ist nur eine bunte Mischung verschiedenster Bewirtschaftungsformen- und daraus ergibt sich eine sehr grosse Informationsstreubreite.
Wie und was uns der Klimawandel bringt, das wissen wir nicht, aber wir können jetzt schon absehen, dass Energie immer knapper wird, dass Wasser ebenfalls eine begrenzte Ressource ist und da müssen wir uns darauf einstellen.
Die steigenden Düngerpreise zeigen uns auch wohin die Reise gehen wird.
Kannst gerne bei uns mitmachen, mich hat das Thema Boden schon seit langer Zeit interessiert, ich stand einmal in meinem Leben vor einem Acker, der mir die Tränen in die Augen getrieben hat- und das hat mich nie mehr losgelassen.
Wie ich  schrieb- ändern geht am Leichtesten wegen Leidensdruck.
Das "alte Wissen" - Landwirtschaft gabs ja schon vor Thaer und Liebig- und es scheint wirklich begnadete Ackerbaukulturen gegeben zu haben- Hochkulturen konnten nur entstehen, wenn es ausreichende Nahrungsmittel gegeben hat.
Mit hungrigem Bauch entstehen keine baulichen Kunstwerke und keine musikalischen oder literarischen Meisterleistungen.
Also dürfen wir unseren Hochmut ganz schnell beiseite legen und von den Erfahrungen unserer Vorfahren auch ein Scheibchen abschneiden.
Solche alten Zöpfe wie Fruchtfolge, Humusaufbau usw. haben die Erde lange Zeit fruchtbar erhalten.
Wenn wir jetzt meinen, wir könnten auf all das verzichten-
nun ja, wir sehen ja, was wir damit erreicht haben.
Herzl. Grüsse
maria

Gespeichert
Gisela
Vereinsmitglied
*
Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 108


« Antwort #79 am: 26.02.08, 10:49 »

Hallo,
ich habe gerade mit großem Interesse eure Beiträge gelesen.
Ich glaube,das die jetzigen Düngemittelpreise ein super Chance sind. Viele fangen an sich nun generelle Gedanken zum Boden zu machen.
Ohne lebenden Boden gibt es keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen. Ohne die Arbeit von Milliarden von Bodenorganismen, Bakterien, Pilzen und Algen wäre das Leben schon längst erstickt. In Jahrmillionen hat die Natur eine nur 20-30 Zentimenter dicken Schicht fruchtbarer Erde aufgebaut. An diesen obersten Zentimetern humusreicher Erde hängt die Existenz der Menschen.
Haben viele vergessen. Allein in NRW wird jeden Tag 15 ha Boden verbraucht. ( Straßen und andere Versiegelungen).
Sogar unser Landwirschaftsminister hat gesagt, das dieses gestoppt werden muß.
Liebe Grüsse
Gisela
Gespeichert
mary
Vereinsmitglied
*
Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 6428


Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #80 am: 26.02.08, 13:14 »

Hallo Gisela,
wusstest du, dass es sogar einen Boden des Jahres gibt. Ich hab es gestern zum ersten Mal gehört. 2008 ist die Braunerde der Boden des Jahres. Die Schwarzerde war auch schon Boden des Jahres, lies dir mal den Wiki-Eintrag über die Schwarzerden durch, du findest dort auch wieder die Holzkohle- würd mich natürlich furchtbar interessieren, woher diese Jungsteinzeitler solche Kenntnisse und Fähigkeiten in Richtung Bodenfruchtbarkeit hatten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzerde
So ein Zeitreisemaschinchen, um  in die Vergangenheit der grossen Ackerbaukulturen zu fahren, wär gar nicht so schlecht.
Herzl. Grüsse
maria
Gespeichert
Seiten: 1 ... 3 4 5 [6] | Nach oben Drucken 
« vorheriges nächstes »
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.16 | SMF © 2006-2007, Simple Machines
Dilber MC Theme by HarzeM
Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS
Homepage - Tractorpulling - Pferdeforum
Infothek - Branchenbuch - Gesetze/Verordnungen - Pachtspiegel
nach oben