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Autor Thema: Klimawechsel und LW - Folgen, Konsequenzen  (Gelesen 6445 mal)
passivM
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« am: 08.01.07, 19:56 »

Hallo, Ihr Lieben!

Es gerät ja scheinbar alles aus dem Lot. Unsere Winter verschieben sich weit in den Frühling oder sie bleiben ganz aus, und wir bekommen statt dessen eine Art Regenzeit. Das muss doch Folgen haben für die LW. Ich denke nicht nur an Schädlinge in Flur und Wäldern, ich denke auch an Aussaat- und Erntetermine, an neue Sorten u.s.w. Ich selbst hab' ja im Grunde kaum Ahnung vom Ackerbau, aber ich würde mich sehr dafür interessieren, was unsere "Fachleute" dazu meinen...  Ich frage einfach mal ins Blaue: Gibt es schon neue Konzepte, oder zumindest Ideen? Auf welche Art und Weise sollten wir uns den veränderten Bedingungen anpassen? - Ich meine, es ist doch klar, dass das nicht nur eine vorübergehende Laune der Natur ist, oder?

lieben Gruß
Anna
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mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #1 am: 08.01.07, 20:47 »

Hallo AnnaAnna,
wenn du über den Klimawandel mehr wissen willst, Al Gore hat ein ziemlich drastisches Buch darüber geschrieben.
Ich bin momentan wegen des Frühlings noch nicht so besorgt, letzter Winter war 4 Monate geschlossene Schneedecke, da hatte die Natur auch ganz schön zu knacken.
Die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft hatte im Jahr 2oo5 eine Tagung zur Klimaveränderung gemacht,
es gibt ansonsten sicher auch viele, die sich damit befassen,
aber wie es sich letztlich auswirken wird, das werden wir erst nach und nach feststellen können.
Ich frag mich, wie die Ausrichtung von einer nachhaltigen Energieerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen, dazu die Versorung mit Nahrungsmitteln in Zusammenhang mit dem unberechenbareren Klima machbar sein wird.
Und vor allem, wie sich unsere Böden mit den extremeren Wettersituationen auseinander setzen können.
Wie schaffen wir es, dass wir die Wasserhaltefähigkeit, wie die Anpassung an Trockenheit besser schaffen.
Pflanzengesundheit hat mit Bodengesundheit zu tun,
das sehe ich als unsere einzige Chance an, um eine nachhaltige Landwirtschaft betreiben zu können.
In den letzten Jahren haben sich die Wetterextreme schon ziemlich gezeigt und da sieht man sehr gut, wie sich der Boden damit auseinandersetzt.
Die Frage wird sein, haben wir den Mut und die Kraft,
damit fertig zu werden.
Herzl. Grüsse
maria

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passivM
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« Antwort #2 am: 10.01.07, 16:10 »

...hm. Ich kann gar nicht versehen, dass das Thema auf so wenig Interesse stößt.
Aber ich muss zugeben, mein Mann nimmt das auch nicht ernst. Naja...   Aber nix für ungut Wink
lieben Gruß
Anna
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mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #3 am: 10.01.07, 16:30 »

Hallo Anna,
mein Mann hat mich vor ein paar Jahren auch noch ausgelacht und erst langsam sich mit diesem Thema auseinandergesetzt. Ich habe ihn in gebeten, sich das Thema von fachlicher Seite anzuhören.
Inzwischen steht er meinen Bemühungen, in Richtung Boden etwas zu verändern, sehr aufgeschlossen gegenüber. Die letzten 4 Jahre waren wettermässig sehr durchwachsen- wir haben Boden und Pflanzen als Anschauungsobjekte vor Augen und man sieht schon, dass man auch was machen kann.
Wir haben gestern einen Lichtbildervortrag über Landwirtschaft in Bolivien gesehen- da sind die Auswirkungen noch viel gravierenden.
Ich habe mir vor einer Weile die Bücher von DEnnis Meadows besorgt und habe verglichen, was er in den 70iger Jahren gesagt hat- und was davon eingetroffen ist- und dann noch von Poltikern, aus dieser Zeit,
daraus kann ich ungefähr ermessen, wer annähernd Recht hat.
Das sich noch nicht allzuviele dafür interessieren-
es dauert alles seine Zeit.
Vor 3 Jahren haben wir den ersten Vortrag über die Auswirkungen der Klimaveränderungen und Anpassungsstrategien für den Ackerbau angehört-
und im letzten Jahr haben wir uns praxisnahe Versuche über Humusaufbau angeschaut-
es gibt bei uns zum Glück eine Gruppe Bauern, die sich auch dafür interessieren-
und so lernen wir voneinander.
Denn als Landwirte sind wir von Klimaveränderungen betroffen-
und müssen versuchen, damit klar zu kommen.
Mir hat gestern an dem Vortrag über den Versuch- im Hochland b´von Bolivien Landwirten zu helfen, dass sie dort leben können- so gut gefallen, mit welch einfachen Methoden geholfen werden kann-
aber da hätten auch alle sagen können, wie schlimm und furchtbar das ist- und hätten nichts machen können.
Aber ein paar Menschen haben angepackt und haben mit kleinen Hilfen sehr viel erreicht.
Und so sehe ich es beim Klima genauso-
angesichts der Bedrohung und Veränderung, die passieren könnten,
wäre es eine Möglichkeit, den Kopf in den Sand zu stecken und einfach so weiter zu machen-
oder zu schauen, was in den eigenen Möglichkeiten liegt.
Ich habe gestern eine Mail bekommen, wie jetzt für die europäische Energieversorgung die Regenwälder noch mehr abgeholzt werden-
scheinbar ist das Gefühl dafür, was damit für das dortige Klima ausgelöst wird, noch nicht vorhanden- und angesichts der Karstgebiete in Italien und wo anders - ob es möglich ist, wieder mehr Pflanzen, die CO 2 binden und Sauerstoff liefern, anzusiedeln.
Unsere Tochter hat in Thailand ein Projekt besichtigt, wo erosionsgefährdete Hänge wieder angepflanzt worden sind, aber in diesem Klima ist das auch möglich und es haben sehr viele dazugeholfen.
Ich hoffe immer, dass der Mensch letztendlich seine Intelligenz doch eher dafür nutzen wird, die Erde bewohnbar zu halten-
als Lebensraum auf den Mars zu schaffen.
Herzliche Grüsse
maria
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passivM
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« Antwort #4 am: 11.01.07, 16:52 »

Ich möchte euch mal einen Link hier rein kopieren,
damit ihr nicht meint, mary und ich würden "spinnen"
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/bstuecke/63649/index.html
evtl. müsst Ihr es zwei mal probieren, ich kam auf Anhieb auch nicht gleich rein.
lieben Gruß
Anna
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KlausS
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« Antwort #5 am: 11.01.07, 17:36 »

Hallo,

ich denke , mit dem Klimawandel ist es ernster als man glaubt.

1980 gab es Global 2000 , ich glaube im Auftrag der amerikanischen Regierung, wo schon sehr viel von dem beschrieben wird, wie sich das Klima entickeln könnte.

1988 in Australien hat man versucht zu errechnen, wie man mit dem Klimawandel umgeht und ob  man davon profitieren könnte. Nur bei den damaligen Verursachern ( Europa, USA wird ein Thema totgeschwiegen.

Jetzt kommt auch noch China und Indien dazu . 

Jetzt gerade mal wird von der Politik in Europa, vielleicht ein wenig in den USA registriert, dass es Klimawandel gibt.

Italienische Reben werden doch auch schon in Süddeutschland angebaut, die Blauzungenkrankheit war bis vor einigen Jahren nur in Südeuropa bekannt und in der Nordsee dominieren südlichere Krabbenarten, sogar versuchsweise Weizenanbau auf Grönland  findete statt- usw.

Ich finde , da hat die Politik kläglich versagt, das Problem anzupacken.
Verantwortlich fühlt sich  natürlich keiner.- Und das nicht nur beim Klimawandel.

Natürlich kann es auch Vorteile für die Landwirtschaft bringen.Sicherlich muss man das beste , wie immer draus machen.  Badisacher Chianti schmeckt bestimmt super.

Viel Grüße
Klaus


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Schoko
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« Antwort #6 am: 11.01.07, 18:16 »

    von Mary:Ich habe ihn in gebeten, sich das Thema von fachlicher Seite anzuhören.
Inzwischen steht er meinen Bemühungen, in Richtung Boden etwas zu verändern, sehr aufgeschlossen gegenüber.
@Maria,  wir haben darüber schon mal diskutiert.    Ihr macht auch nichts anderes als wir Landwirte in unserer Gegend.     Wir machen uns auch Gedanken und sind in einem Arbeitskreis,(Leiter ist von der TU Weihenstephan) der auch diese Fragen behandelt.
Schoko
[/quote]
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mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #7 am: 11.01.07, 19:03 »

Hallo Klaus,
für unsere Gegend wird ein Klima wie im Tessin vorhergesagt,
dann können wir Orangen und Mandarinen pflanzen.
Wie sich das Klima wirklich verändern wird,
kann doch keiner ganz genau vorhersagen.
Aber mir wird schlecht wenn ich an die grossflächigen Rodungen des Regenwaldes denke, jetzt holzen sie ihn ab, damit sie Palmöl und Soja anbauen können, nach ein paar Jahren sind die Böden hart wie Stein.
Die grossflächigen Rodungen der Wälder haben bestimmt grössere Auswirkungen auf das Weltklima- und abgesehen davon, sie sind die grünen Lungen und Sauerstoffspender, wandeln CO2 um- das wir ja in genügender Menge erzeugen.
Eigentlich ist das doch logisch, das CO2 wurde vor Millionen Jahren eingelagert und heute setzen wir es wieder frei.
Dafür müssten wir jede Menge anpflanzen-
dazu bauen wir Humus ab, anstatt ihn aufzubauen.
Die Klimaänderung werden wir nicht mehr aufhalten können, wir müssen schon froh sein, wenn wir sie halten könnten.
Entscheidend wird sein, wie wir die Niederschläge im Boden halten können und die Böden trockenheitsressistenter machen können.
Herzl. Grüsse
maria
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passivM
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« Antwort #8 am: 11.01.07, 20:17 »

Zum Thema "Trockenheitsresistenz" habe ich noch nicht "das richtige" gefunden.  Ich habe einiges über Kapillarwasser gelesen. Aber ich hätte ja gerne gewußt, was der Bauer machen, bzw. wie er seine Scholle bearbeiten könnte, damit es nicht zur Verschlämmung oder zur Errosion o.ä. kommt. Ich bin auf ein warnendes Beispiel aus den USA gestoßen, und aus den Erkenntnissen, die man daraus zog. Für die meisten von euch ist das sicher nichts neues. Aber ich stelle den Link mal rein, denn ich würde mir eine Diskussion in dieser Art wünschen.
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/02/03H082/t3.pdf
Aber wenn ich z.B. an Don Ronaldo in Markko denke, der in seinem Jarden Paradis sein Gemüse zwischen das Wildobst pflanzen will, oder an das Stichwort "Windschutzhecke", dann höre im Geist meinen Mann stöhnen - wegen der Größe und Wirtschaftlichkeit der Bearbeitungseinheiten. Ihr merkt, ich habe viel Interesse, aber nicht viel Ahnung von all dem. Deshalb traue ich mich auch mal, ganz blöd zu fragen: Gibt es vieleicht irgendwelche Salze oder andere Mineralien, die von den Feldfrüchten vertragen werden, und die dem Boden helfen würden, das Wasser besser zu binden?
lieben Gruß
Anna
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #9 am: 12.01.07, 00:07 »

Hallo AnnaAnna,
das Foto mit dem Staubsturm schaut schon grausig aus. Ich habe vor kurzem gelesen, wieviel Fläche pro Jahr erodiert und wieviel Wüste wird, es war sehr viel.
Schlimm ist, dass scheinbar die Umkehrung einer unfruchtbaren Fläche fast nicht mehr zu einer fruchtbaren Fläche gemacht werden kann.
Ob es Salze oder Mineralien gibt, die das Wasser besser binden helfen,
ich habe vor 3 Jahren einen Vortrag gehört- wo der Bodenbiologe Fotos von kranken Böden aus der ganzen Welt hergezeigt hat- er wird gerufen, wenn nichts mehr hilft.
Er hatte Anschauungsmaterial dabei,
2 mal Erde,
in einem Behälter, so eine Art Katzenklo mit Gitter,
in einem war normale Erde aus einem Maisfeld und im anderen eine humusreiche Erde,
er nahm eine Giesskanne und lies je5 Liter Wasser in einer vorgegebenen Zeit auf die beiden Flächen mit der Brause drauf-
nach ein paar Minuten sah man den Unterschied,
bei der normalen Erde zog das Wasser tiefe Rinnen, der Unterboden war staubtrocken, durch das Sieb war sehr viel Erde mitgeschwemmt worden, es war eine braune Brühe,
bei der humusreichen Erde war die Erde wie ein Schwamm durchfeuchtet, es war fast kein Wasser durch das Sieb geflossen, das wenige Wasser war klar.
Der Anschauungsunterricht war uns allen damals klar genug.
So gesehen kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Salz oder Mineral helfen könnte, ausser bei einem Sandboden mit Bentonit.
Ob nicht eine Mulchschicht die bessere Vorbeugung gegen Austrocknen wäre- im Garten gut machbar, aber auf dem Betrieb, da sind wir selbst noch nicht so ganz schlüssig, wie das gehen könnte.
Wir waren im letzten Jahr bei einer Feldtagung eines Betriebes, der seit vielen Jahren mit Mulch arbeitet, man sah den Unterschied, es war damals sehr trocken, die ungemulchten Nachbarfelder waren um einiges ausgetrockneter.
Ich habe mein Wissen aus Büchern und dann draussen ausprobiert, da sieht man relativ schnell, ob man auf dem richtigen Weg ist.
Wenn es dich interessiert, ich kann dir gerne ein paar Buchtips geben.
In den 4 Jahren, in denen wir versuchen, Humus aufzubauen, hat das Wetter wirklich alle Trümpfe ausgespielt, da war ganz schön was los.
Am liebsten würde ich nochmals in die Schule gehen- und genau diesen Bereich Landwirtschaft lernen.
Herzl. Grüsse
maria
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« Antwort #10 am: 12.01.07, 14:28 »

Ja, das würde mich schon interessieren. Vielleicht könntest du deine Buchtipps ja hier rein stellen, für alle  Wink

Aber ehrlich: Im Garten ist das mit dem mulchen sicher gut machbar. Aber im Betrieb...? Ich kenne da z.B. einen in den NB, der bewirtschaftet etwa 2000 ha ! (Das muss man sich mal vorstellen!) Ich glaube, der ist sehr kompetent, und er hat viel Ahnung vom Ackerbau. Mein Mann meinte mal zu dieser Region: "Da wächst nichts" (war in Richtung Garten gedacht). Aber dieser Unternehmer ("Bauer" passt da nicht mehr so recht) hatte eine gute Ernte reingefahren. Ich nehmen an, die Düngen u.s.w. wie man das halt so macht - aber wie verbessert man den Boden an sich, und das bei soooo einer Fläche.
Und was sagt man beim mulchen zur "Feldhygiene". Es heißt, doch das würde den Krankheitsdruck erhöhen. Oder irre ich mich da?
Im Grunde finde ich das mulchen schon gut, und es tut mir weh, wenn ich im Garten die "nackige" Erde so liegen sehe... Soll heißen: Ich bin nicht gegen das mulchen. Deswegen würde mich das schon interessieren, wie dieser Betrieb von dem du schreibst, arbeitet. Kann man da an Infos rankommen. Oder hat der z.B. eine Website?
lieben Gruß
Anna
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« Antwort #11 am: 15.01.07, 14:40 »

Mary,
kennst du das?
Hatte mal unter "Ton, Granulat" gegooglet (und bin erst bei Seramis gelandet  Cheesy ) Aber dann fand ich das (kann man auch in der LW einsetzen):
http://www.humintech.com/049/agriculture/products/humagra_granulat.html
Es scheint mir ungefähr das zu sein, wonach ich gesucht hatte. Ich würde das, wenn wir in den NB sind, gerne im Garten ausprobieren. Aber es ist auch für LW geeignet, und weil wir dort hin ja nicht unseren guten Lehmboden mitnehmen können, dachte ich, ich mache mich mal schlau...  naja. Mein Mann scheint das sogar ernst zu nehmen. Der meinte, ich solle mir halt mal ein paar gute Bücher kaufen...  Dachte ich, OK, ich schaue erst mal im Internet - ist billiger...  Notfalls kann ich mir immernoch ein Buch kaufen.  Wink
Schreibe mir doch mal, was du dazu meinst.

lieben Gruß
Anna
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Mirjam
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« Antwort #12 am: 15.01.07, 15:07 »


Also ich glaub einige Betriebe machen das hier ja schon so: Direkt/Mulchsaat und ist ja nix gaaanz so neues, oder?

Ein Auszug aus der Horsch-Homepage - ist ja nicht so, dass der Pflanzenbau das erst "jetzt" entdeckt  Wink:

Die Zeit für den Acker wird knapp: Folgerungen aus dem Klimawandel

Wie kann der Landwirt ackerbaulich auf den Klimawandel reagieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Ausführungen von HORSCH-Mitarbeiter Kurt Glück bei den Grainauer Tagen der Bayerischen Jungbauernschaft. Aus bisherigen Erkenntnissen, so erläuterte Kurt Glück, ergebe sich, dass mit einer Veränderung der Wetterlagen hin zu größeren Ausschlägen gerechnet werden müsse: extremere Trockenheit, extremere Nässe.

Was bedeutet das für den Landwirt? Kurt Glück: "Dem Praktiker bleiben weniger Tage für Bodenbearbeitung und Bestellung als bisher; die Zeit wird knapper." Die Folgerung, die sich für die Arbeitsorganisation ergebe, sei klar: "Die Schlagkraft und die Flexibilität müssen höher werden, der Landwirt muss mit einem einzigen Arbeitsgang möglichst viel erreichen. Wofür ihm bislang vielleicht drei Wochen zur Verfügung standen, hat er künftig eventuell nur noch drei Tage Zeit." Für die Mechanisierung bedeute das, gegebenenfalls primäre Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Aussaat in einem einzigen Arbeitsgang zu erledigen – in der Summe: weniger Eingriffe in die Bodenstruktur; das Augenmerk liegt auf der Konservierung des Gefüges.

Für HORSCH sei das ein vertrautes Feld: "Die Firma HORSCH hat solche Überlegungen zur minimalen Bodenbearbeitung schon vor zehn Jahren angestellt und in der Praxis auf Tausenden von Hektar umgesetzt." Kurt Glück erläuterte, warum angesichts der Folgerungen aus dem Klimawandel die naheliegende Praxis der Direktsaat für HORSCH kein Thema (mehr) ist: "Mit den klimatischen Voraussetzungen in Mitteleuropa lassen sich die möglichen und üblichen hohen Erträge nicht dauerhaft erzielen, wenn man auf Bodenbearbeitung völlig verzichtet." Gefragt sei eine differenzierte Bodenbearbeitung, angepasst an Bodenverhältnisse, Fruchtfolge, Niederschläge und orientiert an der Schaffung optimaler Wachstumsbedingungen.

Was darunter zu verstehen ist, erläuterte Kurt Glück im Detail: Strohrotte anregen, Ausfallgetreide zum Auflaufen bringen; Ernterückstände und Bewuchs gleichmäßig einmischen; Boden lockern; wassersparend bearbeiten (zum Beispiel den gelockerten Boden rückverfestigen); Boden belüften; Sohlenbildung vermeiden; evtl. Unkraut bekämpfen; Saatbett optimal bereiten (Feinerde schaffen, rückverfestigen, einebnen).
Kurt Glück stellte den Zuhörern, die aus ganz Bayern nach Grainau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) gekommen waren, die technischen Lösungen vor, die HORSCH für die moderne, konservierende und schnelle Bodenbearbeitung entwickelt hat. HORSCH ist auch für extreme Forderungen gerüstet: Die Kombination des Schwergrubbers Tiger mit einer HORSCH-Drille Pronto erlaubt es, tiefe Lockerung, Saatbettbereitung und Aussaat tatsächlich in einem einzigen Arbeitsgang und mit ordentlicher Geschwindigkeit von über zehn Stundenkilometern zu erledigen.
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passivM
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« Antwort #13 am: 15.01.07, 15:37 »

Ja, das weiß ich auch - Es gibt schon tolle Geräte  Wink
Aber mal dumm und quer gefragt:

Was hälst du von der Idee, Sandböden mit z.B. mit Tongranulat (zum Düngen) oder mit Tonmehl zu verbessern (gibt es z.B. bei http://www.tonmehl.de), mit Blick auf die Feldkapazität (Wasserrückhaltevermögen)? Meinst du als Praktikerin, so was könnte klappen? Oder was gäbe es sonst noch für Möglichkeiten?

lieben Gruß
Anna
« Letzte Änderung: 15.01.07, 16:04 von AnnaAnna » Gespeichert

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mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #14 am: 15.01.07, 16:17 »

Hallo AnnaAnna,
hab deine Frage nicht vergessen, ich stell dir eine Liste der Bücher zusammen, bzw. bin dabei, es zu tun.
Du bräuchtest für deinen Sanboden organische Masse und als Starter Kompost, EM oder Bokashi und Steinmehl. So weit ich weiß hilft bei Sandböden Bentonit besser-
Tongranulat für ein Beet oder für kleinere Flächen ist vorstellbar,
aber das kommt bestimmt nicht ganz billig.
Der Humus wäre der beste Wasserspeicher-
der Herwig Pommeresche hat in Norwegen auf kahlem Felsen versucht Humus selbst aufzubauen,
rein von der Logik her müsste das gehen.
Und der Namensgeber der Lupine- Schultz Lupitz hat auf den Sandböden des Ostens auch geschafft, sie zu verbessern.
Sandboden würde ich unbedingt mulchen, damit senkst du schon mal die Verdunstung enorm herab und das zarte Bodenleben wäre besser geschützt.
Der bayer. Regenwurmpapst Dr. Johannes Bauchhens hat in einem Vortrag von 1 cm in hundert Jahren Humusbildung gesprochen, wenn es kein Verfahren gibt, schneller Humus aufzubauen, dann erleben wir es nicht mehr.
Wieviel Fläche Sandboden hast du zu bewirtschaften?
Der Vortrag bei der Jungbauernschaft war sicher sehr interessant, aber mir fällt auf, es wird nur immer von der technischen Seite an die Bodenbarbeitung angegangen, dass man z. Beispiel diesen Boden als lebendes System sehen könnte, der in einer Symbiose von Milliarden Lebewesen Humus aufbaut, das wird scheinbar übersehen.
Das Leben im Boden braucht genauso Nahrung, in der Regel lebt unter der Erde mehr GV als oberirdisch davon leben kann.
IN den früheren Kulturen wurde von Muttererde gesprochen, irgendwie hat sich da gewaltig was verändert.
Herzl. Grüsse
maria
« Letzte Änderung: 15.01.07, 16:28 von mary » Gespeichert
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