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Autor Thema: Saisonarbeitskräfte  (Gelesen 13805 mal)
Katharina
Rheinhessen
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Bäuerinnen - find ich gut!


« Antwort #90 am: 07.11.06, 23:02 »

Ich hab in der Fachzeitschrift Obstbau das Ergebnis der Umfrage gefunden.

Zitat
                          Die Eckpunkteregelung ist gescheitert

Die von vielen berufsständischen Organisationen gemeinsam durchgeführte zweite Fragebogenaktion zur Vermittlung inländischer Arbeitskräfte in landwirtschaftliche Saisontätigkeiten hat die von uns vorausgesagten Schwierigkeiten eindrucksvoll bestätigt. Vorgestellt wurden die Ergebnisse am 23.10.2006 in Berlin auf der vierten Veranstaltung zum Monitoringprozess im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Die Leitung hatte Staatssekretär Anzinger.

Die Auswertung der ca. 1.000 zurückgesandten Fragebögen hat ergeben, dass:

     · Für die insgesamt 7.823 für Erntearbeiten beantragten Saisonkräfte die Bundesagentur für Arbeit 7.839 Arbeitslose zusagte.
     · Von diesen Personen erschienen laut Umfrage aber nur 5.233 zum Vorstellungsgespräch.
     · 2.859 haben die Erntearbeiten angetreten und nur
     · 1.264 Arbeitslose erfüllten ihren Arbeitsvertrag.

Auch wenn sich die regionalen Arbeitsagenturen intensiv bemühten, den Betrieben eine ausreichende Anzahl an Bewerbern vorzuschlagen, ist es in vielen Fällen nicht gelungen, diese Personen zur Arbeitsaufnahme zu bewegen bzw. über einen längeren Zeitraum zu beschäftigten. Oftmals erschienen die von den Arbeitsagenturen vorgeschlagen Personen nicht einmal zu den Vorstellungsgesprächen. Diese Ergebnisse aus der Praxis zeigen, dass es nicht gelungen ist, die zwangsweise durchgeführte Reduzierung der osteuropäischen Saisonarbeitskräfte durch Arbeitskräfte vom heimischen Arbeitsmarkt aufzufangen. Somit standen den Obstbaubetrieben im Jahre 2006 zu wenige Saisonarbeitskräfte zur Verfügung, denn die Anzahl der Arbeitserlaubnisverfahren für ausländische Saisonarbeitnehmer fiel auf 290.238. Dies ist gegenüber dem entsprechenden Vergleichszeitraum des Vorjahres ein Rückgang um 6,9 %.


Hier könnt ihr weiterlesen.

Quelle: Fachzeitschrift Obstbau, Leitartikel November 2006
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Liebe Grüße
von Uta (Katharina)

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Dirk
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« Antwort #91 am: 04.04.07, 23:44 »

Hallo,

mein neuer chef hat mich beauftragt, die Zeiterfassung seiner Saisonkräfte etwas besser zu gestalten. Sie stechen Spargel und jäten Möhren und Zwiebeln mit dem Flieger. Akkordlohn gibts nicht. Bisher haben sie ihre Stunden wochen- oder monatsweise selbst aufgeschrieben, wahrscheinlich mit dem Ergebnis, daß sicherlich nicht wenige Stunden aufgeschrieben wurden, die nicht gearbeitet wurden.

Wie wird das bei euch gehandhabt? Habt ihr Tips für mich?

Gruß
Dirk
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freilandrose
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« Antwort #92 am: 05.04.07, 13:22 »

Hallo Dirk,

TIp hab ich leider keinen für mich. Das Thema wird immer schwierig bleiben. Erst heute früh hab ich auch darüber nachgedacht.
Ich denke, die Leute sollen schon selber aufschreiben, aber dann täglich die Stundenzahl bringen und Dich unterschreiben lassen. Du kannst das ja täglich kontrollieren ob die Stunden stimmen könnten. Am Ende vom Monat wird dann abgerechnet.
Viel Glück Cool
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Liebe Grüsse
Freilandrose
Frieder
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« Antwort #93 am: 05.04.07, 15:18 »





siehe auch hier:

http://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php/topic,17373.0.html
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Katharina
Rheinhessen
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« Antwort #94 am: 06.04.07, 09:31 »

Hallo Dirk

bei uns sind in der Spargelsaison eine überschaubare Anzahl Leute beschäftigt. Das heisst, es sind unter 10 Ak. Wir stechen den Spargel nicht im Akkord. Allerdings nehmen wir in dieser Zeit nur Leute, die sich bewährt haben.
Größere Spargelhöfe hier im Umfeld stechen generell im Akkord. Jeder hat immer die gleiche Reihe und seine Spargel werden je nach Qualität dann nach kg bezahlt.

Während der Obsternte pflücken wir zum Teil auch Akkord. Das ist die gerechteste Bezahlung und für uns und unsere Mitarbeitern am vorteilhaftesten.

In deinem Fall würde ich Kontrollen durchführen. Die Arbeitsstd. (Arbeitsbeginn und -ende) abends bei jedem Mitarbeiter einzeln erfassen und auch die Pausenzeiten (!) festhalten. Gib ihnen ruhig das Gefühl, dass du auf eine exakte Abrechnung aus bist.

Generell vergleiche in die Arbeitszeiten unserer Mitarbeiter und habe auch meine eigenen Aufzeichnungen dazu. Es ist allerdings erschwert, wenn sie verschieden lang arbeiten. Das non-plus-ultra hab ich leider auch noch nicht gefunden.
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von Uta (Katharina)

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theresa
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« Antwort #95 am: 04.07.07, 10:04 »

Bei uns sind sehr viele Saisonarbeitskräfte beschäftigt. Deshalb benötige ich ständig Gummihandschuhe in großen Mengen.  Oftmals ist die Qualität schlecht, oder der Preis zu hoch. Wo kauft Ihr euere Handschuhe? Könnt Ihr mir eine Adresse nennen?
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Katharina
Rheinhessen
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« Antwort #96 am: 18.09.07, 22:57 »

Da die Erntezeit jetzt ziemlich zu Ende geht, möcht ich euch nach den Erfahrungen in diesem Jahr fragen.

Wie ist es dieses Jahr bei euch gelaufen mit den Saisonarbeitskräften?
Hattet ihr Probleme, genügend Erntehelfer zu bekommen?
Sind von den langjährigen Mitarbeitern aus Osteuropa welche in andere europäische Länder zum Arbeiten gefahren?

Hattet ihr deutsche Erntehelfer beschäftigt? Wie waren die Erfahrungen mit ihnen?

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von Uta (Katharina)

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Katharina
Rheinhessen
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« Antwort #97 am: 18.09.07, 23:03 »

Da im Sommer zur Obsternte auch gleichzeitig Semesterferien sind, hatten wir keine Probleme genügend Erntehelfer zu bekommen. Die meisten kommen aus Polen und sind schon ein paar Jahre bei uns. Von ihnen erhalten wir auch neue Adressen von arbeitssuchenden Studenten.

Allerdings sind auch 2-3 unserer bisherigen Mitarbeiter nach England dieses Jahr.

Seit 3 Jahren beschäftigen wir auch Rumänen und haben sehr gute Erfahrungen mit ihnen gemacht.

Deutsche Erntehelfer hatten wir dieses Jahr keine, da wir verstärkt auf maschinelle Ernte umstellen und wir letztes Jahr sehr schlechte Erfahrungen mit diesen gemacht hatten.
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von Uta (Katharina)

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Margret
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« Antwort #98 am: 19.09.07, 07:48 »

Guten Morgen,

wir sind ein sehr kleiner Obstbaubetrieb (nur noch 50 ar Äpfel).
Wir haben natürl. dafür keine ausl. Saisaonarbeitskräfte  sondern ausschl. deutsche...
Es sind zwei ganz nette Hausfrauen vom Ort,  Freundinnen  von mir eigentlich,  die ein wenig Arbeit gesucht haben neben den größer gewordenen Kindern.   Die Familie und versch. Umstände sind ihnen solche  "Klötze am Bein"  auf dem normalen Arbeitsmarkt,  dass sie sonst nicht gut unterkommen können.
So helfen sie im Obst- und Weinbau das ganze Jahr über bei fast allem was anfällt  und es tut uns und ihnen sehr gut.
Es passt so wie es ist.

Aber nun hoffe ich,  dass andere  von ihren Erfahrungen zu Saison - AK berichten.

Ich hab bloß deshalb schreiben wollen,  damit die klar wird,  wenn es passt,  dann kann man mit dt. Helfern einen Glücksgriff tun.
Nur wollen hier die wenigsten unter den stressigeren Arbeitsbedingungen eines großen Betriebes mit absoluten Spitzen  arbeiten.

Margret
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freilandrose
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« Antwort #99 am: 19.09.07, 23:32 »

Auch wir haben dieses Jahr GLück mit einem Rumänischen Mitarbeiter. Ist super fleissig, versteht Deutsch, tut alles, was man ihm aufsagt. Echter Glücksgriff.
Unser Russischer Praktikant hatte zwar grosse Anfangsschwierigkeiten, wegen der Sprache. Aber nun, da er bald gehen muss, fällt es mir doch schwer, dass die Zeit bald um ist. Nun hätten wir uns eingelebt Cheesy Cheesy
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Freilandrose
klara
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« Antwort #100 am: 19.09.07, 23:53 »

Hallo,
bei uns steht die Traubenlese an.
Wie letztes Jahr gehören zwei deutsche ältere Frauen zu meiner Stammmannschaft. Ihnen "gefällt" die Arbeit .
Ich denke das Betriebsklima dazu muss auch stimmen.
Auf alle Fälle haben wir schon mehrere Jahre die gleichen Leute. Dazu gehören drei hier verheiratete Phillipininnen u. drei poln. Arbeitskräfte.
LG Klara
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Dirk
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« Antwort #101 am: 25.09.07, 00:24 »

Hallo,

meine erste "Saison" mit entsprechenden Arbeitskräften ist nun auch so gut wie vorbei. Die Erfahrungen sind folgende:
- Unsere Polen waren meistens sehr gute Arbeiter, nur wenn ein Ex-Mitarbeiter von meinem Chef zu Besuch war und reichlich Alkohol ausgegeben hat, waren sie nicht zu gebrauchen, sowohl körperlich als auch moralisch.
In der Regel war es aber eine fleißige und lustige Truppe. Muß unbedingt polnisch lernen, damit ich mitbekomme, ob sie uns veräppeln oder sich Witze erzählen. Zwei Polen (der Bruder von der Schwiegertochter meines Chef und eine (ganz nebenbei, sehr hübsche) Frau) sind noch da und wir würden sie gerne weiter beschäftigen. Ganz legal und dauerhaft. Hat jemand schon mal sowas durchgezogen auf den Ämtern? Uns wollen sie übrigens gerade einen Strick daraus drehen, daß ich die Polen am Montag auf der Gemeinde angemeldet habe und erst am Dienstag beim Arbeitsamt. Jetzt ermittelt der Zoll wegen einem Tag Arbeiten ohne Arbeitserlaubnis.

- der Rest der Saisonarbeiter kam hier aus der Gegend, einer davon eingebürgerter Deutscher, der Rest Türken oder Kurden oder sowas, das wollte keiner so richtig erzählen (manch einer, der da auf den Hof kam konnte auch mangels Deutsch-Kenntnisse weder erzählen, noch konnte oder wollte er uns verstehen). Wir haben mindestens 50 Leute weggeschickt, die arbeiten wollten, aber keine Papiere hatten. Entsprechend verunkrautet sehen auch die Felder aus, weil die paar Männeken natürlich nicht nachkamen mit Jäten. Dafür haben sie irrsinnig viele Stunden aufgeschrieben, die zum Teil utopisch sind. Oder sie wollen mir weismachen, ihre komplette Familie hätte mitgearbeitet und müßte dafür Geld sehen. Am liebsten wollten alle nur schwarz  arbeiten.
Ganz besonders toll finde ich den Müll, den die Brüder auf den Feldern zurückgelassen haben. Gelbe Säcke, die sie sich als Nässeschutz unter die Knie gelegt haben, in rauhen Mengen, ebenso andere Plastiktüten und -säcke, die sie entweder ins Gebüsch rund um den Acker geschmissen oder zwischen den Möhrenreihen verscharrt haben. Bei den letzten Rote Bete, die sie gekrautet haben, hab ich schon mit massivem Lohnabzug gedroht, falls noch irgendein Fitzelchen Müll liegenbleibt, das hat zumindest an dem einen Tag geholfen. Nächstes Jahr schreib ich den Lohnabzug in den Arbeitsvertrag mit rein.

- Das Arbeitsamt hat mir 6 deutsche Arbeitssuchende genannt, die sich umgehend vorstellen sollten. Davon ist kein Einziger aufgetaucht oder hat wenigstens mal angerufen. Danach konnte von seiten der Arbeitsvermittlung angeblich nichts weiter getan werden, als unser Stellenangebot irgendwo auszuhängen und ins Internet zu stellen.

Fazit: Ich muß im nächsten Jahr schon sehr früh anfangen, Leute zu "rekrutieren", die eine Arbeitsgenehmigumg haben und auch die Polen frühzeitig anfordern. Für die Saisonkräfte aus der Umgegend werden wir nicht mehr stundenweise bezahlen, da kommt nur Lug und Betrug zusammen, weil es keiner richtig kontrollieren kann. Die Bezahlung wird dann nach Fläche gehen, die gekrautet wird. Am liebsten wäre es uns, sozusagen einen Subunternehmer zu beauftragen (einen der Leute, die dieses Jahr schon da waren z.B.), der den Rest der Bagage anstellt. So wären wir nicht mehr dafür verantwortlich, daß SV-Beiträge , Steuern etc. pünktlich abgeführt werden.  Aber das wird wohl nicht klappen, denn ich weiß schon jetzt, daß das dann alles nicht klappt und letztendlich doch wieder mein Chef drauf sitzenbleibt, weil es seine Flächen sind, auf denen die Leute arbeiten.
Wenn ich wieder irgendwo Müll finde, gibts für die gesamte Flächen und für alle Leute kein Geld. Das wird vielleicht helfen.

Hat jemand Erfahrung mit Akkkord-Unkrautjäten und -Spargelstechen? Ist zwar unser letztes Spargeljahr, aber irgendwie muß es ja trotzdem laufen.

Gruß

Dirk
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Katharina
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Bäuerinnen - find ich gut!


« Antwort #102 am: 25.09.07, 09:03 »

Hallo Dirk

da hast du ja einige Erfahrungen gesammelt  Wink

Zitat
Zwei Polen (der Bruder von der Schwiegertochter meines Chef und eine (ganz nebenbei, sehr hübsche) Frau) sind noch da und wir würden sie gerne weiter beschäftigen. Ganz legal und dauerhaft. Hat jemand schon mal sowas durchgezogen auf den Ämtern?

Du darfst die Polen für max. 4 Monate im Kalenderjahr hier beschäftigen. Bisher gibts noch keine andere Möglichkeit hier, da die neuen EU-Staaten (ab 2004) keine Arbeitnehmerfreizügigkeit hier haben.

Eine Möglichkeit, einen Mitarbeiter das ganze Jahr zu beschäftigen, wäre als Gastarbeitnehmer. Nach einem Jahr hat der Mitarbeiter dann eine volle Arbeitserlaubnis auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Eine Beschäftigung als Gastarbeitnehmer ist einmalig für 12 Monate, verlängert auf 18 Monate, zur Fortbildung möglich. Eine Bevorrechtigtenprüfung erfolgt nicht.

Voraussetzungen für den Arbeitnehmer:
• Alter von 18 - 40 Jahren
• eine abgeschlossene landwirtschaftliche Berufausbildung (bzw. eine ähnliche wie: Gärtner,
Landmaschinenmechaniker) oder ein abgeschlossenes Agrarstudium (bez. ähnliche
Fachrichtungen)
• mindestens 3 Jahre Berufserfahrung in der Landwirtschaft
• angemessene Deutschkenntnisse in diesem Beruf müssen vorhanden sein
• Im Anschluss ist eine Saisonarbeitnehmerbeschäftigung für 4 Monate wieder möglich.
• Die Bewerbung muß 3-4 Monate vor Arbeitsbeginn vom Arbeitnehmer bei seinem örtlichen
Arbeitsamt im Heimatland eingereicht werden.
• Betriebsleiter muss vorab einen Arbeitsvertrag 3-fach oder eine formlose Einstellungszusage
dem Arbeitnehmer zur Einreichung zusenden.

Voraussetzungen für den Arbeitgeber:
• Landwirtschaftlicher Fachbetrieb mit Qualifikation zum Meister,Techniker oder Ingenieur oder
Nachweis einer Ausbildereignung
• Landwirtschaftliche Familienbetriebe mit o.g. Qualifikation können grundsätzlich einen Gastarbeitnehmer
beschäftigen.
• Für 2 Festangestellte (deutschsprachiges Stammpersonal) kann ein Landwirtschaftsbetrieb
einen Gastarbeitnehmer einstellen (Quote 2:1). Für alle übrigen Betriebe gilt eine Quote
4:1.
• Ein Gastarbeitnehmer muss in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis mit
Facharbeiterlohn im 1. Gehilfenjahr nach dem aktuell gültigen Manteltarif/ Lohntarif für Landwirtschaft und Weinbau beschäftigt werden.
 
zitiert aus dem Merkblatt SAK des BWV Rheinland-Pfalz Süd


Zitat
Uns wollen sie übrigens gerade einen Strick daraus drehen, daß ich die Polen am Montag auf der Gemeinde angemeldet habe und erst am Dienstag beim Arbeitsamt. Jetzt ermittelt der Zoll wegen einem Tag Arbeiten ohne Arbeitserlaubnis.

Hast du als Arbeitsbeginn den Montag oder Dienstag eingetragen?
Es ist sehr wichtig, dass alle Daten genau übereinstimmen und dass die Mitarbeiter auch das genaue Datum des Arbeitsbeginns bei einer Befragung angeben können.
Bei uns ist es so, dass wir die SAK innerhalb von 7 Tagen angemeldet haben müssen. Das wird aber sehr unterschiedlich gehandhabt in Deutschland.

Hat der Zoll bei einer routinemäßigen Kontrolle das im Nachhinein festgestellt oder waren die gleich am ersten Arbeitstag da?
« Letzte Änderung: 25.09.07, 09:09 von Katharina » Gespeichert

Liebe Grüße
von Uta (Katharina)

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Katharina
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« Antwort #103 am: 25.09.07, 10:13 »

Hallo Dirk

Zitat
Am liebsten wäre es uns, sozusagen einen Subunternehmer zu beauftragen (einen der Leute, die dieses Jahr schon da waren z.B.), der den Rest der Bagage anstellt. So wären wir nicht mehr dafür verantwortlich, daß SV-Beiträge , Steuern etc. pünktlich abgeführt werden.  Aber das wird wohl nicht klappen, denn ich weiß schon jetzt, daß das dann alles nicht klappt und letztendlich doch wieder mein Chef drauf sitzenbleibt, weil es seine Flächen sind, auf denen die Leute arbeiten.

Das mit den Sub-Unternehmern ist ein heißes Eisen.
Der Pole, den du dafür vorgesehen hast, muss in Polen ein Unternehmen führen, dass dort ebenfalls diese Dienstleistung anbietet.
Falls eine Kontrolle bei euch auf dem Betrieb ist, darf keiner Arbeiter auf die Frage: Wer ist hier der Chef? Wer sagt euch, was ihr machen müsst? - auf dich oder deinen Chef zeigen.
Die Fahrzeuge müssen dem Subunternehmer gehören, die Arbeitsgeräte ebenfalls.
Die Unterkünfte für die Arbeiter dürfen nicht auf dem Betriebsgelände sein.

Es gibt noch viele Sachen, die da bedacht werden müssen.

Es ist durchaus möglich, einzelne Arbeiten zu vergeben. Du kannst dich bei deinem Bauernverband beraten lassen, die haben haben meist einen Mitarbeiter, der darauf spezialisiert ist.
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« Antwort #104 am: 25.09.07, 23:39 »


Wie letztes Jahr gehören zwei deutsche ältere Frauen zu meiner Stammmannschaft. Ihnen "gefällt" die Arbeit .
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Hallo Klara

wir hatten früher auch Frauen hier aus dem Ort, die mitgingen in der Obsternte. Aber das war noch in meiner Kindheit. Die wurden älter und jüngere wollten nicht.

Nach diesen Frauen hatten wir Italiener und Jugoslawen, die hier in Mainz wohnten.
Als wir den Betrieb übernahmen, hatten wir lauter türkische Jugendliche, die in den Sommerferien sich was dazuverdienen wollten. Das waren wilde und sehr stressige Zeiten, die konnten wir nur als junge Leute mit guuuten Nerven durchstehen. Wie oft kam es zu Kämpfen auf dem Acker zwischen Kurden und Türken, zeitweise haben wir morgens vor Arbeitsbeginn erst mal alle Messer einkassiert.

Dann kamen vor 26 Jahren die ersten Polen hierher. Mit denen sind wir sehr zufrieden. Die Mentalität gleicht unserer. Einer der ersten Polen von damals ist immer noch im Sommer bei uns beschäftigt und hat die ganze Familie mitgebracht.

Das Betriebsklima muss schon stimmen. Unsere Mitarbeiter kommen alle viele Jahre und schicken auch ihre Freunde hierher.
Nur sind die Erwartungen der deutschen Mitbürger an einen Arbeitsplatz anders als die der Polen. Die Polen sind fleißig und durch die Akkordarbeit verdienen sie recht gut. Sie haben keine weiteren Unkosten, da die Wohnung und 2 Mahlzeiten am Tag frei sind.

Dann gibt es noch die Mitbürger, egal welche Nationalität, die gerne hier mitarbeiten würden, aber halt inoffiziell, damit ihnen das Arbeitslosengeld nicht gekürzt oder gestrichen wird.
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Liebe Grüße
von Uta (Katharina)

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