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Autor Thema: Winzer???  (Gelesen 14016 mal)
martina
Südniedersachsen
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Unsere Landwirtschaft - wir brauchen sie zum Leben


« am: 01.02.03, 11:57 »

Haben wir auch Winzer unter uns außer Dody?

Ich wüßte gern mehr über den Weinanbau.
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Nimm das Leben nicht so bierernst, Du kommst da eh nicht lebend raus.

Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder - keine Frage!   Martina
Dody
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was wenige Männer wissen: kluge Frauen sagen immer die Wahrheit - aber niemals die ganze !


« Antwort #1 am: 02.02.03, 11:38 »

Im Treffpunkt unter dem Thema "wo der Wein wächst", hat sich jemand gemeldet.

Im übrigen weiss ich, das sich WinzerInnen meist nicht angesprochen fühlen, wenn von Bäuerinnen die Rede ist, leider.
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Liebe Grüßle von Dody ;-)
Margret
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« Antwort #2 am: 19.06.04, 11:31 »

Hallo,

wer von euch hat eigentlich  Weinbau ?

Wir haben,  aber eben nur nebenbei.  Und doch soviel (da der Weinbau ja immer nebenher laufen muss) ,  dass man immer wieder darin zu tun hat.

Ich bin für einen guten Teil des Schneidens  und Anbindens  zuständig,  außerdem  für die Laubarbeiten usw.    Vorgestern sind wir mit dem Einleiten der Triebe in die Drahtanlagen fertiggeworden,  so dass hier erst mal einige Tage Ruhe ist.

Arbeiten ihr selber im Weinberg oder habt ihr Mitarbeiter dafür ?

Wer macht den Pflanzenschutz ?  Bei uns mein Mann.

Wie vermarktet ihr den Wein ?

 Wir über die Weingärtnergenossenschaft.
Welche Sorten baut ihr an ?
Wir  Riesling,  Lemberger, Trollinger.

Grüße   Margret
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Dody
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« Antwort #3 am: 19.06.04, 13:12 »

üsch hab weinbau  Grin

Bei mir ist es inzwischen umgekehrt, alles muss neben dem Weinbau herlaufen ;-)
Beim Heften und im Frühjahr um die Ruten zu putzen, hilft mir eine mitarbeitende Familienangehörige. Während der Erntezeit habe ich weitere 10 geländegängige Rentner, Freunde, Familienangehörige, die an den paar wenigen Tagen der Hauptlese mitarbeiten. Ansonsten: selbst ist die Frau :-)
Alle Handarbeiten sowie Maschinenarbeiten, wo auch der Pflanzenschutz dazugehört, fällt in mein Zuständigkeitsbereich. Maschinen reparieren die ich kaputt mache, übernimmt mein Mann  Grin
Vermarktet werden meine Trauben über eine Weingärtnergenossenschaft und wir bauen die klassischen württembergischen Sorten an:
Lemberger, Riesling, Kerner, Müller-Thurgau, Dornfelder, Spätburgunder und Rotberger.
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Margret
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« Antwort #4 am: 19.06.04, 15:20 »

Hallo Dody,

das find ich ja super, dass du so schnell antwortest.

Bei uns machen die Arbeit das Jahr über wir selber (Schwiegereltern helfen bei den Handarbeiten noch mit).
Und im Herbst haben wir lauter Bekannte und Familienangehörige,  die beim Lesen helfen.
In Spitzenzeiten waren wir schon über 35 Esser....
Die Helfer wollen und kriegen kein Geld  sondern erstklassige Verpflegung  und später Geschenke (Äpfel,Wein,usw.).   Sie sind es gewohnt,  dass es "nett" sein muss,  d.h.  es darf höchstens einige Stunden dauern,  sonst leidet die Stimmung massiv...  Die Zuteilung von Schachteln mit Esstrauben ist auch immer wichtig (manche mögen sie wirklich gerne essen,  manche wollen sie einfach haben, weil alle kriegen).
Es ist eine schöne aber v.a. auch sehr anstrengende Zeit für mich.    Auch das Einbestellen und Bitten und Informieren der Helfer  fällt in meinen Bereich (alle anderen in der Familie weigern sich...),  es ist manchmal ganz heikel,  wer helfen darf/soll/muss/wen man wohl nicht will?  usw.
Da muss man sehr diplomatisch sein  und sich selber oft zurücknehmen...
Wir sind sehr froh an unseren treuen Helfern,  aber ein bisschen nervig sind sie manchmal auch...

Wenn ich die Warmhaltekannen gespült und verräumt habe,  dann ist das ein Freudentag für mich !!!

Margret
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Dody
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« Antwort #5 am: 19.06.04, 19:54 »

und gleich nochmals ne reaktion ;-)

Ich kann nur zustimmend mit dem Kopf nicken, wenn ich deinen Beitrag so lese. Der Herbst ist die schlimmste Zeit für mich. Mir macht es nichts aus, vom Salatöl bis zum Motoröl für alles zu sorgen.... aber jeden einzelnen Helfer individuell zu betreuen zehrt manchesmal an meinen Kräften.
Zuviele Helfer habe ich eigentlich nicht...im Gegenteil, so langsam muss ich mich nach flexibel einsetzbaren Leuten umschauen.

Deiner Beschreibung nach kommst du auch aus Württemberg. Sind wir Nachbarinnen ?  Cheesy
Bin aus Hohenlohe, dort wo der Besondere aus Württemberg gedeiht  Grin
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Margret
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« Antwort #6 am: 19.06.04, 21:58 »

Hallo,

ja,  ich bin im Kreis LB !

Übrigens haben wir am Samstagslesetermin so viele Leute dabei,  weils einfach nett ist.   Unsere Truppe  hat ein recht hohes Durchschnittsalter,  zumindest die, die auch unter der Woche meistens können.
So sind wir  froh, wenn auch jüngere Leute mitgehen (da denk ich schon weiter  und muss eben dann ein paar Kinder mit in Kauf nehmen;  die gehören dazu,  was aber meinen Verpflegungsaufwand  einfach komplizierter macht.)
Man beobachtet auch Unterschiede:  ältere Leute wollen richtig helfen,  es geht ihnen um die Fertigstellung unserer Arbeit UND  um gutes Essen in netter Gesellschaft. Die kommen auch bei unattraktiver Witterung.
MANCHE Jüngere  sehen das flexibler,  sie  "wollen gerne kommen,  wenn das Wetter schön ist", d.h. teilw. als Event  und nicht so sehr, um zu helfen.
Ob sie kommen werden oder nicht,  da legen sie sich nicht fest - vielleicht bringen sie auch noch zwei Kumpels mit,  die wollten auch schon lange mal..., wenn das Wetter schön ist...
Sie sind sich absolut sicher,  dass bei uns alles gewünschte Essen  niiie ausgeht  und immer alle Platz am Tisch  finden...  Das ist das,  was (neben dem Wetter und der Qualitätsfrage)  die Nerven etwas flackern lässt...

Na, zum Glück sind es ja noch ein paar Monate bis dahin.

Habt ihr auch Steillagen ?
Wir zum Glück nicht,  obwohls natürlich für die Qualität förderlich wäre.    Hier im Neckartal  gibts echt noch viele Steillagen.   Wirklich beschwerlich zu bearbeiten.

Margret
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steilufer
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« Antwort #7 am: 20.06.04, 19:48 »

Hallo,Winzerinnen,

als echtes Nordlicht war es während meiner Stuttgarter zeit ein großes Erlebnis,im Wengert zu schaffen,im Steilhang am Neckar,wo ich auch gewohnt habe.

Das Geld war auch nicht zu verachten,da ich damals arbeitslos war,ebenso die suuuperleckere Vesper,zu der auch immer Selbstgebrannter gehörte. Damals entstand meine Liebe zu trockenem Roten,Cannstatter Zuckerle.

Ich war neben dem Bauern mit meinen Anfang 20 die einzige Junge und habe die Alten bewundert,mit welcher Zähigkeit sie sich durch die Reihen gearbeitet haben,immer im Steilen.
Also ich wußte abends,was ich getan hatte,habe allerdings auch nicht an den Regentagen geschwänzt.
Aber es hat sehr viel Spaß gemacht,vor allem der Zusammenhalt während der Arbeit und das viele Lachen.
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Liebe Grüße

Karen von der Ostsee
Margret
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« Antwort #8 am: 20.06.04, 21:22 »

Ja,  Karen,
so habe ich auch den Weinbau kennengelernt.

Aus einer Nicht-Weinbaugegend  war ich zur Ausbildung  bzw.  zum Arbeiten  im Großraum Stuttgart.
Durch Zufall habe ich von einem Bekannten erfahren,  dass er eine Familie kennt,  die hier  in einem  "richtigen"  Weinbauort mehrere ha "Wengert" hat und immer auf der Suche nach Lesehelfern ist.   Dort liest ja jeder Betrieb praktisch 4 od. 5 Wochen lang fast täglich.
Das hatte mich schon immer mal interessiert,  und so kam es dazu,  dass ich mehrere Jahre lang immer einige Lesetage lang half.  Damals für 6,- DM pro Stunde.
Wir haben von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr gearbeitet  mit 2 kleineren  und einer etwas größeren Pause.
Ich war von daheim her das Arbeiten gewohnt,  aber da hat man dann schon ganz schön genug abends.   Wenn es abends zu dämmern begonnen hat und wir gerade fertig waren mit dem Weinberg,  dann war ich froh.   Aber schwupps,  haben wir noch schnell umgeschlagen und ein anderes Stück gelesen...  Es hat halt immer pressiert.
Ich hatte große Achtung vor der Familie dort,  da sie zu der Zeit auch noch Kühe hatten  und im Herbst oft Helfer von auswärts bei sich im Haus einquartiert (ohne eigene Küche).  Habe deshalb gerne noch beim Eimerspülen geholfen...
Zu essen gab es ganz, ganz einfache Sachen,  aber ich hätte in der Arbeitssituation auch nichts Aufwändigeres erwartet.  War völlig in Ordnung für mich.

Tja,  und heute sitz ich auf der anderen Seite  und bin die "Gastgeberin  der Party".   Leider habe ich hier eine schon recht verwöhnte Truppe angetroffen (siehe oben),  aber sie kriegen ja keinen Lohn.

Liebe Grüße , besonders in den hohen Norden
von  Margret
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Werner
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« Antwort #9 am: 21.06.04, 05:06 »

Guten Morgen.

wer von den Winzerrinnen betreibt denn einen größeren Besen und bietet Weinproben an ?
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Werner
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« Antwort #10 am: 13.07.04, 05:36 »

Guten Morgen !

Keine Winzerrinnen aus B -W auch
Fränkisches Randgebiet von B - W oder der Pfalz hier  die die eine Besenwirtschaft betreiben und evtl.Weinproben anbieten ?
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peggy
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In der Ruhe liegt die Kraft.


« Antwort #11 am: 27.08.04, 20:26 »

Hallo Ihr Winzerinnen,
finde ich toll, das Ihr uns einen Einblick in den Weinbau gegeben habt.
Letzte Woche war im Spiegel ein Bericht über Weinflaschenverschlüsse: Kork, Glaskorken, Drehverschlüsse. Wie werden bei Euch die Flaschen verschossen? Im Bericht stand, das bei Drehverschlüssen der Wein länger haltbar bleibt. Wie sind Eure Erfahrungen?
Liebe Grüße
Peggy
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Margret
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« Antwort #12 am: 27.08.04, 21:04 »

Hallo,

bei unserer Weingärtnergenossenschaft werden schon viele Jahre metallene Schraubverschlüsse verwendet.
Ich meine,  das liegt daran,  dass Kork  nicht (mehr)  in ausreichender Menge in guter Qualität vorhanden ist.
Vielleicht weiß es jemand genauer ?

Margret
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Margret
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« Antwort #13 am: 15.10.04, 22:36 »

Hallo,

nur mal kurze Meldung aus der Weinlese in Württemberg.
Bei uns am Neckar ist nun der Riesling weg  mit erstaunlich (nein:  erfreulich !!!) hohen Oechslegraden (zw. 89 und 92 Grad),  das ist bester Kabinett geworden.  Freu !   Da wir extrem qualitätsbezogen bezahlt werden,  ist das total wichtig für uns,  dass Menge und Qualität stimmen.

Durch das unbeständige Wetter ist man dieses Jahr in der Lese sehr angespannt,  dann wenn es nass ist,  darf bei uns wg. Verwässerung (Qualitätsminderung)  nicht gelesen werden.
So habe ich gesternab 5.00 Uhr   Schmalzbrote gerichtet  und 12 Thermoskannen heiße Getränke,  dann die bestellten Brezeln und Laugenwecken geholt - dann hat es um 7.15 Uhr zu regnen begonnen...
Erst mal bei den Helfern rumtelefoniert  und selber gefrühstückt  und gewartet.   Wetter besser geworden,  Leute angerufen,  Zeug vollends gerichtet,  losgefahren,  es regnet wieder.....
Aber dann waren wir echt erleichtert:   die Sonne kam raus,  wir konnten bald anfangen  und es hat vollends ganz gehalten.   Wetterbericht hat  (zum Glück)  mal wieder nicht gestimmt !

Nächste Woche od. übernächste kommen für uns noch Trollinger und Lemberger dran.  Später mehr !

Margret
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klara
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« Antwort #14 am: 23.01.05, 00:31 »

Hallo,
hab gerade die Box mit dem Winzeraufruf gelesen.Da ich Neuling hier bin, melde ich mich erst jetzt zu Wort.
Meinen Vorrednerinnen kann ich da in allem mit Kopfnicken zustimmen.
Weinbau ist schön, aber sehr arbeitsintensiv.
Momentan sind wir bei fast jedem Wetter im Weinberg zum Schneiden. Wenn einem dann der Wind um die Ohren pfeift, denk ich an die,die jetzt Ihren Arbeitsplatz im Warmen haben. seufz.
Lacht einem aber die Sonne ins Gesicht,denk ich das ganze umgekehrt.
Windige und sonnige Grüsse aus" den Bergen"
Klara
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